Bischof Voderholzer (Regensburg): Das Kreuz gehört auch in den öffentlichen Raum

Glaubens-Symbol und „Inbegriff der abendländischen Kultur“

Auf der amtlichen Internetpräsenz des Bistums Regensburg äußert sich Bischof Rudolf Voderholzer am 27. April zur politischen und innerkirchlichen Debatte um das Kreuz in der Öffentlichkeit  –  auch in den staatlichen Behörden, wie dies unlängst in Bayern entschieden wurde.

Der katholische Oberhirte erklärt, daß dieses „Zeichen der Liebe“ sehr wohl auch in den öffentlichen Raum gehöre – seine Begründung lautet, es sei sowohl Symbol des Glaubens wie auch ein „Inbegriff der abendländischen Kultur“:

„Es ist Ausdruck einer Kultur der Liebe, des Erbarmens und der Lebensbejahung. Es gehört zu den Fundamenten Europas.“

Er fügt hinzu, um dies zu bejahen, „muss man nicht einmal an Gott oder Christus glauben“:

„Jede menschliche Gemeinschaft gewinnt Segen, Lebensfreude und Zukunft, die sich diesem Zeichen in seinem eigentlichen Sinne verpflichtet sieht.“

„Christus hat seinen Sieg nicht erkämpft, sondern erlitten“

Auf die Frage, wie er die „Botschaft des Kreuzes beschreibe, erklärt der Bischof, Christus habe das Kreuz als „das Werkzeug menschlicher Grausamkeit in ein Zeichen des Lebens und der Hoffnung und der Liebe verwandelt. Die Botschaft des Kreuzes lautet: Die Liebe ist die wahrhaft siegreiche Macht der Geschichte.“

Der katholische Würdenträger fügt hinzu: „Dieser Sieg über Hass und Grausamkeit, ja letztlich über den Tod, wurde nicht erkämpft, sondern erlitten.“

Das Kreuz als Symbol einer „Revolution der Liebe“ solle „weithin sichtbar sein“:  „Das Zeichen des Heils und des Lebens, in dem Christus Himmel und Erde, Gott und Men­schen, Opfer und Täter miteinander versöhnt hat.“

Bischof erinnert an die Bayerische Verfassung

Während einer Wallfahrts-Predigt hat sich der Regensburger Bischof  am 1. Mai erneut eindeutig zum Kreuz in öffentlichen Einrichtungen bekannt, wie die Mittelbayerische Zeitung berichtet: Vom Kreuz gehe Segen aus und keiner müsse Angst davor haben.
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Es gehe nicht darum, das Kreuz zu instrumentalisieren, sondern ihm in Ehrfurcht zu begegnen. Dr. Voderholzer erinnerte andie bayerische Verfassung, die zu Recht auf das Kreuz als Fundament für das öffentliche Zusammenleben in Freiheit, Toleranz und Rechtsstaatlichkeit verweise. 
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Der Bamberger Erzbischof Eduard Schick hat sich „unterm Strich“ ebenfalls für das Kreuz in bayerischen Dienstgebäuden ausgesprochen, wenngleich nicht so deutlich wie der Regensburger Bischof: https://www.domradio.de/themen/kirche-und-politik/2018-04-26/kreuzdebatte-hochschulpfarrer-schreibt-offenen-brief-soeder

2 Kommentare on “Bischof Voderholzer (Regensburg): Das Kreuz gehört auch in den öffentlichen Raum”

  1. Dorrotee sagt:

    Diese Debatte ums „Kreuz dran“ oder „Kreuz ab“ gibt es schon so lange, und immer wieder die Beschwerden und Klagen um die Abnahme inm öffentlichen Raum.
    Markus Söder wollte sicherlich mal Klarheit darüber schaffen.
    Er hat sich schon früher für „Kreuz bleibt dran“ eingesetzt.
    Deswegen ist es zu begrüßen, und ich finde es auch von Bischof Vorderholzer gut, dass er sich positiv zu den Handlungen der CSU äußert.
    Vielleicht sorgt Markus Söder ja auch noch für Ordnung in der „Hammer“-Vermietung.
    Endlich könnte die Kreuzdebatte in Bayern ein Ende nehemen. Auch in den Schulen beschwerten sich Eltern wegen dem Kreuz.
    Dieses Rumeiern in NRW ist doch für fast jeden gläubigen Christ unerträglich geworden. Hier im Amtsgericht war auch erst Kreuz ab, dann wieder in einigen Amtsstuben Kreuz dran, wenn es sich ein Beamter wünscht. Dieser musste es natürlich mit den Kollegen abstimmen.
    In einigen Gerichtssälen war ein Kreuz, in anderen wiederum nicht.
    Die Beamten sind schon seit Jahren in dieser Debatte. Mal mehr, mal weniger. Arbeitskollegen diskutieren immer wieder neu um dieses Thema.
    Die Direktorin hat auch hin und wieder christliche Kunst vorgeschlagen.
    So sieht es aus in vielen Amtsgerichten. Deswegen finde ich den Entscheid aus Bayern nur allzu richtig.

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  2. Drollig, wie viele Katholiken in dem derzeit aufgeführten Schwank reflexhaft dem tapferen Kreuzaufhänger Markus S. im Kampfe gegen einen sinistren Staatskirchenfunktionär und Kreuzverstecker zur Seite springen. Wie in Ehren ergraute Schlachtrösser beim Trompetensignal „Kreuz=Christentum=CSU“ in rührender Schlichtheit reagieren, geistig fortwährend in der 70er-Jahre-Denkschablone „Freiheit oder Sozialismus!“ lebend.
    Unwillkürlich kommt der Gedanke: Wenn Ihr nicht werdet wie die Kinder… Ganz so infantil sollte man aber Politik nicht rezipieren, sondern sich doch mal den einen oder anderen Gedanken gönnen – klug wie die Tauben, sozusagen…

    Man könnte sich fragen, warum die allerchristlichste bayerische Staatspartei dieses plakative Thema promotet. Und warum gerade jetzt. Letzteres ist bereits durch einen Blick in Wikipedia klar: „Die nächste Landtagswahl findet voraussichtlich am 14. Oktober 2018 statt“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Bayerischer_Landtag#Landtagswahl_2018).
    Wäre das auch geklärt.
    Der ganze Pathos wird recht schal, betrachtet man das hinter der Aufführung stehende informelle, aber einheitlich handelnde Parteienkartell (https://kirchfahrter.wordpress.com/2017/09/05/was-bedeutet-denn-eigentlich-systemtransformation/), welches seit einiger Zeit entschlossen Deutschland migrationsaffin und diversitätsorientiert umgestaltet. Mögen dabei zwischen den Einzel-Modulen des Kartells wie Grünen, Linken und SPD auf der einen und CDU/CSU auf der anderen Seite Unterschiede existieren, so doch nur im Tempo und der Intensität, nicht in der Richtung. Folglich sind auch alle Kartellmodule untereinander koalitionsfähig, nicht zufällig wurde in den letzten Wochen das Thema offizieller Koalitionen von CDU und Linkspartei öffentlich ventiliert…
    Haben die offiziell als „links“ geltenden Parteien die Aufgabe, atheistische und muslimische Wählerschichten für den Umgestaltungsprozeß zu gewinnen, so binden und neutralisieren CDU/CSU wertkonservative Wählerschichten samt des verbliebenen Restchristentums, damit von diesen keine ernstlichen Störungen des zielbewußt betriebenen Transformationsprozesses zu befürchten sind. Dem dient u.a. die Kreuz-Aufführung, hier dürfen sich die „Konservativen“ nach Herzenslust austoben, streiten und in-die-Brust-werfen, während natürlich auch unter Bundesinnenminister Seehofer von der CSU der Zustrom kultur- und religionsfremder „Migranten“ ungebremst weiter geht. Wer sich heute so für Herrn Söders CSU stark macht, möge bitte überlegen, wie denn in 20 Jahren – dank tatkräftiger CSU-Unterstützung – die dann hier lebende Wohnbevölkerung wohl aussehen mag? Und wenn nicht die muslimischen Zuwanderer dem Kreuz den Garaus machen, besorgt dies mit Sicherheit die immer offen christenfeindlicher auftretende EU-Bürokratie – übrigens auch wärmstens unterstützt durch… die CSU, richtig.

    Noch gebietet es die taktische Klugheit angesichts des verbliebenen christlich-orientierten Wählerpotentials, dieses etwa durch angekündigte Klagen gegen den Rechtsbruch der unbewachten Grenzen sowie der (von Kanzlerin Merkel auf den Weg gebrachten) „Ehe für alle“ zu verschleiern – es blieb bezeichnenderweise bei der Ankündigung… Abseits solcher pompösen Inszenierungen vermietet Herr Hammer, CSU-Bezirksschatzmeister in München, seine Immobilie weiterhin lukrativ an einen Abtreibungsarzt, die CSU wäscht ihre Hände in Unschuld, bekennt sich aber wählerwirksam weiterhin zum Lebensschutz. In München nahmen CSU-Funktionäre übrigens offen am sog. „Christopher-Street-Day“ teil (www.sueddeutsche.de/muenchen/csd-die-muenchner-csu-ist-ein-bisschen-schwul-1.3026853). Und diese Partei will ernsthaft für die christliche Prägung Bayerns eintreten? Es darf gelacht werden…

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