Folter, Mord und Organraub in Rot-China

Am 20. Juli 2018 jährt sich Chinas Repression gegen die buddhistische Meditationsschule Falun Gong zum 19. Mal.

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) fordert von den EU-Staaten, insbesondere von der Bundesregierung, endlich mit der Führung in Peking Klartext zu reden. 

„Es ist nicht länger hinnehmbar, dass man mit Despoten intensiven Handel betreibt, aber die menschenverachtende Politik des chinesischen Regimes nicht öffentlich anspricht. Schweigen bedeutet zustimmen. Letztendlich macht man sich mitschuldig und gibt grünes Licht für weitere Menschenrechtsverletzungen“, so IGFM-Vorstandsmitglied Hubert Körper.

BILD: Plakat bei einer Protest-Aktion in Münster

Nach Auffassung der IGFM müssen Ignoranz und Tatenlosigkeit gegenüber Menschenrechtsverbrechen wegen wirtschaftlicher Vorteile beendet werden. Die Floskel „Wandel durch Handel“ habe im Falle Chinas nur zum Gegenteil geführt.

Dies zeige die Verfolgung der Falun Gong-Anhänger ebenso wie die anhaltende Unterdrückung der ethnischen Minderheiten wie Uiguren und Tibeter, oder die totale Kontrolle der Medien und die Inhaftierung von Menschenrechtsverteidigern und Regimekritikern.

Die ursprünglich staatlich geförderte Meditationsschule Falun Gong fand in China in den 90er Jahren zahlreiche Anhänger – nach amtlichen Schätzungen zwischen 70 und 90 Millionen, mehr als die allein regierende kommunistische Partei Mitglieder hatte.

Unmittelbar nach dem offiziellen Verbot am 20. Juli 1999 initiierte das kommunistische Regime eine seit Maos Tod beispiellose Kampagne, so die IGFM. Dafür wurden große Teile des Staatsapparates mobilisiert und ein Sonderbüro beim Zentralkomitee der Kommunistischen Partei einzig für die Verfolgung von Falun Gong geschaffen. Dieses sogenannte „Büro 610″ organisiert in ganz China die Verfolgung von Falun Gong und anderen Glaubensgemeinschaften.

Über die staatlich kontrollierten Medien und Bildungseinrichtungen wurde Falun Gong in ganz China als „böser Kult“ und verbrecherische Vereinigung sowie als Staatsfeind gebrandmarkt. Hunderttausende Falun Gong-Anhänger wurden in Arbeitslagern, Gefängnissen und Polizeistationen unter menschenunwürdigen Bedingungen interniert.

Kinder, deren Eltern Falun Gong praktizierten, durften weder Kindergarten noch die Schule besuchen, Falun Gong-Übende verloren ihren Arbeitsplatz, Studenten ihren Studienplatz und den Rentnern wurde die Rente nicht mehr ausgezahlt. Es liegen zudem bestätigte Berichte vor, wonach seit 1999 über 4.000 Falun Gong-Praktizierende Folter nicht überlebten oder gezielt hingerichtet wurden. Die tatsächliche Zahl liegt vermutlich viel höher. Experten sprechen von Völkermord.

Zudem sollen Falun Gong-Praktizierende als Hauptquelle zur Beschaffung von menschlichen Organen für Transplantationen dienen. Ermittler gehen seit dem Jahr 2000 jährlich von mehreren 10.000 Transplantationen mit unklarer Organherkunft aus. Freiwillige Organspender sind in China aus kulturellen Gründen kaum zu finden. Von 1977 bis 2009 wurden nach offiziellen Angaben in ganz China lediglich 130 freiwillige Spender registriert.

Auch gibt es bislang kein funktionierendes Spendersystem, vergleichbar mit der Stiftung Eurotransplant, die für die Zuteilung von Spenderorganen in acht europäischen Ländern verantwortlich ist.

Weitere Infos zu China hier: http://www.menschenrechte.de/china


One Comment on “Folter, Mord und Organraub in Rot-China”

  1. Bernhard sagt:

    Moment mal…

    In China gibt es politische Verfolgung, und es gibt auch noch Umerziehung und (meines Wissens) auch noch Arbeitslager. Soweit, so schlecht.
    Nur kann ich so eine verharmlosende Darstellung von Falun Gong nicht akzeptieren.

    Falun Gong ist eine führerzentrierte, rassistische (auch potenziell antichristliche) und intrigante politische Bewegung (nix „reine Meditationsschule“). Jemand hat sie im Bezug auf Methoden und Ausrichtung mit Scientology verglichen. Wer es nicht glaubt, möge nur einmal die ganzen Schriften und Verlautbarungen des „großen Meisters“ lesen. Sie sind alle auf Deutsch verfügbar, nur muss man sich auf ein „eher geringeres“ geistiges Niveau einstellen.
    Das mit dem Organraub ist auch nie richtig bewiesen worden. Falun Gong stützt sich auf die Ermittlungen der kanadischen „Menschenrechtsanwälte“ Kilgour und Matas, die in der Fachwelt aber wenig Beachtung gefunden haben. Von anderer Seite gibt es keine Beweise dafür.

    Tatsache ist auch, dass die Situation für die Menschen in China seit Deng Xiaoping viel besser geworden ist. Ich spreche jetzt nicht von verbesserten wirtschaftlichen Situation (worauf die chinesische Führung so unheimlich stolz ist), sondern auch von der Menschenrechtssituation. Zu Maos Zeiten war China ein totalitäres Regime, schlimmer als die Sowjetunion. Heutzutage ist es eher mit Suhartos Indonesien, Südkorea vor der Demokratisierung oder lateinamerikanischen Diktaturen vergleichbar. Beileibe kein Paradies, jedoch sollte auch berücksichtigt werden, dass in so einem großen Land Veränderungen langsamer vonstatten gehen.
    Ob der „Handel“ für diese Veränderungen maßgeblich verantwortlich war, sei dahingestellt; und natürlich sollen westliche Politiker die Menschenrechtssituation auch ansprechen (wenn auch, meiner Meinung nach, maßvoll; auf Einmischung in innere Angelegenheiten reagiert die chinesische Führung oft mit Abblocken). Wenn ein System aber komplett isoliert ist (wie heute noch Nordkorea), wird es radikaler, und man verliert alle Einblicke in die inneren Vorgänge.

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