„Gesellschaft für bedrohte Völker“ protestiert gegen das Marx-Denkmal in Trier

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat der Stadt Trier vorgeworfen, mit ihrem verherrlichenden Marx-Monument aus China Millionen Verfolgte in der Volksrepublik vor den Kopf zu stoßen.

„An der Marx-Statue klebt das Blut von Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo und anderen Verfolgten in China. Millionen Chinesinnen und Chinesen mussten den totalen Machtanspruch der Kommunistischen Partei bereits mit ihrem Leben bezahlen. Von Chinas totalitärer Staatsführung ein solches Geschenk anzunehmen, zeugt von Ignoranz und Gleichgültigkeit gegenüber Menschenrechten“, kritisierte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Freitag in Göttingen. 

Denn auch mehr als 30 Jahre nach dem Ableben Maos verzeiht Chinas KP ihren Kritikern nicht, sondern treibt sie gezielt in den Tod. So wird Liu Xia, die Witwe des kurz nach seiner Freilassung im Juli 2017 verstorbenen Schriftstellers Liu Xiaobo, in den Wahnsinn und Selbstmord getrieben.

Die Dichterin steht seit acht Jahren unter Hausarrest und erklärte in dieser Woche, keinen Lebenswillen mehr zu haben. „Auch im Namen von Marx wird die 57-Jährige mundtot gemacht und ihre Persönlichkeit vom chinesischen Sicherheitsapparat zerstört. Von einem Staat, der sich auf so unmenschliche Weise seiner Kritiker entledigt, sollte man keine Geschenke annehmen“, sagte Delius.

Vergeblich setzt sich die deutsche Bundesregierung seit Monaten für eine Ausreise der Witwe ein. Sie braucht dringend medizinische und psychologische Betreuung. „Wer selbst schwerkranken politischen Gefangenen oder unter Hausarrest Internierten eine angemessene medizinische Hilfe verweigert, verletzt internationale Menschenrechtskonventionen und begeht Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, erklärte Delius.

„Niemand hat die Stadt Trier gezwungen, das vergiftete Geschenk des chinesischen Staates anzunehmen. Anders als in China drohte weder dem Oberbürgermeister noch den Stadtratsmitgliedern bei einer Ablehnung der Statue Verfolgung oder Inhaftierung. Doch eine solche Geste wäre ein wichtiges Zeichen der Solidarität mit Liu Xia und der so sehr unter Druck stehenden Demokratiebewegung in China gewesen“, sagte Delius und fügte hinzu:

„Statt für Rechtsstaatlichkeit und ethische Werte einzutreten, entschied sich Trier für kurzfristigen wirtschaftlichen Profit und für eine bessere Auslastung seiner Hotels. Das ist eine moralische Bankrotterklärung. Mehr Respekt für Menschenrechte wird vor allem durch diese vermeintlich kleinen Gesten gefördert und nicht durch das Handeln von Regierungen.“

Quelle: https://www.gfbv.de/de/news/marx-denkmal-wird-in-trier-enthuellt-9179/


One Comment on “„Gesellschaft für bedrohte Völker“ protestiert gegen das Marx-Denkmal in Trier”

  1. Vitellia sagt:

    Am 05. Mai 1818 wurde Karl Marx in Trier geboren, daher das ganze Getöse jetzt um ihn.
    Vielen ist er wichtig.

    Unglaublich, dass Chinesen bestimmen, welches Denkmal in der Stadt Trier aufgestellt werden soll und auch steht. Ein riesiges Ding, es gibt natürlich Bilder im Netz.
    Die FAZ titelte „In Trier lockt das Kapital …“

    Der Schriftstellerverband PEN forderte, dieses Denkmal nicht aufzustellen wegen der Menschenrechtsverletzungen in China.
    Proteste auch in Trier von vielen Bürgern, die meisten waren aber dafür! Ich habe Videos gesehen, in denen Bürger befragt wurden.
    Ganz klar waren es nicht nur Leute aus Trier, sondern auch aus Sachsen (hörte man am Dialekt), waren sie angereist.
    Das war mir klar, dass Leute aus der alten DDR pro Marx sind. Auch in Chemnitz steht ein ca. 7 m hohes Denkmal von ihrem Marx.

    Im Rundfunk SWR2 gab es eine interessante und kritische Gesprächsrunde, die man im Netz nachhören kann:
    Donnerstag, 3.5. | 17.05 Uhr | SWR2

    „Trier feiert den 200. Geburtstag von Karl Marx.
    Doch der Streit, wie man mit Marx, seinem politischen Erbe und der chinesischen Riesen-Statue umgehen soll, treibt nicht nur die Stadt weiter um.

    Es diskutieren: 
    Prof. Dr. Beatrix Bouvier – Leiterin der Karl-Marx-Ausstellung in Trier, Prof. Dr. Werner Plumpe – Wirtschaftshistoriker, Universität Frankfurt, Prof. Thomas Steinfeld – Journalist, Übersetzer und Schriftsteller 
    Gesprächsleitung: Thomas Koch.“
    —————–

    Wer weiß schon, wie wenig gut gerade Karl Marx mit dem Geld umgehen konnte?!!
    Er kam aus einer gutbürgerlichen Familie, die gebildet war und nicht arm. Marx hatte in Bonn Jura studiert, später in Berlin Philosophie.

    Mit seiner Mutter stritt sich Marx um das Erbe von einer Verwandten. Dauernd hat er zu viel Geld ausgegeben.
    Seine Frau Jenny, eine geborene von Westphalen, also Adelige, war auch nicht arm.

    ————–
    Wann begann Marx sich zu radikalisieren?
    Er war Chefredakteur der bedeutenden „Rheinischen Zeitung“ in Köln und hatte dort für damalige Zeiten zu radikal geschrieben. Die Zeitung wurde verboten.

    Mit seiner Frau Jenny (mit der er 7 Kinder hatte) ging Marx dann nach Frankreich zu den Sozialisten.
    Viele aufgebrachte Bürger gingen damals nach Paris, auch Heinrich Heine.

    Entscheidend für Karl Marx war aber u. a. die Begegnung mit Friedrich Engels, ein seltsamer Kommunist.
    Er hatte viel Geld durch sein großes Unternehmen in der Textilbranche und gehörte zu den Kapitalisten. Engels versorgte seinen guten Freund Karl Marx dauernd mit Geld.
    Er sagte, Marx sei genial, er aber nur begabt.
    In der Sendung wurde mitgeteilt, dass Engels ihm auch eine jährliche Leibrente von 300 Pfund, damals viel Geld, zukommen ließ.

    Engels hatte Marx vor allem unterstützt, als er seinen Schinken „Das Kapital“ schrieb, ein sperriges Werk, das 3 Bände umfasst.
    So gut wie kein Normalbürger hat das alles gelesen, nur Experten, die sich mit Marx befassen.

    Von Karl Marx hat man nur ein Bild, das man sich von ihm zurecht legt.
    Ein Rezensent sagte in der Sendung:
    Marx hätte wohl eher seine Thesen gegen Schluss des Buches an den Anfang stellen sollen und sie logisch begründen. Das sei Marx nicht gelungen.
    Viele Aussagen in den 3 Bänden könne man noch so oft lesen und könne keinen Sinn darin erkennen.
    Aber für die Sowjets war ihr Karl Marx wichtig. Sie sorgten für die Ausbreitung des Buches und ließen es in mehrere Sprachen übersetzen.

    Am Schluss heißt es, DAS versteht jeder:
    „Proletarier aller Länder vereinigt Euch.“

    NEIN, zu den Proletariern gehöre ich nicht!

    Liken


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s