Inzuchtproblem unter arabischen Migranten

Von Hubert Hecker

Der Münsteraner Bischof Felix Genn sagte auf der Pressekonferenz zur Einführung in den Katholikentag: „Im Blick auf unsere Gesellschaft erleben wir insbesondere von rechter Seite eine Verrohung des gesellschaftlichen Diskurses“, die sich etwa in „dumpfen rechtspopulistischen Parolen“ zeige. Dann konkretisierte er die zum Diskursverfall führenden Haltungen als „Rassismus, Fremdenfeindlichkeit oder Hetze gegen Menschen mit Behinderungen“. 

Mit den zuletzt zitierten Wertungen bezog sich Bischof Genn (siehe Foto) offensichtlich auf eine Textanzeige, die von 18 Sozialverbänden am 22. April in der FAS geschaltet war, denn mit deren Formulierungen und Zielrichtung stimmten seine Wendungen von Rassismus, menschenfeindlich sowie Hetze gegen Menschen mit Behinderung überein. Die Anzeige selbst war ein Empörungsaufruf gegen den Inhalt einer „Kleinen Anfrage“ von Seiten der AfD-Fraktion.

Nach üblicher Bundestagspraxis hatte die AfD mit Antrag vom 12. März 2018 Informationen in Form von differenzierten Entwicklungszahlen von der Bundesregierung zum Thema Schwerbehinderung in Deutschland angefordert. Zu dem Unterpunkt ‚Ursachen’ wollten die Fragesteller Genaueres wissen über Behinderungen aus Inzestverbindungen und Verwandtenehen, differenziert auch nach Einwanderern.

Erbkrankheitsrisiko bei Verwandten-Ehen

Zu diesem Punkt verweist die Anfrage auf Pressemeldungen von rbb, taz und auf eine britische Studie. In den entsprechenden Publikationen wurde anlässlich aktueller Vorfälle im Migrantenmilieu an die bekannte Erkenntnis erinnert, dass sich das Risiko von Behinderungen und Erbkrankheiten bei Verbindungen von Blutsverwandten vervielfacht.

Der Neuropsychologe Prof. Dr. Wolfgang Meins ergänzte diesen Befund mit Ergebnissen einer Studie aus Dubai. Danach sind bei einer „überwältigenden Anzahl von arabischen Patienten“ rezessiv vererbte genetische Merkmale festzustellen und zwar „wegen der Häufigkeit der Ehen zwischen Blutsverwandten unter Arabern“.

Dass die Praxis der Verwandtenehen von muslimischen Migranten auch in Deutschland gepflegt wird, bestätigten frühere Veröffentlichungen von SPIEGEL, ZEIT und Welt. Deshalb die Schlussfolgerung von Prof. Meins: Diese Tendenz führe „zwingend zu einer erhöhten Rate von manifesten Erbkrankheiten bei dieser Bevölkerungsgruppe“ in Deutschland. Der Beitrag von Prof. Meins erschien auf der Seite „Die Achse des Guten“: http://www.achgut.com

Medienkampagne nach vier Wochen

Zu der begründeten Sachverhaltsanfrage der AfD-Bundestagsfraktion hatten vier Wochen lang weder die übrigen Parteien noch die Medien irgendwelche Kritik anzumelden. Ebensowenig war eine Medienresonanz nach der sachbezogenen Antwort der Bundesregierung vom 10. April festzustellen. Erst mit der Anzeige der 18 Sozialverbände entwickelte sich ein Mediensturm.

In dem halbseitigen Anzeigentext war allerdings nur marginal und verzerrt der sachliche Gehalt dargestellt. Hauptsächlich benutzte man das Anzeigenformat als öffentlichen Pranger, um mediale Empörung hervorzurufen. Das Ziel einer Skandalisierung war schon im Einleitungssatz erkennbar: „Wir sind entsetzt über die Anfrage der AfD im Deutschen Bundestag zur Schwerbehinderung in Deutschland.“

Verantwortlich für die Anzeige zeichnete der Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider. Der hatte vor zwei Jahren auf dem Linkenparteitag seinen Verband der Linkspartei zu Füßen gelegt. „Ein Funktionär stellt sich in den Dienst des Linkspopulismus“, konstatierte damals CDU-Vize Armin Laschert. Mit der Anzeige lieferte der Parteisoldat sein Meisterstück ab, indem er im antifaschistischen Agitprop-Stil den erwähnten Text strickte:

Im ersten Abschnitt wurde die AfD dafür angeschwärzt, einen „Zusammenhang von Inzucht, behinderten Kindern und Migranten und Migrantinnen“ herzustellen. Tatsächlich ist dieser Konnex zwischen den Punkten eins und zwei seit 150 Jahren wissenschaftlicher Standard und zum Punkt drei ebenfalls belegt  –  wie oben gezeigt.

Schneider dagegen nennt diesen Evidenz-Zusammenhang ohne jede Begründungen „abwegig“. Statt Argumente benutzt er gleich zu Beginn der Anzeige Empörungswendungen als Schlag-Worte. Im nächsten Satz unterstellte er der AfD-Fraktion hinterhältige Absichten. Sie würden mit „vordergründigen“ Fragen „in bösartiger Weise“ einen „abwegigen“ Zusammenhang „suggerieren“.

Betroffenheitsvokabeln statt Argumente

An diesem ersten Textabschnitt wird offenbar, dass der Initiator der Anzeige kein Interesse an einem sachlichen Diskurs über ein gesellschaftliches Phänomen hat, erst recht nicht zu begründeter Urteilsbildung beim Publikum beitragen will. Das zeigt sich allein schon darin, die Fragestellung als „abwegig“ zu brandmarken. Darüber hinaus wird die Fragestellerin mit emotionalen Betroffenheitsvokabeln wie Entsetzen und moralischen Schlagworten wie ‚bösartig’ dämonisiert.

Dieser Einleitungsabschnitt wird als Musterbeispiel dafür in die Medienlehrbücher eingehen können, wie man aus einer realistischen Sachverhaltsfrage eines politischen Gegners im Handumdrehen einen Skandal konstruieren kann.

Der Einleitungssatz des zweiten Abschnitts beginnt mit einer scheinbar arglosen Vermutung: „Es vermittelt sich (…) die Grundhaltung, Behinderung sei ein zu vermeidendes Übel“.

Im Zusammenhang mit Inzest und Verwandtenehe ist in unserm Kulturkreis der Gesetzgeber tatsächlich bestrebt, durch ein entsprechendes Heiratsverbot die erhöhten Risiken von behinderten Nachkommen zu vermeiden.

Bei Migranten mit anderen kulturellen Voreinstellungen ergäbe sich hier wie auch bei anderen Themen die gesellschaftliche Aufgabe, sie in unsere Werteordnung einzuführen – in diesem Fall durch Heiratsbeschränkung erbkranken Nachwuchs zu minimieren.

Doch Schneider und seinen Genossen ging es weder um die Verhinderung vermeidbarer Krankheiten noch um die Aufklärung von Migranten. Sie verfolgten eine Propagandastrategie: Aus dem Anfragetext konnte man die Sorge um vermeidbare Behinderungen lesen. Dieses Anliegen brachten sie nun in Verbindung mit dem völlig andersartigen Nazi-Slogan von Behinderten als zu vermeidendes Übel. Mit dieser unlauteren Methode, eine berechtigte Sorge mit der NS-Rassenhygiene zu assoziieren, sollte die AfD in den Dunstkreis der „dunkelsten Zeiten der deutschen Geschichte“ geschubst werden.

Einmal mit dem Nazi-Schatten belegt, unterstellte man den Fragestellern dann eine nazistische „Grundhaltung“ – etwa das Lebensrecht von Behinderten abzuerkennen. Frei von Beleg und Begründung wurde die Anfrage der AfD-Fraktion angekoppelt an die NS-Maßnahmen, bei der Behinderte „zu Hunderttausenden Opfer des Nationalsozialismus wurden“.

Die Verbindungslinie von der AfD-Anfrage zu den Nazi-Verbrechen an Kranken und Behinderten ist aber ein bloßes Konstrukt ohne jede Basis im Anfragetext.

Erstveröffentlichung und Fortsetzung des Beitrags von Hubert Hecker hier: https://www.katholisches.info/2018/06/ungeprueft-skandalmeldungen-verbreitet/

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16 Kommentare on “Inzuchtproblem unter arabischen Migranten”

  1. Holger Jahndel sagt:

    Ich empfehle zur Thematik auch die BBC-Dokumentation zum Thema und das Buch des Inders und Atheisten Jaya Gopal „Gabriels Einflüsterungen“ und Thilo Sarrazins Bücher.

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  2. Claus Stephan Merl sagt:

    Hallo francomacorisano.

    Sie schreiben: „ABER wenn wissenschaftlich gesichert ist, dass Ehen unter Blutsverwandten ein hohes Risiko von missgebildeten Kindern aufweisen, ist es richtig, unsere einschränkenden Gesetze zu verteidigen!“

    Ich weiß nicht, ob Sie Schwierigkeiten mit dem Lesen oder mit dem Verstehen oder mit beidem haben. Ich habe es hier mehrmals dargelegt und tue das ein letztes Mal für Sie nochmals:

    In Deutschland sind Ehen unter Cousin und Cousine ersten Grades NICHT verboten, sondern ERLAUBT. Die von Ihnen behaupteten „einschränkenden Gesetze“, die angeblich zu verteidigen sind, gibt es in Deutschland NICHT. Und das ist schon immer geltendes Recht in Deutschland und hat NICHTS mit dem Islam zu tun.

    Haben Sie es jetzt verstanden?

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    • Sehr geehrter Herr Merl,

      ich antworte etwas verspätet auf Ihren Kommentar vom 23. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß es Ihnen gar nicht um die eigentliche Thematik dieses Blog-Beitrages geht, nämlich um den unsäglichen Nazi-Vergleich und die Schicksale von erblich geschädigten Kindern und deren Angehörigen. Auf meine gut gemeinten Leseempfehlungen sind Sie inhaltlich nicht eingegangen. Statt dessen benutzen Sie dieses Forum, um eine Art von AfD-Phobie zu ventilieren. Dabei begeben Sie sich tief ins des Reich der Spekulation, Mutmaßungen, Verdächtigungen und übler Nachreden. Ich will das gar nicht mal zum persönlichen Vorwurf machen. Es ist ein gewohnter Habitus bei Leuten, die ihre geistige und politische Konditionierung aus den Kommentarspalten von Medien wie SZ, ZEIT oder SPON formen und sich dabei auch noch einen gewissen Intellekt zugutehalten. AfD-Parteigänger sind da üblicherweise schon einen Schritt weiter. Und denken z.B. darüber nach, wie eine vorausschauende Politik in Sinne „Der schon länger hier Lebenden“ gestaltet sein könnte. Wenn etwa der gerade mit den Stimmen seiner in Deutschland lebenden Anhänger frisch im Amt bestätigte Sultan vom Bosporus solche Sprüche loslässt wie etwa: „Macht nicht drei, sondern fünf Kinder, denn Ihr seid die Zukunft Europas. Das wird die beste Antwort sein, die Ihr auf die Unverschämtheiten, Feindseligkeiten und Ungerechtigkeiten, die man Euch antut, geben könnt.“, dann sollte das nicht nur AfD-Anhänger zum Nachdenken bringen. Quelle: https://www.stern.de/politik/ausland/erdogan-ruft-tuerken-in-europa-auf—macht-fuenf-kinder–7373280.html
      Meine Empfehlung: Spekulieren Sie nicht über die AfD, sondern sprechen Sie mit ihren Repräsentanten. Am 3. Juli, 19 Uhr kommt Professor Meuthen nach Weilheim in die Stadthalle. Das gibt Ihnen Gelegenheit, Ihre Vorurteile abzubauen.

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  3. francomacorisano sagt:

    Inzucht produziert auf neudeutsch „Andersbegabte“.
    Das ist wissenschaftlich erwiesen.
    Es reicht, wenn Moslems diese Produktion in ihren Ländern vornehmen!
    In Deutschland, wo es das früher leider auch gab, haben wir das überwunden.
    Gott sei Dank!

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    • Claus Stephan Merl sagt:

      Wer Kinder bekommen als „Produktion“ bezeichnet, hat sich schon disqualifiziert. Die Propaganda der AfD ist bei Ihnen ja schon auf fruchtbaren Boden gefallen. Der Boden des Grundgesetzes ist das freilich nicht.

      Was genau haben Sie gegen Behinderte?

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      • francomacorisano sagt:

        Ich habe natürlich NICHTS gegen Behinderte!
        ABER wenn wissenschaftlich gesichert ist, dass Ehen unter Blutsverwandten ein hohes Risiko von missgebildeten Kindern aufweisen, ist es richtig, unsere einschränkenden Gesetze zu verteidigen! Früher war es im Adel beliebt, Cousins und Cousinen zu heiraten, um Herrschaftsansprüche nicht teilen zu müssen – mit verheerenden Folgen. Wir brauchen das nicht wieder durch den Isam, der NICHT zu Deutschland gehören darf!

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  4. Claus Stephan Merl sagt:

    Zunächst stelle ich fest, dass in den Berichten oft nicht sauber zwischen Inzest (verboten) und Inzucht (in Grenzen erlaubt) unterschieden wird. Deshalb sollte hier mal klargestellt werden, dass in Deutschland die Heirat und der Geschlechtsverkehr zwischen Cousins und Cousinen sowie noch weiter entfernten Verwandten erlaubt ist. Verboten ist Geschwisterinzest sowie Inzest zwischen leiblichen Verwandten aufsteigender Linie.

    Die Heiratserlaubnisse im islamischen Recht sind also davon nicht erfasst. Dort kommt es vermehrt zu – nach deutschem Recht – erlaubten Ehen zwischen Cousins und Cousinen 1. Grades. Das war übrigens vor wenigen hundert Jahren auch in europäischen Königshäusern gang und gäbe.

    Es verbietet sich daher, Muslime und Nichtmuslime anders zu beurteilen bzw. zu diskriminieren als Deutsche. Ähnliches wird ja auch immer wieder bei den relativ isolierten Amish in Nordamerika versucht, wo man ein angeblich gehäuftes Auftreten von Depressionen der angeblichen Inzucht zur Last legt.

    Richtig ist, dass bei Ehen zwischen blutsverwandten Cousin – Cousine 1. Grades – die oft bei Migranten vorkommt – das Risiko des Auftretens von Erbkrankheiten ansteigt. Dabei gilt:

    Bei nicht blutsverwandten Partnern liegt die Gefahr für Erbkrankheiten bei ca. 2 – 4 %. Bei blutsverwandten Cousin–Cousine 2. Grades liegt sie bei 1,56 % und bei blutsverwandten Cousin–Cousine 1. Grades bei 6,25 %. Bei der letzten Gruppe liegt sie also etwa doppelt so hoch wie beim Durchschnitt (3 % aus 2-4 % gemittelt) bei nicht blutsverwandten Partnern.

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Inzucht_beim_Menschen#Inzucht_beim_Menschen_und_Erbkrankheiten

    Wenn man also Ehen unter Cousins und Cousinen 1. Grades wegen des erhöhten Risikos von Erbkrankheiten nicht will, muss man zunächst mal das Gesetz ändern, wobei ich allerdings Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit eines solchen Vorgehens hätte.

    Solange Muslime etwas tun, was in Deutschland erlaubt ist, ist es jedenfalls unredlich mit dem Finger auf diese zu zeigen.

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    • Nicht alles, was vom Gesetz nicht verboten ist, ist auch ratsam und vernünftig. Wir sind uns darüber einig, daß bei Ehen zwischen Blutsverwandten ein erhöhtes Risiko für Erbkrankheiten besteht. Das hat nichts, aber auch gar nichts mit der Diskriminierung von Behinderten zu tun. Es wäre die Aufgabe eines Gesundheitsministeriums gewesen, dem altbekannten Phänomen nachzugehen, es statistisch in Zahlen zu fassen und Prävention zu betreiben. Das hätten sich übrigens auch die Sozialverbände aufs Panier schreiben können. Das ist unterblieben, von daher erfolgt die Nachfrage der AfD völlig zu recht. Es ist das vornehme Recht einer Opposition, die Regierung auf Versäumnisse hinzuweisen. Die Vermutung liegt nahe, daß mit falscher Rücksichtnahme auf möglicherweise „kulturelle Befindlichkeiten“ seitens der Regierenden nichts unternommen wurde.

      Alle Eltern wünschen sich nichts sehnlicher als gesunde Kinder. Nun ist sattsam bekannt, daß eine Vielzahl von Ehen aus dem orientalischen Raum keine Liebesheiraten, sondern arrangierte Verbindungen sind, häufig eben zwischen Cousine und Cousin ersten Grades. Hier tut Aufklärung not. Von daher hat die Schmutzkampagne des Herrn Ulrich Schneider vielleicht sogar eine gute Seite: Es wird wieder ein Bewusstsein für dieses Problem geschaffen.

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      • Claus Stephan Merl sagt:

        Hallo hansberndulrich,

        ich habe nie behauptet, dass „alles, was vom Gesetz nicht verboten ist, auch ratsam und vernünftig“ sei. Ich habe nur darauf hingewiesen, dass die betroffenen Ehen unter staatlichem Schutz stehen, da sie erlaubt sind.

        Wie stellen Sie sich denn „Prävention“ in dieser Frage vor?

        Die Betroffenen zur Scheidung oder zur Sterilisation bewegen? Das wäre ja das Einzige, das helfen würde. Beides wäre aber rechtlich unzulässig, weil es diese Ehen in ihrem grundgesetzlich geschützten Bestand gefährden würde.

        Nein, es wird nicht „… mit falscher Rücksichtnahme auf möglicherweise „kulturelle Befindlichkeiten“ seitens der Regierenden nichts unternommen“ …, sondern weil man bei einer legalen Ehe rechtlich nichts unternehmen KANN. Das sollten Sie mal zur Kenntnis nehmen.

        Ebenso ist doch eindeutig, worum es der AfD geht:

        Man will den Migranten vorwerfen, dass sie „der deutschen Kultur zuwider“ so heiraten, dass behinderte Kinder entstehen, die dann auf Kosten der Bevölkerung therapiert werden müssen. Auf diese Weise könnte man muslimische Migranten stigmatisieren.

        Ob Ehen arrangiert werden, ist völlig unerheblich. Mal ganz abgesehen davon, dass die sog. „Liebesheirat“ auch kulturgeschichtlich in Deutschland eher die Ausnahme war. Tatsächlich sind Ehen, die nicht aus emotionalen Gründen geschlossen werden, oft dauerhafter als solche, die nach dem Erlöschen der ersten Verliebtheit geschieden werden, weil angeblich die Liebe „abhanden gekommen“ sei. Da darf man dann schon vermuten, dass hier von echter Liebe nicht die Rede sein kann.

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    • Sehr geehrter Herr Merl,

      in Bezug auf Ihre letzte Antwort: Die Diskussion in diesen Forum hatte sich fortbewegt von dem eigentlichen Skandal: Nämlich dem unsäglichen Nazi-Vergleich des Herrn Ulrich Schneider. Sie schlagen nun wieder den Bogen zurück, indem Sie das Thema „Sterilisation“ aufs Tablett heben. Das ist natürlich absurd. Mal abgesehen davon, daß jeder Mensch verantwortungsvoll mit seinen Fortpflanzungsorganen umgehen sollte: Bei Prävention geht es um Information und Aufklärung, und der Ruf danach ist wesentlich älter als die Gründungsurkunde der AfD. Ich verweise auf den Artikel in der Zeitschrift ZEIT aus dem Jahr 2012: https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-07/inzest-migranten-ehe/komplettansicht oder ein noch älterer Beitrag aus dem Spiegel von 2009 http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-66696026.html der anschaulich den verzweifelten Kampf einer Türkin um Aufklärung beschreibt.
      Lesen Sie sich das in Ruhe durch, dann können wir gerne auf der Basis weiterdiskutieren. Nebenbei: Ihre Unterstellung der Motivlage bei der AfD ist pure Spekulation. Der Wortlaut des Anfrage gibt diese Deutung nicht her. Aber jeder zieht sich den Schuh an der ihm passt. – Was mich wirklich erstaunt ist Ihr Plädoyer für arrangierte Ehen. Das mag gutgehen, aber es gibt zahllose Beispiele, wo eine von der Sippschaft gegen den Willen der Brautleute erzwungene Verbindung tragisch endet, oftmals mit fatalem Ausgang für die Frau, sofern sie dem Zwang zu entfliehen versucht. Nicht alles ist bewahrenswert, was vor Jahrhunderten auch hierzulande gebräuchlich war und in manchen Ländern immer noch gängige Praxis ist. Etwa die Körperstrafen bis hin zur Steinigung bei Ehebruch.

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      • Claus Stephan Merl sagt:

        Ich habe der AfD nichts unterschoben, sondern auf deren Motivation geschlossen, denn das ist die einzige Motivation bei dieser Partei, die Sinn macht, nämliche Muslime zu stigmatisieren. Der user francomacorisano hat das eindrucksvoll bestätigt. Muslime und erst recht deren behinderte Kinder sind nach Aussage dieses users in Deutschland unerwünscht. Somit wird die etwaige Behinderung muslimischer Kinder als Ausgrenzungskriterium missbraucht.

        Sterilisation habe ich nur deswegen erwähnt, weil es rein logisch das einzige 100 % ige Mittel wäre, die Geburt geistig Behinderter zu verhindern. Abtreibung wäre die andere Option. Dass beides verbrecherisch ist, muss ich eigentlich nicht betonen.

        Ich habe nicht für arrangierte Ehen plädiert, sondern meine Skepsis gegen die sog. „Liebesheirat“ zum Ausdruck gebracht. Ehen gegen den Willen der Eheschließenden sind natürlich falsch. Von Steinigung bei Ehebruch sprach ich auch nicht. Gott fand das allerdings im Alten Bund angemessen. Was ein wichtiges Indiz dafür ist, wie schrecklich Gott das findet.

        Zum sog. Nazi-Vergleich:

        Eine Partei, wie die AfD, die zahlreich bewiesen hat, dass sie vor keiner noch so unsäglichen Aussage zurückschreckt, muss sich nicht aufregen, wenn einer ihrer Gegner mal etwas überzieht. Wobei ich finde, dass die Aussage des users francomacorisano durchaus als Plädoyer für „Volkshygiene“ verstanden werden kann. Vielleicht hat er das noch nicht im Sinn, aber er bewegt sich in diese Richtung.

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  5. Vitellia sagt:

    Natürlich ist Inzest ein Problem. Wie will man es lösen?? Oder wieder nur Unruhe bringen?

    Nach unserer Rechtsprechung ist Inzest verboten, nahe Verwandte dürfen nicht heiraten.
    Das sieht jeder Standesbeamte in den Geburtsurkunden.
    Aber Menschen, egal welcher Herkunft, die schon eine Behinderung haben, was geschieht mit ihnen? Was soll dann die Untersuchung der AfD?
    Hat sich die AfD schon früher für Menschen mit einer Behinderung eingesetzt? Für Menschen, die im Rollstuhl sind, für Eltern mit einem Kind mit dem Down-Syndrom?
    Es gibt auch Kinder, die schwer herzkrank auf die Welt kommen und schwer geistig behinderte Kinder und Erwachsene.
    Die Pflegekräfte leisten viel! Immer wieder sehe ich sie in der U-Bahn und habe schon öfters mit ihnen und einem behinderten Menschen gesprochen. Einfach gefragt, wie es ihm geht und dass ein Spaziergang jetzt schön ist. Das reicht schon. Egal, ob er die Worte versteht, dieser Mensch fühlt, dass man freundlich zu ihm ist und zu den Pflegekräften.
    Damit behinderte Menschen auch in die frische Luft kommen, fährt man etwas weiter raus aus der Großstadt.
    Oder ein Zahnarztbesuch steht an. In jedem Pflegeheim gibt es einen Arzt, aber keinen Zahnarzt oder Augenarzt.
    Es gäbe genug Aufgaben, auch sich dafür einzusetzen, dass die Pflegekräfte mehr Anerkennung durch eine bessere Bezahlung für ihre Leistung bekommen.

    Übrigens, Frau VON Storch weiß bestimmt auch, dass es besonders beim Adel viele Verwandten-Ehen gab!

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    • Claus Stephan Merl sagt:

      Liebe Vitella,

      auch hier ist zwischen Inzest und Inzucht zu unterscheiden. Ehen, die dem Inzestverbot zuwiderlaufen,´gibt es grundsätzlich unter Muslimen nicht (klar kann das im Einzelfall sein, die Regel ist es aber nicht).

      Die Anfrage der AfD hat natürlich einen Hintergrund. Oder glaubt hier jemand ernst haft, es sei die reine wissenschaftliche Neugier, die dahinter stehe. Vielmehr geht es eindeutig darum, einen Grund dafür zu haben, mit dem Finger auf Migranten zu zeigen.

      Zu Recht weisen Sie auf die Verwandtenehen beim Adel hin. Dazu Wikipedia:

      „Beim europäischen dynastischen Hochadel bestanden restriktive Heiratsregeln. Das überzogene Gebot der Ebenbürtigkeit und eine über Familienbeziehungen betriebene Außenpolitik sollten dabei helfen, politischen Einfluss und ökonomische Potenz innerhalb der Familie zu bewahren. Zudem durften lange Zeit Ehen nur innerhalb der eigenen Glaubensgemeinschaft geschlossen werden, so dass zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert mehr oder weniger geschlossene katholische, lutherische und reformierte „Heiratszirkel“ existierten. Ideologisch wurden diese restriktiven Heiratsregeln durch den Glauben an eine „göttliche Kraft“ „guten Blutes“ überhöht, die, so meinte man, durch Eheschließung und Fortpflanzung mit Inhabern gleichen oder gleichrangigen „edlen“ Geblütes verstärkt werde. Auf diese auch vom Volk geglaubte Ideologie gehen heute noch benutzte Ausdrücke wie „von adeligem Geblüt“ oder von „blauem Blut“ zurück.

      Das kanonische Recht der katholischen Kirche verbot zwar Eheschließungen zwischen engen Verwandten; sie machte jedoch bei Angehörigen des Hochadels fast immer von ihrer Prärogative einer Ausnahmegenehmigung (Päpstlicher Dispens) Gebrauch und hob das Ehehindernis auf.

      Die bekanntesten unter dem europäischen Hochadel verbreiteten Erbkrankheiten sind die Hämophilie (Bluterkrankheit) und die geistige Behinderung. Die hohe Zahl von Ehen im engen und engsten Verwandtschaftskreis wird als Ursache für das Aussterben einiger großer europäischer Dynastien (insbesondere des spanischen Zweiges des Hauses Habsburg) angenommen.“

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    • Liebe Vitella,

      die Anfrage kam nicht von der Frau von Storch, sondern von der Bundestagsabgeordneten Nicole Höchst, Mutter von vier Kindern, davon eines mit Behinderung. Die Frau weiß, wovon sie spricht, wenn es um die Pflege behinderter Kinder geht. – Ich selbst spende regelmäßig für die Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, die sich im besonderen Maße der Pflege von Behinderten angenommen haben. Leider reichen private Spenden nicht aus, so daß die karitativen Institutionen in hohem Maße auf Zuschüsse der öffentlichen Hand angewiesen sind, mithin unsere Steuergelder. Von daher ist es besonders verwerflich, daß Herr Verbandsfunktionär Schneider das für die Pflege dringend benötigte Geld für politische Agitation zweckentfremdet.

      Ich freue mich, daß Bethel das gehässige Pamphlet NIICHT unterschrieben hat.

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  6. Herzlichen Dank für die Neuaufnahme dieser widerwärtigen Geschichte, die alles andere als ein Ruhmesblatt für die Verbandsfunktionäre darstellt. Es handelt sich um eine an Dreistigkeit kaum zu überbietende Instrumentalisierung von Opfern der NS-Euthanasie, die sich gegen diese Vereinnahmung nicht mehr wehren können. Nun wissen wir endlich, wessen Geistes Kind dieser Ulrich Schneider ist, auf dessen Mist dieses unsägliche Traktat gewachsen ist. Als Leser der FAS war mir damals auch diese Anzeige aufgefallen und ich habe entsprechend kommentiert:
    https://alternative-ansichten.com/2018/05/04/politische-instrumentalisierung-von-euthanasieopfern-widerwartig/

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    • Es gibt auch heute wieder Bestrebungen in Richtung Euthanasie und Eugenik in den USA und der EU, u.a. durch Rechtsradikale und auch durch die freimaurerische Paneuropa-Union.
      Berechtigte Kritik an Islam und Islamismus äußerte duch Thilo Sarrazin in seinen Büchern.

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