CDL äußert sich zum Anti-Abtreibungs-Statement von Papst Franziskus

Zu der vieldiskutierten Ansprache von Papst Franziskus über Abtreibung erklärt Christiane Lambrecht, die Landesvorsitzende der Christdemokraten für das Leben (CDL) in Bayern:

„Abtreibung ist wie Auftragsmord! Darf der Papst das sagen? Ein Aufschrei geht durch die Medien – und ich bin dankbar dafür.

Denn das kollektive Schweigen zum Thema Abtreibung ist weder für die Frauen im Schwangerschaftskonflikt hilfreich, noch für deren ungeborene Kinder – die ja tatsächlich ohne eine faire Gerichtsverhandlung, ohne Verteidiger und unter enormen Zeitdruck und mangelnder Solidarität in der Gesellschaft durch Beauftragung eines Arztes getötet werden. Bezahlt von unseren Steuern. Das sind die traurigen Fakten.

Deswegen leitet Papst Franziskus das Thema auch ein, indem er fragt, ob es gerecht, sei jemanden umzubringen, um ein Problem zu lösen. Wohl niemand in der zivilisierten Welt wird Töten als etwas „Gerechtes“ sehen. Denn es gibt kein gutes, kein gerechtes Töten.

Darf aber der Papst wirklich sagen, Abtreibung sei wie ein Auftragsmord? Stellt er damit nicht alle betroffenen Frauen als Mörderinnen hin? Der Katechismus sagt: Abtreibung ist „moralisch verwerflich“, ein „schweres Vergehen“. Papst Franziskus spitzt zu, denn wie man sieht, hören dann die Menschen zu.

Immerhin geht es bei Abtreibung um ein Kind, das ohne Abtreibung leben würde und um eine Frau, die unser aller Hilfe bräuchte statt eine in der Regel kostenfreie Abtreibung.

Wer für Abtreibung ist, schützt nicht die Schwächsten unserer Gesellschaft: Schützt nicht die Frauen in der Not einer ungewollten Schwangerschaft. Er schützt nicht die ungeborenen Kinder, die laut Gesetz aber ihr Lebensrecht haben.

Abtreibung ist zudem immer ein mehrdimensionales Drama. Am Ende ist das Kind tot und die Mutter muss ein Leben lang damit zurecht kommen.  

Bei einer Abtreibung entscheidet sich eine Frau in der hormonell unstabilen Lage der frühen Schwangerschaft gegen ihr Kind; ihr fehlt Sicherheit und ein Netz an Mitmenschen, die ihr Mut machen. Ein Schritt, der immer Teil ihrer Lebensgeschichte sein wird und sehr oft tiefe, offene oder verdeckte seelische Wunden hinterlässt.

Also sagt der Papst nichts anderes, als was Konsens ist. Weltweit. Die Menschenrechte beginnen nämlich im Bauch. In Artikel 3 der UN-Menschenrechtscharta heißt es: „Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.“ – Das Recht auf Leben umfasst also alle Menschen und ist nicht nur ein Privileg derer, die schon geboren sind.

Abtreibung geht uns alle an. Wegschauen macht das nicht besser! Deswegen danke ich Papst Franziskus.

Es gehört gleichsam zur DNA von uns Christen, den Schwächsten eine Stimme zu geben und sich für ihr Lebensrecht und Lebensglück einzusetzen. Ein eigenes Kind ist keine Katastrophe, sondern ein Geschenk. Auch wenn es Situationen geben mag, die Frauen zunächst überfordern. Also lasst uns die Gesellschaft ändern, die politischen Rahmenbedingungen für Familien, eine echte Willkommenskultur etablieren.

Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der keine schwangere Frau auch nur mit dem Gedanken ernsthaft spielt, ihr Kind töten zu lassen.

Anbei finden Sie einen Link zum Bild eines Fötus am Ende des dritten Schwangerschaftsmonats (11./12. Woche). Zu diesem Zeitpunkt erfolgen die meisten Abtreibungen in Deutschland.

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3 Kommentare on “CDL äußert sich zum Anti-Abtreibungs-Statement von Papst Franziskus”

  1. Meine Begeisterung hält sich hier in Grenzen! Natürlich ist es gut, wenn der Papst dieses Thema in aller Deutlichkeit anspricht und hierzu die Lehre der Kirche verkündet, ja es ist selbstverständlich. Aber ich habe große Zweifel daran, ob diese kraftmeierische Art („Auftragsmord“) hier überhaupt im Ansatz dazu geeignet ist, dem Ziel des Lebensschutzes zu dienen. Auch die KZ-Vergleiche einiger Oberhirten in vergangenen Zeiten haben mich immer geärgert. All dies bringt die Menschen nur auf die Palme. So können sie uns gar nicht verstehen. Wenn wir ernsthaft wollen, dass der Wert des ungeborenen Lebens in der gesamten Gesellschaft, auch von den vielen Nichtchristen, wieder erkannt wird, dann müssen wir mit Wohlwollen, Liebe und Klugheit daran gehen. Zudem ist doch derzeit auch folgendes klar: Diese päpstliche Art und Weise steht in krassem Widerspruch zum Schweigen des Paptes bzgl. seiner Vergangenheit in Sachen „Missbrauchsopfer Argentinien“. Auch der sexuelle Missbrauch von Kindern ist „Tötung“ menschlichen Lebens. Jedes Opfer ist für sein ganzes Leben beschädigt. Eine Kirche, die es einfach nicht schafft, die ihr anvertrauten Kinder effektiv zu schützen, kann m.E. gar nicht mehr glaubwürdig für den Schutz des ungeborenen Lebens eintreten. Das ist doch derzeit unser Dilemma! Übrigens, keine Sorge, ich bin einer, der immer für diesen Wert des Lebens eingetreten ist und dies auch weiter tun wird. Siehe nur hier: https://katholisches.info/2017/01/27/jedes-volk-hat-die-regierung-die-es-verdient-dank-an-den-neuen-praesidenten-der-u-s-a-fuer-seinen-einsatz-fuer-den-lebensschutz/.

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  2. Die von Papst Franziskus angesprochene Analogie ist ganz logisch.

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  3. Gaspard sagt:

    Gott sei Dank hat unser Papst endlich mal etwas konkretes gesagt.
    Endlich!

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