Findet das christliche Abendland zurück zur Schöpfungsordnung Gottes?

Von Christa Meves

Weihnachten 2018 hat seine Tore geöffnet und es scheint, als würde sich die Festlichkeit hierzulande in gewohnter Weise vollziehen: als das übliche Sing- und Schenkfest mit Tannenbaum und Kerzen, mit viel gebratenem Fleisch, pünktlichen Gottesdiensten und Zusammentreffen der Familien, nicht allein in den noch heilen, sondern sogar auch in den zerbrochenen, mit Hin- und Herpendeln der Kinder.

Für mich persönlich schließt sich mit dem kommenden Jahreswechsel fast das 93. Lebensjahr zu. Mit einem erleichterten Seufzer hoffe ich, am Jahresende zu konstatieren, dass das christliche Abendland auch in diesem Jahr offenbar noch nicht total hat zerbrechen müssen, obgleich sich bei wachem Bewusstsein feststellen lässt, dass wir hierzulande immerhin seit mindestens 80 Jahren wie über einem Abgrund zu hängen scheinen.

Was rettete uns bisher? Die kleine Schar der Märtyrer des Hitlerreiches oder Menschen in versteckten Positionen auch, die die Situation bewusst wahrnahmen, die wachten und um Erbarmen hinaufflehten? Gibt es solche Bewahrer der Wahrheit auch heute noch?

Können wir auch im Hintergrund dieses Weihnachtsfestes 2018 solche Hoffnungen haben?

Ja, davon habe ich mich in den letzten Monaten in zunehmendem Maße überzeugen können; denn im öffentlichen Trend ist eine beachtliche Beunruhigung darüber entstanden, ob die Wegrichtung unserer Republik in den vergangenen 40 Jahren richtig und damit zukunftsträchtig gewesen ist. 

Es war nämlich in dieser Zeit in den Wohlstandsländern des Westens ein ständiges Anwachsen der Verstöße gegen Gottes Schöpfungsordnung erfolgt. Daraus resultierte zunächst ein Anwachsen der Gefahr, einerseits persönlich in ungute Situationen zu geraten. Und das geschah andererseits in einer solchen Häufigkeit, dass daraus eine allgemeine Schwächung der Strukturen entstand.

Ja, mehr noch: Daraus erwuchs eine Art geistiger Bewusstseinsminderung, eine allgemeine kurzsichtige Unnachdenklichkeit. Die  Entfesselung der Sexualität z. B., dieses zweitmächtigsten Motors unserer Biologie, hatte eine Entstabilisierung der Ehen, der Familien und damit des Halts der Kinder  zur Folge gehabt. Schulischer Niveauverlust in der jungen Generation z. B.  lässt sich statistisch im Völkervergleich dadurch für Deutschland bereits seit Jahrzehnten ausmachen.

Auch lässt sich öffentlich nun wirklich nicht mehr verschweigen, dass wir hierzulande einen Geburtenschwund zu konstatieren haben, sodass mindestens dadurch generell ein Überleben in der Zukunft infrage gestellt wird.

Doch so hoffnungslos wie im letzten Viertel des vorigen Jahrhunderts ist die Situation am Ende dieses Jahres nicht mehr gegeben; denn die Bevölkerung ist dabei, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen.

Und ein Wunder ist entstanden. Immer weniger Bürger sind heute noch bereit, sich in der Politik mit kleinen Änderungen in den Details zufriedenzugeben. Ein Ahnen geht durch die Bevölkerung, dass eine Richtungsänderung von der Tiefe her geschehen muss.

Wo ist Rettung in Aussicht? Ist sie womöglich bereits in der Stille im Wachsen?

Denn eine generelle Umkehr müsste immerhin doch von einer geistigen Einstellungsänderung her ausgehen und zu der Erkenntnis aufblühen, dass wir Menschen allesamt keineswegs autonom sind, sondern an Gottes Band, dass also jeder von uns bei seinen Entscheidungen hinauffragen sollte, ob sie mit Gottes Schöpfungsordnung und mit seinem Willen übereinstimmen.

Anregung dazu lässt sich z. B. in einigen christlichen Printmedien, vorbildlich etwa in der katholischen Tagespost und in der evangelikalen IDEA entdecken. Darüber hinaus gibt es hierzulande z. B. fünf betont christliche Sendestationen: Radio Horeb, EWTN, K-TV im katholischen Bereich, Bibel-TV und ERF im evangelischen Spektrum.

Ich habe im vergangenen Jahr – gezwungen durch meine schwach werdenden, das Lesen und Schreiben behindernden Augen – voller Staunen die Gelegenheit gehabt, beglückt zu erfahren, was hier abseits vom großen Mainstream  für eine durchschlagende Überzeugungsarbeit geleistet wird.

Wie kann das gelingen? Ist doch das Christentum und seine Bibel im modischen Trend so vielfältig herabgewürdigt worden. Und wie sehr gehört es zum Trend,  solche unverständlich erscheinenden Bereiche zum alten Eisen zu werfen!

Anders in diesen christlichen Institutionen: Die Redakteure, die Moderatoren, die zu Vorträgen Eingeladenen stehen hier in einer neuen Phalanx, die diese Crew unversehens wirksam macht; denn die sich hier Einsetzenden sind von der eigenen Erkenntnis über den Sinn  des Menschenlebens begeistert überzeugt und die Gefahr, die Verbindung mit ihrem Schöpfer zu verlieren, treibt sie um.

Sie sind je nach Temperament verhalten bis unverblümt emotional davon durchdrungen, die frohe Botschaft der neu zum Licht gebrachten Wahrheit der irrenden Menschheit heute vermitteln zu müssen und das auch zu können –  getragen von der eigenen Sicherheit ihrer Erfahrung. Dadurch werden die Aussagen lebendig und wirksam.

Neu kommt in ihren leuchtenden Augen das Erfülltsein vom Geist der Dankbarkeit für das eigene beschützte und geliebte Lebensgeschenk durch den Schöpfer zum Ausdruck. Das schlägt auf die Zuschauenden und Zuhörenden durch und wird sogar als Anbetung in aufsprießenden Gebetshäusern sichtbar.

Hier wächst die Tiefe einer Weihnachtsstimmung, die der Düsternis unserer internationalen Situation den notwendigen Widerstand und für uns alle neue Hoffnung bietet.

Christa Meves ist Bestseller-Autorin und Psychotherapeutin für Kinder/Jugendliche; sie leitet den Verein „Verantwortung für die Familie“, der weitere Infos und Artikel bietet: http://www.vfa-ev.de/newsl.htm

 


2 Kommentare on “Findet das christliche Abendland zurück zur Schöpfungsordnung Gottes?”

  1. Gestatten Sie mir zum Beitrag der von mir sehr geschätzten Autorin nur die kurze Bemerkung, dass der Begriff „christliches Abendland“ mittlerweile nur noch eine Chimäre darstellt. In der Realität ist Deutschland (höchstens noch) „im Grundsatz christlich geprägt“; da künftige Generationen jedoch bereits oftmals ohne Taufe heranwachsen, wird diese Prägung in Zukunft zusehens abgeschliffen werden – von der Massenmigration meist islamischen Glaubens ganz zu schweigen.

    Realistischerweise wird man mit Pfarrer Walter Lang feststellen müssen: „Das Abendland hat sich in der Neuzeit, vor allem seit der Aufklärung und durch deren Gedanken, immer mehr vom Christentum und seiner Sicht der Welt abgewendet. Es besitzt heute keine einheitliche Kultur mehr und zerfällt sowohl im Werte- wie auch im Ideenbereich in viele Meinungen und Ansichten, in einen Pluralismus sich widersprechender Gedanken und Weltanschauungen. Durchsetzen kann sich, dem demokratischen Grundprinzip entsprechend, vor allem die Mehrheitsmeinung. Um das Richtige oder die Wahrheit an sich geht es im Pluralismus nicht mehr.“ (aus: „Der Modernismus als Gefährdung des christlichen Glaubens“, Seite 13; 2004 erschienen im Stella Maris Verlag).

    Unsere Gegenwart ist lediglich die zu Ende gedachte „Aufklärung“ und hat mit „christlichem Abendland“ schlichtweg nichts mehr zu tun. Denn, so stellt der Autor pointiert fest: „Nicht mehr Gott, sondern der Mensch selbst wird dabei zum Maß der Dinge und des Handelns. Jeder entscheidet selbst, was für ihn gut und böse ist, wie er leben will und was zu tun ist. Objektive geistige Werte gibt es nicht. Der Humanismus der Aufklärung ist ein Subjektivismus, nur der einzelne zählt. Gleichzeitig werden durch den Befreiungsschlag vom Überkommenen ein nationaler Sozialismus, der internationale Sozialismus (Kommunismus) und die moderne Demokratie grundgelegt.“ (ebenda, Seite 37)

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    • @Kirchfahrter Archangelus:
      Die weit verbreitete (irrige) Wahrnehmung von Aufklärung ist in etwa:
      – Streben nach Vernunft.
      – Westliche Demokratie als Ziel.
      – Christlich verwurzelt, d.h. zumindest nicht widersprechend zum
      Christentum.

      Meine Wahrnehmung von Aufklärung in aller Kürze:
      (Das steht so in keinem Schulbuch, das ist mir klar …,
      wohl aber in anderen Werken)
      – Streben nach Freiheit statt nach Vernunft.
      – Vernunft immer nur dort, wo sie für die Freiheit instrumentalisiert
      werden kann.
      Das war vor allem am Anfang so, so dass der falsche Eindruck entstehen
      konnte,
      es ginge im Kern um Vernunft.
      – Westliche Demokratie nur als Durchgangsstadium
      (Technokratisch-Zentralistisch-Totalitärer) Sozialismus/Marxismus als logische und konsequente Fortsetzung der
      Aufklärung. (siehe auch gegenwärtige zentralistische undemokratische Brüsseler EUDSSR mit ihrem Konzern- und Banken-Feudalismus und technokratisch-mechanistischer Denkweise und der Postmoderne mit Sophistik und Rabulistik als der Leitideologie usw.)
      Das Freiheitsstreben aufs Paradies auf Erden gerichtet. So unvernünftig
      das auch ist.
      – Aufklärung als Bewegung „weg von“, nämlich weg vom Christentum. Weg von
      allem, was nach Mittelalter riecht. „Hin zu“ allem, was das Christentum
      erst fürs
      Jenseits vorbehalten hat. Deshalb auch: Marxismus als säkularisiertes
      Christentum
      Der Aufklärungsprozess ging natürlich nur schrittweise voran.
      Die früheren Generationen im Aufklärungsprozess haben nicht gewollt,
      dass spätere Generationen auf demselben Pfad wie sie
      noch weiter gehen. Paradebeispiel: Voltaire, der sich unglaublich
      darüber aufregte,
      dass jemand es wagte, den Menschen als Maschine zu sehen. Argumente hatte
      er dagegen jedoch nicht, nur hilflose moralische Entrüstung. Denn der
      Autor dieser
      Idee hat nur konsequent das fortgedacht, was Voltaire begonnen hat.

      Das weit verbreitete irrige falsche Bewußtsein von Aufklärung:
      Die Ideen der Aufklärung (die so in dieser Form dann wie es eigentlich rational und ideal richtig wäre eigentlich auf das Paradigma von Aufklärung nach Gottfried Wilhelm Leibniz und Friedrich Schiller und Karl Christian Friedrich Krause abzielen, siehe auch Kardinal Nikolaus von Kues als Cusanus mit seinem PanEN(!)theismus und Jan Comenios mit seiner Pansophie )
      haben für viele den Charakter einer EVIDENZ.
      Mit Evidenz will ich sagen, dass man sie für so selbstverständlich und
      natürlich
      hältst, dass man gar nicht auf die Idee kämest, sie zu hinterfragen.
      Aufklärung ist für viele ein Fundament. Siehe auch die französischen Rationalisten dazu.

      Mein Bewußtsein von Aufklärung:
      Ich habe (s.o.) erheblich hinterfragt, bin mir der Unvereinbarkeit von
      zu weit fortschreitender Aufklärung mit Christentum, Demokratie etc. bewusst,
      und habeein sehr kritisches
      Bewußtsein von Aufklärung, denn ich will natürlich auch Vernunft und
      Demokratie. Aber keinesweg den Biologismus und Sozialdarwinismus und Materialismus und letztendlichen Nihilismus und Totalitarismus und Raubtierkapitalismus und die irrationale Postmoderne samt Gender Ideologie und Gender Mainstreaming und Pädophilie usw. .

      Papst Leo XIII. – 1870 bereits fortschrittlicher als der Islam heute: „dass es innerhalb des göttlichen Naturrechts gewisse Menschenrechte gebe“ © Marie-Lan Nguyen / Wikimedia Commons, via Wikimedia Commons

      Ethik

      Der Heilige Stuhl, der Islam und die UN-Menschenrechtscharta

      https://philosophia-perennis.com/2017/08/02/der-heilige-stuhl-der-islam-und-die-un-menschenrechtscharta/

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