„Wohlstandsevangelium“ pur: Pfingstlerischer Starprediger Duplantis will neuen Privatjet

Von Felizitas Küble

Im Protestantismus ist die seit über hundert Jahren aktive Pfingstbewegung weltweit im Wachsen begriffen, besonders in Lateinamerika und Afrika.

Die Charismatische Bewegung auf katholischer Seite entstand deutlich später, nämlich erst 1967, wobei sie erst in den letzten 30 Jahren an Bedeutung gewann, nicht zuletzt durch schwarmgeistige Tendenzen in und um den „Marienerscheinungsort“ Medjugorje (er ist kirchlich nicht anerkannt und vom zuständigen Bischof abgelehnt).

In der evangelischen Charismatik spielen hingegen „Starprediger“ seit jeher eine große Rolle, vor allem in den USA.

Viele von ihnen sind Vertreter des sogenannten „Wohlstandsevangeliums“, welches besagt, daß mit dem Heiligen Geist verbundene Menschen auch in irdischer Hinsicht und zumal im materiellen Bereich mit „Segnungen“ rechnen dürfen, ja diese „in Anspruch nehmen sollen“, weil es dem Willen Gottes entspreche und zudem der „Evangelisierung“ zugute komme.

BILD: Einer der Titel von Duplantis, der über ein Dutzend Bücher verfaßte 

Derzeit ist der US-amerikanische Pfingstprediger Jesse Duplantis in aller Medien-Munde. Auch dieser „Apostel der Freude“ (wie ihn Freunde gerne nennen) gehört zu den schwarmgeistigen Wohlstands-Evangelisten, was freilich in der Presse keine Zeitungszeile wert wäre, wenn er es jetzt nicht  –  selbst für charismatische Verhältnisse  –  ein bißchen zu bunt getrieben hätte:

Vorigen Monat forderte der 68-jährige Fernsehprediger seine Fans in einem Internetfilm zu Spenden auf, damit er sich ein neues Privatflugzeug leisten könne, wobei er Roß und Reiter nannte: Er wünscht einen Dassault Falcon 7X für 54 Millionen Dollar.

Der Star-Pfingstler erklärte, seine Organisation (Jesse Duplantis Ministries) habe bereits drei Privatjets bezahlt, die er für missionarisch motivierte Reise genutzt habe. Er fügte hinzu: „Ich glaube wirklich, wenn Jesus heute auf der Erde wäre, würde er nicht auf einem Esel reiten….Er wäre in einem Flugzeug und würde das Evangelium auf der ganzen Welt predigen.“

Wer besonders geisterleuchtet ist, ständig außergewöhnliche Gotteserfahrung erlebt und dem Allmächtigen gleichsam auf dem Schoß sitzt, kann offenbar andere Ansprüche anmelden als minderbegnadete Christgläubige. Eines der Duplantis-Werke (seine Bücher wurden in dreizehn Sprachen übersetzt) lautet auf deutsch: „Intensive Begegnung mit der Gottheit“.

Aufgrund ihres direkten „Drahts nach oben“ wissen charismatische Enthusiasten mehr als der Rest des Kirchenvolks. So verteidigten Duplantis und sein Mitsteiter Kenneth Copeland – ebenfalls ein bekannter Wortführer des „Wohlstandsevangeliums“  – im Jahre 2016 das Fliegen im Privatjet mit der „Begründung“, die üblichen Flugzeuge seien „voll von Dämonen“.

BILD: Das sogenannte „Ruhen im Geist“ (Rückwärtskippen in Trance, „Hammersegen“) ist bei Versammlungen von Pfingstpredigern und „Heilungsdienstlern“ an der Tagesordnung

Es gibt zahlreiche weitere Prediger des „Wohlstandsevangeliums“, die untereinander meist eng vernetzt sind. So war Duplantis z.B. im Vorstand der Oral-Roberts-Universität, die ihm die Ehrendoktorwürde verlieh.

Neben Oral Roberts arbeitete er mit dem bereits erwähnten TV-Prediger Kenneth Copeland zusammen, zudem mit Benny Hin, einem weltweit bekannten Charismatiker. Über Hinns buchstäblich „um-werfende“ Aktivitäten (siehe Hammersegen: 2. Foto) hat unser CHRISTLICHES FORUM am 8.7.2011  und damit bereits kurz nach seiner Entstehung informiert: https://charismatismus.wordpress.com/2011/07/08/benny-hinn-der-charismatische-starprediger/

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

 


18 Kommentare on “„Wohlstandsevangelium“ pur: Pfingstlerischer Starprediger Duplantis will neuen Privatjet”

  1. Holger Jahndel sagt:

    Leben wir in der Zeit der kräftigen Irrtümer? Autor: Heinemann, Karl

    http://www.hier-luebeck.de/kultur-wissenschaft/glaubhaft/leben-wir-in-der-zeit-der-kraftigen-irrtumer/

    Über das Prüfen und das Gute in der jüdischen und der christlichen Tradition Klaus Wengst

    http://www.hier-luebeck.de/kultur-wissenschaft/glaubhaft/prufet-alles-das-gute-behaltet/

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  2. Søren sagt:

    Ganz irdisch mit Linie zu fliegen, kommt dem 68-jährigen Prediger und Chef der „Christlich Charismatischen Freikirche“ überhaupt nicht in den Sinn. Das sei zu gefährlich. „Dort sitzen zu viele Teufel an Bord, die mich mit ihren Fragen immerzu belästigen und ablenken“, hatte er kürzlich in einem TV-Interview gesagt.

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  3. Vitellia sagt:

    Duplantis: „Er wünscht einen Dassault Falcon 7X für 54 Millionen Dollar.“

    @Claus Stephan Merl,
    Die von mir – bewusst harte – Bezeichnung der Blödheit, aber nur, wer für diesen Privatjet auch tatsächlich spendet, halte ich nach wie vor aufrecht.
    Nicht verstanden, warum?
    1. Weil diese Spende n i c h t s mit dem Glauben an Gott zu tun hat, sondern an ihren Duplantis, der von ihnen Geld will.
    2. sollte man für arme Menschen spenden. DAS möchte Gott: „Was Ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt Ihr mir getan.“
    Ich denke, die Jünger von Duplantis sind so fromm und lesen die Bibel.
    ………………..

    Außerdem stimme ich Frau Küble zu:
    „Der Heilige Geist wirkt nicht gegen den Verstand und er respektiert die menschliche Freiheit, die ER selber (als Gott) geschaffen hat.“

    Ihre Rückblicke wie: „Zumindest Paulus weiß noch, dass das Kreuz ein Affront gegen den menschlichen Verstand … “ usw. interessieren hier nicht, weil wir nicht mehr damals leben, siehe Bayern! Und in jeder Kirche sind Kreuze.
    Heute ist kein Kreuz ein Affront gegen den menschlichen Verstand, das meinen auch Duplantis und seine Anhänger nicht! Um sie geht es doch in dem Beitrag!
    Außerdem schreiben Sie „zumindest“. Also, haben nicht alle so gedacht wie Paulus.

    Denken Sie an Immanuel Kant:
    Sapere aude – habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.
    Des EIGENEN Verstandes, bezogen auf den Beitrag, anstatt Frau Küble beweisen zu wollen, dass nur Sie Recht haben mit Ihren Bibel-Zitaten.

    Auch Paulus wusste, dass jeder Mensch seinen eigenen Verstand hat, mit dem er etwas denken soll. Aber Verstand ist nicht bei allen Menschen gleich.
    Die Anhänger von Duplantis lassen sich beeinflussen und laufen ihm verblendet nach.

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  4. Claus Stephan Merl sagt:

    Liebe Frau Küble,

    wie sehr habe ich doch Ihre Schulmeisterei vermisst. Ich dachte schon, Sie wären nach ihrer glücklicherweise nicht stattgefundenen schweren Erkrankung – wie soll ich sagen – zurückhaltend geworden. Aber nein, da kommt der katholische Lehrauftrag wieder voll durch, nicht wahr? :-)))

    In der Sache selbst geht es doch eher um Semantik. Was genau ist denn „Verstand“ u.a.? Ist „Verstand“ das selbe wie „Vernunft“? Katholische Lehre scheint mir immer mal auszublenden, dass alle diese natürlichen Eigenschaften von der Sünde ziemlich verdorben sind.

    Dass Gott die menschliche Freiheit achte u.a. gilt halt in der Bibel auch nicht durchgehend. Auch „im richtigen Leben“ erkennt man im Nachhinein des öfteren, dass Gott – aus Gnade übrigens – unsere Vorhaben bisweilen nicht gelingen ließ. Und auch Ihnen dürfte Gott im Leben das Eine oder Andere zugemutet haben, das nicht Ihrem Willen entsprach.

    Und dass Gott bisweilen von Menschen Dinge fordert, gegen die der menschliche Verstand rebelliert, dürfte Ihnen auch nicht entgangen sein.

    Baff erstaunt bin ich immer wieder über Ihre Ferndiagnosen, was andere Menschen betrifft. Wer sagt denn, dass Menschen, die „im Geist ruhen“, das nicht wollen? Und wer sagt, dass Gott sich an eine angebliche Regel halten müsse, dass Menschen nur nach vorne umfallen dürften? Und was glauben Sie, wie relativ „unordentlich“ das Pfingstereignis auf viele Beobachter gewirkt hat. Manche mutmaßten schließlich, die Jünger Jesu seien betrunken gewesen.

    Also ich z.B. habe im Rahmen meiner Lebensübergabe Gott ausdrücklich gebeten, mit mir und mit und in meinem Leben zu tun, was immer er möchte. Dieses Gebet habe ich auch immer wieder wiederholt.

    Natürlich behaupte ich nicht, dass jedes Vorkommnis in pfingstlerischen und charismatischen Kreisen tatsächlich vom Heiligen Geist bewirkt wird. Das hatte ich immer wieder betont. Hier sind wir als Christen aufgerufen zu prüfen; und zwar in der Regel nach den Früchten und nach dem Bekenntnis eines jeden Geistes.

    Was den Verstand betrifft, habe ich die vielen Paulusstellen im Blick, wo er herausstellt, dass das Kreuz Torheit in den Augen der Welt ist und dass Gott menschliche Weisheit zunichten macht, indem er gerade das Törichte auserwählt hat (gemeint sind damit Christen) Gott ist gerade der ganz Andere, der immer wieder unsere angeblich so vernünftigen Überlegungen durchkreuzt und ad absurdum führt. Desweiteren die Stelle in den Sprüchen, wonach wir uns ausdrücklich NICHT auf unseren Verstand verlassen sollen. Warum steht das wohl dort?

    Ich meine, dass der Katholizismus zu viel vom süßen Wein der griechischen Philosophie getrunken hat. Dazu noch etwas Interessantes für Katholiken:

    Ab 6. Dezember 1273 begann das „Schweigen des Thomas (von Aquin) „. Bartholomäus von Capua berichtet darüber: „Als Bruder Thomas die heilige Messe in der Kapelle des hl. Nikolaus feierte, ergriff ihn eine erstaunliche Veränderung. Nach seiner Messe hat er nicht mehr geschrieben, noch irgendetwas diktiert, vielmehr das Schreibgerät bei der Tertia seiner Theologischen Summe, beim Traktat über die Buße, weggelegt.“ Auf die Frage eines Bruders, warum er nichts mehr schreiben wolle, meinte Thomas: „Ich kann nicht mehr, denn alles, was ich geschrieben habe, scheint mir wie Stroh zu sein im Vergleich mit dem, was ich gesehen habe und was mir offenbart worden ist.“

    Quelle: http://www.kathpedia.com/index.php?title=Thomas_von_Aquin#Das_Schweigen_des_Thomas

    Stroh ist das, was in der Gegenwart Gottes verbrennen wird. Edelmetalle und Edelsteine hingegen bleiben bestehen. Das sind natürlich Chiffren für das, was vor Gott wertlos und wertvoll ist. (vgl. 1. Kor. 3, 11 – 13)

    Schönen Tag noch.

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    • Guten Tag,
      nicht so ganz im Sinne christlicher Nächstenliebe (nicht einmal von menschlicher Fairneß) lassen Sie schon zu Beginn Ihrer süffisanten Ironie freien Lauf – und das zudem ausgerechnet im Kontext einer schweren Erkrankung, die bei mir im März tatsächlich gegeben war (Grippe, Fieber, Wassermangel), weshalb der Rettungswagen kam und mir die Hausärztin noch nach fast drei Wochen strengste Bettruhe verordnete. Gottlob war es nicht so schlimm, wie ich im Fieberwahn befürchtet hatte, aber für dümmliche Spötteleien besteht kein Anlaß, geschweige irgendein Zusammenhang zwischen der Erkrankung und meinem guten Recht, mich dem von Ihnen sogenannten „katholischen Lehrauftrag“ zu widmen. Wenn ausgerechnet Sie mit Ihrer häufig überheblichen Tonlage – auch gegenüber anderen Lesern – mir „Schulmeisterei“ vorhalten, zeigt das nur, daß Sie lieber vor anderer Leute Haustür kehren als vor der eigenen.
      Typisch ist auch erneut (das haben zu Recht auch andere Kommentatoren schon beanstandet), daß Sie oftmals nicht auf Gegenargumente eingehen, sondern nur unverdrossen an Ihrem eigenen Denkrad weiterdrehen, weshalb ein Dialog mit Ihnen sich bisweilen sehr zermürbend im Kreise dreht.
      Natürlich gehen Sie auf meine mehrfachen Hinweise auf den hl. Paulus und dessen Ermahnungen zu Nüchternheit und Besonnenheit wieder einmal mit keinem Wort ein.
      Sodann wiederholen Sie erneut – als hätten Sie meine Klarstellung nicht gelesen – Ihre Aussagen zum Thema Verstand und Glaubens-INHALTE, dabei geht es um hier um spirituelle ERFAHRUNGEN, bei denen Gott nicht gegen die innere Freiheit des Menschen wirkt, also verschiedene Ebenen (wie oft muß ich das noch wiederholen?):
      Das von Ihnen beschriebene göttliche Gnadenwirken und seine besonderen Fügungen widersprechen dem doch nicht, denn auch wenn es menschliche Vernunft überschreitet, weil GOTT allwissend, allmächtig und auch allgütig ist, so vergewaltigt ER grundsätzlich nicht die Willensfreiheit des Menschen.
      Die von Ihnen erwähnte Anekdote des hl. Thomas ist in der katholischen Kirche urbekannt, ich weiß davon seit Jahrzehnten. Übrigens fand diese Glaubenserfahrung statt, als er gerade die heilige Messe zelebrierte.
      Abgesehen davon ist die katholische Kirche nicht allen Lehren des hl. Thomas gefolgt, dasselbe gilt für den hl. Augustinus. Entscheidend sind bei uns nämlich nicht die Kirchenlehrer, nicht Einzelpersonen, auch keine Päpste, sondern das depositum fidei, das überlieferte Glaubensgut, das unserer Kirche von Christus anvertraut wurde.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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  5. Lothar sagt:

    „So verteidigten Duplantis und sein Mitsteiter Kenneth Copeland … im Jahre 2016 das Fliegen im Privatjet mit der „Begründung“, die üblichen Flugzeuge seien „voll von Dämonen“.

    Na, das ist doch um so mehr ein Grund, mit üblichen Flugzeugen zu fliegen. Dann würde die schiere Gegenwart dieser Superprediger endlich mal die Dämonen vertreiben… … denn wo das Licht eingeschaltet wird, da verschwindet die Dunkelheit von selbst!

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    • Vitellia sagt:

      Super Idee!
      Der sollte wirklich in ein normales Flugzeug steigen.

      Wenn so eine Lichtgestalt mit imaginärem Heiligenschein, von Gott persönlich auserwählt sich einbildet – schon beim Einstieg ins Flugzeug würde er alle Dämonen verscheuchen.
      Die gingen freiwillig gerne!
      Hoffentlich schwirrt nicht die Hälfte der Dämonen zu seinen Jüngern, die wehrlos auf dem Boden liegen.

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  6. Claus Stephan Merl sagt:

    Das mit der „Ehrenrettung“ war Ironie!

    Was das „Wohlstandsevangelium ausmacht? Oder „the gospel of greed“ (Evangelium der Gier) wie seine Gegner sagen? Also ich hätte das so zusammengefasst:

    Die Vertreter des Wohlstandsevangeliums gehen davon aus, dass es der vorrangige Wille Gottes sei, dass jeder Mensch wohlhabend, gesund und glücklich ist. Und zwar sofort. Und Leute wie Duplantis scheinen nach außen ja den Schlüssel dafür zu haben, diesen „Segen“ zu empfangen. Und dafür werden sie bewundert. Den Aufruf, zu spenden oder „den Zehnten zu geben“ begründen diese Leute damit, der Gebende werden dann ja hundertfach selbst empfangen, wenn er zuvor gibt.

    In den USA wird dies von dem Aufsteigermythos des american way unterfüttert. Es sind die Abgehängten, die hier eine letzte Chance für sich wittern. Und wenn sie auch selbst nicht reich und gesund werden, taugt der Starprediger immer noch als Identifikationsfigur, der die eigene Identität aufwertet. Dabei werden Ursache-Wirkung-Beziehungen nicht erkannt.

    Dass das Evangelium Christi nicht einer solcher Utopie des rein menschlichen = fleischlichen Verlangens nach dem Schlaraffenland frönt, sollte nicht extra betont werden müssen.

    Im Evangelium geht es darum, instand gesetzt zu werden zur Nachfolge Christi, ihm ähnlich zu werden das zu auszuleben, was uns Christen mit der neuen Geburt verheissen ist:

    Hingegeben zu lieben wie er liebt, losgelöst von unserer Gier nach Anerkennung und all dem, was wir wollen, um uns aus eigener Kraft abzusichern; kurzum wirklich erlöst zu leben; zuerst und zuvorderst erlöst von uns selbst. Das aber kann nur in einer wachsenden persönlichen Beziehung zu Vater, Sohn und Heiligem Geist gelingen; einer Beziehung, in der wir uns geliebt und angenommen wissen und befähigt werden, alles für IHN loszulassen.

    Dergleichen findet man im Wohlstandsevangelium allenfalls als schmückendes Beiwerk, wobei dann, wenn es überhaupt eine Rolle spielt, es wiederum nur verzweckt wird, um die eigene Gier nach Leben zu stillen. Zisternen sind das, die brackig werden und das Wasser nicht halten können und nicht das lebendige Wasser, das uns Christus umsonst in seiner Nachfolge anbietet.

    Und das Ende des Evangeliums der Gier ist das eigene Verderben.

    Etwas Anderes ist es, dass wir Christen auch lernen müssen, uns immer wieder von Gott lieben und beschenken zu lassen, was mancherlei Segen beinhaltet. Denn nur dann, wenn wir das zulassen, haben wir auch etwas Liebe für den Nächsten übrig. Das Kennzeichen eines gesunden Glaubens ist dann echte Dankbarkeit für Gott und seine große Güte und nicht die Erwartungen, Gott habe uns gefälligst diesen Segen zu erweisen.

    Freilich muss dieser Segen nicht spektakulär sein. Er kann es auch mal, aber er muss es nicht und will oft im Kleinen erfahren werden. Mich kann mitunter ein Schluck kühlen Wassers schon richtig begeistern, weil er mir die Fürsorge des Vaters vor Augen führt. Oder wer hätte nicht dankbar erlebt, dass Gott Dinge so fügt, dass wir aus unlösbaren Situationen wunderbar heraus kommen. Wie es in dem schönen Kirchenlied „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren heißt:

    „Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret,
    der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet,
    der dich erhält,
    wie es dir selber gefällt;
    hast du nicht dieses verspüret?“

    Letztlich ist es die Frage:

    Begegne ich Gott als sein staunendes und dankbares Kind oder als innerer Vollwaise, der Gott nur fordernd entgegen treten kann?

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  7. Vitellia sagt:

    Die Suggestivkraft von diesen größten Pharisäern, die sich trotz Sünden wie die Besten vorkommen – die besten Irrlehrer! – ist enorm.
    Man schaue das Bild an, die Typen liegen auf dem Boden. Was hat das mit dem Glauben zu tun?
    Wo ist ihr Glaube an Gott anstatt an diesen Luxuskerl, der auch noch Spenden für seinen Privatjet möchte?
    Gott ist der Höchste!
    Dann sollen sie in die Kirche gehen, nur dort wird der wahre Glaube verkündet.

    Ich bin sicher, der Luxuskerl spricht vorwiegend Leute mit wenig Bildung und Schulbildung an.
    Kritiklos, nichts hinterfragend, laufen sie jedem Scharlatan nach.
    Sie sind beeindruckt von seinem Geschrei über Gott, was er alles weiß, mit dem er sie nur beeinflussen will. Das durchschauen sie nicht.
    Womöglich spenden sie noch für ihn. Dann sieht man die Blödheit, die null und nichts mit dem Glauben zu tun hat, anstatt für Arme zu spenden.

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    • Claus Stephan Merl sagt:

      Hallo Vitella,

      die Beurteilung von Äußerlichkeiten – ob jetzt jemand am Boden liegt z.B. – führt nach meiner Erfahrung nicht wirklich weiter. Ich lag auch schon vor Gott auf dem Boden. Was sollte daran falsch sein? Ebenso wenig führt es weiter, diese Menschen als blöd u.a. zu beschimpfen.

      Gottes Blick ist da – wie ich glaube – anders. Er sieht in jedem Menschen, der nicht an Jesus gläubig ist, ein verlorenes Schaf, das elend zugrunde gehen wird, wenn es sich nicht von dem großen Heiland und Hirten finden und erneuern lässt. Und das bewegt Gott den Vater zutiefst. Denn diese verlorenen Schafe sind auch die Kinder, die er verloren hat. Und er hält Ausschau nach Menschen, die bereit sind, sich an seiner Suche und Errettung der Verlorenen zu beteiligen. Menschen, die selbst erlebt haben, ein verlorenes und wiedergefundenes Schaf zu sein, Menschen, die voll Erbarmen und leer an Verdammnis für Andere sind.

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      • Guten Tag,
        im Kontext dieses Artikels geht es nicht darum, daß jemand betend am Boden liegt (das tut übrigens der Priester auch, bevor ihm die Priesterweihe erteilt wird), allerdings nicht auf dem Rücken (dafür gibt es kein einziges positives biblisches Beispiel) – und schon mal gar nicht ohnmächtig bzw. in Trance.
        Der Heilige Geist wirkt nicht gegen den Verstand und er respektiert die menschliche Freiheit, die ER selber (als Gott) geschaffen hat.
        Der Heilige Geist ist ein Geist der Ordnung und nicht der Unordnung, der Wachheit – und nicht der Hypnose.
        Seelische Erregtheitszustände und sonstige emotional-ekstatische Momente sollte man besser nicht mit dem Wirken des Geistes Gottes verwechseln. Oder warum ruft Paulus seine Gemeinden immer wieder zur Nüchternheit und Besonnenheit auf? Offenbar bestand schon damals Anlaß genug unter Christen mit enthusiastischem Einschlag.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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      • Claus Stephan Merl sagt:

        Liebe Frau Küble,

        ein Satz wie „Der Heilige Geist wirkt nicht gegen den Verstand“ scheint für Sie zwar in Stein gemeiselt, weil sie ihn öfter benutzen, biblisch fundiert ist er freilich nicht. Zumindest Paulus weiß noch, dass das Kreuz ein Affront gegen den menschlichen Verstand ist; desgleichen die Auferstehung. Von Jungfrauengeburt ganz zu schweigen.

        Überhaupt ist Paulus der Meinung, der natürliche Mensch verstehe nicht nur nichts vom Wirken Gottes, er stehe diesem sogar feindlich entgegen.

        Nun können wir uns auch noch ellenlang darüber streiten, was wir unter „Verstand“ verstehen. Oder unter „trance“ oder „Ordnung“. Mir scheint hier bei Ihnen lediglich ein allzu menschlicher Konservatismus durchzuscheinen. Ich hingegen ziehe es vor, Gottes Wirken nicht einordnen oder begrenzen zu wollen.

        Eine derartige Diskussion würde uns aber wohl nicht weit bringen.

        Schönen Tag noch.

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      • Guten Tag,
        Sie verwechseln hier zwei grundsätzlich verschiedene Ebenen: Bei den Glaubenslehren ist es so, daß manche auch ohne Offenbarung Gottes, allein durch die menschliche Vernunft „aufgrund der Werke der Schöpfung“ erkannt werden können, vor allem die Existenz Gottes selbst (wie Paulus ebenfalls schreibt). Das sind die sog. „natürlich“ erkennbaren Wahrheiten.
        Sodann gibt es übernatürliche Wahrheiten wie die Gottheit Christi, die Dreieinigkeit, die Jungfrauengeburt, die leibliche Auferstehung, die Eucharistie etc, die uns Gott geoffenbart hat – und die keineswegs der Vernunft widersprechen, sondern sie nur überschreiten (denn es widerspricht nicht der logischen Verstandeserkenntnis, daß Gott allmächtig ist, also auch Wunder wirken kann).
        Um solche INHALTE ging es aber ersichtlich nicht bei meiner Äußerung, wonach der Heilige Geist nicht gegen den Verstand des Menschen wirkt.
        Hier ging es vielmehr – und das schrieb ich auch – darum, daß der Heilige Geist die Freiheit des Menschen achtet, daß er dessen Verstand daher nicht außer Kraft setzt, daß der Geist Gottes ein Geist der Ordnung, der Besonnenheit und Nüchternheit ist (wie Sie bei Paulus nachlesen können). Es geht also nicht um die inhaltliche, sondern um die seelische Ebene.
        Leider habe ich bei Ihnen schon mehrfach erlebt, daß Sie nicht bei der Sache bleiben, sondern an ihr vorbei-„argumentieren“ und das wohl auch noch oberschlau finden.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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  8. Bernhard sagt:

    Ich verstehe nicht genau, was mit Wohlstandsevangelium gemeint ist. Ist damit gemeint, „für Christus nur das Beste, und folglich auch für die, die einen besonderen Draht zu Ihm haben“? Oder ist gemeint, „der Prediger tut so viel für Christus, deswegen steht ihm auch ein angemessener Lohn zu“? Oder ist es die Vorstellung „wer hier auf Erden Gottes willen tut, wird auch in diesem Leben materielle Segnungen bekommen, oder einfacher formuliert „bete, und werde reich“?

    Während es die ersten beiden Überlegungen in Europa und im katholischen Bereich auch gibt (wie Herr Merl schon andeutete), ist die letztere Vorstellung typisch protestantisch-amerikanisch.

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    • Guten Tag,
      natürlich vermischen sich die Varianten, aber die typische Haltung der charismatischen Wohlstandsevangelisten ist jene: „Bete und werde reich“ – oder genauer: Wer besondere Erfahrungen mit dem Hl. Geist erlebt und außergewöhnliche Charismen von Gott erhielt, bei dem sorgt der Himmel auch für ein entsprechendes Wohlergehen auf Erden einschließlich materieller „Segnungen“.
      Dabei müsse man die von Gott ohnehin schon verkündeten „Verheißungen“ lediglich „in Anspruch nehmen“ und daran glauben bzw. hierauf vertrauen – von daher halten einige Vertreter sogar Bittgebete in dieser Hinsicht für überflüssig oder gar für einen Mangeln an „Verheißungsglauben“….
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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  9. Claus Stephan Merl sagt:

    Das Ganze ist ein Phänomen, was ganz überwiegend in den USA und teilweise in Südamerika beheimatet ist. Zu seiner Ehrenrettung muss man sagen, dass Duplantis den Jett als Ersatz für andere Jets haben will, weil er angeblich sparsamer sei u.a.

    Nichtsdestotrotz ist das Wohlstandsevangelium im Ergebnis Irrlehre.

    Bevor man sich jetzt aber von katholischer Seite zu sehr echauffiert, sei an den Missbrauch des Ablasswesens erinnert, der damals mitursächlich für die Reformation war. Damals ging es auch darum, den Gläubigen mit geistlichen Zusagen Geld aus der Tasche zu ziehen, um angeblich DEM ein prunkvolles Gotteshaus hinzustellen, der es vorzog, in einem Stall geboren zu werden, weil ER keinen Wert auf menschengemachte Tempel legt.

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    • Warum soll man sich katholischerseits nicht gegen die Irrlehre namens Wohlstandsevangelium echauffieren dürfen, nur weil in fernerer Vergangenheit das Ablasswesen missbraucht wurde? Das will sich einem nicht erschließen!

      Mit dem „Stall“ versuchen Sie, „menschengemachte Tempel“ als wertlos darzustellen. Das ist nicht biblisch.
      1. Der Stall von Betlehem war auch menschengemacht.
      2. Gott hat sich nicht freiwillig einen Stall zur Geburt ausgesucht, sondern er wurde notgedrungen im Stall geboren, weil in der Herberge schlichtweg kein Platz war. Hätte man gewusst, dass im heiligen Leib Mariens Gott, der Erlöser, war, hätte man ihm auf jeden Fall in der Herberge Platz gemacht, und er hätte durchaus nichts dagegen einzuwenden gehabt. Er wäre dort geboren worden.
      3. Den Jerusalemer Tempel wollte Gott (ebenfalls selbstverständlich menschengemacht)! Vorausgegangen war die von Gott angeordnete Herstellung des Stiftszeltes.
      4. Zur Ehre Gottes wurde der Jerusalemer Tempel vom König Salomon schön gemacht und aus edelsten und wertvollsten Materialien. Für Gott immer das Beste, das Schönste und das Wertvollste, weshalb er es als sehr gut empfand, von jener Frau mit dem wertvollsten und teuersten Öl gesalbt zu werden, während sich die Jünger, allen voran Judas Iskariot, darüber mokierten.
      5. Jesus bezeichnete den Jerusalemer Tempel als „Haus meines Vaters“ und trieb dort die Händler raus.
      6. Da es zur Zeit der Apostel noch keine Kirchen gab, sind die Christen in den Jerusalemer Tempel zum Beten gegangen.

      Wenn Sie daher „menschengemachte Tempel“ als nichtig und wertlos hinstellen, dann denken Sie schlicht und einfach unbiblisch!

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    • Dorrotee sagt:

      Also da gibt es keine Ehrenrettung für Duplantis. 54 Millionen Dollar für ein Privatjet ist und bleibt viel zu teuer. Ob er die anderen Jets abschafft, weiß man ja nicht. Oder bleiben die für Kind und Kegel in der Familie?
      Das mit der Energie-Spargeschichte hatten wir schon mal. Derart angehauchte „Grüne“ lassen gerne mal so ihr Image aufpolieren.
      Unser derzeitige Papst macht auch gerne einen auf bescheiden. Dabei muss der Vatikan für ihn auf der anderen Seite jede Menge Geld bereitstellen. Sicherheitsvorkehrungen und nicht bezogene Vatikanwohnung sind nur zwei der Posten, die offensichtlich sind.

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