CDU-Politikerin Pantel kritisiert Amadeu-Antonio-Broschüre zur Elternspionage

Stellungnahme der CDU-Bundestagsabgeordneten Sylvia Pantel:

Befremdlich finde ich es, dass die Amadeu-Antonio-Stiftung mit finanzieller Unterstützung unseres Bundesfamilienministeriums eine Broschüre erarbeitet hat, die faktisch zur Gesinnungsschnüffelei auffordert: https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/w/files/pdfs/kita_internet_2018.pdf 

Die Broschüre trägt den Titel „Ene, mene, muh – und raus bist du! Ungleichwertigkeit und frühkindliche Pädagogik“ und wird von Bundesministerin Giffey mit einem Grußwort beworben.

Erzieherinnen sollen unsere Kinder betreuen, bilden und Werte vermitteln, nicht aber die politische Gesinnung der Eltern überprüfen und korrigieren.

Wenn Erzieherinnen und Erzieher zu Überwachern und zum Korrektiv der elterlichen Gesinnung werden sollen, überschreitet das Grenzen.

Die Broschüre enthält absurde Fallbeispiele und Vorschläge. So wird erklärt, woran „gefährdete“ Kinder aus „völkischen Familien“ erkannt werden können. Zum Beispiel daran, dass Mädchen Zöpfe und Kleider tragen und daheim zu Haus- und Handarbeiten angeleitet werden.

Eine Broschüre, die Vorurteile bekämpfen will, vermittelt selbst welche. Unangenehm fällt auch die einseitige Fixierung auf rechtsextremistische oder rechtsradikale Elternhäuser auf. Dass Gefahren auch von linksextremistischen Eltern ausgehen können, kommt den Verfassern gar nicht in den Sinn.

Das Heft ist sicherlich gut gemeint, aber eine quasi Handlungsanweisung zur Elternspionage und Elternerziehung für Erzieherinnen passt nicht zu unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Das geht wirklich zu weit.

Quelle: http://sylvia-pantel.de/handlungsanweisung-zur-elternspionage/#more-9523

Siehe zu diesem Thema unser ausführlicher Artikel von Birgit Kelle: https://charismatismus.wordpress.com/2018/10/29/aas-gendergaga-im-kampf-gegen-rechtsextremismus-in-der-kinderkita/


11 Kommentare on “CDU-Politikerin Pantel kritisiert Amadeu-Antonio-Broschüre zur Elternspionage”

  1. Anonymous sagt:

    Na dann …

    Die Vorstellung, dass Menschen nicht gleichwertig sind, ist die Grundlage für Abwertungen und das ideologische Fundament extrem rechter Haltungen.

    https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/w/files/pdfs/kita_internet_2018.pdf

    In einer Berliner Kita eskalierte der Protest muslimischer Eltern gegen einen schwulen Kinderbetreuer. Der Fall verdeutlicht das schwierige Verhältnis von Religion und Homosexualität.

    https://www.welt.de/vermischtes/article163228126/Muslimische-Eltern-protestieren-scharf-gegen-schwulen-Erzieher.html

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  2. Wie kommen solche schwammigen Stellungnahmen, die eher Realsatire ähneln, zustande?
    Frau Pantel ist in ihrem Wahlkreis direkt gewählt, Mutter von fünf Kindern, römisch-katholisch und Sprecherin des konservativen „Berliner Kreises“. Als Bundestagsabgeordnete ist sie zum einen natürlich eingebunden in die Gesamtdisziplin einer die Bundesregierung tragenden Fraktion, zum anderen aber natürlich Adressatin von Wünschen und Forderungen ihrer Wähler und Unterstützer im Wahlkreis, welche sicherlich höchst irritiert über besagte AAS-Propaganda sind.

    Nun koaliert aber „ihre“ CDU seit langem mit politischen Kräften, welche genau diese AAS höchst bekömmlich aus dem Steuersäckel alimentiert, dabei (zumindest) geduldet von der eigenen Parteivorsitzenden und Bundeskanzlerin. Dies kann sie aber nicht kritisieren, weil sie dann um die Nennung der AAS als staatsnahes privates Repressionsinstrument gar nicht herumkommen würde, die u.a. per Internet-Pranger konservativ-liberale Bürgerliche gezielt in die ideologische Nähe von Neonazis gebracht hatte (Internetportal „Netz gegen Nazis“, jetzt: http://www.belltower.news/). Irgendwas sagen muß sie aber, wenn sie bei der nächsten Wahl ihr Direktmandat verteidigen will – und dann kommt eben sowas raus, nicht Fisch, nicht Fleisch, keine Kritik, kein Lob, sondern irgendwie irgendwas dazwischen.

    Als hätte es die AAS „gut gemeint“, aber falsch umgesetzt, da wird der Parteiführung Corpsgeist signalisiert („unser“ Bundesfamilienministerium) und lediglich zart gerügt, der Beitrag enthalte „absurde“ Fallbeispiele und Vorschläge. Wohlgemerkt: Nicht, dass bereits bei Kindergartenkindern (!) „Vorurteile bekämpft“ werden sollen wird hinterfragt, sondern, dass sie dabei „selbst welche vermittelt“ werden. Kritisiert wird „die einseitige Fixierung auf rechtsextremistische oder rechtsradikale Elternhäuser“, ohne nachzudenken, warum man denn bitte rechtsextrem sei, nur weil die Tochter Zöpfe trägt.
    Stattdessen schnell ein Ausweichen in die lauwarme Mitte: „Gefahren“ können „auch von linksextremistischen Eltern ausgehen“. Wartet sie nun auf eine Handlungsanweisung zur Spionage linker Elternhäuser? Wäre dies denn mit Art. 6 Abs. 2 Satz 1 GG vereinbar? Der tiefer liegende Skandal, dass Erzieherinnen überhaupt in den KiTas als eine Art „Eltern-Gesinnungs-TÜV“ installiert werden sollen, die rechte Gesinnung attestieren, wird von Frau Pantel gar nicht angesprochen.

    Und so schreibt sie halt, was „von der Basis“ halt von ihr so erwartet wird (Motto: „Also Sylvia, da musst Du mal was zu sagen!“), was aber in der Fraktionsführung und beim Koalitionspartner nicht ernsthaft aneckt – und am Ende noch die eigene Karriere gefährdet, Gott bewahre! Nein, sie hat ja jetzt was gesagt und hofft wohl inständig, dass fürderhin nun alle den Mund halten werden…

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    • Bernhard sagt:

      Sie übertreiben hier auch, beziehungsweise sind ziemlich einseitig. Natürlich lernen manche Kinder von ihren Eltern Dinge, die nicht akzeptabel sind. Und dann müssen im Kindergarten die Dinge richtig gestellt werden.

      Ich kann Ihnen ein Beispiel nennen: Einguter Freund von mir ist mit einer Koreanerin verheiratet, und sie haben eine Tochter. Diese sah als Kleinkind aus wie „Heidi“ aus dem Zeichentrickfilm: dunkles lockiges Haar und runde Kulleraugen. Aber ein anderes Kindergartenkind nannte sie tatsächlich „Schlitzauge“. Das hatte dieses Kind nicht von sich selbst, das kam von den Eltern. Und da müssen die Erzieherinnen korrigierend eingreifen.

      Was mich eher beunruhigt, ist dass gelebte Homosexualität nicht in Frage gestellt werden darf. Es gehört gemäß dieser Broschüre zum Erziehungsauftrag des Staates, gelebte Homosexualität quasi als erstrebenswert darzustellen. Wenn ich meinen Kindern die christliche Botschaft vermittle, tue ich im Extremfall etwas illegales, und im äußersten Extremfall können mir die Kinder sogar entzogen werden. Das ist, wo ich mir für die Zukunft wirklich Sorgen mache.

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      • Ihr Interesse an der Problematik Gemeinschaft – Individuum ist erfreulich, versuchen Sie doch, noch etwas tiefer einzudringen. Der grundsätzliche Auftrag des Kindergartens ist: Sozialisation, Spielen mit anderen Kindern und erstes vorschulisches Lernen. Weder die politischen Auffassungen der Eltern noch der Sprachgebrauch der Kinder gehen die Erzieher etwas an, da diese weder die Aufgabe haben, als Sprachpolizei zu agieren, noch angebliche Erziehungsdefizite zu reparieren. Was diese oder Sie für „akzeptabel“ halten, ist demnach belanglos,

        Das Grundgesetz gibt seinen Bürgern kein „richtiges Weltbild“ vor, sondern sieht bei den Eltern ein „natürliches Recht auf Erziehung“, d.h. Art. 6 Abs. 2 Satz 1 GG (bitte nachlesen) bezieht sich auf das Naturrecht, welches vorstaatlich dem Menschen das Recht gibt, selbst seine Kinder nach seinen Vorstellungen zu erziehen.

        Bei Frau Pantel bleibt anzumerken, dass sie nicht die Gesinnungsschnüffelei kritisiert, sondern diese (wohl aus falsch verstandener „Ausgewogenheit“) im Gegenteil „nach links“ noch ausweiten will. Die Grundrechtsträgerschaft der Eltern wird so gezielt unterminiert, die Kindererziehung unter die Vormundschaft der öffentlichen Hand gestellt. Auf den Grundkonflikt Parteiführung Wahlkreisbasis habe ich bereits in meinem Beitrag aufmerksam gemacht.

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      • Bernhard sagt:

        Wenn die Aufgabe des Kindergartens die Sozialisation ist, wozu auch der richtige Umgang mit Menschen gehört, dann sind schon auf dieser Ebene Beschimpfungen und Ausgrenzungen wegen Aussehen, Herkunft oder Religion nicht hinnehmbar.

        Desweiteren liegt dem Grundgesetz sehr wohl ein gewisses Weltbild und Wertesystem zu Grunde. Und von den Bürgern dieses Landes erwartet man, dass sie dieses teilen. Oder mit welcher Begründung sind wir der Ansicht, der Islam gehöre nicht zu Deutschland?

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  3. Bernhard sagt:

    Ich weiß nicht, was ich von der Sache halten soll. Angeblich sind diese kritisierten Passagen aus dem Zusammenhang gerissen worden, wie dieser Artikel behauptet:
    http://faktenfinder.tagesschau.de/inland/kita-broschuere-101.html
    Gleichzeitig listet er ja ziemlich selbstmitleidig auf, wie viel Hass den Verfassern der Broschüre entgegengeschlagen sei.

    Kann man die Broschüre eigentlich irgendwo im Original lesen?

    Meine gegenwärtige persönliche Meinung ist: auch wenn zu dieser Broschüre vielleicht manches falsch dargestellt wurde, ist allgemein sehr wohl eine Diffamierung Konservativer als „rechts“ zu beobachten. Auch eine Bespitzelung scheint in letzter Zeit immer mehr salonfähig zu werden. Und eines lässt sich wohl nicht leugnen, was in diesen Artikel auch angeklungen ist: Eine Broschüre, die Vorurteile bekämpfen will, vermittelt selbst welche. Das ist das, was mir am meisten Sorgen macht: anhand des äußeren Erscheinungsbildes oder gewisser Lebensgewohnheiten werden sofort Rückschlüsse auf die politische Gesinnung gezogen.

    Darf ich meiner Tochter noch Kleider anziehen und Zöpfe flechten, wenn sie mal in den Kindergarten geht, ohne in die rechte Ecke gestellt zu werden?

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  4. Marienzweig sagt:

    Sylvia Pantel ist für mich nicht mehr sehr glaubwürdig, hat sie für doch, soweit ich weiß, für den UN-Migrationspakt gestimmt und damit im Nachhinein Frau Merkels Vorgehen anno 2015 gutgeheißen.
    Dass nämlich dieser unselige Pakt weitreichende Konsequenzen für unser Land und seine Bewohner haben wird, weiß Frau Pantel.

    Und nun argumentiert sie gegen diese Broschüre. Vielleicht kommt sie ihr gerade recht, so kann Frau Pantel zeigen, dass sie es doch gut mit den Bürgern meint.
    Das jedoch nehme ich ihr nicht mehr so ohne weiteres ab.

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    • Lisje Türelüre aus der Klappergasse sagt:

      In der Tat….Frau Pantel hat dem Migrationspakt zugestimmt, ebenso wie die sogenannte „Werteunion“.

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      • Guten Tag,
        es ging bei der betreffenden Abstimmung nicht direkt um den Migrationspakt als solchen, sondern um einen Entschließungsantrag der Koalition, in dem dieser Pakt an einigen Stellen wohl korrigiert und insgesamt relativiert wurde. Trotzdem hätte es bei einer Ablehnung durch Werte-Union und Berliner Kreis inkl. Frau Pantel bleiben sollen, wie auch ich meine.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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  5. Allerspätestens jetzt müßte auch dem allerletzten Schlafmützchen klar werden, dass hier wohl etwas nicht stimmen kann: Eine Stiftung, geleitet von einer Ex-IM des MfS, verbreitet Propaganda gegen christliche Erziehung und wird dafür seit Jahren von einer „C“DU-geführten Bundesregierung finanziell gefördert? Mit welchen Kräften koaliert denn die „C“DU, dass so etwas möglich ist? Wie sieht es denn innerhalb dieser „christlichen“ Partei aus, dass hier kein allgemeiner Protestschrei zu hören ist? Stattdessen dienert eine Hinterbänklerin erst einmal brav und karrieresichernd („Das Heft ist sicherlich gut gemeint, aber..“) und kommt sich glatt als wagemutige Rebellin vor, wenn sie tatsächlich die Finanzierung der Broschüre „befremdlich“ findet.

    Befremdlich ist hier aber – nüchtern betrachtet – lediglich die haarsträubende Arglosigkeit dieser Frau, setzt doch die Stiftung knallhart ihren Repressionskurs gegenüber vom soziokulturellen Mainstream abweichende Strukturen und Auffassungen weiter fort, den sie bereits seit längerem fährt. Die AAS stand und steht konsequent für die Stigmatisierung konservativ-liberaler Bürgerlicher als schmuddelige Rechtsextreme, bis April 2017 durch das Internetportal „Netz gegen Nazis“, seitdem http://www.belltower.news/.

    Hat Frau Abgeordnete dies alles nicht mitbekommen, so dass sie ernsthaft ein „gut gemeintes“ Heft vermutet? Wenn sie angiebt, dies gehe „wirklich zu weit“, scheint es ja für sie eine Form staatlicher Einmischung in das gemäß Art. 6 Abs. 2 Satz 1 GG grundgesetzlich geschützte Erziehungsrecht zu geben, welche sie toleriert?

    Wenn diese Abgeordnete für die „konservative Erneuerung“ der CDU stehen sollte – gute Nacht…

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