„Reporter ohne Grenzen“ fordern die Freilassung von Journalisten aus Myanmar

Reporter ohne Grenzen (ROG) startet eine Petition für die Freilassung der inhaftierten Reuters-Journalisten Wa Lone und Kyaw Soe Oo.

Die Reporter wurden vor knapp einem Jahr festgenommen, nachdem sie über ein Massaker an der muslimischen Minderheit der Rohingya recherchiert hatten. Anfang September verurteilte ein Gericht in der Stadt Yangon beide zu sieben Jahren Haft. Wa Lone und Kyaw Soe Oo haben inzwischen Berufung eingelegt.

„Die Justiz-Farce gegen Wa Lone und Kyaw Soe Oo ist unerträglich. Wir fordern die Behörden auf, die beiden mutigen Reporter sofort und bedingungslos freizulassen. Ihr einziges angebliches Verbrechen ist unabhängiger Journalismus“, sagte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr.

„Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi muss sich dafür einsetzen, dass auch über Gewalt gegen die muslimische Minderheit der Rohingya frei berichtet werden darf. Ihre Regierung muss alle Gesetze ändern, die für die Einschränkung der Pressefreiheit missbraucht werden können.“

Wa Lone und Kyaw Soe Oo wurden am 12. Dezember in eine Falle gelockt: Die Journalisten waren einer Einladung von zwei Polizisten in ein Restaurant in der Stadt Yangon gefolgt. Dort gaben ihnen die Polizisten angeblich geheime Dokumente. Anschließen wurden sie festgenommen, weil sie „wichtige und geheime Regierungsdokumente“ besitzen.

Die Anklage gegen Wa Lone und Kyaw Soe Oo basiert auf einem Gesetz zu Staatsgeheimnissen aus dem Jahr 1923, mit dem das Militär den Medien noch heute signalisiert, dass es nicht Gegenstand investigativer Berichterstattung sein möchte. 

Wa Lone und Kyaw Soe Oo hatten zum Zeitpunkt ihrer Festnahme über ein Massaker der Armee an Rohingya-Zivilisten im Dorf Inn Din nahe der Grenze zu Bangladesch recherchiert. Im Februar veröffentlichte die Nachrichtenagentur Reuters ihre Recherchen.

Die Armee hat das Massaker, zu dem Wa Lone und Kyaw Soe Oo recherchierten, sogar zugegeben, sieben Soldaten wurden deshalb zu Gefängnisstrafen verurteilt.

Die Regierung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi hat vor allem seit Beginn der Rohingya-Krise einen Großteil ihrer internationalen Glaubwürdigkeit in Fragen der Pressefreiheit verspielt.

An der Petition können Sie sich unter https://www.reporter-ohne-grenzen.de/myanmar-petition beteiligen.


4 Kommentare on “„Reporter ohne Grenzen“ fordern die Freilassung von Journalisten aus Myanmar”

  1. Holger Jahndel sagt:

    Christen in der Türkei – zwischen Opportunismus und Widerstand Möglichst nicht auffallen, möglichst nicht anecken, damit man in Ruhe gelassen wird Elke Dangeleit 28. Januar 2019, 18:00 Uhr 79

    https://www.heise.de/tp/features/Christen-in-der-Tuerkei-zwischen-Opportunismus-und-Widerstand-4289886.html

    Liken

  2. Gibt es eigentlich auch Christen in Myanmar?
    Islamisierung 26. September 2018
    37
    Über das „Schicksal“ der Rohingyas empörte sich die Weltgemeinschaft völlig zurecht. Doch was geschieht mit den Christen in Myanmar? Open Doors betet für sie. Ein…

    https://philosophia-perennis.com/2018/09/26/gibt-es-eigentlich-auch-christen-in-myanmar/

    Rotes Kreuz prangert Birma offen an Bei: netzeitung.de vom 29. Juni 2007 Rotes Kreuz stellt Birma an den Pranger (Memento vom 6. Juli 2007 im Internet Archive)

    https://web.archive.org/web/20070706024056/http://www.netzeitung.de/ausland/684172.html

    otes Kreuz stellt Birma an den Pranger
    29. Jun 2007 08:02

    Ungewöhnlich scharf hat das Internationale Rote Kreuz Menschenrechtsverletzungen in Birma angeprangert. Das Komitee äußert seine Kritik normalerweise vertraulich.

    http://www.netzeitung.de/ausland/684172.html

    Menschenrechtsorganisationen werfen Regierung und Militär Menschenrechtsverstöße wie Zwangsarbeit, Zwangsräumung von Dörfern, Folter, Vergewaltigungen und Einsatz von Kindersoldaten in den bis heute andauernden Kämpfen gegen Aufständische vor, vor allem gegen ethnische Minderheiten wie die Karen. Auch manche Rebellengruppen sollen Kinder rekrutiert und Zivilisten zur Zwangsarbeit verpflichtet haben.

    Ende Juni 2007 hat das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) öffentlich der Regierung schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Normalerweise äußert das IKRK seine Kritik vertraulich, doch da die Machthaber Myanmars nicht auf die Vorwürfe reagierten, habe man die Vorwürfe publik gemacht. Neben der Misshandlung von Gefangenen wurde vor allem die Verfolgung der Karen kritisiert.[43]

    https://de.wikipedia.org/wiki/Myanmar#cite_note-netzeitung-684172-43

    USA: Links-Intellektuelle fordern die Abschaffung der Demokratie
    Politik 28. November 2018
    36
    (David Berger) Bei Linksintellektuellen in den USA entsteht derzeit eine gefährliche Aversion gegen die Demokratie. Motto: Wenn solch ein Politiker, der uns nicht ins Konzept passt, demokratisch an die Macht gelangen kann, sollten wir die Demokratie abschaffen.

    https://philosophia-perennis.com/2018/11/28/jason-brennan-2/

    Liken


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