Pakistan: Islamisten protestieren gegen den Freispruch der Christin Asia Bibi

Die islamistische Extremistengruppe Tehreek-e-Labbaik Pakistan (TLP) beendet die Protestkundgebungen, zu dem sie nach dem Freispruch der Christin Asia Bibi aufgerufen hatte, nachdem entsprechende Vereinbarungen mit der pakistanischen Regierung geschlossen wurden.

Das Dokument soll eine Rückkehr zu Normalität in Pakistan ermöglichen, nachdem seit drei Tagen Proteskundgebungen in den wichtigsten Städten den Alltag gelähmt hatte. Die TLP hatte mit den Demonstrationen begonnen, nachdem der Oberste Pakistanische Gerichtshof am 31. Oktober Asia Bibi (siehe Foto), eine christliche Landarbeiterin aus Punjab, freigesprochen hatte, die wegen angeblicher „Blasphemie“ (= Islamkritik) im Jahr 2010 zum Tode verurteilt und nun in der dritten und letzten Klasse freigesprochen wurde.

In der Vereinbarung wird darauf hingewiesen, dass im Fall Asia Bibi eine „Revision des Urteils“, wie sie vom Gesetz vorgesehen ist, eingereicht wurde. Außerdem wurde das Gericht gebeten, Asia Bibi auf die sog.  „Exit Control List“ zu setzen, die die Namen aller pakistanischen Bürger enthält, die nicht ausreisen dürfen. Die Freilassung der in diesen Tagen festgenommenen Islamisten wird erwartet.

Asia Bibi hat das Gefängnis aus Sicherheitsgründen und zu ihrem eigenen Schutz noch nicht verlassen.

Unterdessen wurden die Initiativen der TLP auch in muslimischen Kreisen in Pakistan kritisiert: das islamische Forum „Tanzeem Ittehad-i-Ummat“ forderte die Demonstranten auf, ruhig und friedlich zu bleiben. Muhammad Zia-ul-Haq Naqashbandi, der Präsident der Organisation, betonte: „Es ist nicht die richtige Zeit, um gegeneinander zu kämpfen, unsere Mitbürger zu töten und unser Eigentum zu zerstören. Denn vor den Augen der Welt, stehen wir damit als Extremisten da“. 

Quelle: Fidesdienst


5 Kommentare on “Pakistan: Islamisten protestieren gegen den Freispruch der Christin Asia Bibi”

  1. Markus sagt:

    Die Ordensfrau Dr. Ruth Pfau, die über Jahrzehnte in Pakistan gelebt und gewirkt hat, wurde im letzten Jahr, obwohl Christin (und was für eine!) mit einem Staatsbegräbnis geehrt. Frau Asia Bibi wird dagegen seit Jahren mit dem Tod bedroht. Die ganze Situation ist doch schizophren. Hoffentlich findet das Ganze doch noch zu einem guten Ende.

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  2. Man muß wohl die Warnungen von verschiedenen Seiten ernst nehmen, daß Asia Bibi in Pakistan weiterhin in Lebensgefahr schwebt. Um ihre und einiger anderer Flucht zu finanzieren ruft z.B. citizenGo zu Spenden auf. Kann man dieser oder anderen Organisationen insofern vertrauen?

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    • Karl Heinz aus Niederbrombach sagt:

      CitizenGo kann man vertrauen, ebenso Kirche in Not. Dann gibt es noch einen protestantischen/ökumenischen Verein, der sich für verfolgte Christen einsetzt (der Name ist mir entfallen). Auch diese sind vertrauenswürdig!

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  3. Rosenstolz sagt:

    Ich bete jetzt für eine sehr mutige, todesmutige Frau, die uns näher steht als all die Aktivistinnen in anderen Ländern. Wir kennen es aus der Diktatur der DDR, wo Menschen, weil sie die Wahrheit an das Licht holten, die bittersten Konsequenzen erfahren mussten, wie auch Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld. Dazu gehört sehr viel Mut, sein eigenes Land zu lieben und die Bürger, die es über Generationen aufgebaut haben, und die die miesen Pläne der Globalisten und Finanzoligarchie nicht verschweigt.

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