Vom fatalen Umgang der CDU mit der AfD

Von Peter Helmes

Ich zweifle schon lange am Verstand der CDU. Die AfD ist für die Christdemokraten die Schlange, auf die das Kaninchen CDU starrt. Aber die CDU hat keine Idee, wie das Problem gelöst werden soll –  und zieht sich in ihren Bau zurück.

Ich kenne meine Partei seit fast 60 Jahren, habe viele Freunde und Gegner überlebt – aber diese Hilflosigkeit gegenüber der AfD ist nicht erklärbar. Wir in der Werte-Union setzen uns völlig unnötig in eine Falle: Die AfD ist geistig und personell zu weiten Bereichen ein Teil der ehemaligen Union. Viele AfD-Mitglieder waren früher Aktivisten der Union. Und jetzt – nach dem Übertritt zu AfD – sollen sie plötzlich „Nazis“ sein?

Einer der wenigen in der Union, die das erkannt haben, ist der Vorsitzende der Werte-Union, Alexander Mitsch:

„Eine pauschale Verurteilung der AfD-Wähler ist nicht gerechtfertigt und deren Ausgrenzung nicht der richtige Weg“, sagte Alexander Mitsch (Plankstadt), Vorsitzender der konservativen „Werte-Union“ innerhalb der CDU, im Gespräch mit unserer Zeitung. In der AfD gebe es „viele gute Leute, die früher bei der CDU waren, durch deren Linkskurs aber heimatlos geworden sind“.

Letztendlich sei „die Stärke der AfD nur ein Symptom für das inhaltliche Versagen der Merkel-CDU“, sagte Mitsch weiter. Er sehe zwar keine Koalitionen mit der AfD, sagte der Chef der Werte-Union, „aber wenn die AfD mit richtigen Positionen kommt, kann man sie nicht ablehnen, weil uns die nicht passen, die sie vertreten“. Er sei da sehr pragmatisch und gegen eine Kooperationsverweigerung, sagte Mitsch den Stuttgarter Nachrichten (https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.parteistrategie-cdu-sucht-nach-richtigem-abstand-zur-afd.8cf785ea-bae2-4eb2-ac65-6cfd22e4c94f.html)

Aus den Reaktionen aus der CDU zu Mitsch´s Erklärung kann man jetzt schon ablesen, daß seine Position (derzeit) in der Partei keine Chance hat.  Das ist blinder Aktionismus  – und der hilft „links“. Jedenfalls nicht einer hilflosen CDU! 

Wenn uns die Politik der AfD nicht gefällt – einverstanden! Aber es ist doch unter der Würde christlich-demokratischer Grundeinstellung, die Freunde von einst (von kürzlich) jetzt in die braune Ecke zu stellen!

Ich habe viele persönliche Freunde in der AfD, die jahrzehntelang Seite an Seite mit mir gekämpft haben – für eine konservative Union. Jetzt sind sie zur AfD gegangen. Wenn ich sie treffe, soll ich dann sagen: „Du bist ein Faschist! Mit Dir rede ich nicht?“

Nennen Sie mir einen, der früher in der CDU Verantwortung trug und jetzt in der AfD, und weisen Sie nach, wo er „braun“ geworden ist?

Wir machen es uns verflixt einfach: Die AfD hat eine strategische Lücke im konservativen bzw. „rechten“ Lager entdeckt, weil wir in der Union diese Lücke verschlafen haben. Statt nun darüber nachzudenken, wie man die konservativen Kräfte beider Parteien sinnvoll einsetzen könnte, bestimmt planloses Handeln die Union und mithin auch deren Konservative.

Was offensichtlich niemand sieht: Das Nachlaufen und Nachbeten von dummen Sprüche der CDU-Chefin, die AfD betreffend, bringt uns keinen Schritt weiter, sondern treibt die Konservativen in der Union noch mehr in die Isolierung.

Und Merkel lacht sich ins Fäustchen – von den Laschets, Strobls, Klöckners usw. ganz zu schweigen. Deren Kalkül geht auf: Verächtlichmachung der „Rechten“, Marginalisierung ihres Einflusses in der Partei!

Wo bleibt der Aufbruch der CDU?

Haben wir denn definiert, was unsere Position ist? Die Plattform der WerteUnion ist hilfreich, weicht aber der Frage einer Kooperation konservativer Kräfte aus. Stattdessen schwingt die CDU-Führung die Faschismuskeule und läßt Andersdenkenden keine Chance. Toller Laden! Die Tollheit regiert! 

Wenn wir uns schämen, konservativ zu sein, sollten wir das sagen – und dann in der politischen Auseinandersetzung mit Linken schweigen! Wenn wir aber stolz darauf sind, konservativ zu sein, dann sollten wir uns dazu bekennen, Partner suchen und gegen den Zeitgeist kämpfenauch für eine andere CDU!

Unser Autor Peter Helmes ist politischer Publizist, ehem. Bundesgeschäftsführer der JU (Jungen Union) und er schreibt aktuelle Kommentare hier: www.conservo.wordpress.com   

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8 Kommentare on “Vom fatalen Umgang der CDU mit der AfD”

  1. Holger Jahndel sagt:

    Kinseys pädophile und pansexuelle Daten – ein Einblick Judith A. Reismann

    https://www.dijg.de/paedophilie-kindesmissbrauch/reisman-paedophil-pansexuell-kinsey/

    https://www.dijg.de/

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  2. Dorrotee sagt:

    Ich halte auch den Weg von Fr. Steinbach für den besseren. Nun kann sie ihre politischen Kräfte wieder voll zum Einsatz bringen.

    Und das bei der erfreulichen Nachricht, dass Klage gegen Merkel von der AfD beim Verfassungsgericht eingereicht wurde. Die AfD macht wahr, was diese im Wahlkampf versprochen haben. Ehrliche, werteorientierte Poltik.

    Ich bete für eine erfolgreiche Klage.
    Bitte an die vielen Leser, die auch so denken, einfach mitzubeten. Dann versetzen wir Berge und Fr. Merkel.:-)
    Schließen Sie sich mit an. Vergelts Gott!

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  3. Zausel sagt:

    Wo ist die Fairniss gegenüber Alice Weidel von den Teilen der Union, die jammert, dass sie unter der Diktatorin Merkel leidet und uns einreden will, sie werden von ihr missbraucht. Schäuble hat Frau Dr. Weidel zu Unrecht gerügt oder sind nun alle Politiker aus den Altparteien Analphabeten, da sie das Wort u n d als Trennwort nicht kennen und es böswillig mit Kopftuchmädchen und Taugenichtsen zusammen würfeln, obwohl es sich um eine Aufzählung und begleitende Frage handelt ?
    Wenn aber Claudia Roth zur Frauke Petry alte Votze sagt, ist das in Ordnung und auch der vulgäre Sprachgebrauch von Grünen sowie deren Schreitheater? Schäuble rief, der selber keine saubere Weste hat, hängt sie, ähm rügt sie und alle haben brav mitgemacht, obwohl sie hätten erkennen müssen, dass Schäuble den Inhalt der Weidelrede verdreht hat und nicht in dasselbe Horn hätten blasen müssen.
    Wenn das Volk Glück hat und der Wind sich für dieses dreht, wollen uns diese CDULer dann weiß machen, die Idee wäre nicht auf ihrem Mist gewachsen, unfair zu sein? Aber lassen wir das und die ewigen Märchen, besonders von Märchenhorst und Söder, die Kreuze in den Amtsstuben sind schneller weg, wenn die CSU ihren Sieg in der Tasche hat, als man denken kann, man muss ja die Wünsche des neuen Wähler Klientels berücksichtigen.
    Es wird Seehofers letzter Feuertanz sein, denn das ÖR hat versehentlich übertragen, wie Frau Merkel mit dem „schönen“ grünen Anton plaudert und sie sich schon einen Kopf machen, wie sie Seehofer und seine CSU entsorgen, denn immerhin soll sie ihrer Ziehtochter Katrin Göring E ein Ministeramt versprochen haben.
    Hat die Union, die uns noch Anstand verkaufen will, jemals angeprangert, dass deutsche Steuergelder in Brüssel in immer größeren Ausmaß versenkt werden, damit die dortigen Feudalaristokraten ihre Wünsche erfüllen können und unser Volk ausnehmen? Ich glaube kaum, dass selbst die Pleitestaaten davon viel kriegen, sondern unsere Globalisier werden es in dunkle Kanäle abzweigen und auch die Umvolkung finanzieren. Tut mir leid, als einstiger Unionswähler muss ich sagen, die Union hat fertig. Die grüne Merkel wird schon Mittel und Wege finden, auch die CSU zu schleifen, wollen wir wetten?

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  4. truckeropa66 sagt:

    Wenn Sie das aktuelle IST in der CDU aktuell ablehnen, was hält Sie dann in dem Verein? Das CDU sind nur 3 Buchstaben, die ihrem Namen, den Sie darstellen, verhöhnen. Nicht nur Sprücheklopfen, sondern handeln und es Frau Steinbach gleich tun! Dann gewinnen Sie Achtung bei den Deutschen und die Mißachtung der drei wertlosen Buchstaben lässt sich ertragen. Es verlangt keiner, dass Sie in die AFD eintreten, und als Parteiloser andere unterstützen ist eine persönliche Einstellung!

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  5. ostrpeterroesch sagt:

    Herr Helmes, ich nehme an, Sie gehörten auf dem Karlsruher CDU-Parteitag zu den Viertelstundenklatschern. – Es dauerte eine Weile, bis ich begriffen hatte, dass ich in Ihnen nicht meine eigenen Positionen, sondern in Wahrheit die CDU unterstützt habe! Reingefallen . . .

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    • conservo sagt:

      So ein Quatsch. 1.) Ich wurde seit Jahren nicht mehr zum Parteitagsdelegierten gewählt, da ich zu „rechts“ bin (angeblich). Manche halten mich auch für „eine Schande für die CDU“ (z.B. Helmut Kohl).
      2.) Wäre ich Delegierter, hätte ich nicht 1 Sekunde für Merkel geklatscht, sondern sie zum sofortigen Rücktritt aufgefordert.
      3.) Warum sind Sie so aggressiv gegen mich? Geben Sie meinen Freunden und mir doch die Chance, in der CDU für Besinnung zu kämpfen. Austritt ist einfach, drinbleiben kostet Kraft! Und die habe und nutze ich (noch)!
      Frdl. Gruß, P.H.

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      • truckeropa66 sagt:

        Ob ein Kampf innerhalb der CDU zum gewünschten Erfolg führt, sehe ich als fraglich an. Sie selbst sagen, dass Sie erst gar nicht mehr als Delegierter berufen werden, also nimmt man Sie dort nicht mehr für voll. Bitte diesen Ausdruck nicht zu persönlich nehmen!
        Ich halte den Weg, den Frau Steinebach gegangen ist, für weitaus wirkungsvoller, und auch als Zeichen nach Aussen besser.

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      • Zausel sagt:

        Lieber Herr Helmes, Ihren Idealismus in allen Ehren, auch wir haben bis zuletzt gehofft, dass die Union ihr Gewissen wieder entdeckt, aber auf der Regierungsbank werden sie davon keinen mehr finden, Königin Merkel bezirzt sie alle und sie huldigen ihr. Der Obermufti Seehofer, einstmals Hoffnungsträger hat deutlicher nicht zeigen können, wie sehr sie alle an Merkels Busen, ähm Macht hängen. Manchmal zeigen Kameras, was sie nicht zeigen sollen und da hat Merkel schon mit den Grünen ausgehandelt, wie sie am Ast der CSU sägen können, ob mit Sieg oder Niederlage bei der Bayernwahl, das Verfallsdatum Seehofer rückt näher.
        Allein an der Basis gibt es noch jene Mitglieder der Union, die sie suchen und von denen heimlich viele AFD gewählt haben. Auf der Regierungsbank suchen Sie vergeblich. Als Vera Lengsfeld aus der Union austrat, hat Merkel sofort die Chance genutzt, die Jagd auf sie zu eröffnen und blockiert ihre Seite und lässt den Lesern drohen. Insofern ist es sogar gut, wenn sie nicht austreten, damit sie weiter schreiben können und das, was Lengsfeld immer schwieriger kann, die Wahrheiten an das Licht bringen, Sie können es.
        MfG

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