Minister Spahn hat den Konstruktionsfehler unseres Sozialrechts begriffen

Wer Kinder hat, investiert – wer keine hat, profitiert. Auf diesen Missstand weist der Verband Familienarbeit seit seiner Gründung vor 40 Jahren hin.

Eingeleitet wurde diese Perversion des natürlichen Generationenvertrages von der CDU-geführten Regierung unter Adenauer durch die Rentenreform 1957. Dabei wurde der Rentenanspruch nahezu ausschließlich an Erwerbsarbeit gebunden, obwohl die Renten aller Empfänger allein von den Kindern dieser Rentnergeneration gezahlt werden müssen und daher ausschließlich nur von den Eltern erarbeitet werden. 

Spahn hat den Mut, diesen Fehler seiner eigenen Partei zu thematisieren. Wer das als „schräge Idee“ bezeichnet (Hubertus Heil von der SPD), hat auch heute noch nichts begriffen. 

Die Vorsitzende des Verbands Familienarbeit, Gertrud Martin, erklärt dazu:

“Es ist zu erwarten, dass Spahn für seinen sachlich richtigen Vorstoß, von Kinderlosen höhere Beiträge zur Renten- und Pflegeversicherung zu verlangen, von vielen Seiten Prügel beziehen wird mit der Unterstellung, Kinderlose bestrafen zu wollen. Offensichtlich soll sein Vorstoß wie frühere ähnliche Initiativen zerredet werden.

Aber die Folgen des fehlerhaften Sozialrechts in Form zunehmender Familienarmut sind nicht mehr zu übersehen. Sie haben auch zum Geburtendefizit beigetragen, was wiederum unser Rentensystem untergraben hat.

Das künftige Absinken des Rentenniveaus wird zwar thematisiert, aber dessen Ursachen werden verschwiegen. Diese Fakten lassen sich durch manipulierte Informationen („Die Rente ist sicher!“) nicht mehr so leicht verdrängen, wie das bisher der Fall war.“ 

Der stellv. Vorsitzende des Verbands, Dr. Johannes Resch, ergänzt:

“Nicht nur bei der Gesetzlichen Rentenversicherung werden Eltern betrogen. Auch bei der Kranken- und Pflegeversicherung werden Familien benachteiligt, weil über die Hälfte der Krankheitskosten von den Rentnern verursacht werden, aber nur 10% von den Kindern, Pflegekosten werden fast vollständig von Rentnern verursacht.

Der um 0,25% höhere Pflegekosten-Beitrag bei Kinderlosigkeit spielt dabei nur eine symbolische Rolle. Eine vom Bundesverfassungsgericht vor Jahren geforderte familiengerechte Reform von Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung steht nach wie vor aus.“ 

Dr. Resch weist auf einen weiteren Fehler unseres Sozialsystems hin, der darin liege, dass nur abhängig Beschäftigte in die gesetzliche Renten- und Krankenversicherung einbezogen seien, nicht jedoch Selbständige und Beamte. Ein echter Generationenvertrag müsse aber alle umfassen, da Eltern und Kinder nicht unbedingt zur gleichen Gruppe gehören.

 


One Comment on “Minister Spahn hat den Konstruktionsfehler unseres Sozialrechts begriffen”

  1. rshl2140@t-online.de sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    obwohl ich Post eigentlich in der Regel gerne lese und vielen darin enthaltener Aussagen zustimme, unterliegen Sie bei dem Thema unter der Überschrift „Minister Spahn hat den Konstruktionsfehler unsers Sozialrechts begriffen, einem gedanklichen Fehler.

    Ich bin selbst Vater von zwei Kindern. Mein ganzes Arbeitsleben über mehrere Jahrzehnte habe ich fleißig Beiträge einbezahlt. Dies hätte ich auch tun müssen, hätte ich keine Kinder. In diesem Fall würde ich, obwohl ich einbezahlt habe, noch mehr einzuzahlen gehabt haben. Das Problem liegt an einer ganz anderen Stelle. Die Bevölkerung der westlichen Welt ist in den letzten Jahrzehnten immer weiter abgetriftet in eine Verschwendungssucht. Dies hat bereits vor Jahrzehnten begonnen, als meine Kinder noch zur Schule gingen. Allerdings habe ich mich mit diesem Thema gemeinsam mit den Kindern auseinandergesetzt und konnte meine Kinder davon überzeugen, dass es für die Welt nicht gut ist wenn man in einen Verschwendungswettbewerb mit andere Menschen, wie z.B. Nachbarn eintritt und das, obwohl ich Wähler der CSU bin. Interessanterweise ist es so, dass genau die Politiker der Linken Parteien, die gegen Verschwendung sind und sich für die Tötung ungeborener Kinder stark machen, das Ehegattensplitting abschaffen wollen und jetzt auch die Forderung aufstellen, die Herr Spahn aufgegriffen hat, weil es zur Zeit „In“ ist, auf der liken Seite des Wählerspektrums zu fischen. Es geht dabei nur um das Abzocken der Gutverdiener, die sowieso die Hauptlast unseres Systems tragen. Alles was Herr Spahn damit bewirkt, richtet sich also wieder einmal gegen die herkömmliche Wählerschaft der CDU. Auch dies wird wieder zu einer Wählerwanderung hin zur AFD führen. Dies gilt ebenso für die von ihm propagierte Widerspruchslösung. Ich werde jedenfalls, falls sie denn kommt, sofort widersprechen, da ich nicht als Ersatzteillager für eine Medizinindustrie herhalten möchte und im Übrigen nach sehr vielen Skandalen mit Organen in diesem Zusammenhang keinem Arzt mehr mein Vertrauen schenken kann.

    Mit freundlichem Gruß

    Rudolf Spranger

    Gesendet von Mail für Windows 10

    Von: CHRISTLICHES FORUM Gesendet: Freitag, 23. November 2018 16:58 An: rshl2140@t-online.de Betreff: [New post] Minister Spahn hat den Konstruktionsfehler unseres Sozialrechts begriffen

    Felizitas Küble posted: „Wer Kinder hat, investiert – wer keine hat, profitiert. Auf diesen Missstand weist der Verband Familienarbeit seit seiner Gründung vor 40 Jahren hin. Eingeleitet wurde diese Perversion des natürlichen Generationenvertrages von der CDU-geführten Regieru“

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