Irrgeistige Botschaften „Die Vorbereitung“ wollen auf die „Warnung“ einstimmen

Von Felizitas Küble

Seit langem geistert durch die erscheinungsfromme Szene die Vorstellung von einer baldigen himmlisch bewirkten „Warnung“, einer weltweiten Seelenschau aller Menschen (wobei es teilweise heißt: ab dem 7. Lebensalter aufwärts), die zugleich eine zwischenzeitliche Wiederkunft Christi beinhaltet. Das würde bedeuten, daß Jesus sich  v o r seinem Wiederkommen in Herrlichkeit bereits mittels der „Warnung“ aller Welt offenbaren wird.

Diese nicht nur unsinnige, sondern unbiblische These geht vor allem auf Garabandal zurück, einem kirchlich nicht anerkannten Erscheinungsort in Spanien. Anfang der 60er Jahre wurden dort – wie meist üblich – jungen Mädchen besondere Visionen und „Botschaften“ zuteil, darunter eben auch die Ankündigung jener „Warnung“.

Diese vermeintliche Strafaktion des Himmels wurde ab dem Jahre 2011 durch eine anonyme „irische Seherin“ in ähnlicher Version weiter verbreitet – und nach ihrer Entlarvung gab es weitere „Begnadete“, welche diese theologisch absurde Vorstellung jeweils auf ihre Weise weitergesponnen haben.

Kürzlich berichteten wir über die entsprechenden „Offenbarungen“ einer argentinischen Seherin Luz de Maria: https://charismatismus.wordpress.com/2018/07/13/argentinien-luz-de-maria-bietet-stigmatisationen-und-visionen-der-endzeit/

Ähnlichen Unsinn verbreiten die Bände mit dem Titel „Die Vorbereitung“ aus einem Lulu-Verlag, deren Titelbild passenderweise mit einem vermeintlichen Wunderbild illustriert ist. (Näheres dazu in unserem Artikel: https://charismatismus.wordpress.com/2016/01/08/von-den-merkwuerdigkeiten-eines-wunderbildes-der-heiligen-familie/)

Die Bücher enthalten vorwiegend „Marienbotschaften“ einer anonymen Maria zur Göttlichen Vorbereitung der Herzen. Angeblich wurde ihr vor fünf Jahren durch die Madonna geoffenbart:

„Wir schenken euch DIE VORBEREITUNG, damit Ihr alle gerettet werden könnt. Hier geben Wir euch die einzig wahre Anleitung, wie ihr euer Leben zu Gott Vater hin verändern könnt. Wir zeigen euch, wie einfach der Weg zu Meinem Sohn ist und führen euch durch die Zeit der Großen Veränderungen, die Endzeit, hindurch. Wir schenken euch diese Botschaften vom Himmel, damit ihr eine Anleitung habt, wie ihr auf einfachste Weise zu Jesus und ins Himmelreich findet. Wir sagen euch, wie es um eure Welt steht und was ihr ändern und tun müsst, damit ihr in Frieden und ohne Leid und Not leben könnt. Wir öffnen euch den Weg in die Herrlichkeit Gott Vaters.“ 

In einer Buchwerbung heißt es dazu: „Diese himmlischen Botschaften sind voll inniger Liebe, rütteln zugleich auf und verkünden die baldige Wiederkunft Jesu. Sie zeigen der Menschheit den einzig möglichen Weg der Rettung auf, um nicht auf ewig verloren zu gehen.“

Hierzu einige Anmerkungen:

  1. Diese Privatoffenbarung an eine anonym bleibende Seherin soll also die „einzig wahre Anleitung“ sein, um zu Jesus und ins Himmelreich zu finden. Laut dem neutestamentlichen Hebräerbrief hat Gott „zuletzt zu uns gesprochen durch seinen Sohn“. Deshalb lehrt die katholische Kirche, daß die göttliche Offenbarung mit dem Tod des letzten Apostels abgeschlossen ist. Dies ist keine kirchliche Randnotiz, sondern ein Axiom, also gar eine Denkvoraussetzung für viele katholische Dogmen, gleichsam eine Ur-Basis ihrer Lehre. 
  2. Angeblich führen diese Vorbereitungs-Botschaften „durch die Zeit der Großen Veränderungen, die Endzeit, hindurch“. Abgesehen davon, daß die eigentliche Endzeit laut Neuem Testament nicht mit irgendeiner Seelenschau-Warnung beginnt (die in der Bibel völlig unbekannt ist), sondern mit dem Auftreten des Antichristen, wissen wir durch Gottes Selbstoffenbarung in Bibel und kirchl. Lehramt, wie wir uns mit Gottes Gnade in jeder Zeit – ob vor oder in der Endzeit – bewähren können. Wir kennen die Zehn Gebote und die Botschaft der Evangelien, die Sakramente und die Verkündigung der Kirche – und das genügt jedem vernünftigen Gläubigen.
  3. Sodann heißt es in jener vermeintlichen Marienbotschaft, die seltsamerweise in „Wir“-Form erfolgt:Wir sagen euch, wie es um eure Welt steht und was ihr ändern und tun müsst, damit ihr in Frieden und ohne Leid und Not leben könnt.“  Damit dürfte das eigentliche psychologische Motiv dieser Botschaften zutage treten: Man möchte „ohne Leid und Not“ leben können, also unbehelligt und ungeschoren aus den turbulenten Zeiten gerettet werden bzw.  vor „Leid und Not“ bewahrt bleiben – ein offensichtlich zwar menschlich verständlicher, aber allzu irdischer Beweggrund…
  4. In der Buchreklame wird behauptet, diese visionären Botschaften „verkünden die baldige Wiederkunft Christi“, gemeint ist die erwähnte „Warnung“. Tatsache ist aber, daß vor dem Kommen Christi in Herrlichkeit erst der Antichrist sein widergöttliches Reich aufrichten wird. Somit wird durch diese falschmystischen Offenbarungen eine wesentliche biblische Botschaft verdrängt. Damit werden die Gäubigen gerade nicht „vorbereitet“, sondern – wie so oft in irrgeistigen Botschaften –  in Ver(w)irrung geführt.

 

 

 

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4 Kommentare on “Irrgeistige Botschaften „Die Vorbereitung“ wollen auf die „Warnung“ einstimmen”

  1. "GsJC" sagt:

    Ja – die Anhänger der unsinnigen „Warnung“ aus Garabandal befinden sich dauerhaft in einem Zustand der inneren Anspannung. Sie kommen nicht zur Ruhe und zu einem wahren inneren Frieden, da die „Warnung“ seit über 50 Jahren „bald“ kommt und man schließlich vorbereitet sein muss. Aber anstatt sich vorzubereiten, wobei der Christ immer vorbereitet sein sollte, machen sie ihre nähere Umgebung mit diesem Unsinn verrückt und sich selber lächerlich.

    Jedem, der ihnen nicht zustimmt, wird unterstellt, nicht genug gebetet zu haben und nicht vom „Heiligen Geist“ erfüllt zu sein – wie sie es sind. Wer ihnen widerspricht wird mit Beleidigungen (siehe „Einspruch“) und Drohungen bedacht.

    Auf der Sachebene haben die Anhänger nichts zu bieten und kneifen, so ihnen eine Frage zum Thema gestellt wird, die ihre „Warnungsphantasien“ erschüttern könnte.

    Die Heftchen über die „Vorbereitung“ können als „pdf-Datei“ heruntergeladen werden. Drei Seiten Schwachsinn waren mir genug. Das niveaulose Geschreibsel ähnelt – wie im Artikel geschrieben – den Privatphantasien der gescheiterten „MDM“ aus Irland.

    MfG

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    • Stjepan Vucina sagt:

      Leider ist deren Fundament nicht die Lehre Gottes, die ER durch seine heilige römisch-katholische und apostolische Kirche verkündet, sondern „Privatoffenbarungen“.
      Nichts gegen echte „Privatoffenbarungen“, die, die mit der Lehre und Tradition der 2000 Jahre alten Kirche Gottes übereinstimmen, aber wenn man sich auf ein anderes Fundament stellt, in diesem Fall auf das Fundament von „Privatoffenbarungen“, ob nun echt oder nicht, der steht abseits von der Kirche, die als EINZIGE uns hier auf Erden belehrt, da sie nach 1 Tim. 3,15 Pfeiler und Fundament der Wahrheit ist! Echte „Privatoffenbarungen“, zu denen die „Warnungs“-Botschaften nicht gehören, sind nur nebenher gegen, um uns tiefer in die alte Lehre der Kirche einzuführen usw. Beispiel:

      Ich kenne jemanden, der empfing 2005 eine „Privatoffenbarung“, die ihn auf die katholische Kirche verwies und ihn dazu aufforderte, von seinem bösen, weltlichen Lebenswandel umzukehren, Buße zu tun und ein traditionell katholisches Glaubensleben zu führen. Das war eine echte „Privatoffenbarung“, weil sie nicht die Person an sich fesselte, sondern aufforderte, der Kirche und ihrer heiligen Lehre und heiligen Tradition zu folgen! Diese „Privatoffenbarung“ gilt nicht nur jener Person, die sie empfing, sondern allen, die nicht in der katholischen Lehre und Tradition stehen! Diese „Privatoffenbarung“ ist immer und für jedermann gültig!

      Wer sich also auf das Fundament von „Privatoffenbarungen“ stellt und sie daher über die Kirche und Lehre und Tradition stellt, der ist längst abgefallen; er ist unterwegs in die Hölle … Schade um diese Seelen, für die Christus sein Leben hingegeben hat!

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    • Stjepan Vucina sagt:

      Leider ist deren Fundament nicht die Lehre Gottes, die ER durch seine heilige römisch-katholische und apostolische Kirche verkündet, sondern „Privatoffenbarungen“.
      Nichts gegen echte „Privatoffenbarungen“, die, die mit der Lehre und Tradition der 2000 Jahre alten Kirche Gottes übereinstimmen, aber wenn man sich auf ein anderes Fundament stellt, in diesem Fall auf das Fundament von „Privatoffenbarungen“, ob nun echt oder nicht, der steht abseits von der Kirche, die als EINZIGE uns hier auf Erden belehrt, da sie nach 1 Tim. 3,15 Pfeiler und Fundament der Wahrheit ist! Echte „Privatoffenbarungen“, zu denen die „Warnungs“-Botschaften nicht gehören, sind nur nebenher gegen, um uns tiefer in die alte Lehre der Kirche einzuführen usw. Beispiel:

      Ich kenne jemanden, der empfing 2005 eine „Privatoffenbarung“, die ihn auf die katholische Kirche verwies und ihn dazu aufforderte, von seinem bösen, weltlich-linken-teils-protestantischen Lebenswandel umzukehren, Buße zu tun und ein traditionell katholisches Glaubensleben zu führen. Das war eine echte „Privatoffenbarung“, weil sie nicht die Person an sich fesselte, sondern aufforderte, der Kirche und ihrer heiligen Lehre und heiligen Tradition zu folgen! Diese „Privatoffenbarung“ gilt nicht nur jener Person, die sie empfing, sondern allen, die nicht in der katholischen Lehre und Tradition stehen! Diese „Privatoffenbarung“ ist immer und für jedermann gültig!

      Wer sich also auf das Fundament von „Privatoffenbarungen“ stellt und sie daher über die Kirche und Lehre und Tradition stellt, der ist längst abgefallen; er ist unterwegs in die Hölle … Schade um diese Seelen, für die Christus sein Leben hingegeben hat!

      Gefällt mir

      • Holger Jahndel sagt:

        @Stjepan Vucina:

        antiprotestantismus – Startseite

        antiprotestantismus.mozello.de/

        Suchmaschineneintrag. Bitte hier eintreten: https://antiprotestantismusseite.jimdo.com. Erstellt mit Mozello – dem schnellsten Weg zu Ihrer Website.

        quote:
        ——————————————————————————–
        „Wer nicht auf meiner Seite ist, ist gegen mich, und
        wer nicht mit mir sammelt, zerstreut“
        Matthäus 12:30 und Lukas 11:23
        ——————————————————————————–

        sowie

        quote:
        ——————————————————————————–
        Denn wer nicht gegen uns ist, ist für uns.
        Markus 9, 40
        ————————————————————————

        Dies scheint ein Widerspruch zu sein; wichtig ist
        aber, wie immer, der Kontext:
        Im ersten Text argumentiert Jesus mit den Pharisäern
        (Jüdische Schriftgelehrte). Ihm wurde vorgeworfen,
        dass sein Heilungswunder, welches er gerade eben
        vollbracht hatte, durch den Teufel geschehen war.
        Jesus kontert daraufhin scharf, denn seine Gegner
        waren alle mit den Schriften vertraut, hätten also
        wissen können, wer Jesus war, und konnten ausserdem
        ein Wunder „live“ miterleben. Da sie trotzdem Jesus
        als Verbündeter Satans ansahen, ging Jesus mit ihnen
        ziemlich hart ins Gericht und sagte dabei diesen
        oberen Satz. Wer Gott erlebt, und ihn trotzdem
        ablehnt, ist gegen Gott. (aber das tun die anderen apostolischen Traditionen etwa nach Johannes und Jakobus oder auch Thomas ja eben nicht!)

        Die zweite Stelle:
        Hier redet Jesus über Leute, die Gutes tun, ohne
        explizit einer Gemeinde zuzugehören bzw. den Jüngern
        nachfolgen. Leute, die Gutes tun und nicht gegen Gott
        sind, sind für Gott. Gültig ist für Christen natürlich die Bibel.

        Mir erscheint diese Deutung der beiden Stellen auch im
        Zusammenhang mit dem Liebesgebot Jesu viel
        überzeugender.
        Sagte Jesus nicht auch über den fremden Wundertäter
        der in seinem Namne Wunder vollbrachte und den die
        Jünger dann daran hindern wollten weil er sich ihnen
        nicht anschließen wollte, sie sollten ihn nicht
        hindern?

        Anerkennung auch anderer Konfessisonen…

        Ich wollte noch auf zwei spezielle und sehr verwandte
        Bibelstellen hinweisen (ich verwende die
        Einheitsübersetung bzw. Interlinear-Übersetzung)
        hinweisen:

        Der fremde Wundertäter: Markus 9,38- 41

        Da sagte Johannes zu ihm: Meister, wir haben gesehen,
        wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb; und wir
        versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht
        nachfolgt. Jesus erwiderte: Hindert ihn nicht! Keiner,
        der in meinem Namen Wunder tut, kann so leicht
        schlecht von mir reden.Denn wer nicht gegen uns ist,
        der ist für uns. Wer euch auch nur einen Becher Wasser
        zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört – amen,
        ich sage euch: er wird nicht um seinen Lohn kommen.

        Der fremde Wundertäter: Lukas 9,49 – 50

        Da sagte Johannes: Meister, wir haben gesehen, wie
        jemand in deinem Namen Dämonen austrieb, und wir
        versuchten, ihn daran zu hindern, weil er nicht mit
        uns zusammen dir nachfolgt. Jesus antwortete
        ihm:Hindert ihn nicht!Denn wer nicht gegen euch ist,
        der ist für euch.

        Auch als überzeugter Christ kann man also andere
        christl. Konfessionen oder eingeschränkt die Juden als Gott
        verehrend akzeptieren. Wenn auch noch unvollkommen.

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