Causa Medjugorje: „Kathnet“ diffamiert den katholischen Mariologen Manfred Hauke

Von Felizitas Küble

Der konservative Priester und Theologe Prof. Dr. Manfred Hauke setzt sich seit Jahrzehnten  –  z.B. in seinen Büchern und Vorträgen, zudem als Herausgeber der Zeitschrift „Theologisches“  – für die Lehre der katholischen Kirche und eine Stärkung der Marienverehrung ein.

Ein ausführliches Werk gegen die Frauen-Priesterweihe gehört ebenso zu seinem Themenspektrum wie Sammelbände über mariologische Fragen oder die kirchlich anerkannten Botschaften von Fatima.

Umso überraschender wirkt ein Artikel auf der erscheinungsbewegt-charismatischen Nachrichtseite Kath.net vom 10. August: http://www.kath.net/news/64718/print/yes

Dort lautet die Überschrift allen Ernstes: Wenn ein ‚Mariologe‘ gegen die Muttergottes kämpft“.

Gemeint ist niemand anders als der erwähnte Professor Hauke (siehe Foto) aus der Schweiz, ein anerkannter Dogmatiker und Mariologe, dessen Kompetenz in Fragen der kirchlichen Marienlehre unbestritten ist, der als Referent weltweit auf mariologischen Tagungen spricht und dessen Publikation „Theologisches“ seit Jahrzehnten hochrangige wissenschaftliche und kirchliche Autoren aufweist, was „Kath.net“ gleichwohl nicht daran hindert, den Titel Mariologe in ironische Gänsefüße zu setzen.

Aber die eigentliche Unverfrorenheit liegt in der dreisten Unterstellung, wonach Hauke „gegen die Muttergottes kämpft“.

Und wie kommt die theologisch unbedarfte Webseite zu dieser steilen These?

Ganz einfach: Professor Hauke setzt sich kritisch mit den angeblichen Marienerscheinungen von Medjugorje auseinander, wobei die dortigen Phänomene vom zuständigen Bischof der Diözese Mostar (Peric) ebenso verneint werden wie von seinem Amtsvorgänger Zanic; außerdem hat sich auch die jugoslawische Bischofskonferenz schon vor Jahrzehnten von diesen Privatoffenbarungen distanziert.

Somit befindet sich der von Kath.net attackierte Theologe mit seinem Standpunkt auf der amtlichen kirchlichen Linie, wobei es freilich auch Kirchenvertreter wie z.B. den Wiener Kardinal Schönborn gibt, die aus ihrer Sympathie mit Medjugorje keinen Hehl machen.

Bekanntlich sind nicht einmal die  – relativ wenigen –  kirchlich approbierten (genehmigten) Erscheinungen für die Gläubigen verbindlich. Wenn die Kirche eine Privatoffenbarung „anerkennt“, so verpflichtet sie die Katholiken nicht zum Glauben daran, sondern gestattet ihn im Sinne einer Billigung bzw. Erlaubnis.

Bei „Botschaften“ und Visionen hingegen, die sich kirchenrechtlich in der Schwebe befinden, sollen die Gläubigen ein endgültiges kirchliches Urteil geduldig abwarten, bevor sie den Phänomenen zustimmen.

Das bedeutet, daß der Mariologe Hauke mitnichten „gegen die Muttergottes kämpft“. Vielmehr widerspricht „Kath.net“ mit seiner jahrzehntelangen Werbung pro Medjugorje dem ablehnenden Standpunkt von Diözesan-Bischof Peric (siehe Foto) und dem Urteil der (ex-)jugoslawischen Bischofskonferenz.

Schon im ersten Einleitungssatz des Kathnet-Beitrags heißt es weiter: „Der Wiener Medjugorje-Experte Christian Stelzer hat die erneuten Medjugorje-Verunglimpfungen durch den Theologen Manfred Hauke zurückgewiesen.“

Theologische Kritik wird hier als „Verunglimpfung“ abgewertet – und damit erneut gezeigt, daß man sich völlig auf strittige Privatoffenbarungen fixiert  – und den katholischen Glauben nicht auf seine beiden Säulen „Bibel und Dogma“ gründet, sondern auf vermeintliche Visionen.

BILD: Das faktenstarke Buch „Der Medjugorje-Betrug“ (570 Seiten) ist bei uns  verbilligt für 14,80 € (statt Ladenpreis 19,80 €) erhältlich.

Hintergrund der Attacke ist ein Artikel von Professor Hauke in der katholischen „Tagespost“, worin er die Meinung äußert, die vatikanische Untersuchungskommission kenne noch nicht alle Fakten zum Thema Medjugorje. 

Der von Kathnet als „Medjugorje-Experte“ bezeichnete Dr. Stelzer hält Hauke vor, er habe „nur blind die Argumente von Bischof Peric übernommen“.

Peric ist freilich nicht irgendwer, sondern immerhin Oberhirte des Bistums Mostar-Duvno, zu dem die Pfarrei Medjugorje gehört – und damit laut Kirchenrecht der erste Zuständige für die Beurteilung von Privatoffenbarungen in seiner Diözese.

Zudem hat Hauke keineswegs ungeprüft die Kritikpunkte Perics übernommen, sondern sich seit Jahren selber eigenständig mit der Causa Medjugorje befaßt, z.B. durch eine gründliche Abhandlung in dem Buch „Eine Reise nach Medjugorje“ von Pastor Rudo Franken, einem niederländischen Geistlichen. Es erschien im soliden Dominus-Verlag, den der kath. Theologe Dr. Peter Düren leitet: https://shop.strato.de/epages/61306125.sf/de_DE/?ObjectID=12849222

Natürlich ist Professor Hauke nicht der einzige Mariologe, der sich skeptisch zu Medjugorje äußert; auch der Augsburger Priester und Professor Dr. Anton Ziegenaus setzt sich seit langem kritisch mit diesem Phänomen auseinander. Das Buch „Eine Reise nach Medjugorje“ (siehe Foto) mit Prof. Hauke als Co-Autor hat er positiv  gewürdigt.

Ebenfalls sehr lesenswert, gehaltvoll und theologisch tiefsinnig ist das Buch „Medjugorje verstehen“ des Engländers Donal Foley, das ebenfalls im angesehenen Dominus-Verlag erschien und von dem Konvertiten Volker Jordan übersetzt wurde: https://shop.strato.de/epages/61306125.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/61306125/Products/%22062+Medjugorje+verstehen%22

HINWEIS: Das kirchliche Portal „katholisch.de“ äußerte sich sachlich zu Prof. Haukes Artikel in der DT: http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/mariologe-kritisiert-vatikanischen-umgang-mit-medjugorje


6 Kommentare on “Causa Medjugorje: „Kathnet“ diffamiert den katholischen Mariologen Manfred Hauke”

  1. A. Nickmann sagt:

    Hoffentlich nimmt man solche schlechten Früchte des Club Med in Rom zur Kenntnis.

    Liken

  2. "GsJC" sagt:

    „Aber die eigentliche Unverfrorenheit liegt in der dreisten Unterstellung, wonach Hauke „gegen die Muttergottes kämpft“.“


    Der vollkommen daneben gewählte Titel zeigt sehr deutlich auf, zu welch geistigen Höhen- und Blindflügen dieser Verein ansetzt, wenn es um die von ihnen – so lässt es der unsinnige Titel zu – vereinnahmte „Gottesmutter“ geht.
    „Kath.net“ entscheidet, wer gegen die „Gottesmutter“ kämpft und wer nicht.

    Eine ähnliche Verhaltensweise ist auch von anderen, nicht anerkannten „Erscheinungsstätten“ bekannt. Von schwülstig seichter Lobhudelei können die Anhänger für die Sprüche ihrer Stars und Seher-Sternchen nicht genug bekommen, seien die „Botschaften“ auch noch so albern. Aber wehe, es kommt jemand auf den Gedanken, berechtigte Kritik zu üben, dann heißt es in Anlehnung an die Schrift: „Richte nicht, auf dass du nicht gerichtet wirst!“ – oder wie im Titel stehend, dass ein renommierter und von vielen Laien (nicht nur Theologen) freudig und gern gelesener Mariologe des „Kampfes gegen die Gottesmutter“ bezichtigt wird.

    Es geht halt immer noch ein wenig dusseliger – auch von einem Portal, das sich rühmt, eines der größten deutschsprachigen katholischen Nachrichtenportale zu sein. Der gewählte Titel gehört zu einem sehr bescheidenen Niveau und zeigt auf, wo die geistige Sonne am Horizont dieses Portals steht = ganz tief, sofern anerkannte Mariologen nicht in das Horn derer stoßen, die sich seit Jahrzehnten jedes seichte Geschwätz aus „M“ als „himmlische Botschaften“ verkaufen lassen.

    MfG

    Liken

  3. Hl. Stephanus sagt:

    P.S.: Auf unfassbar lächerliche Weise zu zensurieren/faken ist mittlerweile bei im Internet publizierten Fotos sowohl im Vatikan (gefaktes Empfehlungsschreiben von Papst Benedikt für ein Buch aus der Feder von Papst Franziskus) als auch beim russ.-orthodoxen Patriarchen Kyrill (Photoshop-Skandal wegen seiner 30.000 $ Armbanduhr) gang und gäbe.

    Liken

  4. Hl. Stephanus sagt:

    @Thomas May
    Vielen Dank für Ihren ausführlichen Kommentar.
    Aus pastoralem Kalkül haben es 3 Päpste jahrzehntelang unterlassen, das Phänomen „Medjugorje“ an der Wurzel auszureißen. Warum wohl…?!
    Inzwischen gibt es in Österreich bereits im Medjugorje-Ableger „Loretto-Gemeinschaft“ die 2. Generation, die sich himmelhoch jauchzend in die Arme von Pfingstgemeinde-Pastoren wie Pastor Bill Johnson (Bethel-Church in Reeding, Kalifornien) werfen.
    Diese Loretto-Mitglieder haben beispielsweise die „Supernatural School“ absolviert, wo bewusst dazu angestiftet wird, prophetische Worte zu FAKEN: (Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=r3tEv26OMTU …. Minute 12)
    Die Bethel-Church wird dank verwirrter Theologen wie MMMag. Georg Mayr Melnhof (Gründer der Loretto-Gemeinschaft) und Dr. Johannes Hartl die kath. Kirche unweigerlich infiltrieren.
    Zuständige Bischöfe in Österreich (DI Stephan Turnovsky) machen dann kindlich-naiv mit bei „treasure hunts“.

    Wenn sich Chefredakteur Noe von „kath.net“ den User-Namen „Gandalf“ gegeben hat, dann zeigt das, dass die „Halleluja-Schlümpfe“ (Schimpfwort des Wr. Pastoraltheologen Paul M. Zulehner für die Charismatiker) in die 2. Generation gegangen sind. Nun sind es Figuren aus dem „Herrn der Ringe“. (Anmerkung: Die Gattin von Pastor Bill Johnson hat „grave sucking“ praktiziert auf dem Grab von C.S. Lewis, nicht nur sie, sondern auch die Studenten)
    https://bewareofthewolves.blogspot.com/2015/03/david-hind-trinity-life-church.html

    Es heißt immer, dass Medjugorje unfassbar wertvolle Früchte hervorbringt. Sieht man die Christologie an, die mittlerweile in der Jüngerschaftsschule der Loretto-Gemeinschaft gelehrt wird, dann zeigt sich hier deutlich, dass aus einer Häresie eine Häresie hervorgegangen ist.

    3 Päpste haben den Skandal „Medjugorje“ ausgesessen. „Gandalf“ muss arg verwirrt sein. Das rüttelt an seinem kleinen Weltbild aus dem Märchenbuch der Gebrüder Grimm. Bitte ein bisserl Mitleid mit „Gandalf“.
    Der Fisch stinkt vom Kopf her.

    Liken

  5. Thomas May sagt:

    Erfreulich, dass der ungerechtfertigte und vor allem im Ton verfehlte Angriff auf Prof. Manfred Hauke auf Kath.net hier noch einmal mit den notwendigen Hintergrundinformationen aufgegriffen wird.
    Egal, wie man zu Medjugorje steht und als Katholik auch stehen darf (pro oder kontra): Es ist unstrittig, dass es neben zahlreichen positiv wahrgenommenen „Früchten“ auch Ungereimtheiten, berechtigte Bedenken und aufklärungsbedürftige Fragwürdigkeiten gibt.
    Die Ablehnung der Bischöfe Ratko Perić und Pavao Žanić ist ebenso ernst zu nehmen, wie der von Rom eingesetzte Sondergesandte Erzbischof Hoser nicht einseitig pro Medjugorje vereinnahmt werden darf.
    Die Problematik von Medjugorje ist, dass die Pastoral und der Kult um den Wallfahrtsort einer definitiven Entscheidung über Echtheit oder Unechtheit der „Erscheinungen“ durch die Glaubenskongregation weit vorausgeeilt sind (wodurch auch gewisse „Zwänge“ geschaffen wurden), obwohl unter anderem deren ehemaliger Präfekt Gerhard Ludwig Müller noch im November 2016 die Gläubigen um Zurückhaltung bezüglich der „Phänomene“ gebeten hatte.
    Prof. Hauke bemängelt deshalb zu Recht das in sich widersprüchliche (durchaus nicht ungefährliche) Prozedere des Vatikans.
    Zudem ist der zurzeit wohl bedeutendste Mariologe (ohne Anführungszeichen) im deutschsprachigen Raum auf dem Gebiet der theologisch-wissenschaftlichen Prüfung der Echtheit von Marienerscheinungen ein ausgewiesener Experte.
    So hat er unlängst zum Beispiel zu den umstrittenen „Marienerscheinungen von Amsterdam“ zuverlässige Kriterien zur „Unterscheidung der Geister“ vorgelegt (vgl. „Theologisches“ Jahrgang 48, Nr. 03/04 vom März/April 2018, S. 195f.).
    Ihm einen „Kampf gegen die Muttergottes“ zu unterstellen, ist absurd.
    Hinter dem Angriff auf Prof. Hauke am Freitag auf dem Portal Kath.net scheint vor allem dessen Chefredakteur und Co-Herausgeber Roland Noé zu stehen, der als „Gandalf“ im Lauf des Tages mehrfach in die Diskussion eingriff und die Stimmung anheizte.
    Er entblödete sich nicht, den Professor mit „Herzliches Beileid, Hr. Hauke“ anzusprechen und ihm „Unsinn“, „Schwachsinn“ und „billige Anti-Medjugorje-Hetze“ vorzuwerfen, wobei die „Tagespost“, in der sein Artikel erschienen war, gleich in Mithaftung genommen wurde.
    Um die Richtigkeit seiner Ansicht zu untermauern, verwies „Gandalf“ auf die ihm überwiegend beipflichtenden Leserkommentare, die inzwischen eingegangen waren, was natürlich einfach (und unlauter) ist, wenn man konträre Wortmeldungen nicht freischaltet.
    Empörte Foristen stellten der katholischen Zeitung sogar ihre Abbestellung in Aussicht, obwohl – worauf ein Kommentar später aufmerksam machte – die „Tagespost“ auch Medjugorje-Befürworter ausführlich zu Wort hatte kommen lassen.
    Fazit: Eine unseriöse Kampagne rhetorisch hochgerüsteter Medjugorje-Fans. Der entsprechende Artikel zum Thema auf katholisch.de nahm sich dagegen angenehm unaufgeregt und sachlich aus: http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/mariologe-kritisiert-vatikanischen-umgang-mit-medjugorje

    Liken


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s