Psycho-Studie: So wird die Wahrheit über Anschläge zurechtgebogen

FernUni-Forschende belegen in einer psychologischen Studie: Der Mensch bildet sich verzerrte Urteile über Gewalttaten, um die Integrität seiner eigenen sozialen Gruppe zu wahren.

Die Motive für Anschläge sind vielfältig. Manche Menschen leiden an schweren seelischen Erkrankungen, die sich in Gewalttaten Bahn brechen. Ihre Attacken sind affektiv und keine gezielten Terrorakte. Andere indes sind religiös oder politisch motiviert und töten planvoll. Oft decken Ermittelnde erst nach Tagen auf, was die wahren Hintergründe eines Angriffs sind. 

Derweil haben sich in der Öffentlichkeit jedoch längst verschiedene Urteile über das vermeintliche Täterprofil herausgebildet. Wie subjektiv verzerrt diese Einschätzungen sind, zeigt eine internationale psychologische Studie, an der zwei Forschende der FernUniversität in Hagen beteiligt waren:

Dr. Birte Siem ist in den Lehrgebieten Sozialpsychologie und Community Psychology tätig; Dr. Agostino Mazziotta arbeitete noch als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrgebiet Community Psychology an der Studie mit.

Zeitgleich zum Hagener Team trieben Assistant Prof. Masi Noor (Keele University, England) und Assistant Prof. Nour Kteily (Northwestern University, USA) das Projekt voran.

Neben dem wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn war den Forschenden auch die Signalwirkung der Studie wichtig. „Wir wollten anhand politischer Ereignisse zeigen, wie relevant psychologische Forschung für das Verständnis von gesellschaftlichen Zusammenhängen ist“, sagt Dr. Mazziotta.

Verteidigung der „Eigengruppe“

Masi Noor führte den ersten Versuchslauf während des Brexit-Referendums 2016 durch. Ein Attentäter tötete im Juni 2016 die Labour-Abgeordnete und Brexit-Gegnerin Jo Cox. Neben dem Verdacht einer rein politischen Motivation gab es auch Indizien für psychische Probleme des Mörders. Nun sollten sich die befragten Personen direkt nach der Tat selbst einem politischen Spektrum zuordnen und eine Beurteilung der Situation vornehmen.

Das Ergebnis fiel eindeutig aus: Die meisten Brexit-Befürwortenden distanzierten sich vom Attentäter, indem sie auf seine seelische Instabilität verwiesen. „Je nachdem, welches Motiv ich als Erklärung für eine Tat heranziehe, bestrafe ich nicht nur den Täter, sondern auch seine Eigengruppe, die sog.  ‚In-Group‘“, erklärt Agostino Mazziotta. „Die Gruppe, der wir uns zugehörig fühlen, ist Teil unserer Identität. Deswegen tendieren wir dazu, sie zu schützen.“

Dass dagegen die mit dem Täter assoziierten Brexiteers nicht an einen politisch motivierten Mord glaubten, passte demnach ins vermutete Muster. „Diejenigen, die für den Brexit waren, hätten sonst zugegeben, dass jemand aus ihren Reihen radikal ist“, so Dr. Siem.

Die deutschen Forschenden übertrugen die Fragestellung kurze Zeit später auf den Anschlag im bayrischen Ansbach:

Im Juli 2016 verletzte ein syrischer Asylbewerber 15 Menschen mit einer Bombe und kam dabei selbst ums Leben. Birte Siem und Agostino Mazziotta reagierten so schnell wie möglich. So wie ihr britischer Kollege mussten auch sie ihre Befragung abschließen, noch bevor sich die Nachrichtenlage klären würde. Objektive Informationen zum Motiv des Täters hätten das Ergebnis verfälscht.

BILD: Historische Gebäude in Ansbach in der Nähe des Anschlags vom Juli 2016

Die Ergebnisse fügten sich abermals in die Argumentationslinie des Forschungsteams: Analog zur Rechtsprechung straft die Öffentlichkeit Gewaltakte weniger ab, wenn sie nicht auf Kalkül, sondern Krankheit zurückgehen.

Die meisten Anhängerinnen und Anhänger einer offenen Asylpolitik führten den Anschlag des jungen Moslems daher auf seelische Probleme zurück, um ihre „In-Group“ zu verteidigen. Die gegnerische „Out-Group“ sah in dem Angreifer hingegen sofort den islamischen Terroristen, und somit ein Beispiel für die – ihrer Meinung nach – gescheiterte Asylpolitik der Bundesregierung. Dr. Siem dazu: „Die Testpersonen versuchten eine Erklärung für die Gewalttat zu finden, die der eigenen Position dienlich ist.“

Quelle: https://www.fernuni-hagen.de/universitaet/aktuelles/2018/09/am_studie_terror-oder-psychische-krankheit.shtml

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Deutsche Sprache nach Brexit EU-weit stärken

Zum heutigen ‚Tag der deutschen Sprache’ fordert der AfD-Parlamentarier Stephan Brandner die Bundesregierung auf, nach dem Ausscheiden Großbritanniens auf eine Stärkung der deutschen Sprache innerhalb der EU hinzuwirken. 

Aus der Antwort der Bundesregierung (Bundestagsdrucksache 19/3907) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion geht hervor, dass die Bundesregierung nicht davon ausgehe, dass der Brexit zu einer Veränderung der rechtlichen Vorgaben und der Praxis des Sprachgebrauchs innerhalb der EU führe. 

Der Bundestagsabgeordnete Brandner betont, dass die übermächtige Stellung des Englischen in der europäischen Politik nach dem Ausscheiden Großbritanniens dringend überdacht werden müsse und zu einer Stärkung der deutschen Sprache führen könne: „Sprachpolitisch ist der Brexit eine riesige Chance, die deutsche Sprache – die mit Abstand meistgesprochene Muttersprache in der EU – zu stärken. Hierfür muss sich die Bundesregierung in der EU mit Nachdruck einsetzen!“

Brandner, der selbst langjähriges Mitglied des Vereins deutsche Sprache ist, setzt sich außerdem für die Aufnahme der deutschen Sprache in das Grundgesetz ein.


Dem Kind zuliebe: Auf Alkohol in der Schwangerschaft komplett verzichten

Anlässlich des „Tages des alkoholgeschädigten Kindes“ am 9. September 2018 rufen die Drogenbeauftragte der Bundesregierung und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) schwangere Mütter auf, bewusst auf Alkohol zu verzichten. 

Alkoholkonsum in der Schwangerschaft kann zu schwerwiegenden Schädigungen beim Kind führen – den Fetalen Alkoholspektrumstörungen (FASD) bis hin zum Vollbild des Fetalen Alkoholsyndroms (FAS). Kinder mit FASD können in ihrer geistigen und körperlichen Entwicklung dauerhaft stark beeinträchtigt sein.

Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, betont: „Alkoholgeschädigte Kinder sind ihr Leben lang auf Hilfe angewiesen, denn FASD ist nicht heilbar. Dieses Schicksal lässt sich komplett vermeiden, wenn Schwangere schlicht und einfach auf Alkohol verzichten.

Zwar wissen mittlerweile mehr als 80 Prozent der Bevölkerung um die Risiken von Alkohol in der Schwangerschaft, dennoch kommen jedes Jahr tausende von Kindern mit FAS oder FASD auf die Welt. Prävention und Information sind also kein ‚Kann‘, sondern noch immer ein absolutes ‚Muss‘!“

Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA, erklärt: „Während der Schwangerschaft wird das Kind über die Nabelschnur mit allen notwendigen Nährstoffen von der Mutter versorgt. Auf diesem Weg gelangt auch der Alkohol zum Kind. Bereits geringe Mengen können das Ungeborene erheblich schädigen. Deshalb empfiehlt die BZgA: kein Tropfen Alkohol während der gesamten Schwangerschaft!“

Je nachdem, in welcher Schwangerschaftsphase Alkohol getrunken wird, fallen die Schädigungen unterschiedlich aus: Im frühen Stadium kann Alkohol unter anderem Organe schädigen und Fehlbildungen der Extremitäten und Gliedmaßen sowie des Gesichts verursachen. Alkoholkonsum im späteren Verlauf der Schwangerschaft kann zu Wachstumsverzögerungen und kognitiven Beeinträchtigungen beim Kind führen.

Um werdende Mütter für die Risiken des Alkoholkonsums in der Schwangerschaft zu sensibilisieren, bietet die BZgA für Schwangere und ihre Partner verschiedene Infos zur Entstehung und Vermeidung von Fetalen Alkoholspektrumstörungen an. Sie unterstützt werdende Mütter, denen es schwerfällt, auf Alkohol zu verzichten, auch online und anonym beim Konsumstopp.

Hilfe bietet das Internetportal IRIS unter http://www.iris-plattform.de. Für Mitarbeitende in der Schwangerenvorsorge steht ein Leitfaden für die Beratung von alkoholkonsumierenden Schwangeren zur Verfügung.

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung sowie der BZgA


Nicht der „Klerikalismus“ ist das Problem, sondern oberhirtliche Ablenkungsmanöver

Von Dr. Markus Büning

Seit Tagen müssen wir uns von unseren Oberhirten gebetsmühlenartig anhören, der Klerikalismus sei die Ursache der Missbrauchskrise  –  gemeint ist der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Geistliche.

Papst Franziskus gab mit seinem Schreiben an die Gläubigen hierzu den Aufschlag (http://w2.vatican.va/content/francesco/de/letters/2018/documents/papa-francesco_20180820_lettera-popolo-didio.html).

Seine bischöflichen Vasallen scheinen ihm hier unisono zu folgen, siehe hier nur für viele die Stellungnahme des Bischofs Dr. Genn aus Münster: http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/wegen-missbrauch-genn-fordert-ende-von-klerikalismus.

Die Gründe für diese nunmehr gängige Worthülse zur scheinbaren Aufarbeitung sind vielschichtig.

Zum einen dient sie dazu, dass Kernproblem nicht anzusprechen. Bischof Eleganti aus der Schweiz allerdings war es, der hier den Finger trotz aller Vernebelung in die Wunde legte, indem er auf das Problem des Homosexualismus im Klerus zutreffend hinwies (siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2018/09/05/schweizer-weihbischof-eleganti-beklagt-tabu-um-kirchl-homosexuellen-problematik/).

Und genau davon will der Papst und die ihm vollends ergebenen Hirten nichts hören. Warum? Weil sie fürchten, von den Medien dieser Welt verbrannt zu werden, als homophob und ewig gestrig. All dies ist durchschaubar.

Aber es gibt für diese bischöfliche Nebelkerze auch noch einen anderen Grund: Letztlich schiebt man von bischöflicher Seite nun alles auf den niederen Klerus, der offenbar vom selbstherrlichen Klerikalismus infiziert sei. Und hierbei werden dann vor allem die Priester diffamiert, die seit Jahren nur eines wollen, nämlich treue katholische Priester sein!

Ja, gerade diese Geistlichen, die Priesterkleidung tragen und sich an den Ritus des Missale halten und die Hl. Messe würdig zelebrieren, geraten nun in das Fadenkreuz bischöflicher Problembewältigung. Gerade diese Priester sollen ganz offenbar mit dem Schlagwort des Klerikalismus getroffen werden. All dies ist höchst gefährlich!

Und wer tut solches? Der Bischof von Rom und all die Bischöfe, die auf einmal entdecken, wie wichtig die Papsttreue ist. Warum? Weil es ihnen nun in die Agenda passt! Es ist alles so durchschaubar! Nun auf einmal wird von einigen Bischöfen die unbedingte Papsttreue gefordert. Unter Benedikt XVI. und Johannes Paul II. habe ich solche Töne aus dem deutschen Episkopat nie gehört. Warum ist das jetzt anders?

Weil man sich von Franziskus die neue Kirche erwartet. Die Kirche der Beliebigkeit, in der alles geht und man so endlich, endlich der Welt gefallen kann, ja den Jubel fast aller erwarten darf. Das ist übrigens auch der Grund, warum die weltlichen Leitmedien derzeit weitgehend zum Kirchenskandal schweigen. Sie wollen den ach so reformerischen Papst decken und beteiligen sich so selbst am Werk einer teuflischen Vertuschung. Auch unterlassene Berichterstattung ist Fake-News-Berichterstattung!

Interkommunion, Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene, Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, Gottesdienste ohne festgelegten Ritus, alles ad libitum. Das scheint die Kirche zu sein, die diese Hirten nun erwarten.

Manche gehen sogar so weit, dass rebellische Frauen Morgenluft wittern und sich auch schon mit der Kasel am Altar wähnen. In einem Dekanat des Bistums Münster findet auf Dekanatsebene bereits eine Tagung für kirchliche Mitarbeiter zum Thema Frauendiakonat statt. Der zuständige Dechant lädt ein und der zuständige Episkopos schweigt.

Genau diese Kirche wird offenbar gewünscht und dafür scheint Franziskus die Gallionsfigur zu sein, die nun mit der Mentalität eines von bischöflicher Seite eingeforderten sakrosankten Führerkults in einer völlig unkritischen und devoten Weise geschützt wird. Das Ganze grenzt schon am Verstandesopfer, koste es was es wolle. Ja, es wird einem schwindelig dabei!

So etwas hat es in dieser Kirche wohl noch nie gegeben. Diese Masche scheint ein kirchenhistorisches Novum zu sein, welches die Einheit der Kirche in ihren Grundfesten erschüttert. Und all diejenigen Bischöfe, die nun so handeln, müssen sich doch fragen lassen, ob nicht sie es sind, die ihre Macht nun missbrauchen.

Ja, sie trifft der Vorwurf des ungehemmten Klerikalismus in der Gestalt eines bourgeoisen Episkopalismus, der nur eines will, der Welt gefallen.

Und nun frage ich diese Herren Bischöfe, wo sie in den letzten Jahrzehnten denn ihre Macht zu folgenden Themen ausgeübt haben: Liturgischer Missbrauch, Kanzelmissbrauch, häretischer Religionsunterricht, Verunstaltung der Kirchenräume usw. usw.?

Zu all diesen Themen sind die Schubladen deutscher Ordinariate gefüllt mit Beschwerdebriefen, wohl eher sind diese Briefe schon längst geschreddert. So gut wie nichts haben sie hier getan, die Herren Episkopen, das heißt übrigens übersetzt Aufseher und nicht Wegseher! Das alles ist nur noch erbärmlich.

Diese „Hirten“ haben es über Jahrzehnte weitgehend zugelassen, dass diese Kirche zu einer Karikatur geworden ist, in der der Glaube und die Frömmigkeit weitgehend verdunstet sind. Ja und wenn dann Mitbrüder da waren, die anders dachten, wollte man nur eines, sie möglichst schnell entsorgen. Man denke nur an die Bischöfe Mixa und Tebartz van Elst. Diese Oberhirten entsprachen nicht dem üblichen Wohlfühlkatholizismus westdeutscher Prägung, der auch die ostdeutsche Diaspora, die zu Verfolgungszeiten in der DDR noch weitgehend intakt war, inzwischen infiziert hat.

Solange diese Bischöfe nicht anfangen, ihr von Gott verliehenes Amt im Sinn der der kirchlichen Überlieferung auszuüben, trifft sie der Vorwurf eines angepassten Klerikalismus, der eben nicht bereit ist, die Missstände in dieser Kirche zu bekämpfen. Nein, ganz im Gegenteil, die Missstände schienen nunmehr eine weitere Flanke zur Deformation zu bieten. All dies ist nur noch zu bedauern.