Papst Benedikt über die Sünden in der Kirche

Am 25. März 2005 hielt Papst Benedikt eine Betrachtung beim Kreuzweg im römischen Kolosseum. Angesichts der 9. Station – Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz – erklärte das Oberhaupt der katholischen Kirche folgendes:

Was kann uns der dritte Fall Jesu unter dem Kreuz sagen? Wir haben an den Sturz des Menschen insgesamt gedacht, an den Abfall so vieler von Christus in einen gottlosen Säkularismus hinein.

Müssen wir nicht auch daran denken, wie viel Christus in seiner Kirche selbst erleiden muss? Wie oft wird das heilige Sakrament seiner Gegenwart missbraucht, in welche Leere und Bosheit des Herzens tritt er da oft hinein?

Wie oft feiern wir nur uns selbst und nehmen ihn gar nicht wahr? Wie oft wird sein Wort verdreht und missbraucht? Wie wenig Glaube ist in so vielen Theorien, wie viel leeres Gerede gibt es?

Wie viel Schmutz gibt es in der Kirche und gerade auch unter denen, die im Priestertum ihm ganz zugehören sollten? Wie viel Hochmut und Selbstherrlichkeit?

Wie wenig achten wir das Sakrament der Versöhnung, in dem er uns erwartet, um uns von unserem Fall aufzurichten?

All das ist in seiner Passion gegenwärtig. Der Verrat der Jünger, der unwürdige Empfang seines Leibes und Blutes, muss doch der tiefste Schmerz des Erlösers sein, der ihn mitten ins Herz trifft. Wir können nur aus tiefster Seele zu ihm rufen: Kyrie, eleison – HERR, rette uns (vgl. Mt 8, 25).

HERR, oft erscheint uns deine Kirche wie ein sinkendes Boot, das schon voll Wasser gelaufen und ganz und gar leck ist. Und auf deinem Ackerfeld sehen wir mehr Unkraut als Weizen. Das verschmutzte Gewand und Gesicht deiner Kirche erschüttert uns.

Aber wir selber sind es doch, die sie verschmutzen. Wir selber verraten dich immer wieder nach allen großen Worten und Gebärden.

Erbarme dich deiner Kirche: Auch mitten in ihr fällt Adam immer wieder. Wir ziehen dich mit unserem Fall zu Boden, und Satan lacht, weil er hofft, dass du von diesem Fall nicht wieder aufstehen kannst, dass du in den Fall deiner Kirche hineingezogen selber als Besiegter am Boden bleibst.

Und doch wirst du aufstehen. Du bist aufgestanden – auferstanden und du kannst auch uns wieder aufrichten. Heile und heilige deine Kirche. Heile und heilige uns.

Quelle und weiterer Text hier: https://de.zenit.org/articles/kreuzweg-im-romischen-kolosseum-2005/


14 Kommentare on “Papst Benedikt über die Sünden in der Kirche”

  1. juetz sagt:

    Petrus = petra .. der Fels ?
    Wer ist der Fels ?
    Abdul / Michael Kotsch

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  2. Claus Stephan Merl sagt:

    Scheinbar ist jetzt gerade Zerknirschung in der katholischen Kirche angesagt. Und das ist ja auch dringend erforderlich. Aber das wird nicht lange anhalten. Dann wird die römisch-katholische Kirche wieder als rein und heilig gefeiert und mit Jesus in eins gesetzt. Wie es halt gerade so angesagt ist. Über die logische Vereinbarkeit solcher Aussagen wollen wir dann lieber nicht sprechen.

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    • Bernhard sagt:

      Na zu welcher Gemeinschaft gehören Sie denn, die sich nie etwas vorzuwerfen hat und keine schwarzen Schafe in ihren Reihen hat. Etwa zur EKD-Kirche?

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      • Claus Stephan Merl sagt:

        Hallo Bernhard,

        diese Frage ist ein typisches Ausweichmanöver. Ich bezog mich eindeutig auf das Selbstverständnis der römisch-.katholischen Kirche, das es so im protestantischen Bereich nicht oder nur wenig gibt.

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      • Gerd sagt:

        „Aber wir selber sind es doch, die sie verschmutzen. Wir selber verraten dich immer wieder nach allen großen Worten und Gebärden.“

        Wir selber sollen zerknirscht sein, nicht die Gemeinschaft.

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      • Claus Stephan Merl sagt:

        Hallo Gerd,

        warum müssen Sie zerknirscht sein? Sie haben doch nicht an den schrecklichen Taten in Pittsburgh und Umgebung teil genommen.

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  3. Dorrotee sagt:

    Ganz hervorragend und tröstlich!

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  4. Von der Finsternis zum Licht: Handbuch für den Befreiungsdienst in der Katholischen Kirche Taschenbuch – 25. November 2004
    von Jean Pliya (Autor), Emmanuel Bayili (Vorwort), Gernot Stuchlik (Designer), Christine Bachhuber (Übersetzer), Elmar Bachhuber (Übersetzer)

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    • Bernhard sagt:

      Ich kenne das Buch zwar nicht, bin aber skeptisch bei irgendwelchen „Befreiungsdiensten“ neben dem offiziellen Exorzismus.

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      • Guten Tag,
        da haben Sie völlig recht, mir geht es genauso!
        Bei mir melden sich seit Jahren die Opfer charismatischer und selbstgestrickter Pseudo-Exorzismen bzw. „Befreiungsdienste“. Erst werden die Leute besessen geredet, dann davon „befreit“ bzw. erst recht in psychische Probleme gestürzt, die oft jahrelang (!) anhalten. Ich könnte ein Buch über die Berichte von Betroffenen füllen, vor zwei Tagen hat mch wieder ein Opfer angerufen.
        (Natürlich kann es in seltenen Fällen wirkliche Besessenheit geben, aber bei den mir bislang erzählten Schicksalen war das ausnahmslos herbeigeredet von Panikmachern und Durchgeknallten!)
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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  5. Jutta sagt:

    Ja, Benedikt, das war noch ein Papst.
    Er war ein Papst nach meinem Herzen und auch Verstand.
    Und jetzt?
    Und wie wird es weitergehen.
    Wird der nächste besser? Hoffen wir es.

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    • Kleopatra sagt:

      Wir hofften schon im März diesen Jahres, dass es aufrichtigen Glaubensbrüder gelingen wird, diesen Kommunistenpapst, der das Christentum verhöhnt, der Ämter zu entheben. Leider ist der Sumpf im Vatikan viel zu groß. Manche meinen, er wird fliehen müssen, andere, dass er von seinen muslimischen Goldschätzchen geköpft wird und dieser Papst ist so Machtgeil, dass er dem Christentum und der Kirche schadet bis zuletzt. Er könnte, wie Nostradamus voraus sagte, der letzte Papst sein, oder es gelingt den verratenen Christen noch einmal, einen ehrwürdigen Papst auf zu stellen. Der ganze Saustall in den Amtskirchen, besonders der EKD, gehört ausgemistet.

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      • Claus Stephan Merl sagt:

        Kleopatra,

        es gibt kirchenrechtlich keine Möglichkeit, einen amtierenden Papst abzusetzen. Und Nostradamus hat nichts vorhergesagt.

        Außerdem hat der Papst nichts mit der EKD zu tun.

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      • @Kleopatra:

        Der Diktatorpapst
        Marcantonio Colonna
        Paperback, 260 Seiten

        »Der Diktatorpapst ist eine unentbehrliche Lektüre, um eine der rätselhaftesten und gefährlichsten Gestalten zu verstehen, die je den Stuhl Petri besetzte.«

        Dieses Buch wurde zuerst in Italien unter dem Pseudonym »Marcantonio Colonna« veröffentlicht und enthält eine unzweideutige Kritik an der Amtsführung von Papst Franziskus. Marcantonio Colonna war 1571 der Oberbefehlshaber der päpstlichen Truppen in der Seeschlacht von Lepanto. Das Pseudonym ist bereits eine Anklage und Botschaft an den amtierenden Papst, die katholische Sache zu verteidigen und nicht preiszugeben.

        Der Diktatorpapst widerspricht vor allem der »von westlichen Medien« verbreiteten Darstellung von Franziskus als »großem Erneuerer«, dem sich nur »ultrakonservative Kardinäle« widersetzen würden.

        Könnte Papst Franziskus der tyrannischste und skrupelloseste Papst der Neuzeit sein?

        Der Kirchenhistoriker Marcantonio Colonna ist fest davon überzeugt. In seinem kontrovers diskutierten, aber sorgfältig recherchierten Buch schildert er seine Auffassung und gibt einleuchtende Beispiele, die Ihnen den Atem stocken lassen.

        Hinter der Maske des bescheidenen, volksnahen Mannes verbirgt sich ein Papst, der sich seiner eigenen Macht bewusst ist. Indem er sich mit den fragwürdigsten Elementen im Vatikan verbündet, herrscht Franziskus durch Angst. Er versucht die ewige katholische Lehre, gegen jeden Widerstand, zu verändern.

        Colonna hat seine weitreichenden Kontakte im Vatikan vollumfänglich genutzt, um eine provokante und aufschlussreiche Darstellung der wahren Beweggründe von Papst Franziskus vorzulegen.

        In Rom begann eine aufgeregte Suche nach dem Autor. Verschiedene Persönlichkeiten gerieten unter Verdacht. Die zahlreichen Details über die Hintergründe der Krise im Malteserorden um die Jahreswende 2016 / 2017 ließen den Verdacht auf einen Malteserritter fallen. Papst Franziskus hatte Ende Januar 2017 den damaligen Fürsten und Hochmeister des Malteserordens, Fra Matthew Festing, zum Rücktritt gezwungen, obwohl er eigentlich ihn und nicht dessen Gegenspieler hätte unterstützen müssen.

        Der Name des Autors wurde aber erst im März 2018 bekannt, als ihn der US-Verlag Regnery Press lüftete. Beim Autor handelt es sich um den in Oxford ausgebildeten, britischen Historiker und Malteserritter, Henry Sire.

        Der Malteserorden, von Papst Franziskus in einem Willkürakt um seine Führung beraubt, reagierte mit der Suspendierung des Autors und distanzierte sich von seinen Publikationen.

        Neu! Jetzt endlich auch in deutscher Sprache!

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