Der stigmatisierte und „lichtreiche“ Bruder Elia(s) Cataldo tagt in Krems und Hallein

Von Felizitas Küble

Das erscheinungsbewegte Nachrichtenportal „kath.net“ veröffentlichte am 30. Mai einen Werbe-Artikel für den italienischen „Seher“ Elia Cataldo, der unter Anhängern liebevoll als „Fra Elia“ bezeichnet wird (Fra ist die italienische Abk. von Fratello = Bruder).

Offenbar befürchtet die Redaktion kritische, „störende“ Leserstimmen – jedenfalls ist die dort übliche Kommentarfunktion unter diesem Beitrag abgeschaltet.

Der Aufhänger für den Elia-Beitrag ist dessen Gebetsabend-Auftritt am heutigen 31. Mai im Rahmen der IBC (International Bethabara Conference) in der niederösterreichischen Stadt Krems.

Zwei Tage später – am kommenden Samstag – ist der 1962 in Apulien geborene Visionär auf einer charismatisch geprägten Veranstaltung in Hallein zu sehen. Kein Geringerer als Erzbischof Dr. Franz Lackner hatte den „Begnadeten“ dorthin eingeladen. 

Am Samstagvormittag soll „Fra Elia“, der seit Jahrzehnten in frommen (Gebets-)Kreisen durch die Lande zieht, dort eine Ansprache halten und danach sein „Glaubenszeugnis“ darbieten, wobei es gewiß um die zahlreichen „Zeichen und Wunder“ geht, die der Klosterbruder  – ein ehemaliger Kapuziner  – erlebt haben will.

Daher ist es mit Worten nicht getan: Am Nachmittag gibt es nicht nur eine Katechese (Glaubensunterweisung), sondern auch ein „Segens- und Heilungsgebet“ mit Fra Elia.

Bei derlei Themen kennt sich „kath.net“ aus. Petra Knapp-Biermeier schreibt begeistert: „Heilungen und Wunder passieren rund um einen Italiener, der die Wundmale Christi trägt.“

Die Autorin zitiert Pater Jean-David Lindner, den Gründer der Gemeinschaft Bethabara, dem zufolge Fra Elia über „einen sehr direkten Draht zu Gott“ verfügt. Durch sein Gebet habe der Allmächtige schon „viele Heilungen und Wunder“ gewirkt.

Es stellt sich freilich die Frage: Gibt es tatsächlich einen direkteren Draht nach oben als den sakramentalen? Begegnen wir Christus durch die hl. Kommunion nicht auf die innigste Weise, die auf Erden denkbar ist? Stehen „außergewöhnliche Charismen“ und angebliche Wunderzeichen etwa höher als die Sakramente, die doch der HERR selber gestiftet hat?

Der Geistliche erzählt weiter, besonders „begnadete“ Personen seien „eine Bestätigung, dass es echt ist, was die Kirche lehrt.“  – Wie schwach muß eigentlich ein Glaube sein, der mirakulöser „Bestätigungen“ bedarf?

Die Kathnet-Verfasserin beschreibt sodann entzückt den Lebensweg des Visionärs, dessen berufliche Laufbahn als Postmann begann. Später wurde er Kapuzinerbruder und empfing  – dem Bericht zufolge  –  die Stigmata (Wundmale Christi), die aber „nicht nach Blut, sondern nach Rosen duften“.

Er habe sich bei seinem Orden wohl gefühlt und sei wie „zuhause angekommen“, doch dann habe er ihn aufgrund innerer Eingebungen verlassen (in Wirklichkeit ist er aus dem Konvent entlassen worden). Zunächst arbeitete Fra Elia in einer Chemiefabrik, bis ihm klar war, daß er einen „einzigartigen“ Weg gehen und eine eigene Kongregation gründen sollte. (Na klar: Jedem „Seher“ seinen eigenen Orden!)

Freilich war auch der Name der neuen Kommunität vom Himmel diktiert, genauer: Von Fra Elias Schutzengel aufgetragen – also nannte er sich und seine Brüder die „apostoli di Dio“, also die „Apostel Gottes“.

An „missionarischen“ Sendungsbewußtsein fehlt es dem 56-Jährigen gewiß nicht, ebensowenig seinen Anhängern, die den Stigmatisierten geradezu anhimmeln, auch in einer Reihe von Büchern, die z.B. im esoterischen Silberschnur-Verlag erschienen sind.

Vor allem die italienische Autorin Viorella Turolli veröffentlichte dort bereits drei Werke über Fra Elia, den „Wegbereiter Gottes“, wobei schon die Titel den Weg weisen: „Fra Elia von den Aposteln Gottes“ – „Fra Elia, der Engel mit den Wundmalen Christi“ – „Die göttliche Vorsehung und der Wegbereiter Gottes.“

Doch die Elia-Schwärmerei beschränkt sich nicht auf „Kath.net“. Der ebenfalls erscheinungsbewegte Journalist Paul Badde veröffentlichte bereits vor 13 Jahren in der Tageszeitung DIE WELT vom 26.3.2005 einen enthusiastischen Beitrag über den „Mönch“ unter dem Titel: „Fra Elias Blutzeichen“.

Unser CHRISTLICHES FORUM hat sich hingegen schon kurz nach dem Start unserer Webseite krititisch mit den Phänomenen um den enthusiastischen Klosterbruder befaßt, z.B. am 21. Juni 2011 unter dem Titel: „Fra Elia im duftenden Rosenblätter-Regen, von Engeln gestreut“. – Es ging hierbei um eine von ihm selber beschriebene Vision: https://charismatismus.wordpress.com/2011/06/21/%e2%80%9efra-elia%e2%80%9c-im-duftenden-rosenblatter-regen-von-engeln-gestreut/

Sodann veröffentlichten wir zwei Jahre später die Besprechung eines Geistlichen, der die esoterische Grundhaltung eines Elia-Jubelbuches kritisiert: https://charismatismus.wordpress.com/2013/04/29/buch-kritik-das-jubelbuch-uber-fra-elia-ist-keineswegs-christlich-sondern-esoterisch/

 


3 Kommentare on “Der stigmatisierte und „lichtreiche“ Bruder Elia(s) Cataldo tagt in Krems und Hallein”

  1. Christiane sagt:

    Bitte Frater Elias um Gebet für Fabians Vater der gestern Spät Abends am offenen Herz Not operiert wurde wir beten bitte Sie um Gebet für Peter
    Vergelts Gott
    Christiane

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  2. ostrpeterroesch sagt:

    Dass der Kommentarbereich bei Kathnet gesperrt wurde, daran bin wohl ich schuld. – Im ersten geschriebenen Kommentar wies ich darauf hin, wie seltsam es doch mit den Stigmata ist. Seit die Forschungen am Grabtuch von Turin bekannt wurden, wonach die Nägel nicht durch die Hände, sondern durch die Handgelenke getrieben wurden, ziehen die Stigmatisierten mit. Fra Elia hat auf einmal, anders als z. B. Therese von Konnersreuth oder Padre Pio, Handgelenkswunden. – Mein Kommentar erschien nicht. Als ich dann nochmals nachschaute, war gleich der ganze Kommentarbereich verschwunden.

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  3. Vitellia sagt:

    Dauernd die „Außerirdischen“ mit ihren Erscheinungen, Wundern und Zeichen.

    Gott ist der Höchste!
    Von ihm hört man bei diesen Erscheingungsjüngern am wenigsten.
    Nur sie sind die Wichtigsten.

    Jesus, der Sohn Gottes hat Wunder vollbracht. Menschen mit ihren Sünden sind nicht
    Jesus und vollbringen Wunder. Eine Anmaßung und Hybris.

    Genauso wenig wie Maria, die Mutter von Gott, so eine Größe, dauernd irgend einem
    frommen Beter erscheint, um wichtige Botschaften zu verkünden.
    Nein, eben nicht! Dann würde sie dem Papst erscheinen und ihm alles mitteilen, weil es dann alle Katholiken erfahren würden.
    Aber kein Papst maßt sich an und behauptet, ihm sei die Mutter Gottes erschienen.

    Weg mit diesem Personenkult um einen Elia und ähnlichen Gestalten.
    Falsche Propheten, die sich feiern lassen von denen, die ihnen nachlaufen.
    Geht in die Kirche und betet, dort gehört Ihr hin.

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