Wurde der Widerstand gegen die NS-Diktatur nach dem Krieg totgeschwiegen?

Von Dr. Eduard Werner

In der Katholischen Akademie Bayern erschien eine lesenswerte Dokumentation zur Tagung „Vergessene katholische Widerstandskämpfer“; der Sammelband enthält die Referate zu den Märtyrern und Bekennern gegen die NS-Diktatur.

Soweit erfreulich – allerdings hat mich eine Bemerkung auf S. 17 sehr erstaunt.  Dort heißt es: „Der Widerstand gegen das NS-Regime wurde nach dem Krieg in Deutschland kaum beachtet, ja teilweise sogar bewusst tot geschwiegen oder sogar diffamiert.“

Dagegen sagt die Holocaust-Überlebende Jüdin Anita Lasker-Wallfisch, die am 30. Januar 2018 vor dem Deutschen Bundestag die Gedenkrede gehalten hat, laut Münchner Merkur: „Nach dem Krieg habe sich Deutschland exemplarisch verhalten. Nichts wurde geleugnet.“ – Wer hätte damals auch etwas leugnen können? 

BILD: Buchtitel des Historikers Dr. Werner: „Helden und Heilige in Diktaturen“

Den Aufbau der Länder und später der Bundesrepublik haben großenteils Verfolgte des NS-Regimes vorgenommen, die in Wahrheit keinen Tag geschwiegen haben:

Der erste Ministerpräsident Bayerns nach dem Krieg war Dr. Fritz Schäffer (CSU), ein ehemaliger KZ–Häftling von Dachau. Der zweite Ministerpräsident Dr. Wilhelm Hoegner (SPD) war vor den Nationalsozialisten in die Schweiz geflohen.

Die ersten drei Landtagspräsidenten in Bayern waren ebenfalls bekannte KZler: Studiendirektor Georg Stang, Dr. Michael Horlacher und Dr. Alois Hundhammer, alle drei CSU und alle drei waren Häftlinge im KZ Dachau.

Etliche Jahre später war es bei der Gründung der Bundesrepublik Deutschland nicht anders:

Wer wollte bestreiten, dass Konrad Adenauer (CDU), Dr. Kurt Schuhmacher (SPD) und Dr. Thomas Dehler (FDP) politisch Verfolgte des NS-Regimes waren?! Wählen und gewählt werden durfte für den ersten Bayerischen Landtag 1946 nur, wer nicht NS-belastet war.

Und von wegen „ tot schweigen“. Die Kirchenzeitungen, die Sonntagspredigten waren jede Woche voll von Berichten über zwölftausend „überwachte Priester“ und über viertausend ermordete Priester in den KZs.

Die Veröffentlichungen von Weihbischof Neuhäusler (u.a. „Kreuz und Hakenkreuz“), die Errichtung des Sühneklosters am Rande des KZ-Geländes in Dachau, die Berichte und Dokumentationen von Pater Johann Lenz, Lagerdekan Georg Schelling (Festung Vorarlberg) und vor allem die große Dokumentation von Pfarrer Eugen Weiler waren vor 60 Jahren noch in aller Munde.

Die Münchner hätten sich eine „Diffamierung“ des Pater Rupert Mayer und der Mitglieder der Weißen Rose nicht gefallen lassen, ebensowenig die Regensburger eine Herabwürdigung ihres Dompredigers und die Kölner ihrer KZ-Märtyrer.

Wer heute die Popularität von Pater Rupert Mayer oder von Domprediger Meier in Regensburg bestreitet, kann nur nach der Studentenrevolte der 68er geboren sein. Es waren die 68er, die es fertig brachten, die Erinnerungskultur für die NS-Opfer aus den Redaktionen zu verbannen.  

Die Berichte über die Wiedergutmachungsprozesse füllten jeden Tag die Zeitungen und noch mehr die Diskussionen über die neuen Länderverfassungen und drei Jahre später die Berichte über das neue Grundgesetz. Das waren bewusste Gegenentwürfe gegen das NS-System.

Unübersichtlich groß war in den fünfziger Jahren der einschlägige Büchermarkt: Eugen Kogons „Der SS-Staat“, das „Tagebuch der Anne Frank“ erreichte damals eine Auflage von 750.000, die Schriften von Franz Kafka wurden als verblüffende Vorausdeutung des Nationalsozialismus interpretiert, Ernst Wiechert, der meistgelesene Autor damals, erzählt in seinem Roman „Der Totenwald“ von seinen KZ-Erlebnissen in Buchenwald, Anna Seghers „Das siebte Kreuz“ berichtet vom KZ Westhofen, „Die Todesfuge“ von Paul Celan las man in fast allen Schulen.

Das Drama „Biedermann und die Brandstifter“ von Max Frisch war auf vielen Bühnen zu sehen. Im Jahr 1956 erschienen die Tagebücher von Jochen Klepper „Unter dem Schatten Deiner Flügel“ mit einem Geleitwort von Reinhold Schneider.

Gegen ein Totschweigen der NS-Geschichte  –  ihrer Verbrecher und ihrer Heiligen  –  spricht auch die Errichtung des „Instituts für Zeitgeschichte“. Die Vorbereitungen dazu begannen schon 1946, als der ehemalige KZler Dr. Alois Hundhammer Kultusminister geworden war. Formal errichtet wurde es erst 1949.

Bereits im November 1945, als es fast noch keine Fahrkarte gab, wurde Romano Guardini nach München zu einem Vortrag über die Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ eingeladen. Schon 1952 publizierte Inge Aicher-Scholl über die „Weiße Rose“. Ihre Veröffentlichungen erreichten damals hohe Auflagen.

Im Jahre 1956 veröffentlichte der Historiker Carl Dietrich Bracher sein grundlegendes Werk „Die Auflösung der Weimarer Republik“, eine meisterhafte Analyse der einzelnen Faktoren, die dem Nationalsozialismus schließlich zum Sieg verhalfen.

Die gewaltige Verehrung, die den damaligen Helden wie beispielsweise Pater Rupert Mayer in München, Domprediger Dr. Johann Maier in Regensburg oder Kardinal von Galen in Münster zuteil wurde, macht die Behauptung der Katholischen Akademie völlig unverständlich.

Schon 1956 erschienen die Tagebücher von Jochen Klepper unter dem Titel „Unter dem Schutz Deiner Flügel“ mit einem Geleitwort von Reinhold Schneider. Beschwiegen wurde es nicht 1956, heute wird es beschwiegen als Spätfolge der 68er Kultur-Revolution.

Das Thema Nationalsozialismus war jedenfalls in den fünfziger Jahren hochaktuell – und die Märtyrer des NS-Regimes wurden gewürdigt und bewundert. Erst mit dem Aufkommen der Studentenbewegung ging die Verehrung dieser Blutzeugen und Helden in der Öffentlichkeit zurück.

Das sind die Zusammenhänge, die heute verschwiegen werden.

Ich habe auf die Defizite der Erinnerungskultur in meinem Buch „Helden und Heilige in Diktaturen“ (Media-Maria-Verlag) aufmerksam gemacht. Diese Besinnung auf die Aufarbeitung der NS-Diktatur in den fünfziger Jahren ist heute zwar nicht gesetzlich verboten, wohl aber ideologisch durch die „Political correctness“.

Heute wird der Aufbau der neuen Ordnung nach dem Krieg durch Verfolgte des NS-Systems immer noch geleugnet. Diese Lüge ging vom längst untergegangenen sowjetischen KGB aus und wurde über die 68er Studentenrevolte in die heutigen Redaktionsstuben und Universitäten transportiert.

Es liegt nicht an der Unkenntnis, sondern an der bürgerlichen Angst, die Political correctness zu verletzen und damit ins Abseits zu geraten. Die Wahrheit hat es schwer.

Ein Hoffnungszeichen ist die Tagung der Kath. Akademie über die vergessenen Märtyrer; auch in die Bistumsblätter sind diese Zeugen für Christus schon zurückgekehrt.

Advertisements

31 Kommentare on “Wurde der Widerstand gegen die NS-Diktatur nach dem Krieg totgeschwiegen?”

  1. Holger Jahndel sagt:

    Das Kreuz Christi – das Siegeszeichen der Christenheit

    Als Kaiser Konstantin der Große im Jahre 312 vor der Entscheidungsschlacht um die Herrschaft über das Römische Reich stand, hatte er eine Vision. Er sah über der untergehenden Sonne ein Kreuz mit der Inschrift «In hoc vinces ‑ darin wirst du siegen»!

    Daraufhin ließ Konstantin sofort ein Heeresbanner mit dem Zeichen des Kreuzes aus Gold und Edelsteinen anfertigen, worauf der Name CHRISTI geschrieben stand. Dieses Kreuzesbanner ließ Konstantin seinem Heer vorantragen und errang gegen eine große feindliche Übermacht den Sieg! Einen Sieg, der zugleich das Ende der jahrhundertelangen grausamen Christenverfolgung in Rom bedeutete. Das Kreuz hatte doppelt gesiegt!

    Nur im Zeichen des heiligen Kreuzes, durch das wir erlöst sind, werden auch wir siegen im Kampf gegen den Satan, die Welt und das Fleisch! Die Feinde CHRISTI und damit auch unsere Feinde fürchten das Kreuz CHRISTI mit Recht ‑ lassen wir uns dieses Siegeszeichen keinesfalls nehmen!

    „Das Kreuz Christi, mag auch schon sein bloßer Name vielen eine Torheit und ein Ärgernis geworden sein, es bleibt für den Christen das geheiligte Zeichen der Erlösung, die Standarte sittlicher Größe und Kraft. In seinem Schatten leben wir. In seinem Kusse sterben wir. Auf unserem Grabe soll es stehen als Künder unseres Glaubens, als Zeuge unserer dem ewigen Licht zugewandten Hoffnung“

    (Papst Pius XI. „Mit brennender Sorge“, 14. 3. 1937)

    Der Gekreuzigte wird siegen!

    Der Kampf gegen das Kruzifix hat Tradition!

    23. 4. 1941 Anordnung der Nationalsozialisten: Entfernung der Kruzifixe aus den Schulen

    „Den nationalsozialistischen Schulpolitikern war das christliche Zeichen der Erlösung widerwärtig, und sie trachteten danach, es zu entfernen, wo immer es in ihrer Macht stand. Entsprechend der unterschiedlichen Einstellung der Konfessionen blieb der Widerstand gegen die Entfernung der Kreuze auf die katholische Bevölkerung beschränkt. Besonders bekannt wurde ihr öffentlicher Protest in Oldenburg. Am 4. November 1936 erließ der dortige Minister der Kirchen und Schulen, Julius Pauly, eine Anordnung, wonach Kreuze aus den öffentlichen Schulen zu entfernen seien. Der Erlaß löste helle Empörung aus und mußte wegen des Widerstandes des katholischen Volksteils ‑ allein desselben ‑ zurückgenommen werden. In der Pfalz wuchs sich der Kampf der Katholiken um die Schulkreuze in Frankenholz zu einem aufsehenerregenden Fall aus (1937). In Bayern wurden am 23. April 1941 die Schulgebete verboten und die Entfernung der Kruzifixe aus den Schulen angeordnet. Die katholische Bevölkerung war entrüstet. Nach dem Bericht des Regierungspräsidenten von Oberbayern riefen die Abschaffung der Schulgebete und die Beseitigung der Kruzifixe aus den Schulen in manchen Landkreisen „stellenweise sehr tiefe Erregung“ hervor. Der Regierungspräsident von Niederbayern und der Oberpfalz berichtete am 8. Oktober 1941: „Stimmungsmäßig äußerst bedenklich waren und sind die Auswirkungen des Kruzifixerlasses“ (zit. aus: Georg May, Kirchenkampf oder Katholikenverfolgung, Stein am Rhein 1991, S. 469)

    Gefällt mir

  2. Markus Michael WOLF sagt:

    Sehr geehrte Frau Küble,

    Sie „verschweigen“, dass der von Ihnen genannte FRITZ SCHÄFFER nach 1918 ein berüchtigter „Freikorps-„Führer“ war, verantwortlich für den „weissen terror“.
    Siehe BERNT ENGELMANN, Buch
    „Einig gegen Recht und Freiheit“
    „Ein deutsches Anti-Geschichtsbuch, Teil II“

    Bernt Engelmann
    wurde von dem mittlerweile seligen Bayerischen Landesvater FRANZ STRAUSS als „Ratte und Schmeissfliege“ gewürdigt.
    Mag sein, dass Fritz Schäffer aus welchen gründen auch immer bei den Nazis in Ungnade fiel, aber der Umstand, dass Schäffer im KZ war, heisst nicht unbedingt, dass Schäffer „Widerstandskämpfer“ war.
    Und ich habe bewusst von „Franz Strauss“ gesprochen.
    Herr Strauss nannte sich „Franz-Josef Strauss“, weil er das für klangvoller hielt als „Franz Strauss“.
    Entscheidend ist, dass Strauss mit dem Falschnamen gegen Recht und Gesetz verstossen hat, aber die „Straussenspezis“ hielten zusammen.
    Strauss wurde nicht zur Rechenschaft gezogen.
    Ein vorbildlicher Rechtsstaat!

    Gefällt mir

    • Guten Tag,
      erstens bringen Sie für die Franz-Strauß-Behauptung keinerlei Beleg; zweitens hatte Strauß wahrlich genügend Gegner, die dies – wenn es denn zuträfe – zumindest öffentlich hätten thematisieren können (zudem bei klarer Beweislage juristisch durchfechten), drittens schreibt auch „Wiki“ den Namen „Franz-Josef Strauß“ voll aus – und vor allem:
      Sie verschweigen, daß der von Ihnen als einziger Gewährsmann in der Schäffer-Causa genannte Bernt Engelmann alles andere als ein sachlicher, fairer, am Rechtsstaat orientiertier Schriftsteller war. Da Sie so gerne aus Wiki zitieren, tue ich es auch in diesem Fall („Bernt Engelmann“:
      „1984 wurde er mit dem Heinrich-Heine-Preis des Ministeriums für Kultur der DDR ausgezeichnet. Wegen seiner Kontakte als VS-Funktionär zum Schriftstellerverband der DDR war er z. T. umstritten…
      Anfang der 1990er Jahre stand er in der Kritik, da er für seine Bücher Material verwendet hatte, das ihm aus der DDR vom Ministerium für Staatssicherheit zugespielt worden war.[8][2][9] In der Diskussion wurde die Herkunft des Materials kritisiert und teilweise seine Richtigkeit in Frage gestellt. Dirk Banse und Michael Behrendt berichteten am 19. Juni 2004 in der Welt mit Dokumentenzitaten, dass er seit 1982 beim Ministerium für Staatssicherheit als Inoffizieller Mitarbeiter „Albers“ auf einem Statistikbogen der Rosenholz-Dateien registriert gewesen sei und nach Günter Bohnsack von dem DDR-Drehbuchautor Karl Egel angeworben worden sein soll.[10]“

      Bemühen Sie sich um bessere Quellen – ich durchaus nicht weiter bereit dazu, daß meine knappe Zeit von Ihnen auf dieser unseriösen Ebene weiter in Anspruch genommen wird.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

      Gefällt mir

      • Markus Michael WOLF sagt:

        Ich gebe Ihnen die Quelle an für meine „Behauptung“, dass der 1988 verblichene bayerische Ministerpräsident FRANZ STRAUSS zumindest nicht „amtlich“ Franz-„Josef“-Strauss hiess, der Name „Josef“ WEDER in der Geburtsurkunde NOCH im angeblich „fälschungssicheren“ Personalausweis stand:

        Das Buch:

        „Wie wir wurden, was wir sind. Von der bedingungslosen Kapitulation bis zur unbedingten Wiederbewaffnung“

        von BERNT ENGELMANN

        Als Franz Strauss noch Landrat in Schongau war, nannte er sich auch offiziell „Franz Strauss“

        Wenn Sie Herrn Engelmann als „unseriös“ ansehen, dann kann ich Ihnen das nicht verbieten.

        Frage:

        Können Sie mir GERICHTSURTEILE nennen, in denen Engelmann RECHTSKRÄFTIG verurteilt wurde???

        Freundlichen Gruß und Gottes Segen

        Gefällt mir

      • Guten Tag,
        es geht bei einer Zusammenarbeit mit „DDR“-Kommunisten und der Entgegennahme eines Ehrenpreises der SED-Diktatur nicht um die strafrechtliche Seite (die ich gar nicht ansprach), sondern um die moralische und politische Glaubwürdigkeit – schon klar?
        (Nicht auszudenken, wenn ein katholischer Bischof je einen Preis der Nazi-Diktatur angenommen hätte! Das wäre ein Endlos-Thema für Sie!)
        Aber seinen Vornamen (angeblich) ergänzen, wäre natürlich – Schreck laß nach! – ganz fürchterlich (einen belastbaren Beweis bleiben Sie zudem immer noch schuldig, Ihnen fällt nach wie vor als Quelle nur Engelmann ein), hingegen mit einer Diktatur kooperieren erscheint als eine zu vernachlässigende Angelegenheit, wozu Ihnen dann nur noch die sinnlose Frage nach einem Gerichtsurteil als Gegenargument einfällt.
        Ich bin nicht bereit, weiter mit Ihnen über diese Causa zu diskutieren, zumal Landrat „Franz Strauß“ auch kein Argument ist, da es auch sein könnte (was jedermanns gutes Recht ist), auf den Zweitnamen zu verzichten – und ihn später wieder anfügen. Das könne jeder halten wie ein Dachdecker – so oder anders herum.
        Ich verschwende für das Thema keine Zeit mehr.
        Freundlichen Gruß und Gottes Segen!
        Felizitas Küble

        Gefällt mir

      • Markus Michael WOLF sagt:

        Ich füge noch hinzu, dass die Gegner des Strauss andere Vorwürfe gegen Strauss erhoben.
        Die Sache mit dem zweiten Vornamen „Josef“ erschien den gegnern relativ unwichtig und mir ist es an sich auch egal, meinetwegen hätte sich Strauss auch Hyronimus von Gallenstein nennen können.
        Ich habe die Sache mit dem Namen „Josef“ nur der VOLLSTÄNDIGKEIT und der TATSACHE halber angegeben, auch weil diese Tatsache weitgehend unbekannt ist.

        Freundlichen Gruss und Gottes Segen

        Gefällt mir

  3. Christoph sagt:

    Kommentator F.M.:
    Meines Wissens gab es für die evangelische Kirche schon vorher eine diesbezügliche Vereinbarung mit dem Staat. Die Verhandlungen mit der katholischen Kirche begannen bereits zur Zeit der Weimarer Republik, ohne daß es zu einem Vertragsabschluß kam. Zum damaligen Zeitgeschehen gehört auch, daß die deutschen Katholiken im Gegensatz zum den Alltag dominierenden Staatsprotestantismus Ende des 19.Jahrhunderts eine verfemte Religionsgemeinschaft waren, sichtbar geworden im damaligen Kulturkampf.
    Zudem möchte nicht wisssen, wo Sie damals gestanden hätten, der Sie diese Zeit wohl nur vom Hörensagen kennen. Ihr Statement entspricht so echt und recht dem heutigen Mainstream, der ja den Beweis für sein Verhalten unter den damaligen Verhältnissen nicht zu erbringen hat. Sie erinnern mich eher an die toten Fische, die mit dem Strom schwimmen, als daß ich Sie mir als aktiven Widerständler vorstellen könnte.

    Gefällt mir

  4. Hans-Michael Müller sagt:

    Liebe Frau Küble,
    und welchen Anteil hatten die (innerhalb und außerhalb Deutschlands) einflussreichen Juden nach dem Krieg, deutsche Widerständler / deutschen Widerstand nicht öffentlich werden zu lassen?
    Das Beispiel von General Groppe (bis auf den heutigen Tag!) mag dafür stehen, dass man generalisierend ein ganzes Volk in einen Topf werfen wollte, um über Schuldgefühle möglichts viel – auch materiell – herauszuschlagen. Wiedergutmachung – soweit überhaupt möglich! – o.k. …
    Aber ein deutscher General (und dazu mit Verbindung zu Papst Pius XII.) als anerkannter Helfer und Beschützer jüdischer Bürger … das konnte nicht sein, weil es nicht sein durfte!
    „Kleine Leute“ als Beschützer jüdischer Mitmenschen, ja, aber ein deutscher General und von den Nazis wegen seines mutigen Eintretens für Juden und christliche Werte von höchster Stelle zur Liquidation freigegeben … das passt nicht in das vom offiziellen Israel geprägte Bild über „die“ Deutschen … M.f.G. Ihr Müller

    Gefällt mir

    • Lieber Herr Müller,
      daß der katholische General Theodor Groppe, der Juden im Saarland rettete, indem er Schießbefehl gegen NS-Judenverfolger erteilte, bislang nicht von Israel geehrt wurde, bedauere ich ebenfalls. Dieser mutige Mann müßte tatsächlich viel bekannter werden – ich habe bereits vor Jahrzehnten in unserem KOMM-MIT-Jugendkalender ausführlich über ihn geschrieben, danach eine Broschüre und ein Buch über diesen glaubensstarken Helden tausendfach verbreitet. Sie haben sich ebenfalls stark engagiert im Andenken an General Groppe.
      Ich bin seit einiger Zeit mit einem jüdischen Künstler und Wissenschaftler im Kontakt, der sich sehr für das Schicksal dieses Generals interessiert. Es ist bei diesem Thema noch nicht aller Tage Abend.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

      Gefällt mir

      • Holger Jahndel sagt:

        @Felizitas Küble:

        Siehe eben auch den jüdischen Historiker Pinchas Lapide als Anti-Hochhuth gegen dessen unhistorische Falsch-Behauptungen usw.
        Und auch aktuell den Historiker Götz Aly zur Euthanasie im 3. Reich und der NS-Rasse-Ideologie u. Ermordung behinderter Menschen. Das sozialdarwinistische und aggressive NS-Weltbild des faschistischen Nationalsozialismus und seine unwissenschaftliche Rasse-Ideologie waren nicht von christlichem Geist geprägt und ausgehend, sondern durch und durch heidnisch-germanisch. Auch der gesamte Gedanke vom Herrenmenschen- und Ariertum usw.
        Erwähnenswert vielleich auch noch neben den Büchern von Götz Aly als Historiker:
        Die Belasteten: ›Euthanasie‹ 1939-1945. Eine Gesellschaftsgeschichte (Die Zeit des Nationalsozialismus) von Götz Aly
        Hitlers Volksstaat: Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus (Die Zeit des Nationalsozialismus)1. August 2006 von Götz Aly
        Die letzte Schlacht des 2. Weltkrieges – Widerständler gegen NS-Staat und Waffen SS
        auch im katholischen Österreich und in Tirol, wo schon immer Kritik am Nationalsozialismus und den Nazis geübt wurde, siehe dazu auch die Bücher von Gerhoch Reisegger usw.:
        Schlacht von Schloss Itter
        Als Wehrmacht und Amerikaner gemeinsam gegen die SS kämpften
        Verkehrte Welt: Anfang Mai 1945 kämpften GIs und Wehrmachtssoldaten Seite an Seite. Ihr Gegner: die Waffen-SS. Auf einer mittelalterlichen Burg kam es zum Showdown – in bester Westernmanier.

        http://www.spiegel.de/einestages/schlacht-von-itter-1945-amerikaner-und-wehrmacht-gegen-ss-a-1018702.html

        Sächsische Stammeskrieger haben bereits lange vor Karl dem Großen Grenzverletzungen begangen und die sächsischen Grenzen überschritten und friedliebende christliche fränkische Bauern überfallen und geraubt und gemordet und gebrandschatzt. Es waren also die aggressiven germanischen Sachsen mit ihrem Kriegsgott Odin/Wotan, welche mit den Angriffen und Aggressionen und Grenzverletzungen gegen die Franken und fränkischen Bauern und die fränkischen Grenzorte begannen.
        Zudem gab es immer wieder sächsische und auch friesische Piraten-Überfälle im Nordseeraum etwa auf die britischen Inseln und die christlich gewordenen britischen Angelsachsen und iro-keltischen bzw. iro-schottischen christlichen Briten.
        Man sollte auch in dieser Hinsicht bei der historischen Wahrheit bleiben. Die meisten außer-skandinavischen germanischen Stämme wurden freiwillig christlich, nicht durch Zwang. Wenn sie auch meistens Arianer waren und der arianischen Konfession nach Arius angehörten. Abgesehen von den Franken und später auch den meisten Westgoten und den Langobarden. Siehe auch Wulfila als Goten-Bischof und Arianer. Ganz zu schweigen von den ganzen blutigen jahrhundertelangen Wikinger-Überfällen der skandinavischen heidnischen Germanen-Stämme mit ihrem aggressiven und beschränkten Kriegsgott Odin bzw. Wotan. Auf den sich keineswegs zufällig und keineswegs grundlos die ebenfalls heidnischen Nationalsozialisten und viele Freimaurer beriefen und als rassistische Faschisten bzw. Rassisten mit ihrem ideologischen unwissenschaftlichen irrationalen Rasse-Wahn und aggressiven Rasse-Hochmut und Rasse-Stolz und Sozialdarwinismus und Raubtierkapitalismus und aggressivem Kriegertum und Nazismus und Neo-Nazismus auch noch heute berufen. Siehe auch die Ukraine usw.
        Auch der Nazi-Diktator Adolf Hitler berief sich auf die Wikinger-Sagas mit ihrer Blutrache und ihrer Ermordung auch kleiner Kinder und ganzer Familien als Vorbild, als er auch die Familien der Verschwörer und Putschisten um Stauffenberg allesamt hinrichten lassen wollte.
        Sein Sozialdarwinismus und Rassismus und Rasse-Stolz und Rassewahn und aggressiver Angriffskrieg war in der Tat Ur-Germanisch. Der germanische EGO und der germanische Egoismus und Eogozentrismus und die germanische Egomanie eben mal wieder. Der germanische Rassen-Stolz und Rasse-Hochmut und gewalttätiges und unterdrückerisches und ausbeuterisches germanisches Herrentum und Herrenmenschen-Denken. Der Nationalsozialismus entsprach durchaus konsequent heidnischem Geist.
        Der Psychologe C.G. Jung mit seiner Theorie des „kollektiven Unterbewusstseins der Menschheit“ und des „kollektiv Unbewussten“ einer jeweiligen Gesellschaft bzw. eines Kultur-Kreises und seiner Archetypen-Lehre verglich keineswegs grundlos und keineswegs unberechtigt und falsch den Nationalsozialismus und totalitären aggressiven NS-Faschismus und den Islam nach Mohammed mit Koran und heiligen Krieg und Sharia und Dhimmi-System und Ermordung und Unterdrückung der Andersgläubigen miteinander.
        Siehe dazu auch den Alt-Historiker Egon Flaig und den Inder Jaya Gopal und sein Buch „Gabriels Einflüsterungen“ und den Historiker und National-Ökonom bzw. Volkswirt Prof. Gustav Ruhland. http://www.vergessene-buecher.de Siehe speziell eben zum Islam…!
        Man sollte auch nicht vergessen: Auch noch bzw. schon bei den heidnischen germanischen Sachsen mit ihren Kriegsgottheiten und Krieger-Göttern gab es Menschenopfer. Und Infantizid, wie auch bei den Spartanern Griechenlands und den polytheistischen vor-islamischen heidnischen Arabern, wobei unerwünschte Babys bzw. Säuglinge einfach getötet bzw. ausgesetzt wurden. Dieser Säuglings- und Kindesmord hörte erst mit der Christianisierung auf, zuletzt praktizierten ihn noch die heidnischen Germanen-Stämme und Wikinger auf Island.
        Schon die Römer berichteten über Menschenopfer bei den polytheistischen heidnischen Germanen. Deren Recht häufig den Zweikampf zur Urteilsfindung vorsah, also das „Recht des Stärkeren“. Odin war ein heidnischer Kriegsgott, und das Rasse-Denken und das Recht des biologisch Stärkeren war in der Tat bei den Germanen und Wikingern tief verwurzelt und ist es teilweise noch immer.
        Odin war ein saturnischer Gott, wie auch der Allah des Islam mit seiner Mond-Sichel es ist.
        Noch heute gibt es bei vielen Indern bzw. Hindhus die Unsitte, unerwünschte als minderwertig betrachtete weibliche Nachkommen einfach zu töten. Wie auch bei den Römern. (ganz abgesehen vom ungerechten Kasten-System des Hinduismus mit den unterdrückten und ausgebeuteten Parias als Kastenlosen und der Sklaverei und den Gladiatoren-Spielen in der Antike und der Pädophilie und Knabenschändung usw. usw..
        Es war das Christentum, das erstmals damit aufräumte. Es war erst das Christentum, das den Säuglingsmord und die Kindstötung endgültig beendete. Es war erst das Christentum, welches das Blut- und Boden-Denken und den Kindesmord an unerwünschten Nachkommen und das ewig aggressive germanische Kriegertum beendete. Und auch den Zins-Wucher mit Wucher-Zinsen bzw. wucherischer Zins-Nahme beendete oder einschränkte oder eine sozial gerechte Wirtschaftsform erdachte und organisierte usw.
        Siehe auch Professor Bernd Senf aus Berlin als Volkswirt im Ruhestand zum entwurzelnden und entwurzelten und Gewalt-Problem als Gewalt-Geschichte der Menschheit usw.
        Siehe dazu seine Website nach Wilhelm Reich und James DeMeo und Viktor Schauberger und Prof. Fritz-Albert Popp und seinen Biophotonen und der Biophotonenforschung usw.

        Zeit-Fragen > 2012 > Nr.25 vom 11.6.2012 > Möchten Sie zu «Schule und Bildung» eine kleine neurolinguistische Seelenmassage?
        Möchten Sie zu «Schule und Bildung» eine kleine neurolinguistische Seelenmassage?
        Angriffsziel Schule und Kirche

        von Dr. phil. Judith Barben, Psychologin

        https://www.zeit-fragen.ch/de/ausgaben/2012/nr25-vom-1162012/moechten-sie-zu-schule-und-bildung-eine-kleine-neurolinguistische-seelenmassage.html

        Gefällt mir

  5. Holger Jahndel sagt:

    Europas christlich-jüdische Kultur
    31. März 2018 // 37 Kommentare

    Das heutige Europa ist kukturell christlich-jüdisch geprägt. Natürlich hat das Christentum auch viele Tücken, vor allem, wenn es sich mit dem Staat einlässt. Der Autor […]

    http://www.geolitico.de/2018/03/31/20081/

    Das Rätsel der Auferstehung
    1. April 2018 // 61 Kommentare

    Der vermeintliche Tod des Lazarus und seine Auferweckung durch Jesus Christus sind für das Ostergeschehen von zentraler Bedeutung. Versuch einer Erklärung. „Diese […]

    http://www.geolitico.de/2018/04/01/das-raetsel-der-auferstehung/

    Gefällt mir

  6. M. E. sagt:

    Sehr geehrte Frau Küble,
    ich danke Ihnen – ganz ohne Ironie – für die Freischaltung meines Kommentars.
    Ihre Reaktion kann ich grundsätzlich nachvollziehen, da ich mich auf einer Skala von 1 (links[extrem]) – 10 (rechts[extrem]) bei ca. 4,25 verorte.
    Allerdings ist mir völlig schleierhaft, dass Sie mich aufgrund meiner ironischen Bemerkung jetzt als anti-jüdisch bzw. –israelisch einstufen und es war auch nicht meine Absicht, dass ich mich jetzt von Ihnen in eine Diskussion pro oder kontra Israel hineinziehen lasse, da ich Ihre Meinung nicht nur nachvollziehen, sondern sogar gutheißen kann, dass der vorwiegend, aber nicht ausschließlich aus dem linken Spektrum geäußerten Israelkritik entgegenzutreten ist.
    Vielleicht darf ich an dieser Stelle noch bemerken, dass die in der „Spiegel“-Kolumne „Der schwarze Kanal“ von Jan Fleischhauer geschriebenen Texte, sofern ein Israelbezug gegeben ist, mit steter Regelmäßigkeit von Israelkritikern verrissen werden. Ich würde nicht behaupten wollen, dass Jan Fleischhauer stolz darauf wäre, dem linken Spektrum zugerechnet zu werden. Ob er jetzt als „Feigenblatt“ angesehen wird, überlasse ich Ihnen.
    Nicht nachvollziehen kann ich aber, dass Israelfreundlichkeit fast ausschließlich dem konservativen Lager zugeschrieben wird.
    Da Sie ein Beispiel eines dezidiert israelfreundlichen aus dem Spektrum < 5, idealerweise von den Grünen, haben wollen, bitte sehr: – Volker Beck – https://www.mena-watch.com/israel-berichterstattung-volker-beck-kritisiert-irrefuehrende-ueberschriften/ sowie https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2017/09/22/deutsche-politiker-treffen-in-israel-meist-linke/. Ich gehe davon aus, dass diese beiden angegebenen Medien in Ihren Augen akzeptabel sind. Über die Parteinahme pro Israel seitens des angesprochenen Volker Beck zeigte sich übrigens auch der Ihnen nicht unbekannte, durch und durch konservative Herbert Nowitzky positiv überrascht, wie er in einem Kommentar (leider kenne ich den Titel des Beitrags nicht mehr) vor ca. anderthalb Jahren auf idea spektrum kundtat.
    Die meisten übrigen Aktivitäten des Herrn Beck gehen mir übrigens ebenso gegen den Strich.
    Ich muß Sie leider enttäuschen, ich war und bin kein Parteigänger von grün, blaß- oder dunkelrot und habe auch nicht vor einer zu werden. Allerdings war, bin und werde ich genausowenig einer von schwarz, gelb(-blau) oder gar ganz blau.
    Halten Sie die Verwendung von Suggestivfragen für sinnvoll? Wie dem auch sei: Solange Arafat die Einreise in die USA bis Ende der 80er Jahre verweigert wurde, kann die CSU ihn schon allein aus Gründen ihrer „raison d’être“ nicht eingeladen haben.
    Ich interpretiere Ihre diesbezügliche Frage so, dass Sie mir unterstellen, einseitig pro-Palästina zu sein. Dies weise ich auf das schärfste zurück!
    Da Sie an dieser Stelle den Verweis auf die Marienfigur gesetzt haben, erlaube ich mir die Frage zu stellen: Warum erst jetzt?
    Gute Besserung und freundliche Grüße,
    Matthias

    Gefällt mir

    • Guten Tag,
      hier ein paar kurze Hinweise und Klarstellungen zu Ihren Ausführungen:
      1. Sie sind nicht der erste kritische Kommentar, den ich freischalte, das ist bittschön hier die Regel und es handelt sich um mehrere tausend!
      2. Ich stufte Sie weder als antijüdisch noch als anti-israelisch ein (das sind Sie auch nicht, ist doch klar), sondern ich forderte Sie nur energisch dazu auf, die „Spiegel“-Problematik nicht weiter zu ignorieren (zumal es nicht der einzige Fall ist – ich erinnerte z.B. auch an STERN-Chef Nannen!) und keine einseitige Brille aufzusetzen.
      3. Aufschlußreich, daß gerade der liberal-konservative Fleischhauer im „Spiegel“ pro Israel schreibt – er hat sich doch seit langem von links verabschiedet und sogar ein satirisches Buch über sein 68er-Elternhaus geschrieben. Wenn ich mich recht erinnere, hat er sich kürzlich sogar gegen Abtreibung geäußert – also nun wahrlich kein typischer Spiegel-Redakteur, wie Sie wissen, sondern wohl eher eine Art halber Ersatz für den geschaßten Matussek.
      4. Stimmt, Volker Beck ist pro Israel und fällt insofern völlig aus dem Rahmen der Parteilinie – das kann damit zu tun haben, daß Israel (sehr im Unterschied zu islamischen Staaten….) tolerant mit Homos umgeht.
      5. Es scheint Ihnen entgangen zu sein, daß die folgenden beiden im Bundestag vertretenen Parteien am meisten pro Israel sind: CSU und AfD.
      Ach Schreck laß nach, stimmt aber!
      Die CSU hätte Arafat auch ohne NATO-Bindung niemals eingeladen, die CSU ist mindestens seit den 60er Jahren betont pro-israelisch – und Franz Josef Strauß war dies ganz besonders.
      6. Wie sollte ich vorher über diese Marienfigur schreiben, wenn das Thema erst jetzt öffentlich wird (was nicht meine Schuld ist!) und das Domkapitel sich früher nie äußerte?! – Sobald dies aber der Fall war, habe ich das sofort thematisiert – und zwar mit klarer Stoßrichtung.
      7. Ich habe auch gar nicht behauptet, der Antizionismus sei ausschließlich eine linke Sache, aber weitgehend sehr wohl, vor allem zahlenmäßig gesehen. Wer von rechts ist denn gegen Israel? – Nur die Rechtsextremen von der NDP und paar weitere Randständige. Juden wissen längst um den roten Antisemitismus (fragen Sie mal bei Broder nach).
      Übrigens war Karl Marx auch durch judenfeindliche Äußerungen aufgefallen (böse Juden = böse Kapitalisten) – dies als kleine Anmerkung zum Marx-Jahr.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

      Gefällt mir

  7. F. M. sagt:

    Ganz allgemein gesprochen, Nazis in hohen und höchsten Positionen (der Kommentator der Nürnberger Rassegesetze war die rechte Hand des Bundeskanzlers, das war so, als wäre Frau Wagenknecht oder Herr Lafontaine Kanzleramtsminister) wurden damals nicht nur toleriert, sondern aktiv geschützt, ja gefördert.

    Man denke nur einmal daran, wie lange der hessische Generalstaatsanwalt arbeiten musste, um im ersten Auschwitz-Prozess die Anklagen verlesen zu können. Das dauerte zwanzig Jahre und als er einen Protagonisten des NS-Verbrechens ausfindig gemacht hatte, wagte er nicht, ihn den deutschen Behörden zu pbergeben, weil er befürchten musste, dass der Mann völlig straffrei davon käme.
    Dass einzelne Naziverbrecher erst heute angeklagt werden konnten, zeigt ganz deutlich, dass damals kaum ein Verantwortlicher grösseres Interesse daran hatte, Verbrechen und
    Verbrecher des Dritten Reiches ausfindig zu machen und einem recht,ässigen Prozess zuzuführen.
    Wie schnell das gehen kann, wenn alle Kräfte der Justiz zusammen wirken, haben die Prozesse gegen die Verbrechen aus DDR-Zeiten gezeigt. Da wurde sofort begonnen zu ermitteln, es wurde angeklagt und verurteilt. Gut so!
    Aber nach dem 8. Mai 1945 geschah fast zwanzig Jahre einmal gar nichts. Und dann kamen die 68er. Auch gut.

    PS: Die bösen Bomber der Aliierten, deren Kampf hier so heftig beklagt wird, wären wohl niemals geflogen gekommen, wenn die Luftwaffe zum Beispiel Coventry nicht …. aber das wollen Sie alles gar nicht hören.

    Gefällt mir

    • Guten Tag,
      unterlassen Sie Ihre polemischen Attacken, wie aus dem „PS“ ersichtlich: „Hier“ (also im CHRISTLICHEN FORUM) würden „die bösen Bomber der Alliierten“ so „heftig beklagt“ – welchen Artikel können Sie als Beleg liefern? – Und falls Sie irgendeinen Leserkommentar meinen: Gehts noch (lächerlicher)?
      Zudem war z.B. die Zerstörung Dresdens tatsächlich ein Kriegsverbrechen an Zivilisten, daran ändert Coventry nichts, weil späteres Unrecht durch früheres Unrecht nicht gerechtfertigt wird.
      Daß Adenauer ein Verfolgter der NS-Diktatur war, hat sich bis zu Ihnen herumgesprochen?
      Was man z.B. vom SPIEGEL-Gründer Rudolf Augstein nicht sagen kann (der seine Redaktion gerne mit tiefbraunen Nazis l e i t e n d besetzte).
      Haha, erst lief keine Vergangenheits-Aufarbeitung, behaupten Sie, dann kamen die 68er und Sie schreiben: „auch gut“.
      Auch schlecht, denn gerade die 68er waren größtenteils antizionistisch und israelfeindlich bis in die Knochen – und damit judenfeindlich.
      Wo wurde die aus dem radikalen 68er Flügel hervorgegangene RAF ausgebildet? – Ach ja: bei der PLO, das paßt.
      Ich bin übrigens nicht bereit, mich weiter zeitraubend mit unsinnigen Attacken von Ihnen auseinanderzusetzen, ich arbeite hier am CF komplett ehrenamtlich und bin zudem grippekrank. Informieren Sie sich erst besser, bevor Sie dümmliche Rundumschläge loslassen.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

      Gefällt mir

    • Hier nur eine kurze Anmerkung zu der üblen Anschuldigung gegen Hans Josef Maria Globke (*1898). Globke war schon vor der Machtübernahme der National-Sozialisten Verwaltungsjurist im preußischen und im Reichsinnenministerium. Als Kommentator – und eben nicht Urheber – der national-sozialistischen Rassegesetze – kann der Mittdreißiger kaum als „Nazi in hohen und höchsten Positionen“ eingeordnet werden.

      Bezeichnenderweise hatten zu der Zeit, da Globke als Staatssekretär des Kanzleramtes hoch geschätzt wurde, jüdische und israelische Kreise nichts gegen ihn. Wohl suchte der haßerfüllte Hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer Zeit seines Lebens Globke mit einem Prozess zu überziehen – bis zu seinem Selbstmord 1968.

      Praktisch nicht bekannt, aber für Globkes charakterliche Einschätzung nicht unwichtig ist die Tatsache, daß Globke im letzten Jahrzehnt seines Lebens großen Anteil an der Neugründung der ursprünglich 1914 von Johannes Lepsius gegründeten Deutsch-Armenischen Gesellschaft hatte, deren Mitglied er auch selbst wurde. Wenn man die Situation der 1960er Jahre bedenkt, in denen aus Rücksicht auf die Türkei über den Völkermord an den Armeniern möglichst nicht geredet wurde, war das eine bemerkenswerte Tat des alten Globke.

      Gefällt mir

  8. Jorge sagt:

    Werner verwechselt hier Weißwäscherei mit Erinnerungskultur. Natürlich wurden ehemals Verfolgte als Personen mit weißer Weste in Führungspositionen gedrängt und Widerständler als Identifikationsfiguren hochgejubelt. Die Masse der Männer aus Eduard Werners Generation hatten aber in der Nazizeit gar nichts gegen die Nationalsozialisten gehabt und schon gar nichts gegen sie unternommen, auch nicht im rechtskatholischen Bayern. Das konnte man nach dem Krieg dann gut verdrängen, indem man sich mit „Helden und Heiligen“ identifizierte und deren Legenden ausdichtete, während man über die eigenen Verwicklungen lieber schwieg. Altnazis waren beim „Aufbau“ der Bundesrepublik allgegenwärtig und maßgebend. Hinter den Kulissen haben die natürlich auch gegen Naziopfer gehetzt und sie diskreditiert und benachteiligt, wo sie nur konnten. Auf Zustimmung im Volk, das ja großteils aus Ex-Nazis bestand, konnte man sich verlassen.

    Auch in der Kirche lief das nicht anders, das beängstigende Beispiel Regensburg nennt Werner ja selber. Da musse der tote Dompfarrer als Alibi herhalten, während diejenigen im Klerus, die ihn in der Nazizeit geschnitten und denunziert hatten, in Amt und Würden blieben oder auch erst kamen. Ihre Westen im Licht des angeblichen kirchlichen „Widerstands“ ausbleichten. Dass ausgerechnet in Regensburg lange nach dem Krieg ein unbelehrbarer NS-Freund wie Graber Bischof wurde, ist ja weißgott kein Zufall.

    Gefällt mir

    • Guten Tag,
      hallo, Herr Aufklärer, sind Sie vielleicht auf einem Auge blind?
      Zunächst: Sie schreiben, Altnazis seien beim Aufbau der Bundesrepublik „allgegenwärtig und maßgebend“ gewesen. Abgesehen davon, daß diese Übertreibung in Dr. Werners Artikel faktenstark widerlegt wird, waren Altnazis, sogar hochrangige, vor allem beim linken „Spiegel“ sehr beliebt und von Rudolf Augstein in führende Redaktionsposten gesetzt worden: http://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/die-braune-vergangenheit-des-spiegel/
      Augstein hat sich übrigens bis zuletzt durch israelfeindliche Polemik hervorgetan. Das jüdische Simon-Wiesenthal-Center setzte einen seiner Ausfälle im 2012 auf Platz 9 seiner „Top Ten Anti-Semitic/Anti-Israel Slurs“. Der Vorsitzende der Anti-Defamation-League (ADL), Ken Jacobsen, erklärte: „Augsteins Kommentar über die jüdische Kontrolle der US-Außenpolitik überschreitet die Grenze zu antisemitischen Verschwörungstheorien.“
      Die NS-belastete Vergangenheit des STERN-Gründers Henry Nannen (ebenso bei weiteren linken Autoren wie z.B. Luise Rinser, Frau Dr. Riemek oder Günter Grass) ist auch nix Neues: erst braun, dann rot!
      Unterlassen Sie Ihre verleumderische Bezeichnung von Bischof Graber als „unbelehrbarer“ NS-Freund. Damit entsteht der falsche Eindruck, als habe er noch nach der NS-Diktatur „unbelehrbar“ NS-Sympathien vertreten. Davon kann keine Rede sein.
      Er hat zwar zu Beginn der NS-Zeit eine völlig angepaßte, unmögliche Rede gehalten, später hielt er sich aber zurück. Wäre er aktiv in den NS-Staat verstrickt gewesen, wäre er gar ein „Unbelehrbarer“, dann hätte er nicht unter der rot-gelben Schmidt-Regierung 1973 das Bundesverdienstkreuz angeboten bekommen (er hat es abgelehnt wg. des §218).
      Übrigens bestand unser Volk keineswegs „größtenteils aus Ex-Nazis“. Die NSDAP hat bei freien Wahlen nie eine Mehrheit erhalten – und über eine Million Deutsche waren in KZs oder im Knast (das las ich beim jüdischen Autor Prof. Alfred Grosser).
      Sie meinen vielleicht, durch polemisches Einprügeln auf Kirche und auf Deutsche in einem besonderen moralischen Licht dazuzustehen? – Fairneß und Sachlichkeit können dann vernachlässigt werden?!
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

      Gefällt mir

      • M. E. sagt:

        Sehr geehrte Frau Küble,
        Ihnen ist da wohl ein Fehler unterlaufen: Wenn Sie schon Ihre unübersehbare Abneigung gegenüber dem „Spiegel“ kundtun, dann sollte Ihnen bewußt sein, dass Rudolf Augstein – Begründer des „Spiegel“, bereits 2002 gestorben ist. Der Augstein, der in die von Ihnen angeführte Liste 2012 aufgenommen wurde, heißt Jakob. So viel Fairneß sollte dann ebenso sein.
        Matthias

        Gefällt mir

      • Guten Tag,
        recht schönen Dank für Ihren Hinweis. Sie haben recht mit der Namensverwechslung – es geht speziell hinsichtlich der Antisemitismus-Liste um Jakob Augstein, freilich macht es doch die Sache noch schlimmer, wenn also Jakob Augstein, der jetzige SPIEGEL-Miteigentümer und Sohnemann von Rudolf Augstein genauso (oder noch schlimmer?) tickt als sein (rechtl.) Vater. Da bleibt anscheinend alles in der Familie – auch die Allergie gegen Juden.
        Näheres über RUDOLF Augsteins antisemitische Ausfälle hier: https://lizaswelt.net/2007/01/05/augstein-um-augstein/
        Interessant, daß Sie meine „Abneigung“ gegenüber dem „Spiegel“ nur ironisch zu kommentieren vermögen – offenbar scheint es Ihnen egal zu sein, welch tiefbraunen Hintergründe der „Spiegel“ zu bieten hat – und noch verwerflicher: mit welcher fatalen Kontinuität!
        Aber soviel blinde Einseitigkeit, dies Problem zu ignorieren, muß im linken Lager natürlich sein.
        Rein nebenbei:
        Hier im CHRISTLICHEN FORUM wurde noch vor wenigen Tagen kritisch über eine anti-judaistische Marienfigur im Dom von Münster berichtet: https://charismatismus.wordpress.com/2018/04/08/muenster-kirchenleitung-distanziert-sich-von-antijudaistischer-marienfigur-im-dom/
        Eine Statue aus dem Mittelalter bittschön, während von links (darunter „Spiegel“) hier und heute gegen Israel und Juden polemisiert wird.
        Sie können sich jedwede Sorgen um unsere diesbezügliche Haltung abschminken: im CHRISTLICHEN FORUM wurden bislang 1270 pro-jüdische bzw. pro Israelische Artikel veröffentlicht.
        Nun lassen Sie uns doch wissen, wo es dergleichen in Ihrem linken Spektrum gibt….??? Ich warte dringend auf ein einziges Beispiel !
        Gerade bei Linken und Grünen ist der Antizionismus besonders stark verbreitet (weitaus mehr als im „bürgerlichen Lager“ oder bei den Konservativen).
        Oder wer hat den damaligen Erz-Terroristen Arafat in den 80er Jahren zum Parteitag eingeladen und Palästinensertücher geschwenkt? Die CSU oder die Grünen? Ach ja: die Frage stellen heißt sie beantworten.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

        Gefällt mir

  9. Ich höre seit den spätern 1960ern dieses Gerede, in den 1950er und 1960er Jahren habe es ein Schweigen über die NS-Verbrechen und den Widerstand gegen sie gegeben. Das widerspricht meiner (Jahrgang 1943) Erinnerung. In meiner gymnasialen Schulzeit wurde darüber in aller Klarheit geredet, allerdings noch nicht in der später modisch gewordenen indoktrinierenden Weise, nämlich mit im Gespräch mit Leuten, die alles – und zwar auch den Alltag dieser Zeit – noch selbst erlebt und gesehen haben. Mir scheint, gewisse Kreise verübeln es dieser Generation, daß sie nach dem Krieg so erfolgreich Deutschland wieder aufgebaut hat.

    Gefällt mir

    • F. M. sagt:

      Habe, in badischen und bayerischen Gymnasien, das genaue Gegenteil erlebt. Wir haben niemals in unerer Schulzeit (ab Mitte der fünziger Jahre bis ca. 1970) auch nur ein Sterbenswörtchen über deutsche Geschichte nach 1933 und vor 1945 gehört.
      Selbst wenn diese Zeit im Lehrplan stand, wussten es unsere Lehrer so einzurichten, dass mit Ablauf des Jahres 1932 auch das Schuljahr abgelaufen war und Schluss war mit dem Geschichtsunterricht.
      Noch nicht einmal über den 20. Juli 1944 wurde ein Wort verloren, als wäre dies eine Schandtat gewesen, die man vergessen machen wollte.
      An was ich mich dagegen sehr lebendig erinnere, waren die Warnungen unserer Lehrer, vor der allzu grossen „Belastung“ neu erlangter Freiheiten. Diese wären ein zartes, empfindliches Pflänzchen, das man sm besten in Ruhe lasse. So ging es bis in die Studienzeit an meiner Alma Mater hinein.

      Gefällt mir

    • Holger Jahndel sagt:

      @Dr. Christoph Heger:

      Michael Hesemann, Historiker und Autor
      Offizielle Homepage

      http://michaelhesemann.info/11_3.html

      16.10.1943 – Die Stunde des Papstes
      Deutscher General bricht sein Schweigen: Wie Pius XII. die Juden Roms rettete
      Von Michael Hesemann

      In den frühen Morgenstunden des 16. Oktober 1943 verhaftete die SS 1259 der 8000 Juden Roms. Dann endeten die Deportationen plötzlich. Was war geschehen? Diese Frage wurde lange von Historikern kontrovers diskutiert. Jetzt verschafft die Aussage eines deutschen Wehrmacht-Generals Klarheit.

      Mindestens seit dem 2. Jh. v.Chr. leben Juden in Rom, ihre Gemeinde gilt als die Älteste auf dem europäischen Kontinent. Doch nie in ihrer bewegten 2000jährigen Geschichte schwebten sie in so großer Gefahr wie in den neun Monaten der deutschen Besatzung, zwischen September 1943 und Juni 1944. Dabei wogen sie sich zunächst in trügerischer Sicherheit.

      Am 16. September 1943, eine Woche nach der Einnahme Roms durch deutsche Truppen, hatte der Reichsführer der SS, Heinrich Himmler, die Deportation der geschätzt 56.000 italienischen Juden befohlen, von denen ca. 8000 in Rom lebten. Wahrscheinlich durch einen Kontaktmann in der deutschen Abwehr erfuhr auch der Vatikan von den Plänen, wie aus der Note des Staatssekretariats vom 17. September, „Befürchtete Maßnahmen gegen die Juden Italiens“, hervorgeht. Pius XII. ordnete an, schnell zu handeln. Gleich am nächsten Tag stellte das Staatssekretariat fest: „Die Juden Roms sind alarmiert“. Jenen, die gerade aus Frankreich nach Rom geflüchtet waren, wurde dringendst empfohlen, die Stadt zu verlassen. Die jüdischen Römer aber fühlten sich sicher. Sie hielten es für praktisch ausgeschlossen, dass die Nazis in der Stadt des Papstes zuschlagen würden. So bat, wie die Akten des vatikanischen Staatssekretariates zeigen, gerade einmal eine einzige jüdische Familie am 1. Oktober 1943 um Unterschlupf in einem Nonnenkloster an der Via Garibaldi, ein Gesuch, dem Papst Pius XII. persönlich stattgab.

      Diese falsche Sicherheit verstärkte sich, als der SS-Kommandant in Rom, Obersturmbannführer Herbert Kappler, am 26. September die beiden Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde, Ugo Foá und Dante Almansi, in seine Residenz in der Villa Wolkonsky bestellte. Dort teilte er ihnen mit, dass Deportationen geplant seien, bot ihnen aber die Möglichkeit an, sich freizukaufen. Würde es ihnen in den nächsten 24 Stunden gelingen, 50 Kilogramm Gold bei ihm abzuliefern, würden sie unbehelligt bleiben. Doch trotz größter Anstrengungen schafften sie es zunächst nur, 35 kg zu sammeln. Also wandte sich der Oberrabbiner von Rom, Israel Zolli, hilfesuchend an den Papst. Sofort sagte Pius XII. zu, den Juden das Gold zu leihen und gab Anweisung, das Nötige in den Weg zu leiten. Kurz darauf vermerkte Comm. Ing. Bernadino Nogara, Chef des Vatikanischen Schatzamtes, Rabbi Zolli habe ihm mitgeteilt, die päpstliche Hilfeleistung würde nun doch nicht gebraucht; die fehlenden 15 Kilo seien bereits „von katholischen Gemeinden“ zur Verfügung gestellt worden. Als Kappler das Gold entgegennahm, versicherte er den Juden, sie seien jetzt sicher. So blieben sie untätig. Sie schöpften weder Verdacht, als der SS-Kommandant nur einen Tag nach der Goldübergabe die jüdischen Gemeinderäume durchsuchen und die Adresskartei ihrer Mitglieder beschlagnahmen ließ, noch als am 6. Oktober eine Eliteeinheit aus 365 Männern der Waffen-SS unter Kommando des SS-Hauptsturmführers Theodor Dannecker in Rom eintraf. Er war als Adolf Eichmanns „Mann fürs Grobe“ bekannt und bereits in Paris dafür eingesetzt worden, die französischen Juden nach Auschwitz zu deportieren. Das SS-Kommando bezog Quartier in einem Hotel an der Piazza Bernini, um die römische „Judenaktion“ minutiös vorzubereiten.
      Das entging nicht der Deutschen Botschaft in Rom, die längst zum Sammelbecken für regimekritische Diplomaten geworden war. Als der deutsche Konsul Eitel Friedrich Möllhausen beim Reichsaußenministerium in Berlin um Aufklärung bat und Bedenken anmeldete, bestätigte Franz von Sonnleithner in einem Fernschreiben vom 9. Oktober im Auftrag von Reichsaußenminister von Ribbentrop, „dass aufgrund einer Führerweisung die 8000 in Rom lebenden Juden“ deportiert werden sollten und „nach Mauthausen (Oberdonau) als Geiseln gebracht“ würden“. Diese Angelegenheit aber sei „der SS zu überlassen.“

      DER VERHÄNGNISVOLLE 16. OKTOBER

      Als der Morgen des 16. Oktobers 1943 dämmerte, schlug die SS zu. Es war ein Samstag, ein regnerischer Herbsttag, und er sollte als Blut-Schabbat in die Geschichte der jüdischen Gemeinde Roms eingehen. Exakt um 5.30 Uhr drangen die 365 mit Maschinengewehren bewaffneten SS-Männer in die Häuser des Viertels um die römische Synagoge, des ehemaligen jüdischen Ghettos, ein. Mit Hilfe der vorbereiteten Listen durchkämmten sie der Reihe nach die Wohnungen und trieben alle Bewohner, die sie finden konnten, auf die Straße. Die Opfer der Razzia, genau 1259 Personen, wurden zunächst in das Collegio Militare auf dem gegenüberliegenden Lungotevere gebracht.

      Noch während der Aktion, gegen 6.30 Uhr, informierte eine Freundin die römische Prinzessin Enza Pignatelli-Aragona über die Verhaftungen, die wiederum sofort den Papst unterrichten wollte. Das erwies sich als schwierig, denn in Rom war noch Sperrstunde. Schließlich bat sie einen jungen Mitarbeiter der deutschen Botschaft, Karl Gustav Wollenweber, sie in seinem Dienstwagen in den Vatikan zu fahren. Dort wurde sie sofort zu Pius XII. vorgelassen, der gerade in seiner Privatkapelle die Morgenmesse beendet hatte. Bewegt lauschte er den Schilderungen der Prinzessin, wobei er immer wieder betonte, die SS habe doch versprochen, die Juden Roms zu verschonen. Dann handelte er, „sehr erregt und mit Tränen in den Augen“, wie sie sich später erinnerte. In ihrer Gegenwart rief er Kardinalstaatssekretär Maglione an, verlangte, den deutschen Vatikanbotschafter Ernst von Weizsäcker sofort in den Vatikan zu bestellen. Der Inhalt der folgenden Unterredung ist dokumentiert, da Maglione gleich danach ein schriftliches Protokoll anfertigte. Es widerlegt eindrucksvoll die nach dem Krieg von Weizsäcker verbreitete Version, er habe vergeblich versucht, den Papst zu einem Protest zu bewegen. Tatsächlich nämlich drohte Maglione im Namen des Papstes ein öffentliches „Wort des Missfallens“ an, „wenn die Dinge weitergehen sollten“. Von Weizsäcker dagegen warnte vor den „Konsequenzen, die ein Schritt des Heiligen Stuhls provozieren könnte. Die Direktiven kommen von höchster Stelle.“ Was er damit meinte, war auch im Vatikan Dank eines Kontaktes zur deutschen Abwehr längst bekannt: Adolf Hitler hatte dem Obersten SS-Kommandanten in Italien, General Karl Wolff, gerade persönlich den Befehl erteilt, den Vatikan zu besetzen und Pius XII. „zu seiner Sicherheit“ nach Deutschland oder Liechtenstein zu bringen.

      „Sollte sich der Heilige Stuhl dennoch (zu einem Protest) gezwungen sehen, würde er sich, was die Konsequenzen anbelangt, der göttlichen Vorsehung anvertrauen“, schmetterte Kardinal Maglione die subtile Drohung ab. Von Weizsäcker versprach, alles ihm Mögliche zu tun, um die Deportation zu stoppen. In einem weiteren Gespräch bekniete er auch den Papstvertrauten und Unterstaatssekretär Giovanni Battista Montini (den späteren Papst Paul VI.), auf keinen Fall öffentlich zu protestieren. Eine Äußerung des Papstes würde „nur bewirken, dass die Abtransporte erst recht durchgeführt werden.“ Er kenne die Reaktion der eigenen Leute nur zu gut, versicherte der deutsche Botschafter.

      Pius XII. wusste nur zu gut, wie zutreffend diese Warnung war. Als der Erzbischof von Utrecht, de Jong, gegen die Deportation der holländischen Juden protestierte, folgte die Vergeltung der Nazis umgehend: Jetzt wurden auch Katholiken jüdischer Abstammung in die Todeslager verfrachtet, sogar die Klöster durchsucht. Edith Stein war das prominenteste Opfer dieser Racheaktion, die auch den Papst damals überzeugte, dass ein öffentlicher Protest kein Weg war, um das Morden der Nazis zu stoppen.
      Doch an diesem 16. Oktober verließ sich Pius XII. nicht auf die vatikanische Diplomatie. Wahrscheinlich ahnte er, dass von Weizsäcker nur nach Berlin berichtete, was man dort hören wollte. Sein Widerstand, dessen er sich später rühmte, war so subtil, dass er wenig bewirkte und kaum Spuren hinterließ; allenfalls beschwichtigte er die Nazis, um eine Eskalation zu vermeiden. So schickte der Papst seinen Neffen, Prinz Carlo Pacelli, zu dem österreichischen Bischof Alois Hudal, dem Rektor der deutschen Nationalstiftung Santa Maria dell‘Anima. Hudal hatte sich schon früh um einen Dialog zwischen der Kirche und dem Nationalsozialismus bemüht und war deshalb im Vatikan zur persona non grata geworden. Doch jetzt nutzte man seine guten Kontakte zu den deutschen Besatzern, speziell zum Römischen Stadtkommandanten, Generalmajor Rainer Stahel. Im Beisein Pacellis diktierte Hudal einen Brief an Stahel, in dem er ausdrücklich vor einem Protest des Papstes warnte. Bei meinen Recherchen im Archiv der Anima gelang es mir im September 2011, eine mit der Inventarnummer 373 katalogisierte Aktennotiz des Bischofs ausfindig zu machen, die sowohl den Text dieses Briefes wie die Antwort des Generals enthielt. Ich veröffentliche sie an dieser Stelle zum ersten Mal im Original-Wortlaut:

      „Herrn Generalmajor Stahel
      Deutsches Kommando Rom:
      Ich darf hier eine sehr dringende Mitteilung anschließen. Eben berichtet mir eine hohe Vatikanische Stelle aus der unmittelbaren Umgebung des Heiligen Vaters, dass heute morgens die Verhaftungen von Juden italienischer Staatsangehörigkeit begonnen haben. Im Interesse des friedlichen Einvernehmens zwischen Vatikan und deutschem Militärkommando, bitte ich vielmals eine Ordre zu geben, dass in Rom und Umgebung diese Verhaftungen sofort eingestellt werden. Das deutsche Ansehen im Ausland fordert eine solche Massnahme und auch die Gefahr, dass der Papst öffentlich dagegen Stellung nehmen wird… (weshalb) diese Judenverfolgungen zu einem weiteren Dissens zwischen Vatikan und Reich führen würden.“

      Diesen Brief überbrachte Prinz Pacelli gemeinsam mit einem weiteren engen Vertrauten des Papstes, der mit dem General bereits persönlich bekannt war: Pater Pankratius Pfeiffer, der Generalobere der Salvatorianer. Pater Pfeiffer, der bei den Verfolgten des NS-Regimes nur als der „Engel von Rom“ bekannt war, versuchte schließlich noch in einem persönlichen Gespräch, Stahel davon zu überzeugen, dass die Deportationen gestoppt werden müssten.

      Und tatsächlich: Noch am selben Tag um genau 14.00 Uhr gab SS-Reichsführer Heinrich Himmler Befehl, die Verhaftungen der Juden „mit Rücksicht auf den besonderen Charakter Roms sofort einzustellen“.
      Doch was war geschehen? Hatte tatsächlich die päpstliche Intervention Erfolg gehabt, wie es die Verteidiger Pius XII. seitdem behaupten? Oder haben Pius-Gegner wie John Cornwell oder der deutsche Sozialpädagoge Klaus Kühlwein recht, wenn sie behaupten, die Razzia sei ohnehin bereits abgeschlossen gewesen, die SS habe aufgegeben, als sie statt der zuvor ermittelten 8000 nur 1259 Juden aufspüren konnte (auch wenn die SS nicht gerade für ihre Nachlässigkeit bekannt war).

      Einen ersten Hinweis gab Lt. Dr. Nikolaus Kunkel , der damals als junger Ordonnanzoffizier bei Generalmajor Stahel diente, im November 2000 in einem Interview mit der KNA. Danach schickte General Stahel seinen Adjutanten zunächst mit einem versiegelten Brief zu Ernst von Weizsäcker; wahrscheinlich dem Hudal-Brief, der nachweisbar noch am selben Tag an das Außenamt in der Berliner Wilhelmstrasse telegrafiert wurde; Ribbentrop leitete ihn am 23. Oktober an den Organisator der „Endlösung“, Adolf Eichmann, im Reichssicherheitshauptamt weiter. In seinem Begleitbrief, so Kunkel, bat Stahel den Botschafter, sich in Berlin für einen Stopp der „Judenaktion“ einzusetzen. Von Weizsäcker ließ Kunkel in seinem Vorzimmer warten. Als er zurückkehrte, hatte er den Brief wieder in der Hand. „Bitte geben Sie ihn dem General zurück“, erklärte er dem Adjutanten, „ich bedaure, dass ich in dieser Angelegenheit leider nicht nützlich sein kann.“ Als Kunkel davon berichtete, verlangte der Generalmajor von seinem Vorzimmer im Hotel Flora an der Via Veneto eine Direktverbindung mit Heinrich Himmler. Der Inhalt des Gespräches mit dem Reichsführer blieb lange ein Geheimnis. Nur eines war sicher: es schadete Stahels Karriere. Nur zwei Wochen später wurde er trotz gesundheitlicher Probleme am 30. Oktober mit sofortiger Wirkung an die Ostfront versetzt. Bei der Verteidigung Warschaus geriet er in russische Gefangenschaft. Nach russischen Quellen verstarb er 1952 in einem Gefängnis in Vladimir östlich von Moskau, nach anderen Berichten 1955 im Kriegsgefangenenlager von Woikowo.

      Doch dann löste ein Historiker des Vatikans das Rätsel. Pater Peter Gumpel, S.J., der Geschichte an der Päpstlichen Universität Gregoriana lehrte, leitete jahrzehntelang als Relator (Untersuchungsrichter) den Seligsprechungsprozess Pius XII., dessen „Heroischer Tugendgrad“ im Dezember 2009 von Papst Benedikt XVI. bestätigt wurde. Im Verlauf seiner Ermittlungen gelang es ihm, einen Kronzeugen für diese Episode ausfindig zu machen.

      Dietrich Beelitz, später zum Generalmajor befördert, diente damals als Oberst im Generalstab von Generalfeldmarschall Albert Kesselring, dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht in Italien. Als solcher war er Zeuge, als sich Stahel nach Erhalt seines Versetzungsbefehls verabschiedete. Beelitz lebte nach dem Krieg ziemlich zurückgezogen, dachte nie daran, seine Erinnerungen aufzuschreiben und lehnte Interviews von Historikern und Journalisten prinzipiell ab. Doch als Pater Gumpel ihn kontaktierte, war er zu einem vertraulichen Gespräch am Telefon bereit. Dabei erinnerte sich Beelitz noch sehr genau an den letzten Besuch Stahels im Hauptquartier Kesselrings. Er war ziemlich erstaunt gewesen über die plötzliche Versetzung des römischen Stadtkommandanten und fragte ihn damals nach dem Grund. „Das war eine Rachemaßnahme von Heinrich Himmler“, erwiderte Stahel. Der Reichsführer SS fühlte sich von ihm hinters Licht geführt.
      „In scharfen Worten“, so Stahel, habe er Himmler auf die Gefahren hingewiesen, die durch die Deportation der Juden drohte. Schließlich sei er für die Versorgung der Truppen verantwortlich, die im Süden Italiens gegen die anrückenden Alliierten kämpften. Bei Tag seien Lebensmitteltransporte fast unmöglich, weil die angloamerikanische Luftwaffe regelmäßig seine Lastwagen angriff, bei Nacht störten die Partisanen den Nachschub. Noch wären das wenige; doch wenn die Verfolgung der Juden fortgesetzt würde, wenn wohlmöglich der Papst protestierte, könne es schnell in Rom zu einem Aufstand gegen die Deutschen kommen, würden die Partisanen unkontrollierten Zulauf bekommen. Die Versorgung der Truppen wäre dann unmöglich, die Südfront verloren. Wenn er, Himmler, dafür die militärische Verantwortung übernehmen wolle, dann solle er das nur tun, drohte Stahel dem Reichsführer. Himmler, der von militärischen Fragen sehr wenig verstand, ließ sich davon beeindrucken und gab sofort den Befehl an die SS, die Judenaktion von Rom abzubrechen. Erst als er erfuhr, dass in Rom alles andere als ein Aufstand drohte und dass der General nur auf eine direkte Intervention des Papstes reagiert hatte, rächte er sich an Stahel und bewirkte dessen Versetzung an die Ostfront.

      Da Generalmajor Beelitz keine Öffentlichkeit wünschte, versprach ihm Pater Gumpel, seine Aussage zeitlebens vertraulich zu behandeln. Erst nach seinem Tod 2002 stand einer Veröffentlichung nichts mehr im Wege. So fand das Interview Eingang in die 2004 gedruckte Positio; doch erst im September 2010 erlaubte Pater Gumpel mir die Publikation. Das ein Jahr später im Archiv der Anima entdeckte Hudal-Memorandum bestätigt Beelitz‘ Aussage. In ihm nämlich zitiert der Bischof „aus der Antwort des Generals vom 17. Oktober, telefonisch: ‚Habe die Sache an die hiesige Gestapo und an Himmler unmittelbar sofort weitergeleitet. Himmler gab Ordre, dass mit Rücksicht auf den besonderen Charakter Roms diese Verhaftungen sofort einzustellen sind.“ Zudem erwähnt er einen „eigenhändigen“ Brief Generalmajor Stahels vom gleichen Tag mit dem Wortlaut: „Bezüglich Ihrer Bemerkungen, dass in Rom und Umgebung Verhaftungen von Juden stattgefunden haben, kann ich Ihnen mitteilen, dass ich persönlich als Militärkommandant damit nichts zu tun habe. Es handelt sich dabei um eine reine Polizeiaktion, auf die ich keinerlei Einfluss habe, da meine Aufgaben auf rein militärischem Gebiet liegen. Trotzdem habe ich selbstverständlich Ihre Bedenken den zuständigen Stellen umgehend zur Kenntnis gebracht.“

      Tatsächlich endeten also die Verhaftungen der römischen Juden auf Befehl Himmlers. Zudem wurden 252 der bereits Festgenommenen aus den unterschiedlichsten Gründen wieder freigelassen. Doch für 1007 Juden kam jede Hilfe zu spät. Sie wurden nicht, wie es ursprünglich hieß (und man auch im Vatikan glaubte) in das Arbeitslager Mauthausen gebracht, sondern nach Auschwitz. Auch das war eine Vergeltungsmaßnahme – dieses Mal von Adolf Eichmann. So heißt es in den Akten seines Prozesses in Jerusalem in der Anklageschrift: „Als der Papst persönlich zugunsten der Juden Roms intervenierte… und Eichmann gebeten wurde, sie in italienische Arbeitslager zu bringen, statt sie zu deportieren, wurde diese Bitte abgeschlagen – die Juden wurden nach Auschwitz geschickt.“

      Wie wenig man das im Vatikan erahnen konnte, beweist die umfangreiche Korrespondenz der folgenden Wochen, die bereits von dem Jesuitenpater und Historiker Pierre Blet et al. 1975 (im 9. Band der „Actes et Documents du Saint Siege relatifs a la Seconde Guerre Mondiale, S. 512 ff.) veröffentlicht wurde. Zunächst bemühte sich das vatikanische Staatssekretariat, so viele der bereits Festgenommenen wie möglich freizubekommen, dann, ihnen zumindest Hilfsgüter und Kleidung für den Winter zukommen zu lassen. So hielt Msgr. Montini, der spätere Papst Paul VI., damals der zweite Mann des vatikanischen Staatssekretariats, „Ex Aud SS.mi“, also nach seiner Audienz bei Pius XII. am 18. Oktober, die Worte des Papstes fest: „Tun Sie alles, was Sie können!“ Noch einmal versucht er sein Glück durch eine „Demarche zugunsten der arrestierten Juden“, wie das nächste Dokument in der Sammlung belegt. Erst jetzt erfuhr er, dass der Zug mit den Deportierten bereits die Ewige Stadt verlassen hatte. Am 23. Oktober wurde Botschafter von Weizsäcker erneut in den Vatikan bestellt und dieses Mal von Pius XII. persönlich empfangen. Auf die Bitte des Papstes, sich für die römischen Juden einzusetzen, erwiderte dieser zynisch: „wenn Sie etwas wegen der Deportation dieser Juden machen wollen, dann machen Sie es bald.“ Noch am 3. November und am 29. Dezember 1943 forderte Kardinal Orsenigo den deutschen Botschafter dringend auf, „Informationen über die deportierten Juden“ zu beschaffen, die man wohl noch immer für „Geiseln in Mauthausen“ hielt, leider beide Male ohne Erfolg. Am 20. Januar 1944 versucht Msgr. Montini schließlich, das Gerücht (!) zu überprüfen, die römischen Juden seien „in ein Konzentrationslager in Polen“ gebracht worden. Am 8. Februar 1944 bittet das vatikanische Staatssekretariat dann die Mission Catholique Suisse, Ermittlungen über ihr Schicksal anzustellen. Zu diesem Zeitpunkt waren die meisten von ihnen längst in Auschwitz ermordet worden.

      Doch so hoch auch der Preis war, zumindest wurden durch die Intervention an die 7000 römische Juden gerettet. Da trotzdem die Gefahr bestand, dass die SS erneut zuschlug, ordnete Pius XII. an, sie in römischen Klöstern, päpstlichen Universitäten, religiösen Instituten und auf dem Vatikangelände zu verstecken. So berichtete Israel Zolli, der Oberrabbiner von Rom: „Der Heilige Vater sandte ein Handschreiben an die Äbte und Bischöfe, in dem er sie anwies, die Klausur in den Klöstern und Konventen aufzugeben, damit sie Zufluchtstätten für die Juden werden konnten.“ Das bestätigt ein handschriftlicher Eintrag in der Chronik des Augustinerinnenklosters SS. Quattri Coronati in Rom vom 1. November 1943: „In dieser schlimmen Situation wünschte der Heilige Vater, seine Söhne, auch die Juden, zu retten und wies an, dass die Konvente den Verfolgten Zuflucht und Gastfreundschaft gewähren, und auch die Klausurklöster sollten diesem Wunsch des Papstes folgen.“ Laut dem Zeitzeugen und israelischen Holocaust-Forscher Michael Tagliacozzo (1975) erhielten 4238 Juden in 155 römischen Klöstern Asyl, während 477 von ihnen auf vatikanischem Territorium versteckt wurden. Für rund 3000 Flüchtlinge, darunter auch Juden, wurde zudem die päpstliche Sommerresidenz Castel Gandolfo geöffnet. Während dort die meisten Schutzsuchenden auf Treppen und Steinböden schliefen, stellte man die wenigen Betten Kranken zur Verfügung. In rund 40 Fällen brachten schwangere Frauen ihre Kinder im Schlafzimmer des Papstes zur Welt; sie bedankten sich nicht selten, indem sie ihre Söhne „Eugenio“ oder „Pio“ nannten. In keinem von den Nazis besetzten Land Europas überlebte ein so hoher Prozentsatz an Juden wie in Italien, in keiner Stadt waren es so viele wie in Rom – Dank Pius XII. und seiner klugen Initiative.

      http://michaelhesemann.info/11_4.html

      Wird Yad Vashem Papst Pius XII. rehabilitieren?
      Kontroverse Beschriftung ausgetauscht

      Von Michael Hesemann

      Bislang war es ein Ärgernis an einem doch so würdigen Ort. In einem Raum der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem bei Jerusalem, inmitten der erschütternden Belege für das vielleicht größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte, und der bewegenden Zeugnisse heldenhafter Zeitgenossen, die ihr Leben riskierten, um Unschuldige zu retten, hing eine Anklage, die wie eine schallende Ohrfeige für die gesamte katholische Kirche klang. Ausgerechnet der Papst des Zweiten Weltkriegs, Pius XII., habe es sträflich versäumt, sich für die sechs Millionen Opfer der Schoah einzusetzen und ihre Mörder anzuklagen. Wörtlich hieß es auf der Schautafel zum Thema „Papst Pius XII. und der Holocaust“: „Die Reaktion Pius XII. auf den Mord an den Juden während des Holocaust ist Thema von Kontroversen. 1933, als er Staatssekretär des Vatikans war, bemühte er sich um ein Konkordat mit dem deutschen Regime, um die Rechte der Kirche in Deutschland zu sichern, selbst wenn dies eine Anerkennung des rassistischen Nazi-Regimes bedeutete. Als er 1939 zum Papst gewählt wurde, legte er einen Brief gegen Rassismus und Antisemitismus zu den Akten, den sein Vorgänger vorbereitet hatte. Selbst als Berichte über Morde an Juden den Vatikan erreichten, protestierte der Papst weder mündlich noch schriftlich. Im Dezember 1942 weigerte er sich, die Erklärung der Alliierten zu unterzeichnen, in der die Vernichtung der Juden verurteilt wurde. Als Juden von Rom nach Auschwitz deportiert wurden, tat der Papst nichts, um dies zu verhindern. Der Papst blieb den ganzen Krieg über seiner Neutralität treu, mit Ausnahme von Appellen an die Regierenden in Ungarn und der Slowakei gegen Ende des Krieges. Sein Schweigen und das Fehlen jeder Richtlinien überließ es Kirchenmännern in ganz Europa, selbst zu entscheiden, wie sie handeln sollten.“

      Natürlich hatte der Text wenig mit der Realität zu tun. Nicht der damalige Kardinalstaatssekretär Eugenio Pacelli bemühte sich um ein Konkordat mit Hitler-Deutschland, es wurde dem Vatikan von den Nazis förmlich aufgedrängt; die Alternative wäre die Zerschlagung der katholischen Kirche im Deutschen Reich gewesen. Dass ein solcher Vertrag, der nur die Rechte der Kirche sicherte, keine Anerkennung des Regimes bedeutete, stellte schon im Juli 1933 das Vatikanorgan „Osservatore Romano“ ausdrücklich fest. Es war auch kein Präzedenzfall, denn seit März 1933 verhandelte auch die Zionistische Bewegung mit den Nazis, um schließlich im August 1933 das Haavara-Abkommen zu unterzeichnen. Natürlich kommen Entwürfe für Enzykliken bei Ableben eines Papstes zu den Akten, doch Pius XII. hat die Grundgedanken seines Vorgängers in seine erste Enzyklika „Summi Pontificatus“ mit aufgenommen. Er hat seinen Nuntius zu Hitler geschickt, in der Hoffnung, den Juden helfen zu können, doch leider ohne Erfolg. Stattdessen gelang es ihm, in Hitlers Vasallenstaaten Vichy-Frankreich, der Slowakei und Ungarn die Deportationen zu stoppen oder zu verschieben, während Rumänien auf sein Drängen ganz auf die Auslieferung von Juden an die Deutschen verzichtete. Das alles geschah nicht „gegen Kriegsende“, sondern seit Anfang 1942. Zwar hat er am 17.12.1942 nicht die Erklärung der Alliierten unterzeichnet, da er damit auch zum Kriegsgegner Italiens geworden wäre, aber nur eine Woche später, in seiner Weihnachtsansprache, die Angaben der Westmächte über die Deportationen und Ermordungen ausdrücklich bestätigt. Als von Himmler Befehl erteilt wurde, die 8000 Juden Roms zu deportieren, intervenierte der Papst sofort und es gelang ihm, noch am gleichen Tag die Verhaftungen zu stoppen. So wurden 7000 von ihnen gerettet und fanden in den nächsten neun Monaten im Vatikan, in 155 Klöstern und der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo einen sicheren Unterschlupf. Seit 1939 hatten die päpstlichen Nuntien die Anweisung, alles Menschenmögliche zur Rettung der Juden zu tun und Visa für sie zu besorgen, während der Vatikan für Tausende jüdische Flüchtlinge die Schifffahrt nach Übersee finanzierte. Die Korrespondenz mit den Bischöfen in Deutschland, Österreich und den besetzten Ländern belegt sehr klare Richtlinien und die Bereitstellung großer Geldsummen, um möglichst vielen Juden die Flucht zu ermöglichen.

      Immer wieder wurde Yad Vashem auf die vielen Fehler, historischen Irrtümer und bewussten Falschinformationen in seinem Text hingewiesen. Längst forderten namhafte Historiker, darunter der britische Holocaust-Experte Sir Martin Gilbert, die Entfernung der Tafel. Am aktivsten zeigte sich der New Yorker Jude Gary Krupp, Gründer der „Pave the Way Foundation“, der nicht nur in Dutzenden Briefen an Yad Vashem den Text als „Schande“ bezeichnete, sondern im Gegenzug die Erhebung Pius XII. zum „Gerechten unter den Völkern“ forderte – also zum Retter von Juden während der Schoah. Längst hatte sich Krupp auf Historikersymposien in Rom und Paris sowie durch Dutzende Interviews mit Zeitzeugen davon überzeugt, dass Pius XII. nicht nur ein erklärter Gegner des NS-Regimes und seiner Ideologie war, sondern „mehr Juden vor den Nazis rettete als irgend ein anderer, gleich ob Staatsmann oder Individuum“. Auch der israelische Diplomat Pinchas Lapide kam nach gründlichem Studium der Archive von Yad Vashem (!) zu der Ansicht, dass um die 850.000 Juden ihr Überleben einer der diversen Aktionen der katholischen Kirche verdanken, die entweder von Pius XII. persönlich initiiert wurden oder auf seine Anweisung zurückgingen, „in erster Linie Menschenleben zu retten“, wie es einer seiner Nuntien, Angelo Roncalli (der spätere Papst Johannes XXIII.), ausdrücklich betonte.

      So kam es wegen dieses Textes bereits zu einem diplomatischen Zwischenfall. Im April 2007 weigerte sich der Päpstliche Nuntius in Israel, Erzbischof Antonio Franco, an einer Zeremonie am Holocaust-Gedenktag teilzunehmen, wenn Yad Vashem nicht zuvor die kompromittierende Tafel entfernen lassen würde. Die Leitung der Gedenkstätte erwiderte, das würde erst dann geschehen, wenn der Vatikan seine Archive für Historiker öffne und weitere Nachforschungen ergeben würden, dass der Heilige Stuhl tatsächlich während des Krieges für die Juden aktiv wurde. Schließlich nahm Msgr. Franco doch an der Zeremonie teil. Nicht einmal, als Papst Benedikt XVI. im Mai 2009 Yad Vashem besuchte, tat sich etwas . So ist die Textänderung ausgerechnet jetzt ein Mysterium – aber auch ein Indiz dafür, dass die Pius-Gegner vor der überwältigenden Fülle an Beweisen und Indizien, die Pius XII. in einem ganz anderen Licht zeigen, allmählich in die Knie gehen.
      Glauben wir einem Bericht der israelischen Tageszeitung „Haaretz“ vom 1. Juli 2012, so bemüht sich der neue Text, jetzt mit „Der Vatikan und der Holocaust“ überschrieben, zumindest scheinbar um Neutralität.Er merkt an, dass es Pius XII. Vorgänger, nämlich Papst Pius XI. war, der das Konkordat mit den Nazis unterzeichnete. Er wiederholt zwar (völlig zurecht), dass Pius XII. die alliierte Erklärung nicht unterzeichnete. Doch er erwähnt auch, dass der Papst „ein paar Tage später, während seiner Weihnachtsansprache, die im Radio übertragen wurde, an jene ‚Hunderttausende“ erinnerte, „die, ohne eigene Schuld, manchmal nur aufgrund ihrer Nationalität oder Rasse, dem Tod oder fortschreitender Vernichtung preisgegeben sind‘ – auch wenn er dabei die Juden nicht ausdrücklich erwähnt“. Weiter soll es in dem neuen Text heißen: „Als Juden aus Rom nach Auschwitz deportiert wurden, protestierte der Papst nicht öffentlich“, was zutreffend wäre. Schließlich warnte der deutsche Vatikan-Gesandte Ernst von Weizsäcker Kardinalstaatssekretär Maglione ausdrücklich vor den Folgen eines öffentlichen Protestes; Hitler hatte für diesen Fall die Verhaftung oder Ermordung des Papstes angeordnet, was jede weitere Hilfe für die Juden unmöglich gemachthätte.
      Offensichtlich bemüht sich die neue Aufschrift um Darstellung beider Positionen, wenn es schließlich heißt: „Die Kritiker des Papstes bezeichnen seine Entscheidung, den Mord an den Juden durch Nazideutschland nicht zu verurteilen, als moralisches Versagen: der Mangel an klaren Anweisungen ließ Vielen Raum zur Zusammenarbeit mit Nazi-Deutschland, weil sie in dem Glauben blieben, damit nicht im Widerspruch zu den moralischen Lehren der Kirche zu stehen. Er überließ die Initiative, Juden zu retten, einzelnen Klerikern und Laien. Seine Verteidiger dagegen betonen, dass diese Neutralität schärfere Maßnahmen gegen den Vatikan und die Einrichtungen der Kirche in ganz Europa verhinderten, was eine beachtliche Anzahl geheimer Rettungsaktivitäten ermöglichte, die auf verschiedenen Ebenen der Kirche stattfanden. Weiter verweisen sie auf Beispiele, in denen der Papst Aktivitäten zur Rettung von Juden unterstützte. Bis alles relevante Material für Historiker zugänglich ist, wird dieses Thema für weitere Nachforschungen offen bleiben.“

      Die Leitung von Yad Vashem erklärte auf Anfrage von „Haaretz“, der neue Text sei nicht etwa auf Druck des Vatikans geändert worden. Da Papst Benedikt XVI. längst die Mitarbeiter des Vatikanischen Geheimarchivs beauftragt hat, die Akten zum Pontifikat Pius XII. Historikern zugänglich zu machen, ist es ohnehin nur eine Frage der Zeit, wann weitere Nachforschungen möglich sind. Zuvor aber müssen einige Millionen Seiten Papier katalogisiert und digitalisiert werden; eine extrem zeitintensive Aufgabe für die wenigen Mitarbeiter der päpstlichen Archive. So wird es wohl bis 2014 dauern, bis die letzten Detailfragen geklärt sind.

      Dass sich daraus jedoch ein anderes Bild ergibt, als das derzeit Bekannte, ist nicht zu erwarten. Denn längst kann kein Zweifel mehr daran bestehen, dass Pius XII. alles ihm Mögliche tat, um Juden zu retten. Er „schwieg“ nur, weil er Hitlers dämonische Pläne nicht hätte verhindern, aber alle Rettungsmaßnahmen durch ein einziges, unachtsames Wort gefährden konnte. So zeigte sich sein Heldenmut in Taten, nicht in Worten.

      Gefällt mir

  10. truckeropa66 sagt:

    Sicher wurden manche Dinge totgeschwiegen – und nach wie vor unmöglich, öffentlich darüber zu reden: Der Bombenterror über deutschen Städten! Die Rheinwiesenlager und das, was da passierte, und einiges mehr! Auch die ein oder andere Sache des Wiederstands wurde gezielt unterdrückt, wie sonst war es möglich, dass gewisse NS-Größen nachher wieder auf gehobenen öffentlichen Posten saßen.
    Und was Ihre Aussage zu den 68ern betrifft, das waren linksorientierten Menschen, später dann im linken Rand der SPD zu finden, bei den Grünen, Hartliner auch in der KPD.
    Und warum wurde durch diese Leute Dinge wie der NS-Widerstand weg gedrückt? Lange überlegt, und mit dem, was einem in der Schule beigebracht wurde, keine Antwort gefunden! Erst heute ist mir einiges klarer, die damalige Partei, NSDAP, war gar nicht so rechts wie immer dargestellt, ihre Position würde ich heute links der SPD einstufen. Eigentlich sagt der Name dies schon aus! Auch die Ähnlichkeiten der Ex-DDR-Partei im Vergleich zu dieser spricht Bände. Alles links!

    Gefällt mir

  11. Die Verdrehung geschichtlicher Tatsachen begann schon vor 1968. Hochhuths „Stellvertreter“ war ein besonders infames Stück der Diffamierung. Heute wissen wir dank zugänglicher Archive, wie intensiv sich Papst Pius XII, der vormalige Kardinal Eugenio Pacelli und ehemaliger Nuntius in Berlin, sich für die rassisch Verfolgten des NS-Regimes eingesetzt hat. Wohlgemerkt zu einem Zeitpunkt, als in Italien eine faschistische Diktatur herrschte. Und aus den Goebbelstagebüchern wissen wir, daß bei einen Sieg der Nationalsozialisten im zweiten Weltkrieg die katholische Kirche das nächste Opfer geworden wäre.

    Gefällt mir

    • F. M. sagt:

      Hätte sich die römisch-katholische Kirche nicht mit einem Hitler-Regime blendend verstanden, wenn der nur das zwischen ihm und dem Papst geschlossene Konkordat halbwegs beachtet hätte? Zwischen den Faschisten und der katholischen Kirche hat es doch auch in Spanien über viele Jahrzehnte herrlich funktioniert; mit dem Caudillo Francisco Franco y Bahamonde an der Spitze.
      Und was das Konkordat betrifft, das ist ja heute noch in Kraft und entfaltet seine volle Wirkung, indem es der katholischen Kirche einen besonders mächtigen Platz in unserer Gesellschaft einräumt.

      Gefällt mir

      • Holger Jahndel sagt:

        Hitler wollte Vatikan ‚dem Erdboden gleichzumachen‘
        Anordnung, den Vatikan zu zerstören und Pius XII. festzunehmen. Racheakt für päpstliche Judenhilfe Rimini (kath.net/ ZENIT.org).

        Artikel auf http://kath.net/news/525 null 0, :

        Der italienische Schriftsteller und Historiker Andrea Tornielli enthüllt in seinem neuen Buch „Pius XII., der Papst der Juden“ die zerstörerischen Absichten Adolph Hitlers, den Vatikan „dem Erdboden gleichzumachen“ und den Bischof von Rom und Oberhaupt der Katholischen Kirche als Geisel irgendwohin in das Fürstentum Liechtenstein zu verschleppen, wo er als Gefangener der deutschen Wehrmacht verbleiben sollte. Hitler befahl 1943 die Zerstörung des Vatikans und die Deportation von Papst Pius XII. als Repressalie für die Hilfe den Juden gegenüber sowie für die Opposition der Kirche gegen das Naziregime, so der italienische Historiker Tornielli. Dieser erklärt in seinem Buch, das soeben im italienischen Handel erschienen ist, dass der Führer in heftigen Zorn geriet, als er von der Unterzeichnung des Waffenstillstandes zwischen der italienischen Regierung von Marschall Badoglio und den Alliierten vom 8. September 1943 erfuhr, und befahl der SS, den Heiligen Stuhl „dem Erdboden gleichzumachen“. Danach war die Deportierung des Papstes ins Fürstentum Liechtenstein geplant, wo er als Geisel der deutschen Wehrmacht in Gewahrsam bleiben sollte. Doch so weit kam es nicht mehr, da sich der dafür abgeorderte General Karl Wolff, damals Kommandant der SS in Italien, widersetzte. Ihm gelang es, seinen Vorgesetzen davon abzubringen. Der ehemalige Premierminister Giulio Andreotti hat Torniellis These bei einem Treffen der katholischen Bewegung „Communione e Liberazione“ vom 22. August als gültig verteidigt. Die Bewegung Liberazione e Communione ist auf der ganzen Welt präsent. Das Treffen fand am vergangenen Samstag in Rimini seinen Abschluss. Andreotti verteidigte Pius XII. und verwarf die Kritik an diesem Papst, der angeblich der jüdischen Shoah durch die Nazis nicht aktiv entgegen trat. „Die Feindseligkeit gegen den Pacelli-Papst ist nicht auf dessen Schwäche den Nazis gegenüber zurückzuführen, sondern auf dessen Verwerfung des Kommunismus“, so Tornielli. Die von Tornielli erörterten Themen wurden in der Vergangenheit bereits von Historikern und Forschern behandelt, die Zeugnisse und Beweise aus der Zeit der deutschen Besetzung Roms vorlegten. Zu ihnen gehört auch Antonio Gaspari, Autor des Buches „Die Juden, Pius XII und die Schwarze Legende“, in dem Zeugenberichte von Juden vorgestellt werden, die in Rom mit dem Leben davon kamen, und zwar dank der Hilfe von Männern und Frauen der Kirche, was Pius XII. höchst persönlich in die Wege geleitet hatte. Das besagte Buch wurde genau in dem Moment veröffentlicht, als von einigen Sektoren der jüdischen Gemeinschaft sowie von Vertretern der rechtsgerichteten israelischen Regierung der laufende Seligsprechungsprozess Pius XII. abgelehnt wurde. Pius XII. starb am 9. Oktober 1958 in der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo nach einem 19-jährigen intensiven Pontifikat. Sein konkretes und effektives Eintreten für die Juden rettete dem Zeugnis des israelischen Forschers Pinchas Lápide zufolge in direkter und indirekter Weise 800.000 von ihnen. Weit davon entfernt, Hitler in irgend einer Weise nahezustehen, wie dies Rolf Hochhuth in seinem Theaterstück „Der Vikar“ boshaft zum Ausdruck brachte, war der Papst aktiv in die Verschwörungen des deutschen Widerstandes involviert, deren Ziel es war, den Tyrannen zu Fall zu bringen, wie Dokumente des englischen „Foreign Office“ hinsichtlich der sog. „Schwarzen Kapelle“ an den Tag brachten, mit welcher Admiral Canaris, Graf Stauffenberg und andere Persönlichkeiten des deutschen Widerstandes verbunden waren. Pacelli hatte das Buch „Mein Kampf“ gelesen und erwog wiederholt die Gefahr der in diesem Buch enthaltenen Ideologien. Es ist daher nicht verwunderlich, dass er der eigentliche Autor der Enzyklika gegen das Naziregime, „Mit brennender Sorge“ war, die noch unter dem Namen und der Ägide seines Vorgängers veröffentlicht wurde, als Pacelli Kardinalstaatssekretär seines Vorgängers Pius XI. war.

        http://kath.net/news/525/print/yes

        http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/1924

        Zeit-Fragen > 2012 > Nr.25 vom 11.6.2012 > Möchten Sie zu «Schule und Bildung» eine kleine neurolinguistische Seelenmassage? Möchten Sie zu «Schule und Bildung» eine kleine neurolinguistische Seelenmassage? Angriffsziel Schule und Kirche von Dr. phil. Judith Barben, Psychologin

        https://www.zeit-fragen.ch/de/ausgaben/2012/nr25-vom-1162012/moechten-sie-zu-schule-und-bildung-eine-kleine-neurolinguistische-seelenmassage.html

        Philosophia Perennis – Ein Blick auf die Welt mit von der philosophia …

        https://philosophia-perennis.com/

        Gefällt mir


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s