Gesundheitsminister Spahn für Kreuze-Aktion in Bayern: Kritik an Kardinal Marx

Kretschmann: Spahn und Söder sind „rückwärtsgewandt“

Der CDU-Politiker und Gesundheitsminister Jens Spahn stellt sich hinter den Kreuz-Erlass der bayerischen Staatsregierung.

Zugleich kritisiert er Äußerungen von Kardinal Reinhard Marx. Der Erzbischof von München hatte der CSU vorgehalten, durch ihre Kreuz-Pläne für „Unruhe, Spaltung und Ausgrenzung“ zu sorgen.

In einem Interview mit der Zeitungsbeilage „Christ und Welt“ sagte Spahn:  „Ich finde es irritierend, wenn hohe Kirchenvertreter plötzlich Anstoß nehmen am Kreuz.“

Der Minister fügte hinzu: „Selbst wenn ich Atheist wäre oder andersgläubig, fände ich es beruhigend, in einer Amtsstube auf ein Selbstverständnis zu treffen, das allen Menschen die gleiche Würde zuspricht.“  –  Die Botschaft des Kreuzes sei eine Einladung an den Menschen.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Baden-Württemberg) kritisiert unterdessen die Unionspolitiker Spahn und Söder.

Laut einem Bericht der Tageszeitung „Die Welt“ erklärte der grüne Politiker vor dem Katholikentag in Münster, es sei nun einmal so, dass der Glaube in Deutschland langsam verdunste, doch man könne ihn nicht von Staats wegen erzwingen. Der politische Stil und die inhaltliche Ausrichtung von Söder (CSU) oder Spahn (CDU) seien „aus der Zeit gefallen“ und „rückwärtsgewandt“.


3 Kommentare on “Gesundheitsminister Spahn für Kreuze-Aktion in Bayern: Kritik an Kardinal Marx”

  1. Bernhard sagt:

    Eines vorweg: Ich finde die Äußerung Kretzschmanns „uuumöglich“, um sein eigenes Wort zu verwenden.

    Dennoch möchte ich anmerken:
    „…das allen Menschen die gleiche Würde zuspricht“ – Das ist wohl eher, wie die Kirche sich in unserer aufgeklärten Zeit gerne präsentiert und gesehen werden möchte.

    Die Geschichte sieht aber leider anders aus. Ob man nun die Christianisierung (Unterjochung) des Nordens und Osten Deutschlands betrachtet oder die Eroberung Amerikas oder den Umgang mit religiösen Minderheiten im „königlichen“ Europa bis zur französischen Revolution: Immer waren Nichtchristen beziehungsweise die Mitglieder einer anderen Konfessionen bestenfalls Bürger zweiter Klasse. Schlimmstenfalls wurden sie zwangsbekehrt, vertrieben oder gar ermordet.

    Das ist wohl auch der Grund, warum viele Nichtchristen (nicht nur Muslime) Vorbehalte vor dem Kreuz haben.

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    • Gerd sagt:

      Nun die Geschichte, wie sie es beschreiben, sieht keinesfalls „leider anders“ aus. Im Zeichen des Kreuzes sind Klöster, Schulen, Krankenhäuser, Hospize, Kindergärten und Wohlfahrtseinrichtungen entstanden. Ganze Generationen von heiligmäßigen Mönchen und Ordensfrauen haben das Kreuz zum Anlass genommen, für Bildung, Erziehung und u.a. für Krankenpflege und Sterbebegleitung zu sorgen. Selbst in den Naturwissenschaften waren es Christen die bahnbrechendes für die Menschheit geschaffen haben. Universitäten, Hochschulen und Allgemeinbildung unter dem Zeichen des Kreuzes, haben den Standard der Bildung geprägt und unzählige Verbesserungen der Lebensbedingungen von Menschen geschaffen. Das allein reicht aus, um alle Nichtchristen, die Vorbehalte gegen das Kreuz zu nehmen. Wenn sie es nur wollten, würde das auch geschehen.

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    • wolfsattacke sagt:

      Die Vorbehalte vor dem Kreuz mögen ja auf historische Zeiten bezogen für Heiden durchaus berechtigt, wenn auch nicht mehr der heutigen Zeit entsprechend sein.

      In der heutigen „Kreuzdebatte“ geht es aber wohl eher darum, den zahlenmäßig immer mehr werdenden Muslimen nicht in die Suppe zu spucken“ und da hört gerade hinsichtlich des weltweiten Auftretens des Islam durch seine „Gläubigen“ mein Verständnis auf.
      Es gibt keine intolerantere religiöse Gemeinschaft als jene der Muslime, wenn man da überhaupt angesichts der religionsinternen Streitigkeiten von religiöser Gemeinschaft sprechen kann. Meine feste Überzeugung und Meinung ist es, daß wir einer intoleranten Religion, wie es im Fall des Islam Fakt ist, keinerlei Toleranz zeigen müssen, denn diese würde letztlich nur uns selbst und die Christenheit bedrohen, gefährden.

      Ich mache aber aus meiner Haltung gegenüber dieser intoleranten Religion kein Geheimnis, denn ich vertrete die Überzeugung, daß ein Christ als Unterlegener weder dem Christentum, noch Jesus Christus von großem Nutzen ist, wollen wir unsere „edle Haltung“ nicht nur als Privileg vor dem Jenseitsgericht betrachten.
      Ich gehe sogar so weit und ziehe Vergleiche zwischen dem Entstehen des Islam, seines „Propheten“ und den Worten in der Offenbarung des Johannes, aber das ist meine persönliche Sichtweise der Dinge.
      Eines ist für mich sicher, die defensive, tolerante Haltung gegenüber uns grundsätzlich ablehnenden „Religionen, Kulturen“ wird uns ausschließlich mit unabsehbaren Folgeerscheinungen schaden und nicht nutzen.

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