Geburtstagsgruß für Erzbischof Wolfgang Haas

Von Dr. Markus Büning

Heute wird ein Erzbischof 70 Jahre alt, der aus meiner Sicht zu den ganz großen Verkündern der Wahrheit in unserer Kirche gehört: Wolfgang Haas aus dem Erzbistum Liechtenstein.

Wer ihn kennt weiß, dass er ganz anders ist, als viele Meinungsmacher uns seit Jahrzehnten glauben machen wollen. Ich kenne kaum einen Menschen, der für seinen Glauben so viel Schmach und Verletzungen einstecken musste wie dieser verdiente Bischof.

Wer ihn persönlich kennen darf, fühlt sich sofort an einen anderen großen Bischof erinnert, an den Hl. Franz von Sales. Beiden Oberhirten ist nämlich eines gemeinsam: Die unverbrüchliche Verbindung von Güte und Liebe zur Wahrheit.

Ja, wer diesen Bischof und Priester im persönlichen Gespräch und bei der Feier der Heiligen Messe erleben darf, spürt die Nähe des guten Hirten, der sich nicht scheut, die Wahrheit ungeschminkt zu verkünden. Aber nie mit Fanatismus und falschem Eifer, sondern immer mit Güte.

Was hat dieser Mann nicht alles erdulden müssen? Morddrohungen, Beschimpfungen, Beleidigungen, Hetze in den Medien. Warum? Weil er etwas getan hat, was die meisten Bischöfe sich heute leider nicht mehr trauen: Die „ganze“ Wahrheit sagen! Ganz unverbrüchlich zur Kirche stehen, komme, was da wolle!

Man hat ihn weggemobbt aus seinem Erstbistum Chur. Ja, der Druck kam nicht nur von außen, sondern auch von innen. Und dann musste Rom eine „Lösung“ für die Causa Haas finden. Es wurde das Erzbistum Vaduz aus der Taufe gehoben und man machte ihn zum Erzbischof ohne Pallium.

Nein, hier hat Rom sich wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Diese Lösung war feige, denn sie gab all denen nach, die diesen Bischof weghaben wollten. Diese Lösung statuierte damals ein Exempel, welches jeden Bischof in Europa warnte, nicht allzu glaubensfest in die Bresche zu springen.

Doch der so „Entsorgte“ hat seine große Freude am Glauben und seine tiefe Liebe zur Kirche dadurch nicht eingebüßt. Er ist nicht verbittert. Er freut sich weiterhin an seiner Aufgabe, Hirte im Schafstall des HERRN sein zu dürfen.

Und dieser Hirte ist wahrlich einer  –  um unseren Papst Franziskus zu zitieren  –  der den Geruch seiner Schafe kennt. Er versteht es, den Menschen mit großer Achtung und mit einem wirklich schönen Humor voller Einfühlungsvermögen zu begegnen.

Ich kenne inzwischen einige Menschen, die davon ganz gerührt erzählen können. Er ist eben eines ganz und gar nicht: eitel!

Ungewollt hat sogar ein Bestseller unter den Reiseführern auf dem deutschen Buchmarkt, der „Baedeker“ über die Schweiz die gegenwärtige Sendung dieses großen Kirchenmannes erkannt. In seinem Artikel über Liechtenstein wird Erzbischof Haas dort auf ganz unverschämte Weise und mit großem Zynismus so erwähnt:

„1997 wurde der ultrakonservative Wolfgang Haas, der als Bischof von Chur für Aufruhr gesorgt hatte, Erzbischof des neu gegründeten, nur dem Papst unterstellten Erzbistum Liechtenstein; seitdem ist es ein Magnet für entsprechend gesinnte Kleriker aus ganz Europa.“ (15. Aufl. 2013, S. 416).

Welch ein amtierender Bischof hat es sonst noch wohl in einen „Baedeker“ geschafft? Wohl nur dieser! Warum? Weil er ein Magnet ist. Da hat dieser Reiseführer recht, allerdings ungewollt!

Ja, er zieht all die Katholiken an, die von ihren Heimatbischöfen im deutschen Sprachraum zutiefst enttäuscht sind, weil sie einem keine Orientierung mehr geben und diese sich in ihren Diözesen heimatlos fühlen. Der Baedeker verkennt, dass dieser Erzbischof auch und gerade viele Laien wie ein Magnet anzieht, darunter zahlreiche Familien mit Kindern. Diese gehen zu ihm und nehmen Kontakt mit ihm auf, damit sie im Glauben gestärkt werden.

Einige lassen ihre Kinder von ihm firmen, damit sie dem oft würdelosen „Beatmessenquatsch“ heimischer Gefilde entgehen können und eine würdige Feier der Spendung des Firmsakraments erleben dürfen.

Ja, auch ganz ungewollt hat sich diese feige Entscheidung Roms schon jetzt als richtig erwiesen: Erzbischof Haas ist so zu einem Oberhirten für unendlich viele heimatlose Katholiken geworden, die froh sind, dass es noch solch einen Bischof gibt. Und wie viele junge Männer haben in ihm einen guten Vater gefunden, der sie in das Presbyterium seiner Diözese mit offenen Armen aufgenommen hat. Gerade diejenigen, die genau diese offenen Arme zu Hause nicht erwarten konnten, wissen offenkundig, wo der gute Hirte ist.

Ja, dieser Tag ist ein Tag zur Freude darüber, dass das Gute und Wahre sich eben nicht einschüchtern lässt! Es findet trotz aller Verwirrungen in unserer Kirche weiterhin den Weg.

Ich kann nur hoffen, dass uns dieser gute Bischof aus dem schönen Alpenländchen am Rhein noch lange erhalten bleibt. Darum ein herzliches: AD MULTOS ANNOS!

Ein langes Leben unter Gottes Segen und Mariens Schutz!

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Kirchl. Bittgebete um gutes Wetter: Segen, Hagelprozessionen, Flurumgänge etc.

Von Felizitas Küble

Da ich aus einer ländlichen Gegend in Oberschwaben stamme, kenne ich noch genau das katholische Brauchtum in dortigen Dörfern und Pfarreien. Die Flurumgänge – also Bittprozessionen – waren alle Jahre wieder ebenso selbstverständlich wie der feierliche Wettersegen des Priesters mit erhobenen Händen zum Abschluß mancher Sonntagsmessen.

Auch die Geistlichen hatten oft einen handfesten Kontakt zu ihren Bauern. Bis in die 60er Jahre hatten nicht wenige Pfarrer eine eigene kleine Landwirtschaft um ihren Pfarrhof herum. Entsprechend bodenständig waren diese Priester meistens auch eingestellt.

In meiner Heimatgemeinde Bergatreute im Landkreis Ravensburg war es bis Anfang der 70er Jahre gang und gäbe, daß der Pfarrer seinen „Schäflein“ bei einigen Sonntagsmessen verkündete, daß sie eine „Dispens“ (Ausnahmegenehmigung) erhalten, das heißt:

Die Bauern durften dann mit kirchlicher Erlaubnis auch am Sonntag ihr Heu hereinfahren, wenn ihnen das Wetter praktisch keine andere Wahl ließ.

Manchmal hat der Pfarrer sich selber direkt bei einigen Bauern gemeldet und gefragt, ob eine Dispens angesagt sei. Wie ich von älteren Leuten aus dem Münsterland erfuhr, war es auch bei Ihnen üblich, daß die Leute auf dem Land ihren Pastor fragten, ob sie am Sonntag eine dringende Ernte reinholen dürfen. 

Zurück zu den Bittgängen und Wetterprozessionen:

Diese wurden während der Aufklärungszeit in einigen Bistümern verboten oder eingeschränkt, weil sich teilweise ein allzu weltliches, jahrmarktsähnliches Treiben oder gar abergläubisches Brauchtum breitgemacht hatte.

In geregelter Form wurden die Flurumgänge aber bald größtenteils wieder erlaubt, sofern ein Pfarrer sie anführte. Diese Prozessionen waren eine Kombination aus Segensritualen für die Schöpfung Gottes und Bittgebeten um gutes Wetter und um Verhütung von Schäden durch Hagel, Gewitter, Dürre etc.

So entstand auch im Münsterland der Name „Hagelprozession“: sie sollte vor Hagelschäden bewahren.

Freilich waren diese Gebetsgänge nicht magisch zu verstehen, als ob sich damit ein „Automatismus“ verbinden ließe, denn Gott ist souverän und frei in der Erhörung von Gebeten.

Aber Christus hat uns sogar im Vaterunser ein Beispiel dafür hinterlassen, daß Gebete durchaus irdische Bitten („Unser tägliches Brot gibt uns heute“) enthalten dürfen, wenngleich die Sorge um „das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit“ das Wichtigste ist.

In westfälisch-ländlichen Gegenden fand die Hagelprozession oft zehn Tage nach Fronleichnam statt, also am zweiten Sonntag danach. Teils gibt es dieses Brauchtum noch heute im Münsterland, manchmal verbunden mit eucharistischen Andachtsformen, dem sakramentalen Segen mit dem Allerheiligsten usw.

In anderen Gegenden – etwa im Rheinland – gab es die Feldumgänge in den Tagen um Christi Himmelfahrt. Teils nannte man sie „Hagelfeier“ oder „Hagelfeiertag“, manchmal direkt am Freitag nach Christi Himmelfahrt. In Landshut und Umgebung bezeichnete man diesen Tag als „Schauerfreitag“  – nicht weil er schaurig wäre, sondern weil er vor Hagel und Schauern bewahren sollte.

Dieses bewährte kirchliche Brauchtum ist leider vielerorts ausgestorben, was zu bedauern ist, denn gerade in der Dürreperiode der letzten Wochen hätten solche Bittprozessionen  – mindestens aber ein Wettersegen am Ende der Sonntagsmesse – ihren besonders guten Sinn gehabt und die Menschen zum Beten, Bitten und Nachdenken animiert, denn immer noch gilt der alte Spruch:

An Gottes Segen ist alles gelegen!


„Reporter ohne Grenzen“ über Mord und Drohungen gegen Journalisten in Kolumbien

Gewalt durch Drogenkartelle, Mafia und linke Rebellen

Reporter ohne Grenzen (ROG) verurteilt die jüngsten Morde und Morddrohungen gegen Journalisten in Kolumbien und fordert die Regierung des am heutigen Dienstag ins Amt eingeführten Präsidenten Iván Duque auf, konsequent gegen die Täter vorzugehen.

Vergangene Woche wurden in der Region Valle del Cauca zwei Lokalreporter erschossen, seit Mitte Juli wurden mehr als ein Dutzend prominente Journalisten mit dem Tode bedroht.

Die beiden Taten sind die ersten Journalistenmorde in Kolumbien in diesem Jahr. Lange war Kolumbien eins der gefährlichsten Länder der Welt für Journalisten, in den vergangenen Jahren sank die Zahl der Journalistenmorde aber. Zwischen 2000 und 2015 wurden 58 Journalisten aufgrund ihrer Arbeit getötet, danach gab es bis zu den aktuellen Fällen nur einen Mord im Jahr 2017.

Ende März dieses Jahres hatte jedoch eine abtrünnige FARC-Untergruppe einige Kilometer hinter der Grenze zu Ecuador den ecuadorianischen Reporter Javier Ortega, den Fotografen Paul Rivas und ihren Fahrer Efraín Segarra entführt und kurze Zeit später ermordet. Die Zeitungsjournalisten hatten über die andauernden Zusammenstöße zwischen ecuadorianischen Regierungstruppen und bewaffneten Gruppen in der Region berichten wollen. 

Im dritten Jahr nach dem Friedensabkommen der Regierung mit der linksradikalen FARC-Guerrilla sind die Arbeitsbedingungen für Journalisten in der Hauptstadt Bogotá grundsätzlich gut.

Doch in den ländlichen, über Jahrzehnte umkämpften Regionen des Landes ist kritische Berichterstattung noch immer schwierig und gefährlich. Verschiedene bewaffnete Gruppen versuchen, Journalisten zum Schweigen zu bringen, die über ihre Aktivitäten berichten.

Gefahr droht nicht nur von Abspaltungen der FARC, sondern auch von den paramilitärischen Bürgerwehren AUC, der Nationalen Befreiungsarmee ELN, Drogenkartellen und vielen lokalen Mafiagruppen.

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.reporter-ohne-grenzen.de/pressemitteilungen/meldung/morde-und-morddrohungen-konsequent-verfolgen/


Tiefsinniger Klassiker „Die letzte Freiheit“ stärkt und belebt den Glauben

Besprechung von Cordula Mohr

Buchdaten: Die letzte Freiheit, Hermann von Altshausen. Mönch der Reichenau. Von Maria Calasanz Ziesche. Beuroner Kunstverlag, 338  S., 15,90 €

Dieser wunderbare Buch schildert das Leben des gelehrten Benediktiners und Dichters Hermann von Altshausen. Man gab diesem körperbehinderten Mönch auch den Namen „Hermann, der Lahme“ und er selbst nannte sich „der Letzte der Armen Christi“. 

Diese Roman-Biographie ist ermutigend für alle, die fest in Christus verwurzelt sind; sie stärkt den Gläubigen durch das Eintauchen in das Leben des seligen Hermann, der als „Krüppel“ unansehnlich und voller Schmerzen war, aber in allen Leiden ganz auf Gott vertraute.

Der Leser wird regelrecht in diese Schlußphase der frühmittelalterlichen Zeit im Übergang zum Hochmittelalter hineingenommen. Landschaftliche Schilderungen aus der jener Zeit werden immer wieder mit den damaligen Lebensumständen verknüpft. Die Lektüre erleichtert das Eintauchen noch besser als mit einem Spielfilm über die damalige Zeit.

Auch wie die Mönche auf der Reichenau zusammenlebten, wird eindrucksvoll erzählt. Wie kalt es in den Mönchszellen und Kirchen im Winter war und wie alle den Frühling an dem schönen Gnadensee herbeisehnten.

Es wird von der Kindheit Hermanns und dem schon frühen körperlichen Verfall berichtet. So kam er durch den adeligen Vater, der ihn zuhause auf Schloß Altshausen nicht mehr gebrauchen konnte, in das Kloster Augia auf der Insel Reichenau.

Hermann hofft in jungen Jahren auf Genesung und setzt alles daran, sie zu erlangen. Dieses Ringen mit Gott und den Menschen wird eindringlich beschrieben.

Nach seiner vergeblichen Hoffnung auf Genesung bleibt er in der Abtei Reichenau und schreibt dort schon früh das bekannte Marienlied „Salve Regina“: Gegrüßet seist du, Königin.

Dieses Gebet an die Himmelskönigin verfaßt er unter starken Schmerzen, die den Geistlichen immer wieder krampfartig überfielen. Man betet oder singt nach diesem Buch das Salve Regina inniger, denn man kennt die Umstände der Entstehung.

Hermann ist keineswegs nur ein Siecher, er ist Magister der Mönche, ein großer Gelehrter, der über viel Wissen verfügt und theologische Schriften herausbringt. Immer wieder textet der begabte Pater herrliche Lieder zu den Festmessen –  und der Orden erlangt eine gewisse „Heiligkeit“ durch Hermann.

Er hat eine besondere Beziehung zu seinem Abt Berno und zum damaligen Papst Leo IX. Auch sein Mitbruder Berthold, der sich Tag und Nacht um ihn kümmert, lernt unentwegt von diesem glaubensstarken Mönch.

Der Leser erfährt auch von den allzumenschlichen Schwierigkeiten im Kloster. Neid und Mißgunst muss auch Hermann erleben, teils durch seine Mitbrüder. Und der Leser wundert sich über manche Entscheidungen, die Hermann für sich trifft. Er will nicht wegen seiner Krankheit bevorzugt werden –  trotz seiner starken Schmerzen.

Immer wieder schön sind die Seiten zu lesen, in denen Hermann seine tiefgläubige, adelige Mutter (Gräfin Hiltrud) trifft.

Ich habe den Roman als große Bereicherung meines Glaubens empfunden. Das spannende Buch hat mich gestärkt und ich möchte es jedem empfehlen, der gerne mittelalterliche Geschichten liest und von geistlichen und religiösen Erfahrungen lernen möchte. 

Hermann von Altshausen war ein ganz besonderer Mönch. Nun möchte ich gerne dieses altehrwürdige Kloster am Bodensee besuchen.