Pfarrfest in Münster-Hiltrup zeigte Kelch des Priesters und KZ-Opfers Bernhard Poether

Von Felizitas Küble

Am heutigen Sonntag (26.8.) wurde in der Gemeinde St. Marien in Münster-Hiltrup das jährliche Pfarrfest gefeiert.

Dabei gab es nicht nur ein fröhliches Treiben, allerlei Spiele, Bücherbasar, Infostände und ein Zirkuszelt mit gekonnten Vorführungen, sondern auch jede Stunde eine Kurzansprache von Pfarrer i.R. Ewald Spieker auf dem Kirchplatz.

Der Priester zeigte den interessierten Besuchern den originalen Primiz-Kelch von Kaplan Bernhard Poeter und erwähnte sein heldenhaftes Leben. Der pensionierte Pfarrer ist Herausgeber des Sammelbandes „Kaplan Bernhard Poether (1906 bis 1942). KZ-Priester des Bistums Münster“ (siehe Foto).

Allein im Konzentrationslager Dachau waren mehr als 3000 katholische Priester inhaftiert, über tausend von ihnen wurden ermordet oder starben an den Folgen von Schikanen, Hunger und Entbehrungen.

Pfarrer Spieker setzt sich seit einigen Jahren für die Seligsprechung von Kaplan Bernhard Poether ein und hat hierfür tausende Unterschriften gesammelt.

Der Märtyrer war in Hiltrup zur Schule gegangen und 1932 in Münster zum Priester geweiht worden.

Dieser tapfere Geistliche, der sich seelsorglich besonders um die in der Nazi-Zeit unterdrückten Polen in Deutschland kümmerte, bezahlte seinen Einsatz am 5. August 1942 im KZ mit dem Leben.

Das erste Foto zeigt den nicht „nur“ künstlerisch wertvollen Kelch des Blutzeugen. Er ist vor allem das geistig-geistliche Vermächtnis des Bekenner-Kaplans, denn der Kelch enthält gleichsam sein Lebensprogramm.

Im unteren Teil – der aus Silber gefertigt ist – sehen wir vorne ein eingraviertes Kreuz mit zwei Balken, wie dies in den östlichen Kirchen üblich ist. Bernhard Poether wollte als Missionar nach Rußland gehen, daher erlernte er in Eigenregie die russische Sprache.

In kyrillischer Schrift finden wir auf seinem Kelch die Worte: „In diesem Zeichen wirst Du siegen“.

Zudem heißt es  – ebenfalls auf russisch  –  vielsagend: „Am Altare muss ein Priester stehen, der nicht mit Worten allein, sondern durch die Taten das Volk ermahnt, zu bekennen und Zeugnis abzulegen.“

Daran hat sich dieser junge Geistliche selber gehalten und sein unbeugsames Zeugnis brachte ihm den Märtyrertod.

Zudem finden sich auf dem „Fuß“ des Kelches die Abbildungen der heiligen Kyrillus und Methodius, beide waren frühmittelalterliche Missionare der Slawen. Der vergoldete obere Teil des Meßkelchs und der silberne „Fuß“ wird verbunden durch einen weißen Edelstein als Mittelstück.
Den Primizkelch erhielt die Pfarrgemeinde St. Marien von der  – inzwischen verstorbenen  – Schwester dieses NS-Opfers.

Der Kelch von Kaplan Poether wird bei besonders festlichen Anlässen in der Pfarrkirche St. Marien bei der Zelebration der hl. Messe verwendet.

 

 

 

 

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Rückblick auf den Glaubenskongress in Fulda – Nächstes Jahr Mitte Juni in Ingolstadt

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Der 18. Kon­gress „Freu­de am Glau­ben“ in Fulda ist zu En­de ge­gan­gen. In der „Ta­ges­post“ vom 26. Ju­li hat Re­gi­na Ei­nig das Bild die­ses Kon­gres­ses prä­zi­se ge­zeich­net:

„Die Her­de ist klei­ner ge­wor­den, der Wil­le zum Be­kennt­nis aber un­ge­bro­chen. Der Kon­gress ‚Freu­de am Glau­ben‘ bot ein Al­ter­na­tiv­pro­gramm zu ge­schwät­zigen Dis­kus­sio­nen in­ner­halb der Kir­che. Wis­sens­ver­mitt­lung und geist­li­che Stär­kung hal­ten sich beim Kon­gress die Waa­ge. Weih­bi­schof Schnei­der aus Ka­sach­stan setzt das Glanz­licht des Kon­gres­ses“.

Bi­schof Heinz-Jo­sef Al­ger­mis­sen (Bistum Fulda) fass­te zu­sam­men: „Die Kir­che in Deutsch­land weiß gar nicht, was sie an Ih­nen hat“.

Die Zu­stim­mung der Kon­gress­teil­neh­mer zeig­te sich u.a. in der spon­ta­nen Be­reit­schaft einer be­acht­li­chen Zahl, dem „Fo­rum Deut­scher Ka­tho­li­ken“ als Mit­glied bei­zu­tre­ten, in der sehr groß­zü­gi­gen Kol­lek­te des Ab­schluss­got­tes­diens­tes, die für das „Fo­rum Deut­scher Ka­tho­li­ken“ be­stimmt ist und in der Nach­fra­ge nach den CDs mit den Vor­trä­gen; sie wur­den rest­los aus­ver­kauft.

Vie­le Besucher äu­ßer­ten, für die­sen Kon­gress mit sei­nem Pro­gramm soll­te viel mehr Wer­bung ge­macht wer­den. Persönliche Ge­sprä­che mit Freun­den und Be­kann­ten mit der Ein­la­dung, am nächs­ten Kon­gress teil­zu­neh­men, sind die wirk­sam­ste Form der Wer­bung.

Wir sind be­reits da­bei, den nächs­ten Kon­gress „Freu­de am Glau­ben“, der vom 14. bis 16. Juni in In­gol­stadt statt­fin­det, vor­zu­be­rei­ten. Sie kön­nen si­cher sein, dass wir die Fra­gen, die in Kir­che und Ge­sell­schaft an­ste­hen, auf­grei­fen wer­den.

Schon heu­te la­den wir Sie sehr herz­lich nach Ingolstadt ein.

Prof. Dr. Hubert Gindert
Spre­cher des „Fo­rum Deut­scher Ka­tho­liken“