„Reporter ohne Grenzen“ über Mord und Drohungen gegen Journalisten in Kolumbien

Gewalt durch Drogenkartelle, Mafia und linke Rebellen

Reporter ohne Grenzen (ROG) verurteilt die jüngsten Morde und Morddrohungen gegen Journalisten in Kolumbien und fordert die Regierung des am heutigen Dienstag ins Amt eingeführten Präsidenten Iván Duque auf, konsequent gegen die Täter vorzugehen.

Vergangene Woche wurden in der Region Valle del Cauca zwei Lokalreporter erschossen, seit Mitte Juli wurden mehr als ein Dutzend prominente Journalisten mit dem Tode bedroht.

Die beiden Taten sind die ersten Journalistenmorde in Kolumbien in diesem Jahr. Lange war Kolumbien eins der gefährlichsten Länder der Welt für Journalisten, in den vergangenen Jahren sank die Zahl der Journalistenmorde aber. Zwischen 2000 und 2015 wurden 58 Journalisten aufgrund ihrer Arbeit getötet, danach gab es bis zu den aktuellen Fällen nur einen Mord im Jahr 2017.

Ende März dieses Jahres hatte jedoch eine abtrünnige FARC-Untergruppe einige Kilometer hinter der Grenze zu Ecuador den ecuadorianischen Reporter Javier Ortega, den Fotografen Paul Rivas und ihren Fahrer Efraín Segarra entführt und kurze Zeit später ermordet. Die Zeitungsjournalisten hatten über die andauernden Zusammenstöße zwischen ecuadorianischen Regierungstruppen und bewaffneten Gruppen in der Region berichten wollen. 

Im dritten Jahr nach dem Friedensabkommen der Regierung mit der linksradikalen FARC-Guerrilla sind die Arbeitsbedingungen für Journalisten in der Hauptstadt Bogotá grundsätzlich gut.

Doch in den ländlichen, über Jahrzehnte umkämpften Regionen des Landes ist kritische Berichterstattung noch immer schwierig und gefährlich. Verschiedene bewaffnete Gruppen versuchen, Journalisten zum Schweigen zu bringen, die über ihre Aktivitäten berichten.

Gefahr droht nicht nur von Abspaltungen der FARC, sondern auch von den paramilitärischen Bürgerwehren AUC, der Nationalen Befreiungsarmee ELN, Drogenkartellen und vielen lokalen Mafiagruppen.

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.reporter-ohne-grenzen.de/pressemitteilungen/meldung/morde-und-morddrohungen-konsequent-verfolgen/



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