Das „Fest der Demut Mariens“ und die dazu ganz unpassenden Madonnenerscheinungen

Von Felizitas Küble

Das kirchliche Fest der Demut Mariens vom 17. Juli gehört zu den weniger bekannten Marientagen, ist es aber wert, mehr beachtet zu werden, erst recht in den erscheinungsbewegten Kreisen. Es wird seine Gründe haben, daß man dort in aller Regel nicht einmal um die Existenz dieses Feiertages weiß.

Kein Wunder, denn hier geht es um die wahre Bescheidenheit der gnadenvollen Gottesmutter, die zum Engel Gabriel sprach: „Siehe, ich bin die Magd des HERRN.“  

Auch das Magnificat   –  der biblisch bezeugte Lobgesang Marias beim Besuch ihrer Kusine Elisabeth –  bezeugt die Demut der Madonna, heißt es dort doch: „ER hat herabgeschaut auf die Niedrigkeit seiner Magd.“

Das ist die Selbsteinschätzung der wirklichen Mutter des HERRN – und wie sieht im Vergleich dazu die Tituliersucht und das ständige Selbstlob vieler „Marienerscheinungen“ aus? Tatsächlich: ganz anders! – Es kann sich folglich nicht um ein und dieselbe Person handeln, denn auch als Königin der Engel und Heiligen im Himmel hat sie ihre Grundhaltung nicht verändert.

Hier seien aus der Fülle der Beispiele zwei Fälle herausgeholt, um diese Problematik streiflichtartig aufzuzeigen:

HEROLDSBACH: Keine Privatoffenbarung wurde in den zweitausend Jahren der Kirchengeschichte derart stark abgelehnt wie jene von Heroldsbach im Bistum Bamberg, wo die „Rosenkönigin“ Anfang der 50er Jahre einigen Landmädchen erschienen sein soll.

Nicht nur der zuständige Bischof ordnete Strafmaßnahmen gegen Heroldsbach-gläubige Priester an, auch Pius XII.  – gewiß ein marianisch geprägter Papst  – hat sich strikt gegen diese Phänomene ausgesprochen und Sanktionen gegen widerspenstige Geistliche verhängt. Dennoch zogen und fuhren weiterhin zehntausende Pilger an diese fränkische „Wunderstätte“.

Freilich verwundert es wenig, daß sich die selbsternannte „Rosenkönigin“ dort in einer  Weise in den Mittelpunkt rückte, daß es häretische, ja letztlich gotteslästerliche Formen annahm, denn sie stellte sich gleichsam als vierte Person neben die göttliche Dreieinigkeit. (Dies habe ich ausführlich in der Zeitschrift „Theologisches“ belegt – siehe hier:  https://charismatismus.wordpress.com/2011/06/08/heroldsbach-und-die-%e2%80%9ehimmelsvisionen%e2%80%9c/)

SEHERIN VON DER DONAU: Auch ein erscheinungsbewegtes Buch mit dem Titel „Geheimnis Maria“ sprengt diesbezüglich alle theologischen Grenzen. Georg Schmertzing bringt es auf S. 30 sogar fertig, Maria als die „Miterlöserin ihres mit ihr so eng im Geiste verbundenen Sohnes“ zu bezeichnen.

Wie bitte? Die Madonna soll die „Miterlöserin“ ihres göttlichen Sohnes sein? Dann wäre sie die Erlöserin und ER der Erlöste?!

Wir wollen dem deutsch-ungarischen Autor zugutehalten, daß er hoffentlich „eigentlich“ schreiben wollte: Maria sei mit ihrem Sohn im Geiste so eng verbunden, daß sie deshalb eine Miterlöserin sei (wobei auch diese „Logik“ ins Leere führen würde, aber das steht auf einem anderen Blatt).

Die Krönung des Absurden liefert uns aber die S. 249, denn dort wird unter dem Titel „Die himmlische Zwiesprache“ aus einer angeblichen Botschaft zitiert, welche die „Mystikerin von der Donau“, Luise Wittmann, erhalten haben will.

Demzufolge habe Christus ihr am 4.2.1978 Folgendes über die Madonna erklärt:
„Sie hält Zepter und Reichsapfel in den Händen, denn so gebührt es ihr als Königin. Ihr Erlösungswerk ist Berufung…So strahlt sie als Herrscherin wahrlich so wie ich…Ich will das Knie vor ihr beugen und ihr Herrschertum anerkennen für uns…So ist ihr alles zugeignet von dem Vater, dem Sohne und dem Heiligen Geiste in Liebe. Meine Mutter, Köngin, wir lieben dich und beugen das Knie vor dir.“

Das sind unfaßbare Gotteslästerungen, die keines weiteren Kommentars bedürfen, aber einmal mehr aufzeigen, wohin der Erscheinungs(wahn)sinn führen kann.

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


6 Kommentare on “Das „Fest der Demut Mariens“ und die dazu ganz unpassenden Madonnenerscheinungen”

  1. Holger Jahndel sagt:

    Zeugen der Wahrheit
    kath-zdw.ch/
    Der Sinn des Lebens ist die Suche nach der Wahrheit. Unser Leben hört mit dem Tod nicht auf. Unser Leben hat Konsequenzen – positive oder negative.

    http://kath-zdw.ch/

    Katholische Liturgie stellt Maria Magdalena den Aposteln gleich
    Andreas Müller

    Auf diesem Gemälde von Fra Angelico (1440) begegnet Maria Magdalena als erste dem auferstandenen Jesus. Copyright: Gemeinfrei Vatikan – Auf ausdrücklichen Wunsch von Papst Franziskus wird mit ihremheutigen Gedenktag (22. Juli) der Heiligen Maria Magdalena den Aposteln gleichgestellt. Neben der Aufwertung und Wertschätzung der Rolle von Frauen in der römisch-katholischen Kirche will der Papst mit…

    Weiterlesen… →

    https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/maria-magdalena-aposteln-gleich20160613/

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  2. Cornelia Vogt sagt:

    Die Kirche unterrichtet nicht…
    Sie schreibt VOR, WAS RICHTIG ZU SEIN H A T.
    Und man MUß auch noch ZAHLEN DAFÜR.
    NAHM JESUS MAMMON?
    JA__F R E I W I L L I G E GABEN, WELCHE ER DEN ARMEN S C H E N K T E.
    Wofür zahlen WIR Kirchensteuer ____
    Ist WOHLBEKANNT, DENKE ICH.

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    • Vitellia sagt:

      Wie Politiker oft unsere Steuern verschwenden, das ärgert mich viel mehr als die Kirchensteuern, die nicht verschwendet werden.
      Die Priester brauchen Messgewänder und alles, was man für die Kirche an Ausstattung braucht, kostet viel Geld.
      Googeln sie die Gloria-Messe in Augsburg! Dort wird gezeigt, was man für eine Kirche braucht.

      Eine Kirche oder ein Kloster müssen auch renoviert werden, das kostet.

      Und wofür ich persönlich schon gerne die Kirchensteuer bezahle: Denken Sie an Feiertage wie Weihnachten, Ostern, Pfingsten, was es für eine schöne Musik gibt, die nicht nur der Kirchenchor singt.
      Für eine festliche Messe wie die Krönungsmesse von Mozart werden Sänger/innen mit guten und ausgebildeten Stimmen geholt und bezahlt.
      Das ist es mir wert, so eine schöne Messfeier zu erleben.
      Und das überall, auch in Österreich im Urlaub haben im Salzburger Dom eine lateinische Messe mit wunderbarer Musik von Mozart gehört.
      Auch Joh. Seb. Bach ist für die Kirchenmusik wichtig.
      Oder in Stuttgart habe ich in der St. Eberhardskirche „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn gehört.
      Das war zwar ein Konzert, das Eintritt kostete, aber bei weitem nicht so viel, dass alle Kosten gedeckt waren.
      Sehr gut, dass sich gerade die kath. Kirche für unsere Kultur einsetzt, zu der auch die großen Komponisten gehören.
      Ich bezahle gerne die Kirchensteuer!

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  3. Dorrotee sagt:

    Liebe Fr. Küble,
    sie tun mir leid, wenn sie diese Bücher lesen. Ihre Aufklärung kommt zwar vielen Menschen, die im „Irrglauben“ stecken, zugute, aber es ist doch sicherlich sehr nervend für Sie, wenn Sie diese Bücher lesen?
    Ja, Maria war eine demütige Mutter und Magd des Herrn. Sie ist unsere Fürsprecherin.
    Schön ist es, dass wir sie als Vorbild und – wer es schafft – auch als Gottesmutter und unsere Mutter von Jesus an Hand und ans Herz bekamen.
    Ich kann am besten im Rosenkranz und in den Marienandachten im Mai einen Zugang zur Fürsprache von Maria finden.

    Ein schönes Fest: Demut Mariens

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    • Guten Tag,
      wenn ich ein erscheinungsbewegtes Buch lese, um vor diesem oder jenem Unfug zu warnen, weiß ich ja auf der ersten Seite nicht, was mich noch alles erwartet. Ich bin zwar „Kummer gewohnt“, aber was dieses Buch „Geheimnis Maria“ bietet, hat auch mich fast vom Hocker gehauen.
      Sie haben völlig recht: gediegenene Mariengebete, darunter Angelus und Rosenkranz, sind ein guter Zugang zu Maria und sie versenken uns zugleich in die Heilsgeheimnisse Christi, die nämlich der Mittelpunkt dieser Gebete bilden.
      Hingegen führt uns das Erscheinungs(un)wesen von all dem weg.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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      • Vitellia sagt:

        Wenn es nicht so ärgerlich wäre, könnte man so ein Buch spannend finden, was für ein Unsinn verkündet wird.
        Was falschen Propheten alles einfällt zu Maria, der Mutter von Gott.
        Das ist Missbrauch mit Maria.
        Sie müssen sich später verantworten vor Gott, denn sie sind das Gegenteil von guten Katholiken!
        Nie liest man, dass Gott der Höchste ist und dass sie in die Hl. Messe gehen. Wann gehen sie zur Beichte?
        Dann würden ihnen die Marotten ihrer Erscheinungen vergehen.
        Der Priester (wenn er nicht selber dazu gehört, auch solche gibt es leider) würde ihnen das Nötige sagen, auch dass der Papst dagegen ist.
        Er duldet diesen Schwindel nicht in seiner Kirche.
        Eine Buße würden sie bei der Beichte bekommen, aber ordentlich.
        Es sind schlechte, vom Glauben abgefallene Katholiken!

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