Linkskatholizismus weiter auf Abwegen: Will er das Feuer mit Öl löschen?

Mathias von Gersdorff

Die ersten Reaktionen von Bischöfen auf den Missbrauchsskandal in Deutschland lassen eine eindeutige Tendenz erkennen: Der progressistische Kurs soll fortgesetzt werden, ein Umdenken, eine Reflektion über den eigenen Kurs der letzten Jahrzehnte ist nicht im geringsten erkennbar.

Das sind die denkbar schlechtesten Voraussetzungen für eine wahre Umkehr. Denn eine solche setzt voraus, dass man Grundsätzliches in Frage stellt.Doch der deutsche Progressismus will absurderweise den moralischen Verfall mit einer Fortsetzung und sogar Beschleunigung des Kurses beheben, der diesen Verfall überhaupt erst ermöglicht hat.

Die ersten Reaktionen lassen sich ungefähr so zusammenfassen:

1. Die kirchlichen Strukturen sollen demokratisiert werden, um Cliquen und Männerbündnisse zu verhindern.
2. Die Priesterstand soll geschwächt, der Laienstand gestärkt werden.
3. Die Sexualmoral soll überdacht und gelockert werden.

Hier soll kurz erläutert werden, wieso der Progressismus dabei ist, das Feuer mit Öl löschen zu wollen. Denn genau das Gegenteil dieser vorgeschlagenen Maßnahmen braucht die Kirche.

ERSTENS: Der Klerus der katholischen Kirche bildet nicht die Leitung eines Vereins, Unternehmens oder politischen Partei, sondern ist aufgrund der Weihe ein besonderer Stand, der äußerst eng mit Christus selbst verbunden ist. Ein Priester handelt nicht nur im Auftrag Christi, sondern auch oft – bei den Sakramenten – „in persona Christi“, also an der Stelle Christi: Christus selbst spricht die Wandlungsworte in der Eucharistie, Christus selbst gibt die Lossprechung in der Beichte durch den Priester etc.

Damit verbunden ist der Auftrag des Priestertums, die Wahrheit Christi über die Jahrhunderte aufrecht zu erhalten und zu lehren. Dazu gehört auch die Vermittlung von „schwierigen“ Wahrheiten, wie etwa Moral und hier insbesondere die Sexualmoral. Die Einhaltung des 6. Gebotes ist schwierig und die Aufforderung, es zu halten, erfordert deshalb eine sehr hohe moralische Autorität.

Das ist die Aufgabe der „Lehrenden Kirche“, die aus den Vorstehern der Kirche besteht, also aus den Nachfolgern der Apostel, den Bischöfen.

Die Bischöfe sind mit den Gaben des Heiligen Geistes ausgestattet, um diese schwierige Funktion zu erfüllen. Wenn sie lehren, erhalten sie Gnaden, um besonders glaubwürdig zu sein. Die Laien wiederum erhalten Gnaden, um die (wahre) Lehre, die von den Bischöfen weitergegeben wird, mit offenem Herzen zu empfangen und zu praktizieren.

Eine „Demokratisierung“ dieser Tatsache im Sinne einer Aufweichung der Rangstellung der lehrenden Kirche kann nur zu einer weiteren Aufweichung der Moral in Klerus und im Laientum führen.

Übrigens: Auch kein Unternehmen, kein Verein und keine politische Partei kann auf der Grundlage der Kumpanei bestehen.

Noch weniger die Kirche, denn sie kein weltlicher Verein, sondern essentiell hierarchisch. Wenn diese Hierarchie und ihre Autorität nicht betont werden, kann nicht damit gerechnet werden, dass die moralische Krise in der Kirche und insbesondere im Klerus überwunden werden.

ZWEITENS: Daraus ergibt sich direkt, dass der Priesterstand nicht geschwächt, sondern gestärkt werden muss. Vor allem muss wieder die SAKRALITÄT des Priestertums deutlich sichtbar werden: Durch beispielhafte Lebensführung, durch vertieftes Gebetsleben, durch äußere Zeichen wie Priesterkleidung etc.

Die Menschen müssen instinktiv erkennen, dass sie vor einer geweihten Person stehen, die ein göttliches Amt ausübt. Dann werden die Laien auch eher gewillt sein, die Lehren, Mahnungen und Ratschläge zu befolgen.

Man braucht nur alte Fotos von Priestern oder Mönchen zu sehen, um zu verstehen, was es heißt, wenn jemand sein sakrales Amt ernst nimmt. Weil es viele gute Beispiele gab, erkannten manche Laien auch instinktiv, wenn ein Priester in Sünde oder unwürdig lebte. Das Volk erhält bisweilen Gnaden, um diese Sachverhalte zu erkennen.

Zum Laienstand: Selbstverständlich sind die Laien sehr wichtig in der Kirche. Aber es ist ein Irrweg, zu meinen, sie müssten in Konkurrenz zu den Priestern treten und mehr oder weniger deren Aufgaben übernehmen. Das ist schier unmöglich und führt zur Verweltlichung und Entsakralisierung, die wir heute sehen.

In der Geschichte der Kirche gab es immer auch heilige Laien, die entsprechend ihrem Laienstand gewirkt haben. Sie waren aber nicht vom Ansinnen getrieben, sie müssten Aufgaben übernehmen, die dem Priesterstand zustehen.

DRITTENS: Der absurdeste Vorschlag ist eine Aufweichung der Sexualmoral. Abgesehen davon, dass dies unmöglich ist, denn die Moral ist unveränderbar und immer wahr und gültig, weil sich auch Gottes Wort mit der Zeit nicht ändert, kann dies nur zu einer noch gravierenden moralischen Katastrophe führen: Die katholische Moral zu befolgen ist mühsam und anstrengend. Sie erfordert eine grundsätzliche, eine radikale Lebensentscheidung. Man sagt entweder Ja oder Nein. Und bis zum Tod lebt der Menschen in einem immerwährenden Kampf gegen die eigenen schlechten Neigungen. Dieser Folge der Erbsünde kann sich kein Mensch entziehen.

Es ist völlig absurd, zu meinen, eine „Lockerung“ würde es den Menschen einfacher machen, gemäß der katholischen Moral zu leben. Nein, das Gegenteil ist der Fall: Es gibt keine liberale Moral, es gibt keinen Laissez Faire. Es gibt nur den Kampf gegen die ungeordneten Neigungen und gegen die Sünde.

Eine Schlussbemerkung: Normalerweise müssten Priester über Themen wie diese schreiben oder sprechen. Doch offenbar trauen sie sich nicht, weshalb diese Aufgabe wohl Laien übernehmen müssen.

Erstveröffentlichung dieses Artikels hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.com/2018/09/missbrauchsskandal-progressismus-will.html
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Bischofskonferenz pro Marsch für das Leben

Zur heutigen Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz erklärt Alexandra Maria Linder (siehe Foto), die Vorsitzende des Bundesverbands Lebensrecht in Berlin:

Mit seinem heute veröffentlichen Grußwort unterstützt Reinhard Kardinal Marx im Namen der Deutschen Bischofskonferenz den Marsch für das Leben, der am kommenden Samstag in Berlin stattfindet, und wünscht ihm Gottes Segen.

Für die Teilnehmer/innen, die zum Teil lange Wege und viele Anstrengungen auf sich nehmen, um bei der größten Pro-Life-Demonstration in Deutschland öffentlich sichtbar für das Leben einzutreten, ist das eine Bestärkung und Ermutigung.

In Bezug auf die Debatte um das Werbeverbot für Abtreibungen (§ 219 a StGB) betont Kardinal Marx, dass die Tötung ungeborenen menschlichen Lebens keine „normale“ ärztliche Dienstleistung sei.

In seinem Grußwort erwähnt Kardinal Marx auch die von den Kirchen veranstaltete Woche für das Leben, die sich jedes Frühjahr mit wichtigen Themen im Rahmen des Lebensrechts befasst. Wie in den vergangenen Jahren auch wird der Bundesverband Lebensrecht diese Veranstaltung vor Ort mit einer Fachtagung nach dem offiziellen Eröffnungsgottesdienst unterstützen.

Der Marsch für das Leben beginnt am Samstag, dem 22. September um 13 Uhr mit einer Kundgebung auf dem Washingtonplatz.

Infos: www.bundesverband-lebensrecht.de;  www.marsch-fuer-das-leben.de


Der „Marsch für das Leben“ in Berlin am 22.9. beginnt im Bereich Hauptbahnhof

ACHTUNG: Kundgebung diesmal nicht vor dem Reichstag

Der Marsch für das Leben in Berlin beginnt dieses Jahr nicht – wie zuerst angekündigt –  mit einer Kundgebung vor dem Reichstag, sondern auf dem Washington-Platz (10557 Berlin) in Nähe des Hauptbahnhofes. Die Uhrzeit von 13 Uhr bleibt unverändert. 

Aufgrund der Vorbereitungen für die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober ist die gesamte Fläche um den Reichstag für Aufbauten in diesen und den folgenden Tagen weiträumig gesperrt, daher die Ortsänderung.

Nach der Kundgebung beginnt die Demonstration. Die Wegstrecke ist voraussichtlich rund 5 km lang und barrierefrei.

Im Anschluss an den Schweigemarsch findet ein ökumenischer Gottesdienst statt. Ende der Veranstaltung gegen 17:30 Uhr.

Weitere Infos hier: https://www.bundesverband-lebensrecht.de/marsch-fuer-das-leben/#toggle-id-1

Foto: Axel Nickolaus


Kundgebung am 28. September in Berlin fordert Pressefreiheit in der Türkei

Anlässlich des Besuchs des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan rufen Amnesty International, der Dt. Journalisten-Verband (DJV), die Dt. Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di, das Europäische Zentrum für Presse- und Medienfreiheit (ECPMF) und Reporter ohne Grenzen (ROG) zu einer Kundgebung für die in der Türkei inhaftierten Journalisten auf:

Am Freitag, 28. September um 11 Uhr
auf dem Washingtonplatz (Südausgang Hauptbahnhof) in 10557 Berlin

mit Redebeiträgen von Christian Mihr, ROG-Geschäftsführer; Frank Überall, DJV-Bundesvorsitzender; Cornelia Haß, Bundesgeschäftsführerin dju in ver.di; Markus N. Beeko, Generalsekretär von Amnesty International in Deutschland und Dr. Lutz Kinkel, ECPMF-Geschäftsführer.

Auch nach der Freilassung von Deniz Yücel und der Ausreise von Mesale Tolu hat sich die Situation für unabhängige Journalisten und Medien in der Türkei nicht verbessert. Mehr als 100 Medienschaffende sitzen derzeit in der Türkei im Gefängnis.

Kritik an der Regierung, die Arbeit für eine „verdächtige“ Redaktion, der Kontakt mit einer heiklen Quelle oder die bloße Nutzung eines verschlüsselten Messenger-Dienstes reichen aus, um Journalisten wegen Terrorismus-Vorwürfen zu inhaftieren.

Die türkische Regierung geht weiter mit aller Härte gegen die Zivilgesellschaft vor und schränkt die Arbeit von Menschenrechtsverteidigern drastisch ein. Wer sich kritisch gegenüber der Regierung äußert, muss damit rechnen, jederzeit festgenommen zu werden.

Über 1.500 Organisationen und Stiftungen wurden in den letzten zwei Jahren geschlossen. Seit Juli 2016 wurden mehr als 130.000 Beschäftigte im öffentlichen Dienst fristlos entlassen. Friedliche Proteste werden unterdrückt.

BILDer: Demonstration in Berlin gegen das türkische Regime (Fotos: M. Leh)

Seit Juli 2016 wurden mehr als 130.000 Beschäftigte im öffentlichen Dienst fristlos entlassen. Kritische Stimmen sollen mit diesen Maßnahmen systematisch zum Schweigen gebracht werden.

Unter den inhaftierten Journalisten sind zum Beispiel Ahmet Altan und Nazlı Ilıcak. Sie wurden Mitte Februar zu lebenslanger Haft verurteilt. Ihnen wird eine Beteiligung am Putschversuch vorgeworfen. Vor dem Urteil saßen die Journalisten trotz ihres fortgeschrittenen Alters bereits mehr als anderthalb Jahre in Untersuchungshaft.

Die Journalistin und Künstlerin Zehra Doğan sitzt seit Juni 2017 in Untersuchungshaft. Der Journalist Mümtazer Türköne, Buchautor und Kolumnist bei Zaman, wurde nach fast zwei Jahren Untersuchungshaft im Juli wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt.

Der Medienpluralismus in der Türkei ist weitgehend zerstört. Mindestens 150 Medien wurden seit dem Putschversuch im Juli 2016 geschlossen. Die wenigen noch verbliebenen unabhängigen Medien haben lediglich eine geringe Auflage.

Nach dem jüngsten Führungswechsel bei der Tageszeitung Cumhuriyet bricht eine Bastion der Pressefreiheit in der Türkei weg. Mindestens 20 Redaktionsmitglieder der zuletzt vor allem online einflussreichen Zeitung wurden entlassen oder haben gekündigt.

Weitere Infos: Demo-Aufruf von ROG-Geschäftsführer Christian Mihr: http://ogy.de/i0m9 – Mehr zur Lage der Pressefreiheit in der Türkei: www.reporter-ohne-grenzen.de/türkei