Valtortas blühende Phantasie: Christi letztes Wort am Kreuz lautete „Mama“…

8. Teil unserer Serie über „Valtortas Irrtümer“

Die 12 Bände mit dem Titel „Der Gottmensch“ von Maria Valtorta geistern seit Jahrzehnten durch fromme katholische Kreise. Ich kenne sogar evangelische Christen, die alle Bände sammeln und die Visionen und Einsprechungen der „Seherin“ ernst nehmen.

Dabei standen die Valtorta-Bücher mit Recht auf dem vatikanischen Index, also der Auflistung „verbotener Bücher“. Der Index wurde durch das 2. Vatikanum abgeschafft; freilich ist er moralisch nach wie vor bedeutsam, denn die jeweiligen Werke kamen ja nicht ohne Grund auf eben diesen Index.

Valtortas grenzenloser Kitsch  – Jesus und Maria sind ständig mit dem „Liebkosen“ und „Küssen“ ihnen nahestehender Personen beschäftigt –  ist allein schon Grund genug, um zu wissen, daß dieser sentimentale Sermon nicht von „oben“ diktiert sein kann.

Zudem stellt sich die Frage, warum der Himmel sich nach fast zweitausend Jahren Wartezeit plötzlich „durchringen“ sollte, die schmalen Evangelien-Berichte durch Endlos-Erzählungen auszuschmücken, die sich über 12 dicke Bände hinziehen.

Im übrigen ist nicht nur der Stil dieser Visionärin mehr als blumig und von einem unentwegten Karussell der Gefühle geprägt, auch inhaltlich liegt eine ganze Menge im Argen. Wir haben dies in den bisherigen sieben Artikeln aus unserer Serie bereits genau nachgewiesen.

Hier ein weiteres Beispiel:

Es gibt bekanntlich sieben Worte Jesu am Kreuz, die biblisch überliefert sind. Aber Valtorta weiß es natürlich besser; ihr soll der HERR durch übernatürliche Einsprechungen geoffenbart haben, daß sein letztes Wort in Wirklichkeit……

……aber klar doch: MAMA….

lautete. So wünscht sich das vielleicht eine italienische „Seherin“, so stellt sie sich das Heilswerk Christi vor: mehr natürlich als übernatürlich!

Aber Christus hat als Gott-Mensch am Kreuz in freier Entscheidung ein Erlösungsgeschehen vollzogen – und selbstverständlich galt sein letztes Wort dem himmlischen Vater, mit dem er „eines Wesens“ ist – und nicht seiner irdischen Mutter, so nahe ihm Maria sicherlich menschlich und geistlich verbunden war.

Im 11. Band kann  man auf S. 281 nachlesen, der letzte große Ruf Christi am Kreuzesstamm sei das Wort „Mama“ gewesen. Dieser „gewaltige Schrei“ habe die Stille zerrissen, danach sei Jesus verstorben.

Danach folgen „dramatisch“ erscheinende Szene, in denen sich Maria wie eine Hysterische benimmt, sich bis zum Boden krümmt und wild herumschreit: „Ich habe keinen Sohn mehr“.

Auch das ist theologisch unsinnig, denn die wahre Gottesmutter war eine gläubige Frau, die keineswegs davon ausging, mit dem Tod sei alles aus.

Fotos: Archiv, Petrusbruderschaft

 


7 Kommentare on “Valtortas blühende Phantasie: Christi letztes Wort am Kreuz lautete „Mama“…”

  1. Lutheraner sagt:

    Ich finde es eine bodenlose Frechheit, wie Antichristen schon seit Jahren versuchen, die biblische Geschichte und Jesu Lehren in ihrem ideologischen Sinne um zu schreiben. Die letzten Worte Jesu waren „Mein Gott, warum hast Du mich verlassen“, so hat man uns das gelehrt und auch in der heiligen Schrift ist es so überliefert.
    Nun, das alte Testament ist eine Chronologie, die die Lebensumstände der Menschen früher umschrieb und die auch durch Forschungsergebnisse bestätigt werden können! Also kein Märchenbuch. Das neue Testament ist quasi die Aufklärung innerhalb der Mensch-Gott Beziehung. Jesus wendet sich verzweifelt im Schmerz an Gott im Wissen, dass seine Mutter ihm in der schwersten Stunde ob der menschlichen Niedertracht, die ihn an das Kreuz brachte, nicht helfen kann. Diese Hypothese, dass Jesus Mama gerufen haben soll, ist kleinkindliche Einfalt und verhöhnt die Tragik seines Leidens. Wenn Familienmitglieder in Unrechtsstaaten abgeholt werden und ihre Familie lieben, werden sie mit allen Mitteln versuchen, ihre Angehörigen, die sie lieben, vor den Häschern zu schützen. Auch Jesus hätte eher seine Mutter beschützt, als dass er sie den Häschern ausgeliefert hätte.

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    • Er sagte aber auch noch „Es ist vollbracht!“ als er zuletzt aufschrie bzw. aufstöhnte.
      Und er sagte auch vorher noch „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist!“
      Dabei benutzte er den Gottesnamen Eli bzw. Elohim als gütigen Vater „abba“ und Schöpfer, wie man ihn auch in der Genesis findet (als ein Gott zwar, aber eben im Plural stehend – ein früher Hinweis auf die Heilige Dreifaltigkeit Gottes bzw. göttliche Trinität des dreifaltigen Gottes – vor allem im Zusammenhang mit der Nennung des „Geist Gottes“, welcher hier in der Genesis in personaler und weiblicher hebräischer Wortform auftritt und als Person handelnd hier ausdrücklich „über dem Wasser BRÜTET“! – wie ein weiblicher Vogel eben, eine Henne etwa…oder auch die Taube im Neuen Testament der Bibel, als welcher der Heilige Geist in deren Form auf Jesus Christus bei der Taufe im Jordan durch Johannes den Täufer herabkommt – auch anderswo im Alten Testament wird neben der Genesis der Plural für Gott verwendet und der Gottesname Elohim…als ein Gott aber eben auch gleichzeitig im Plural stehend…so etwa beim Turmbau zu Babel bzw. dem babylonischen Turm – und dies ist eben gerade NICHT der erst sehr viel später aufgekommene davon zu unterscheidende sogenannte „Pluralis Majestatis“). Und siehe eben auch die Tatsache, dass Jesus Christus nocn am Kreuz seine dabei stehende Mutter Maria mit den damaligen dafür gebräuchlichen jüdischen Worten bzw. der entsprechenden damaligen Formel dem jüdischen Recht nach zur Adoptiv-Mutter des Apostels Johannes machte bzw. den Apostel Johannes damit zu ihrem Adoptiv-Sohn bzw. seine Adoptiv-Bruder. Und dies hätte er wohl kaum gemacht, wenn beide unbedeutend gewesen wären. Maria war die „neue Eva“, so wie Jesus Christus der „neue Adam“ war bzw. ist. Und der Apostel Johannes war der Jünger, der Jesus Christus am meisten liebte, und den dieser deswegen aus diesem Grund auch am meisten zurücklieben konnte. Im Neuen Testament steht auch, dass Petrus und Johannes und Jakobus die „drei Säulen des Glaubens“ sind. Und das Jesus Christus dem Apostel Johannes Dinge sagte bzw. Sachen zu ihm sagte und Geheimnisse mitteilte, welche er dem Apostel Petrus ausdrücklich nicht mitteilte. Es gab auch die von den Kopten aus Alexandria begründete koptisch-pelagianische Johannes-Kirche auf den britischen Inseln und in der Bretagne in Frankreich und in Galizien in Spanien. Dieses iro-keltische bzw. iro-schottische Johannes-Christentum als Johannes-Kirche nach dem Apostel Johannes ging nach langer Unabhängigkeit mit seinen bedeutenden Heiligen wie St. Patrick als dem großen Missionar Irlands und dem Theologen und Philosophen und Mystiker Johannes „Scottus“ Eriugena in der römisch-katholischen Kirche nach den Aposteln Petrus und Paulus auf bzw. in sie ein.
      Katholiken und Kopten haben also eben doch gemeinsame Theologen und Heilige und Mystiker und theologisch vieles gemeinsam und theologische Überschneidungen und Schnittpunkte und Schnittstellen und Gemeinsamkeiten. Übrigens hat die römisch-katholische Kirche auch die alte byzantinische Messe als traditionelle Messe der russisch-orthodoxen Kirche Russlands voll anerkannt und als legitim und gültig akzeptiert usw.

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  2. ostrpeterroesch sagt:

    Lässt uns erfreuen herzlich sehr, halleluja, Maria seufzt und weint nicht mehr. halleluja . . .

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  3. Bernhard sagt:

    Einen Seitenhieb kann ich mir nicht verkneifen:

    In einer Ausgabe des Komm Mit-Kalenders (kann mich nicht mehr erinnern, in welcher) wurde dieses „Werk“ von Frau Valtorta durchaus wohlwollend behandelt!

    Eine Anmerkung zum letzten Abschnitt: Jeder wird wegen des Todes seines eigenen Kindes verzweifelt sein. Man setzt zu hohe Maßstäbe an, wenn man sagt: Ein Gläubiger ist immer gefasst vor dem Tod seiner Lieben.

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    • Guten Tag,
      dort wurde aus einer Predigt Jesu zitiert, die durchaus vernünftig war, wobei am Schluß des Artikels erwähnt wurde, daß Privatoffenbarungen nicht verbindlich sind.
      Natürlich sind auch Gläubige nicht immer „gefaßt beim Tod ihrer Lieben“, aber Maria wird im ganzen Werk Valtortas als hysterisch gezeichnet bzw. verzeichnet, was die „Seherin“ freilich ganz toll und gefühlsintensiv und dramatisch findet. In der Hl. Schrift heißt es, daß die Gottesmutter unter dem Kreuz „stand“ und nicht, daß sie sich fast auf dem Boden wälzte.
      Zudem ist Maria nicht „Hinz und Kunz“, sondern von Gott besonders begnadet, daher erst recht nicht launisch und unbeherrscht.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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      • Gerd sagt:

        Ich kann mir allerdings gut vorstellen, dass Maria als menschliche Mutter durchaus nicht nur(!) gestanden hat, als man ihren Sohn ans Kreuz nagelte. Das aus der hl. Schrift heraus zu lesen ist mehr als fraglich. Die Darstellung der Pieta z.B. zeigt die Mutter ausschließlich sitzend bisweilen auch kniend. Dass die Evangelisten auf eine wie immer geartete Dramaturgie verzichtet haben ist eine Binsenwahrheit und lässt dem Gläubigen durchaus Spielraum für eigene Vorstellungen, die dann allerdings nicht zu den offenbarten Wahrheiten der Schrift gehören. Im übrigen ist es für unser Heil nicht notwendig welche Körperhaltung die Gottesmutter beim Vollstrecken der Todesstrafe an ihren Sohn eingenommen hat. Geweint hat sie sicher. Davon steht allerdings nichts in der Schrift soviel ich weiß.

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  4. Cornelia Vogt sagt:

    Das ist SOGAR indiskutabel.

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