Paderborner Priesterkreis hält Entscheidung von Erzbischof Becker für „unannehmbar“

Erklärung

Der Priesterkreis Communio veritatis hat sich intensiv mit dem Vorstoß Erzbischof Beckers befasst, der den Kommunionempfang für protestantische Partner in einer konfessionsverschiedenen Ehe in sogenannten Einzelfällen ermöglichen will.

Wir stellen einmütig fest, dass diese Weisung unannehmbar ist.

Unsere Vereinigung erklärt dazu folgendes:

1. Grundsätzlich gilt: „Um die heilige Kommunion zu empfangen, muss man der Katholischen Kirche voll eingegliedert sein und sich im Stand der Gnade befinden“ (KKK 291).

2. In der Enzyklika Ecclesia de Eucharistia des hl. Papst Johannes Paul II. lesen wir: „Die Ablehnung einer oder mehrerer Glaubenswahrheiten über diese Sakramente […] hat zur Folge, dass der Bittsteller nicht für ihren rechtmäßigen Empfang disponiert ist“ (EdE 46). Es gehört zum Wesen des Protestantismus, nicht den vollen katholischen Eucharistieglauben zu haben.

3. Bezüglich Kanon 844 § 4 CIC kann kein Diözesanbischof die Situation in einer konfessionsverschiedenen Ehe zur schweren Notlage erklären, um eine Interkommunion zu ermöglichen. (Kardinal Brandmüller sagte zur Deutung der schweren Notlage: „dass der Kanon sich auf Extremsituationen, wie sie in Krieg, Verfolgungen, auch Deportationen und Naturkatastrophen entstehen, bezieht“ (kath.net, 25.6.2018).

4. Kanon 844 § 4 des katholischen Kirchenrechts stellt für den Kommunionempfang eines nichtkatholischen Christen unter anderem die notwendige Bedingung, dass ein Spender der eigenen Gemeinschaft nicht aufgesucht werden kann.

5. Die in Nummer 1401 des Katechismus der Katholischen Kirche beschriebene rechte Disposition schließt notwendig auch das Freisein von schwerer Sünde ein. Daraus ergibt sich, dass der Protestant in einer echten Notlage zunächst zum Bußsakrament geführt werden müsste.

6. Im Hinblick auf das ewige Heil gibt es in ziemlich seltenen Ausnahmefällen die Möglichkeit, einzelne nichtkatholische Christen zum Bußsakrament, zur Krankensalbung und zur Eucharistie zuzulassen. Das setzt jedoch voraus, dass bestimmte, außergewöhnliche, durch genaue Bedingungen gekennzeichnete Situationen (siehe oben 2 bis 5) – wobei alle Punkte zutreffen müssen – gegeben sind. Es ist die Pflicht eines jeden, sich treu daran zu halten (vgl. Papst Benedikt XVI., Sacramentum Caritatis, 56).

Der Priesterkreis Communio veritatis bleibt fest entschlossen, in allem Jesus Christus und dem beständigen Lehramt der Katholischen Kirche zum Heil der Seelen treu dienen zu wollen.

Quelle und Erläuterungen hier: http://www.kathnews.de/treue-zu-jesus-christus-und-dem-lehramt-der-katholischen-kirche

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7 Kommentare on “Paderborner Priesterkreis hält Entscheidung von Erzbischof Becker für „unannehmbar“”

  1. Holger Jahndel sagt:

    25 Juni 2018, 11:45
    Kommunionspendung an nichtkatholische Mischehepartner?

    Die Klarheit der kirchenrechtlichen Bestimmungen. Der Kitt eines wahrheitsvergessenen Pragmatismus kann die zerbrochene Einheit im Glauben nicht wiederherstellen. Nur die Wahrheit macht frei. Von Walter Kardinal Brandmüller

    http://kath.net/news/64226

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  2. Cornelia Vogt sagt:

    Ich kenne den evangelischen Glauben gar nicht.
    Der Vater meiner Kinder IST evangelisch.
    So wollte er seine Kinder evangelisch taufen lassen.
    Ich lehnte dies rigoros ab.
    Für MICH existiert nur der katholische Glaube .
    Der LEIB unseres HERRN ist kein BONBON.
    Ehrfurcht trägt man EIGENTLICH in sich beim Empfang des HEILIGEN BROTES.
    Dazu bedarf es des Glaubens an JESUS.
    Und nicht an Luther.

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  3. Lothar sagt:

    Der 4. Punkt ist auf den evangelischen Ehepartner wohl nicht anwendbar. Das Kirchenrecht meint mit „Spender der eigenen Gemeinschaft“ offensichtlich orthodoxe Geistliche. Würde
    ein Protestant das Abendmahl bei Erreichbarkeit vorziehen, dann bekundet er damit, dass er
    dasselbe nicht richtig von der Eucharistie unterscheidet und ist allein dadurch schon nicht disponiert.

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  4. Vitellia sagt:

    Wie kann es nur sein, dass Bischöfe nicht in der Lage sind, mit ein paar Sätzen den Protestanten zu erklären, dass sie unsere Kommunion nicht empfangen können:

    Sie müssen katholisch getauft sein!
    Nur dann gehören Sie zu unserer Kirche und zur Hl. Messe mit der Kommunion.
    Wollen Sie sich nicht überlegen, unseren Glauben anzunehmen, um auch teilzuhaben an der Kommunion?
    Fertig.
    Dann sollen sich Protestanten überlegen, was sie wollen, oder in ihrer Kirche das Abendmahl empfangen.
    Nie liest man, dass Katholiken mit ev. Partner/in in der ev. Kirche das Abendmahl wollen.
    Das hätte ich nie gewollt. Diese Kirche mit Martin Luther ist mir fremd.

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    • Monika Medel sagt:

      Nun, die Bischöfe erklären es deshalb nicht, weil sie mehrheitlich in dieser Frage eben anderer Auffassung sind, d.h. sie haben nichts dagegen und machen es wie die berühmten drei Affen. Aus guter Quelle weiß ich, dass ein Bischof zu seinen Priestern und Dekanen zu sagen pflegt: „Macht weiter wie bisher, aber bringt nichts in der Zeitung, offiziell weiß ich von nichts.“ Er ist nicht der einzige. Sogar Kardinal Woelki hat erklärt, dass er nichts gegen die auch in seinem Erzbistum vielfach geübte Praxis zu unternehmen gedenkt, er will es nur nicht offiziell erlauben. Und wie war das mit Papst Benedikt und Roger Schutz bei der Beisetzung von Johannes Paul II.?
      Und dass man nie liest, dass Katholiken mit einem ev. Partner zum Abendmahl wollen, hängt ganz einfach damit zusammen, dass dies stillschweigend so praktiziert wird.

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      • Monika Medel sagt:

        Nachtrag: Fallbeispiel 1: Tagung von Theologen in einer ev. Akademie, darunter einige Katholiken. Abschlussgottesdienst mit Abendmahl, alle, auch die Katholiken nehmen teil. Fallbeispie 2: Theologentagung, ebenso gemischt in einer kath. Bildungseinrichtung in einer deutschen Bischofsstadt. Abschlussmesse in der Kapelle des Bischofssitzes, der Bischof selbst zelebriert, reicht den ihm durchaus als solchen bekannten Protestanten die Kommunion. Fallbeispiel 3: Tagung polnischer Naturwissenschaftler in einer italienischen Bischofsstadt zum Thema „Glaube und Wissenschaft“. Abschlussmesse mit dem Bischof. Einer der Teilnehmer meldet sich, er sei Protestant (in Polen ja sehr selten), ob er auch zur Kommunion dürfe? Antwort des Bischofs: „Wer viel fragt, bekommt viele Antworten.“ Der Mann versteht das als positive Antwort und nimmt auch an der Kommunion teil. Der Bischof war der Bischof von Rom und trug den Namen Johannes Paul II.
        Ich kann meine Quellen durchaus offenlegen.
        Und wenn ich nun diese Fallbeispiele – ich habe noch mehr davon – in gemischtkonfessionellen, durchaus kirchlich engagierten Kreisen erzähle, wie reagieren die Leute dann? Reagieren sie mit: „Schrecklich!“ Oder mit:“Gut so! Aber warum macht man es dann ich offiziell?“

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    • Holger Jahndel sagt:

      Antiprotestantismus

      http://antiprotestantismus.mozello.de/

      „Zeugen der Wahrheit“

      http://kath-zdw.ch/

      Der katholische Theologe und Journalist und Philosoph David Berger als Querdenker mit Weblog und Zeitkritiker und Zeitbeobachter und christlicher Humanist und Vordenker und Wertkonservativer – jenseits des postmodern-relativistischen medialen Mainstreams

      https://philosophia-perennis.com/

      Kreuzgang – Kreuzgang-Übersicht

      https://www.kreuzgang.org/

      Die Sakramentskapelle Rund um den traditionellen römischen Ritus und die ihm verbundenen Gemeinschaften.

      KATH.NET – Katholischer Nachrichtendienst

      http://www.kath.net/

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