Wie die Fürsprache des hl. Antonius unserem verzweifelten Hausmeister geholfen hat

Vor ca 30 Jahren arbeitete ich in einem kath. Pflegeheim in der Verwaltung. Damals waren Handys noch nicht geläufig, weshalb unser Hausmeister sich mit einem teuren Funkgerät begnügen mußte.

Dabei konnte man ihn, wenn er benötigt wurde, lediglich mit einer Signal-Nummer „anwählen“, so daß er sich bei dem Betreffenden telefonisch zurückmelden konnte. (Zum Beispiel: „Die Nr. 3 hat sich gemeldet, das ist Sr. Agnes, die muß ich jetzt anrufen.“)

Der junge Hausmeister kam also in mein Büro und erzählte mir angenervt, er habe sein Funkgerät seit drei oder vier Tagen verloren und trotz aller Bemühungen – auch mit Hilfe von Freunden und Zivis – nicht finden können. Er jammerte mir vor, nun müsse er das schlimme Malheur seinem Chef melden, was ihm ganz unangenehm sei.

Ich beruhigte ihn und sagte, da gäbe es nur eine einzige Lösung, nämlich den heiligen Antonius.

Er verdrehte bei dieser Auskunft zunächst etwas die Augen, meinte dann aber, wenn es sonst keine Chance gäbe, könne man die Fürsprache dieses Heiligen ja mal anpeilen. Ich gab ihm zu verstehen, daß der hl. Antonius ein Helfer der Armen war und ein zugleich ein guter Geschäftsmann.

Von daher wäre wohl klar, daß für die übernatürliche Serviceleistung schon ein Bonus angesagt ist, wobei es mit einer Münze in den Klingelbeutel nicht getan sei. Er fragte zurück, was dieser Antonius von Padua wohl für seine Dienste „erwarte“, worauf ich sagte, er solle für den Fall des Erfolges an die zwanzig DM einplanen und sie in den Antonius-Opferkasten für Arme und Bedürftige spenden.

Ich sagte dem Hausmeister, er möge noch nicht zum Chef gehen, sondern etwas Geduld haben, denn jetzt müßten erst einmal die fälligen Gebete zum Himmel steigen. Der Mann war damit einverstanden und verließ mein Büro.

Ich sprach einige Stoßgebete und wandte mich wieder meiner Arbeit zu.

Nach etwa zehn Minuten klingelte es und die Angestellte eines Baumarkts meldete, es sei bei ihnen eine Art Funkgerät entdeckt worden. Sie habe eine Liste durchgeackert, welche Kunden und Firmen in letzter Zeit eingekauft und dabei vielleicht dieses Gerät liegengelassen hatten. Sie habe erst eine Reihe anderer Kunden vermutet und angerufen, die jedoch nicht betroffen waren. Nun versuche sie es schlußendlich noch bei uns. Ich war erfreut und teilte der Dame mit, daß wir haargenau ein solches Gerät vermissen.

Darauf habe ich über den Lautsprecher nach dem Hausmeister rufen lassen, der erneut in mein Büro kam. Ich erzählte ihm, der heilige Antonius sei ein schneller Arbeiter und habe bereits alles Nötige veranlaßt. Er möge in jenen Baumarkt gehen und sich das gesuchte Stück an Land ziehen.

Der Mann war hell begeistert  –  und schon kurz danach wußte das ganze Haus von dem „Wunder des hl. Antonius“. Noch Tage später war die Gebetserhörung in unserem Pflegeheim in aller Munde.

Mich hat es auch deshalb besonders gefreut, weil ich selber Anton heiße, weil durch diese Geschichte mein Namenspatron zu Ehren kam und unser Gottesglaube ganz handfest sichtbar und greifbar wurde.

Ich erinnerte mich an das Gleichnis Christi vom verlorenen Schaf und von der vermißten Drachme, die eine Frau im ganzen Hause suchte – und nach dem Auffinden derselben ihre Nachbarinnen und Freundinnen zusammenrief, um sich mit ihnen gemeinsam zu freuen.

Ähnlich hat es auch unser Hausmeister – obwohl ansonsten kein Kirchgänger – gehalten und überall erzählt, wie er zu seinem Funkgerät gekommen war und sich so den peinlichen Gang zum Chef ersparen konnte.

Unser Autor kommt aus Oberschwaben und ist unserer Redaktion seit Jahrzehnten bekannt; er hat auch schon als Ferienhelfer in unserem CHRISTOFERUSWERK mitgearbeitet

Oberes Foto:  Dr. Bernd F. Pelz

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3 Kommentare on “Wie die Fürsprache des hl. Antonius unserem verzweifelten Hausmeister geholfen hat”

  1. Vitellia sagt:

    Nein, der Ansicht bin ich nicht.
    Es ist eher davon auszugehen, dass die Frau des Baumarkts auch ohne Gebet zum
    hl. Antonius angerufen hätte.
    Ich brauche diese „Wunder“ nicht – Gebet und es hilft. Und wenn es nicht hilft?
    Ist dann der hl. Antonius schuld, dass man was verlegt oder unterwegs verloren hat?

    Der Hausmeister ging nicht einmal in die Kirche. Aber die Frau im Büro sollte es für ihn richten mit ihren Stoßgebeten.
    Wie kommt es dann, dass ich meine Sachen meistens alleine wieder finde, oder mein Mann, wenn ich etwas verlegt habe? Ich bei ihm auch schon öfters.

    An den hl. Antonius, zu dem wir Schülerinnen beten sollten, wenn wir etwas verloren hatten (wir nannten ihn deshalb despektierlich den „Schlamper-Heiligen“ , wenn man etwas verschlampert hatte), habe ich schon lange nicht mehr gedacht.
    Was machen Protestanten? Zu wem beten sie, wenn sie etwas verloren haben? Sie müssen es selber finden.
    Ganz schlecht, wenn man einen Geldbeutel verliert oder in einem Geschäft vergessen hat.
    Meistens bekommt man ihn nicht mehr. Da würde auch kein Gebet helfen.
    Es gibt aber auch ehrliche Menschen, nur diese helfen.

    Bei Alnatura erlebte ich vor einiger Zeit, dass eine Frau zur Kasse kam und sagte, dieser Geldbeutel lag vor einem Kühlregal auf dem Boden. Die Kassiererin bedankte sich und legte ihn sichtbar neben ihre Kasse.
    Wem dieser Geldbeutel fehlte, freute sich, ihn an der Kasse wieder zu bekommen. Ich glaube nicht, dass die Person zum hl. Antonius gebetet hat.
    Beten kann man immer, aber man hat nichts zu erwarten.

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  2. Ja, das Vertrauen in den hl. Antonius vom Kinde Jesus (oder auch: von Padua) ist weit verbreitet. Ich habe mehrfach von dankbaren Personen gehört, daß sie in mehr oder weniger brenzlichen Situationen den Heiligen angerufen haben und auf verblüffende Weise erhört wurden.

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  3. Dorrotee sagt:

    Das war ja eine prompte Gebetserhörung.
    Ja, auch ich habe den Hl. Antonius schon öfters bei verlorenen Sachen angerufen und um Fürsprache gebeten. Oftmals wenn ich meinen Fahrradschlüssel verlegt hatte.

    Man muss stark darauf vertrauen, dass der Heilige ein wirksamer Fürbitter bei Gott ist.

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