Die „Erscheinungen“ von Schio enthalten viele irreführende Botschaften

Von Felizitas Küble

Heute ist für die Anhänger der  – kirchlich nicht anerkannten –  Erscheinungen von San Martino de Schio ein wichtiger Tag, denn am Palmsonntag fand in diesem norditalienischen „Gnadenort“ um 15 Uhr die „Weihe Europas an das Unbefleckte Herz Mariens“ statt, dem sich möglichst viele Menschen „geistig anschließen“ sollten.
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Der am 2.9.2004 verstorbene „Seher“ Renato Baron will seit 1985 hunderte von Christus- und Marien-Visionen erlebt haben; jene angeblichen Botschaften des Himmels werden vierteljährlich in der Zeitschrift „Königin der Liebe“ wiederholt und ausgelegt.
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Zudem wird dabei über allerlei wundersame Ereignisse berichtet, die sich in Shio ereignet haben sollen, z. B. „übernatürlicher“ Rosenduft am „Gnadenbrunnen“, eine atmende, gleichsam lebendige Jesuskind-Statue und dergleichen Mirakel mehr.
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Die von Renato Baron gegründete „Marianische Bewegung Königin der Liebe“ hat  – wie bereits erwähnt – keine kirchliche Approbation (Erlaubnis, Gutheißung, Anerkennung) erhalten. Das scheint die leichtgläubigen Anhänger nicht weiter zu stören; anscheinend ist diese Privatoffenbarung für sie eine Art „fünftes Evangelium“, wie man das bei den Apparationisten (Erscheinungsbewegten) öfter erlebt.
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Nehmen wir als Beispiel für die inhaltlich teils banalen, teils theologischen unsinnigen Aussagen eine x-beliebige Ausgabe der Zeitschrift „Königin der Liebe“, nämlich das Heft Nr 99: http://www.reginadellamore.org/wp-content/uploads/2016/12/99-Ko%CC%88nigin-der-Liebe.pdf
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Auf S. 6 wird eine Marienbotschaft an Renato Baron vom 13. Juli 1991 zitiert, worin es u.a. heißt:
 „Meine Kinder, ihr seid die Werkzeuge für meinen mütterlichen Heilsplan. Danke, weil ihr mich tröstet und bereit seid, mit mir zu arbeiten. Gemeinsam werden wir das Schöpfungswerk zu seinem ursprünglichen Glanz zurückführen, indem wir jeden Menschen zur Heiligung führen.
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Christus ist offenbar überflüssig, der göttliche Heilsplan wird durch einen „mütterlichen“ ersetzt. Die Botschafts-Anhänger werden also gemeinsam mit der „Madonna“ das Schöpfungswerk „zu seinem ursprünglichen Glanz zurückführen“ – und dabei nichts weniger als „jeden (!) Menschen zur Heiligung führen“.
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Diese Aussagen sind von satanischem Hochmut geprägt, weil sich hier Geschöpfe anmaßen, Gottes Heilswerk ausführen zu können – und zudem wird indirekt die Allerlösung gelehrt, denn der erscheinungsbewegte Fanclub mit der angeblichen Himmelsmutter an der Spitze führt ja immerhin „jeden“ Menschen zur „Heiligung“ – und damit logischerweise auch zum Heil. Die Hölle hat offenbar ausgedient!
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Auf derselben Seite 6 wird eine weitere Marien-Botschaft  – jene vom 17. Juli 1991 –  zitiert:
„Ich erlange euch die Gabe des Heiligen Geistes, die es euch erleichtert, das Wort Gottes aufzunehmen, das euch leben lassen wird, damit sich durch euch die ganze Erde erhelle und sich der große Wunsch Jesu verwirkliche: Seine Liebe in jedem Menschen wachsen zu lassen.“
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Tatsache ist hingegen, daß wir die „Gabe des Heiligen Geistes“ bereits durch die Taufe erhalten; zudem die Sieben Gaben des Hl. Geistes durch das Sakrament der Firmung – und nicht durch eine Marienerscheinung oder den (Irr-)Glauben daran.

Falschmystisches Verdrängungs-Prinzip

Hier zeigt sich beides Mal deutlich das für die Falschmystik typische Verdrängungs-Prinzip: Bewährte Glaubenswahrheiten werden durch irreführende, aber fromm klingende Aussagen verdeckt und an den Rand gedrängt – genauer gesagt: ersetzt.
Auf S. 12 ist ein weiteres typisches Merkmal der Falschmystik deutlich erkennbar, nämlich ein falsches Sendungsbewußtsein. Am 6.1.1996 soll Jesus dem Seher Baron folgendes geoffenbart haben:

„Ich habe euch in das größte Werk eingefügt, das Gott der Kirche schenken will. Es ist der Weg der göttlichen und menschlichen Liebe, der den Namen Maria trägt. Die wahre Offenbarerin meines Werkes der Liebe, die Unbefleckte des Heiligen Geistes, wird mit ihrem brennenden Herzen das ganze Feuer der göttlichen Liebe schenken. Das Werk wird die Kirche retten…Das kleine Heer muss alle Heiligkeit der Geschichte in sich zusammenfassen. Jedes Mitglied wird auf seinen Schultern die Kreuze aller jener tragen, die das Heil zurückweisen. Darum wird, wer dies annimmt, heilig sein.

Alles klar: Die Anhängerschaft von Schio „wird die Kirche retten“, ist dies doch „das größte Werk, das Gott der Kirche schenken will“. – Natürlich soll die fromme Schar bzw. das „kleine Heer“ nichts weniger als „alle Heiligkeit der Geschichte in sich zusammenfassen“   –  und sie bewähren sich (wie in diesen Kreisen üblich) als besonders großartige Opferseelen  –  und wer zur getreuen Schar dieser Sühneseelen gehört, „wird heilig sein“  –  aber sicher doch!

So wird zu all den Irrtümern noch dazu eine gefährliche, vermessentliche Heilssicherheit gelehrt – ja sogar eine Heiligkeitsgewißheit. Damit wird ein verhängnisvoller Sumpfboden für geistlichen Hochmut und für Verblendung gelegt.

Doch das ist bei derlei „Botschaften“ bekanntlich nichts Neues unter der Sonne.

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9 Kommentare on “Die „Erscheinungen“ von Schio enthalten viele irreführende Botschaften”

  1. Magnus Groß sagt:

    Zeitschnur danke ich für ihre guten Beiträge hier. Wenn Sie die Möglichkeit hat, sollte sie das zu einem ausführlichen Gesamttext verarbeiten. Mich interessiert das sehr.

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  2. zeitschnur sagt:

    Ich stimme Ihnen natürlich grundsätzlich zu, dass das alles ungereimtes und „satanisches“ Treiben ist. Ob aber die einfache Gleichung aufgeht, dass damit „bewährte Glaubenswahrheiten“ verdrängt würden, würde ich zumindest so pauschal erheblich bezweifeln. Wir wissen beide, dass dieses Treiben einen bestimmten Ausgangspunkt in der offiziellen Lehre hat und sich hernach verselbständigt hat und weiterhin verselbständigen wird. es ist die faule Frucht falscher Lehren.
    Aber nicht nur das:
    Die Kirche hat leider mit ihrer Lehre ebenfalls bewährte gesunde Lehre verdrängt, verfremdet und verknöchert.
    Ich habe neulich im NT entdeckt, dass dort nirgends, an nicht einer einzigen Stelle steht,man erhielte mit der Taufe automatisch den Hl. Geist. Es gibt sowohl den Fall, dass Menschen auf den Namen Jesu getauft wurden, aber den Hl. Geist noch nicht hatten (Apg 8) oder den Hl. Geist schon hatten, bevor sie getauft waren (Hauptmann Kornelius – Petrus: »Wer könnte ihnen jetzt noch die Taufe verweigern, wo sie genau wie wir den Heiligen Geist empfangen haben?« ). Es ist nach diesen Berichten fraglich, ob die Taufe selbst automatisch etwas verleiht. Sie ist Folge und vom Menschen her wie ein „Eid“ kundgetanes Zeichen des ergriffenen Glaubens. Ob der Hl. Geist schon vorher oder erst später durch eine besondere Bitte darum verliehen wurde, scheint mit dem freien Wirken Gottes zusammenzuhängen, der sich nicht an einen solchen Automatismus binden lässt. Andernfalls wird die Taufe zur magischen Handlung – und das kann nach der Lehre im NT nicht sein. Die Kirche hat das ja „nacgbessert“ mit einer gesonderten Geistverleihung in der Firmung, die aber auch erst später als zusätzliche Handlung hinzukam. Die automatisierte Taufe machte die angebliche Verleihung des Hl. Geistes fraglich, also musste ausdrücklich durch Handauflegung noch in einem extra Akt bei jedem der Hl. Geist verliehen werden – aber auch das entspricht nicht der Beschreibung im NT. Bereits Hieronymus gibt offen zu, dass mit der Firmung v.a. das Priestertum sich selbst ehrt (denn taufen kann jeder und jede!):

    „„Nicht leugne ich diesen Brauch der Kirchen, dass zu denen, die weit entfernt von größeren Städten durch Priester und Diakone getauft worden sind, der Bischof hinauseilt, um ihnen zur Anrufung des Heiligen Geistes die Hand aufzulegen.“ Die fiktive Frage seines Gegenübers nach dem Grund für dieses Vorgehen, obwohl der Heilige Geist „doch nach unserer Versicherung in einer wahrhaftigen Taufe mitgeteilt wird“, beantwortet er damit, dass „nach der Himmelfahrt des Herrn der Heilige Geist auf die Apostel herabstieg“. Die Praxis diene aber mehr „zur Ehre des Priestertums als nach einem Gesetz der Notwendigkeit“.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Firmung#Bedeutung

    Die kirchliche Lehre von den „sieben Gaben des Hl. Geistes“ klingt auch so, als bekäme man diese Charismen automatisch mit der Taufe. Auch das habe ich nirgends so im NT gefunden. Dort steht etwas wesentlich anderes. Dort steht, dass der Hl. Geist frei auf Menschen fällt und sie v.a. „weissagen“ werden. Und dagegen hat die Kirche erheblich was – nicht anders als das alte Israel seine Propheten hasste, weil sie unkontrollierbar waren!
    Es bleibt – wie auch aus den Erzählungen, die ich oben erwähnte – im souveränen Bereich Gottes, wann er wem und in welcher Weise seinen Geist gibt. Die Taufe ist in der Schrift ein äußeres Zeichen, dass einer den Glauben bereits angenommen hat. Die Kirche hat mit ihrer falschen Lehre darüber das freie Wirken des Geistes annulliert: er hat gefälligst dann zu kommen, wenn sie es will und außerdem gönnt sie den Laien diesen freien Geist nicht und vereinnahmt ihn fast ausschließlich für sich. Der Laie erhält mit der Taufe nach der Lehre der Kirche ja keineswegs eine freie Geistbeseelung, die ihn jeglicher geistlichen Kontrolle durch Menschen entzieht, sondern man setzt ihm einen, aus dem NT und eigenen Lehren kompilierten „Tugendkatalog“ vor, den er ab jetzt gefälligst zu erfüllen hat – und das nennt man „Geistbeseelung“? Aber wehe, eine dieser Tugenden „macht“ nicht, was die Kirche will! Dass eine solche Lehre absurd ist, sagt der blanke Menschenverstand, denn diese Tugenden erreichen auch die Heiden ganz ohne Christus und ohne Glauben, selbst Atheisten können sie großenteils erreichen, werden sie doch auch in der Philosophie hochgeschätzt, außer der ausdrücklichen „Gottesfurcht“. Hinzu kommt, dass der kirchliche Tugendkatalog willkürlich und tautologisch ausgesucht ist und nicht dem entspricht, was alles im NT an verschiedenen Stellen und auch schon im AT zusammengestellt wurde an „Charismen“ (Geistesgaben). Aber die kirchliche Reduktion der Geistesgaben spricht schon für sich und offenbart in gewissem Sinn ihren „Beraubungscharakter“: Der Gläubige soll keine echte Vollmacht haben dürfen, obwohl das NT sie ihm aber zuspricht. Denn Geistbeseelung, Geistesgabe ist wesentlich „Vollmacht“ – egal, woran sie sichtbar wird, denn das ist individuell verteilt.
    Nach der Kirchenlehre sollen diese Gaben angeblich sein: Weisheit, Wissenschaft, Rat, Stärke, Einsicht, Frömmigkeit, Gottesfurcht.
    Wie geagt: solche Kataloge an „virtutes“ kennen und erreichen auch die Heiden. Alleine hier fragt man sich schon, was der genaue Unterscheid von Einsicht und Wissenschaft sein woll, oder Frömmigkeit und Gottesfurcht. Was man zu wissen, zu erkennen hat, bestimmt hier ja nicht der Hl. Geist, sondern die Kirchenmänner, und wie ich fromm sein soll oder Gott fürchten, das schreiben mir dieselben ebenfalls vor. Diese „Gaben“ sind ein Gängelband und eine Fessel.
    Im Korintherbrief sind die Geistesgaben nicht Dinge, die ich annehmen muss von anderen (wie die Kirche lehrt!), sondern Dinge, die ich anderen geben kann, weil ich diese Befähigung geschenkt bekomme vom Hl. Geist: Ich kann Weisheit und Erkenntnis vermitteln, in Spachen reden, Kranke heilen, ganz wichtig und vorrangig bei Paulus: prophetisch reden (was mit den beiden ersten zusammenhängt), ein Glaube, der Berge versetzt und damit auch „Wunderkräfte“. Das alles aber ist nichts, wenn es nicht durch die belebende Gabe der Liebe gelenkt und getragen wird – DAS sind die NT-Geistesgaben, nicht diese dünne, nichtssagende Kirchenlehre dazu!
    Dass die Kirchenlehre die wichtigste Geistesgabe, die Liebe, ohne die alles wertlos ist, erst gar nicht nennt, hat natürlich System: Paulus schreibt in 1. Kor 13, dass all jene anderen Gaben wertlos sind, wenn diese Gabe fehlt. Das wäre natürlich ein gewaltiger Zweifel an der angemaßten Vollmacht des „Magisteriums“, das niemals Liebe, sondern nur Macht und Zwang kennt!

    Die Menschen haben in dieser Kirche also großen Mangel an wirklichen Geistesgaben, weil man sie ihnen nicht zugesteht und überdies mit angemaßtem geistlichem „Mehrwert“ innerhalb eines hierarchischen Modells sich selbst zugeschlagen hat.
    Man hat auch das „Unterpfand der kommenden Herrlichkeit“, die „Anzahlung“, nämlich den Hl. Geist durch den eucharistischen Brotkult ersetzt, der nun angeblich dieses „Unterpfand“ sei, wofür nicht eine einzige Schriftstelle spricht! Die Menschen werden so abhängig gemacht von diesem Kult und der Blick auf die Tatsache, dass sie doch Freie sind und niemand sie abhängig machen darf von Menschen, wurde ihnen verwehrt. Wie „Lumen gentium“ so zynisch formuliert, sind sie „befähigt“, von der Hierarchie „zu Aufgaben herangezogen zu werden“. Das ist so erschreckend, wenn man es vergleicht mit der gesunden und frohmachenden Botschaft im NT!

    Die andere Seite ist, dass die Marienirrlehre von der Kirche selbst installiert und im 19. Jh insbesondere massiv ausgebaut wurde, auch dogmatisch.
    Ich stimme Ihnen gewiss theologisch zu, aber Sie verkennen oder unterschlagen, dass all dieser Unsinn nicht alleine auf dem Mist schwärmerischer Kreise gewachsen ist, sondern dieser enthusiastische Irrkram von der Kirche offiziell im Keim bereits so ausführlich gelehrt wurde, dass man sich über diese Auswüchse nicht wundern und so tun darf, als habe das Lehramt damit nichts zu tun: Es ist ursächlich schuld an diesen Fabeln, es hat sie selbst eingesetzt, und es war klar, dass aus dem Marienhype der Infallibilisten und Ultrmontanen genau das herauskommt, was wir nun haben.

    Im übrigen passt das alles dieser Machtkirche bestens ins Konzept, und dass sie etwas NICHT approbiert, ist genauso wenig bedeutsam, als wenn sie etwas approbiert. Dass Sie damit argumentieren, finde ich nicht nur unsinnig, sondern in Ihrem Fall auch irritierend: Wenn Sie einerseits jegliche kirchliche Approbation abwiegeln und als unwichtig hinstellen, können Sie nicht andererseits eine fehlende Approbation als Beweis anführen, denn beides ist nichts als Leerlauf und unwichtig in der Sache. Mit einer solchen Winkelrhetorik kann man erst recht niemanden überzeugen.
    Die Kirche aber lässt all das eben doch halbherzig gewähren, weil sie sehr genau weiß, dass sie sich theologisch nicht aus dem Ganzen herausziehen kann und ihr die Bannung der Massen an solche Orte lieber ist, als dass sie wirklich durch den Hl. Geist Freie mit unkontrollierbaren Charismen würden.

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    • Guten Tag,
      mir fehlt die Zeit, um auf alle Ihre Punkte einzugehen, aber folgendes möchte ich gerne klarstellen:
      1. Die „Sieben Gaben des Hl. Geistes“ sind keineswegs willkürlich von der Kirche ausgedacht; vielmehr geht diese Lehre auf messianische Worte in Jesaja 11 zurück, wo sechs der sieben Gaben erwähnt werden, die den Messias prägen: Weisheit und Einsicht, Rat und Stärke, Erkenntnis und Gottesfurcht. In späteren Bibelübersetzungen soll die „Frömmigkeit“ hinzugefügt worden sein. Vielleicht ging es auch um die symbolisch bedeutsame Zahl 7. Jedenfalls sind die „7 Gaben“ kein kirchlicher Einfall, sondern wesentlich biblisch grundgelegt.
      2. Als „Unterpfand“ braucht man den Heiligen Geist und die Eucharistie nicht gegeneinander ausspielen. Immerhin heißt es in 1 Kor. 11,26: „Denn so oft ihr von diesem Brot eßt und aus diesem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des HERRN, bis er (wieder)kommt.“
      3. Vielleicht ist Ihnen entgangen, daß ich in diesem Artikel mit theologischen Hinweisen argumentiere – und die kirchliche Nicht-Anerkennung von Schio lediglich erwähne (das darf man doch noch – oder?! Es gehört schlicht zur Faktenlage!)
      Daß in anderen Fällen eine kirchliche Approbation („es ist gestattet“) nicht verbindlich für die Gläubigen ist, sondern lediglich eine Erlaubnis darstellt, lehrt immerhin die Kirche selbst (und ist nicht etwa „nur“ meine Privatmeinung).
      Ich „wiegle“ hier gar nichts „ab“, sondern stelle die kirchliche Position zutreffend dar (die Sie z.B. im Weltkatechismus nachlesen können – ich habe dazu seit Jahren x-kirchl. Stellungnahmen zitiert, auch z.B. amtl. Stellungnahmen von Benedikt XVI).
      Natürlich kann ich sehr wohl zugleich eine „fehlende Approbation“ erwähnen, wobei ich sie eben gerade nicht als „Beweis“ anführe, sondern lediglich darüber informiere. Meine Beweisführung ist eindeutig inhaltsbezogen und auf eigenen Argumenten aufbauend, wie hier jeder nachlesen kann. Mit der von Ihnen mir vorgeworfenen „Winkelrhetorik“ hat all dies nichts zu tun, meine Vorgehensweise ist logisch und theo-logisch korrekt.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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    • zeitschnur sagt:

      Ich habe nicht gesagt, dass die 7 Gaben nirgends in der Schrift „irgendwie“ vorkommen, sondern eine WILLKÜRLICHE REDUKTION inmitten von viel mehr genannten Gaben sind. Die Attribute im AT, die noch dazu nicht Menschen, sondern dem Christus zuerkannt werden, sind nicht identisch mit dem, was das NT über die Charismen der Gläubigen berichtet.
      In Jes 11 sind nur 5 der angeblichen Siebenzahl erwähnt, dagegen aber noch andere, insbesondere (soziale) Gerechtigkeit. Dass die Kirche letztere erst gar nicht erwähnt, ist ebenso auffallend, wie sie die Liebe erst gar nicht erwähnt. das will sie natürlich nicht hören, dass einer, der vom Geist beseelt ist, nicht mehr auf jegliches Ansehen der Person achtet, wie es dort steht: schließlich muss sie ihr hierarchisches Konzept ja weitermogeln…
      Es ging mir also wesentlich um die selektive Reduktion solcher Gaben auf einen Tugendkatalog, den die Kirche kontrollieren zu können meint.
      Solche Reduktionen hat sie stets vorgenommen, wie es ihr gerade passte – etwa auch indem sie das Bilderverbot aus den 10 Geboten nahm und aus dem Sabbatgebot ein „Feiertagsgebot“ machte, das dann nicht mehr Gott, sondern sie definiert.
      So kann man auch nicht mal kurz das biblische „Unterpfand“ der kommenden Erlösung, das ausdrücklich der Hl. Geist ist, gegen die Eucharistie austauschen und dem, der drauf hinweist auch noch unterstellen, er „spiele das gegeneinander aus“.
      Wer so locker mit Schriftwort umgeht, sollte sich nicht über Erscheinungssucht aufregen – die Leute nehmen es auch locker, auf ihre Weise halt. und so dreht es sich jeder hin, wie es ihm schmeckt. Sie wissen selbst, dass in dem, was Sie zitieren, nicht ein Funken eines „Unterpfandes“ steckt. es handelt sich um eine „commemoratio“, wie Jesus sagte, eine Denkwürdigkeit, die die Gnadenzeit über, bis Jesus kommt, allen menschen die Botschaft von seiner Erlösungstat bringen soll – das „Unterpfand“ bzw die „Anzahlung“ aber ist nach der Umkehr die Beseelung mit dem Hl. Geist.

      „3 In ihm seid auch ihr, als ihr das Wort der Wahrheit, das Evangelium eures Heils, gehört habt und gläubig geworden seid, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung.
      Der ist die Anzahlung auf unser Erbe auf die Erlösung seines Eigentums zum Preise seiner Herrlichkeit.“ (Eph 1)

      Danach dankt Paulus nicht für Frömmigkeit und Weisheit der Gemeinde, sondern schlicht für deren „Liebe zu allen Heiligen“ – das ist Geistesgabe, eindeutige Geistesgabe. Fromm sind auch die Heiden! Weise auch…

      „5 Der uns aber eben hierzu bereitet hat, ist Gott, der uns die Anzahlung des Geistes gegeben hat.“ (2. Kor 5)

      Paulus spricht davon, dass wir in unserem Fleisch nicht mehr einheimisch sind, sondern eine neue Kreatur geworden sind. Wieso sollte man „nach dem Fleisch“, das geopfert wurde und starb, ausgerechnet dieses „unterpfand erhalten haben, wenn doch ausdrücklich etwas anderes ausgesagt wird?
      Nicht ich spiele hier etwas aus, sondern die Kirche tut es, indem sie uns das Unterpfand des Hl. Geistes ausgetauscht hat gegen das, was sie „verwaltet“ und worüber sie glaubt, Macht zu haben. Das letzte Abendmahl ist nun mal kein „Unterpfand“ und erst recht keine „Anzahlung“ – wie denn, und wo steht das?

      Es nützt nichts, wenn ein Teil noch wahr ist, ein anderer Teil aber das, wovor mehrfach in der Schrift gewarnt wird: wehe dem, der etwas davon wegnimmt, und wehe dem, der etwas hinzufügt!

      Sie kritisieren zu recht das Erscheinungstreiben, aber sie stecken den Kopf in den Sand, wenn es drum geht, die Ursachen zu erkennen, die eben bei Lehramt liegen!

      Aus dieser Kirche wird nichts Gesundes mehr kommen angesichts all dieser Irrlehren und Verdrehungen. Das werden Sie nicht damit hindern, dass Sie auf das Lehramt verweisen – das ist es, was ich meine.
      Wenn Sie auf die einigermaßen authentische und früheste Überlieferung verweisen: dann ja. Wenn Sie das aber tun, werden Sie schnell erkennen müssen, dass ein großer Teil der Kirchenlehre „eitle Philosophie“ und reinstes Schwärmertum ist.
      Und wenn es „gesund wirkt“, ist es ein bürgerliches Traditionschristentum, das mit dem pneumatischen Konzept des NT auch nichts zu tun hat.

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  3. Vitellia sagt:

    Demosthenes:
    „Nichts ist leichter als Selbstbetrug. Denn was ein Mensch wahrhaben möchte,
    hält er auch für wahr.“

    Dauernd diese Erscheinungen.
    Wenn dieser (verstorbene) Renato Baron als „Seher“ seit 1985 hunderte von Christus- und Marien-Visionen erlebt haben will, hätte er dringend zum Arzt gehört, einem Neurologen, um sich untersuchen zu lassen!
    Das ist doch nicht mehr normal – und dann auch noch einfältige Leute damit stark beeinflussen.
    Diese falschen Propheten gab es schon immer, genauso wie Hellseher oder Wahrsager.

    @francomacorisano,
    nein, die Mutter Gottes beten wir nicht an! Sie ist Fürsprecherin bei Gott, ein großer Unterschied.
    Das dürfte Ihnen doch klar sein, dass Gott der Höchste ist!
    Und diesem Scharlatan von „Seher“ brauchen Sie kein Wort zu glauben.
    Es gilt immer, was der Papst sagt! Von diesem Schwindel hält er nichts.

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  4. mark waterinckx sagt:

    Schio wurde von Anfang an unterstützt durcn P. Slavko Barbaric aus Medjugorje

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  5. francomacorisano sagt:

    Die Gottesmutter Maria ist vielerorts erschienen. Wer sie anbetet, dem erscheint sie im Herzen überall, an anerkannten und an nicht anerkannten Orten…

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    • Guten Tag,
      weder sollen wir Katholiken an „nicht anerkannte“ Orte von Marienerscheinungen glauben – und erst recht nicht die Madonna „anbeten“. Das ist kirchlich-theologisch strikt verboten und ein massiver Verstoß gegen das 1. Gebot. Wenn Sie hier nicht sofort umkehren, befinden Sie sich außerhalb des katholischen Glaubens.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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      • francomacorisano sagt:

        In der Tat habe ich mich unglücklich ausgedrückt. Statt „anbeten“ muss es „anrufen“ heißen, was wir zum Beispiel im „Ave Maria“ tun. Die Marien- und Heiligenverehrung ist einer der größten Unterschiede zwischen uns Katholiken und den meisten Protestanten.

        Ich wollte eigentlich nur zum Ausdruck bringen, dass es gar nicht so wichtig ist, ob Maria an einem Ort erschienen ist oder nicht. Beten und innere Einkehr halten kann man fast überall. Es tut mir leid, dass ich hier für Verwirrung gesorgt habe und ich bin dankbar für Ihren berechtigten Hinweis. Wie schnell doch ein einziges Wort einen riesigen Unterschied ausmacht.

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