Eine neue Kirchenspaltung aus Deutschland?

Von Dr. Eduard  Werner

Die Befürchtung von Erzbischof Charles J. Chaput, von Deutschland könnte jetzt eine neue Kirchenspaltung ausgehen, scheint bereits einzutreten. Erfahrungsgemäß erleidet die Kirche ja alle 500 Jahre eine neue Spaltung. Dass sie dieses Mal vom früher marianisch geprägten München ausgeht, ist bedrückend.

In der vergangenen Woche sagten mir zwei Ehepaare unabhängig voneinander, dass sie sich mit dem Gedanken tragen, in eine orthodoxe Kirche überzutreten. Mein Einwand, dass in der Kirchengeschichte alle großen Reformer in der Kirche geblieben seien, verfing leider nicht. Die evangelische kirchliche Zeitschrift „Chrismon“ habe letztes Jahr zweimal die katholische Verwandlung von Brot und Wein in den Leib und in das Blut Christi als mittelalterliche Zauberei dargestellt.

Dass unsere konzessionsbereiten Bischöfe  eine Klärung dieser und ähnlicher Irrtümer nicht zur Vorbedingung für ein Entgegenkommen in der Eucharistie gemacht hätten, ließe Schlimmes befürchten, meinten meine Gesprächspartner.

Überdies sei die Interkommunion heute schon ein Massenphänomen. In der Tat fordern katholische Bischöfe und evangelische Christen gemeinsam etwas, was Protestanten mit ihrer Ablehnung der Priesterweihe und der apostolischen Sukzession ja selbst nicht wollen.

Die Mehrheit der deutschen Bischöfe sieht offenbar keinen Klärungsbedarf. Das kann nicht lange gut gehen.    

 


16 Kommentare on “Eine neue Kirchenspaltung aus Deutschland?”

  1. ___123___Eine neue Kirchenspaltung aus Deutschland? | CHRISTLICHES FORUM___123___

    Liken

  2. ostrpeterroesch sagt:

    Zitat: „Die evangelische kirchliche Zeitschrift „Chrismon“ habe letztes Jahr zweimal die katholische Verwandlung von Brot und Wein in den Leib und in das Blut Christi als mittelalterliche Zauberei dargestellt.“

    Was will man ernsthaft dieser evangelischen Vermutung entgegensetzen?

    Liken

    • Die Bibel, Gottes Wort!

      Liken

    • Zur Aussage der evangelisch-antichristlichen Zeitschrift „Chrismon“, dass die
      „katholische Verwandlung von Brot und Wein in den Leib und in das Blut Christi .. mittelalterliche Zauberei“:

      1.
      Diese „Zauberei“ geht nicht auf das Mittelalter zurück, sondern auf die Antike, wo Gott, den Herrn, selbst aus Brot und Wein seinen Leib und sein Blut „gezaubert“ hat:
      „Während sie nun aßen, nahm Jesus Brot, sprach den Segen, brach es und gab den Jüngern mit den Worten: ‚Nehmt hin iund esst, das ist mein Leib.‘ Und er nahm einen Kelch, sagte Dank, gab ihnen und sprach: ‚Trinket alle daraus, denn das ist mein Blut …'“

      2.
      Und das war nicht erst das erste Mal, dass Jesus „gezaubert“ hat, schon vorher tat er das:
      „Es standen sechs steinerne Wasserkrüge dort … Und Jesus sprach zu ihnen: ‚Füllt die Krüge mit Wasser!‘ Und sie füllten sie bis oben. Und er sagte ihnen: ‚Schöpft nun und bringt dem Tafelmeister!‘ Und sie brachten ihm.‘ Als aber der Tafelmeister das zu Wein gewordene Wasser kostete … rief der Tafelmeister den Bräutigam und sagte zu ihm: ‚Jedermann setzt zuerst den guten Wein vor und, wenn sie trunken sind, den geringeren; du aber hast den guten Wein aufgehoben bis jetzt.“

      Die Redaktion und die Journalisten der Zeitschrift „Chrismon“ sind antibiblisch eingestellt, bezeichnen Christus als Zauberer/Magier und sind somit ganz klar Antichristen.

      Liken

  3. ostrpeterroesch sagt:

    Die Transsubstantiation ist halt wirklich ein hartes Brot für den Verstand. Diese Lehre ist aber nicht einmal so alt. Von daher wäre schon zu überprüfen, ob sie wirklich den harten Kern des Glaubens darstellen kann.

    Liken

    • Guten Tag,
      die Transsubstantiation ist im Kern (Wesensverwandlung) so alt wie das Christentum, weil man sie im Abendmahlssaal und bei den eucharistischen Reden Jesu bereits vorfindet. Schon damals war das „wirklich hartes Brot für den Verstand“ (aber nur auf den ersten Blick, denn da Gott als GOTT allmächtig ist, kann ER jederzeit Wunder wirken). Jedenfalls heißt es, daß nach der Mein-Leib-Predigt Christi viele (!) seiner Jünger nicht mehr mit ihm zogen.
      Die philosophische Begrifflichkeit der Transsubstantation stammt zwar von Thomas von Aquin, aber er hat dabei eine schon vorhandene Lehre philosophisch-systematisch ausgedrückt, sie also in einem anderen Gewand präsentiert.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

      Liken

      • ostrpeterroesch sagt:

        Na, da bin ich jetzt etwas überrascht, Frau Küble: Sie sind ja doch wundergläubig! Natürlich kann der Allmächtige Wunder wirken, in Fatima ebenso wie in Heroldsbach. Ganz meine Rede. – Die Transsubstantiation ist zunächst aber Glaubenslehre, und zwar seit dem Konzil zu Trient 1551. Sie kollidiert zum Beispiel mit Christi Himmelfahrt ebenso wie mit Jesu Aussage „wo zwei oder drei . . . “ – Die Brot-zu-Fleisch-Verwandlung wurde auf der Lateransynode 1215 diskutiert, und o Wunder exakt seither gibt es die „Blutwunder“ in der katholischen Kirche. Wobei gerade ich nicht bestreite, daß darunter echte – auch wissenschaftlich gesehen – Mirakel sind, wie etwa in Walldürn. Daraus aber die Regel abzuleiten, ist doch – auch theologisch – sehr problematisch.

        Liken

      • Guten Tag,
        für Überraschungen besteht bei mir kein Anlaß. Heroldsbach ist von der Kirche abgelehnt (mit Recht), Fatima ist nicht verpflichtend (auch mit Recht), Privatoffenbarungen grundsätzlich nicht verbindlich für die Gläubigen. Anders steht es mit kirchlichen Glaubenslehren wie jene von der eucharistischen Wesensverwandlung, wobei es nicht auf die Übernahme philosophischer Termini ankommt, sondern – wie ich bereits schrieb – auf die Sache als solche, die Realpräsenz Christi durch die Wandlungsworte des Priesters (und natürl. durch den Hl. Geist).
        Dieses hat Thomas v. Aquin nicht erfunden, sondern aus der apostolischen Zeit übernommen und lediglich begrifflich systematisiert.
        Übrigens scheint mir Lanciano wissenschaftlich gesicherter zu sein als Walldürn, aber sei es drum.
        Ich benötige keine Blutwunder, aber den Kirchenglauben akzeptiere ich (und für den braucht es kein Mirakel).
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

        Liken

    • Gerd sagt:

      @ostrpeterroesch

      Mal unter dem Vorbehalt, dass Sie Christ sind: Wenn die Transsubstantiation nach Ihren Worten „hartes Brot für den Verstand“ ist, dürften Sie sich am „Credo“ die noch vorhandenen Zähne ausbeißen. Jesus ist wahrer Gott vom wahrem Gott, von einer Jungfrau geboren und nach der Kreuzigung auferstanden von den Toten. Welches Brot ist nun härter? Das Brot der Transsubstantiation oder das Brot von der Jungfrauen-Geburt, oder soll es lieber eine harte Schnitte Auferstehung von den Toten sein? Wenn wir nicht an die wirkliche Anwesenheit des Herrn im Altarsakrament glauben (!), können wir das Credo nicht mehr sprechen, ohne zu lügen.

      Liken

      • ostrpeterroesch sagt:

        Da gerät was bei Ihnen durcheinander. Die Jungfrauengeburt ergibt sich klar und schlüssig direkt aus den biblischen Aussagen. Die Transsubstantiation aber ergibt aus der Interpretation (!) einer biblischen Situationsdarstellung: „Dies ist mein Leib.“ Jesus saß leibhaftig und wohl vollständig am Tisch, wo war denn da die Transsubstantiation? War es nicht doch eher metaphorisch gedacht?

        Liken

      • Gerd sagt:

        Eine Jungfrauengeburt ist schlüssig? Waren die Evangelisten dabei? War Maria leibhaft und vollständig Jungfrau, vor während und nach der Geburt? Interpretieren Sie bitte, ostrpeterroesch, wenn sie können.

        Liken

      • @ostrpeterroesch
        Sie schreiben:
        „Die Transsubstantiation aber ergibt aus der Interpretation (!) einer biblischen Situationsdarstellung: „Dies ist mein Leib.“ Jesus saß leibhaftig und wohl vollständig am Tisch, wo war denn da die Transsubstantiation? War es nicht doch eher metaphorisch gedacht?“

        Zur Beantwortung dieser Frage hier entlang: https://antiprotestantismusseite.jimdo.com/eucharistie

        Liken

  4. Man wird – ohne Übertreibung – Kardinal Marx als Promotor einer schleichenden postkatholischen Restrukturierung bezeichnen dürfen. Durch sein vorschnelles und daher unkluges Durchdrücken ultraprogressiver Momente (Interkommunion) gegen merkliche Widerstände gefährdete er zwar den bereits weit vorangeschrittenen und von den Gläubigen nicht registrierten Gesamtprozess der Strukturangleichung mit den evangelischen Landeskirchen (priesterlose Gottesdienste durch Gemeindereferentinnen, Interkonfessioneller Religionsunterricht in NRW, Pilotprojekte laiengeführte Pfarreien), aber der durch sein Missmanagement medial urplötzlich gleichsam in die Rolle eines „konservativen Oppositionsführers“ gerückte Kardinal Woelki versucht jetzt bezeichnenderweise, durch eine schwammige „Ausnahmeregelung“ werbend in die konzilskonservativen Gruppen zu wirken (www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/woelki-kommunion-fur-evangelische-partner-ist-ausnahme).

    Ein Versuch, die Interkommunion doch noch zu retten – nur halt smarter. Denn „Ausnahme“ suggeriert, das theoretisch die Regel eine andere ist – aber halt nur theoretisch. In der Praxis würde die Ausnahme die Regel, was auch Kardinal Woelki nicht verborgen geblieben sein wird. Ausführlicher abrufbar unter https://kirchfahrter.wordpress.com/2018/06/05/der-papst-stellt-sich-gegen-kardinal-marx-sueddeutsche-de-oder-die-aufregung-ueber-den-marx-ismus-im-woelkikuckucksheim-teil-2/.

    Liken


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s