Kardinal Müller widerspricht Bischof Genn und fordert Priester ggf. zum „Widerstand“ auf

Priester müssen keinen bischöflichen Richtlinien folgen, wenn diese die hl. Kommunion für evangelische Christen erlauben. Dies war die direkte Antwort Kardinal Müllers auf den Bischof von Münster, Felix Genn, als dieser sich zugunsten der Eucharistie für Protestanten positionierte.

„Wir haben als Seelsorger nicht das Recht, jemandem die Zulassung zur Eucharistie zu erlauben bzw. zu verbieten“, erklärte Dr. Genn in einem Interview mit Kirche+Leben Netz.

„Es kann nicht der Gewissensentscheidung eines Katholiken oder Nichtkatholiken überlassen werden, zu entscheiden, ob er die Heilige Kommunion empfangen darf,“entgegnete der ehem. Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Müller (siehe Foto). Er fügte hinzu, dass Priester in diesen Fällen notfalls den Anweisungen ihrer Bischöfe Widerstand leisten sollen.

Felix Genn hatte eine „Orientierungshilfe“ für sein Bistum veröffentlicht, wonach evangelische Ehepartner von Katholiken „im Einzelfall unter bestimmten Voraussetzungen die Kommunion empfangen“ dürfen. „Ich habe von Anfang an hinter diesem Text gestanden und stehe auch weiterhin zu ihm“, so Genn.

„Der Empfang der hl. Kommunion verlangt eine vollständige Mitgliedschaft in der katholischen Kirche“, erklärte hingegen Müller.

Der Kurienkardinal besteht darauf, dass ein Priester nicht dazu verpflichtet ist, einem Nichtkatholiken die hl. Kommunion zu spenden. Ganz im Gegenteil habe er die Pflicht, nicht die „Sakramentalität der Kirche“ zu verletzen.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://www.freiewelt.net/nachricht/priester-duerfen-sich-bischoefen-widersetzen-wenn-es-um-kommunion-fuer-protestanten-geht-10076560

Foto: Bistum Regensburg

 


15 Kommentare on “Kardinal Müller widerspricht Bischof Genn und fordert Priester ggf. zum „Widerstand“ auf”

  1. Josef Dorsten sagt:

    Kardinal Müller.Dieser Name ist Programm.Der „Mensch“ kennt die Bibel nicht.Hätte Er die Zeilen des letzten Abendmal Ernsthaft gelesen.Gott ist für alle da.Wenn der „Mann“so denkt,soll Er gegen die Ökomene sein.Aber da gehen sie Arm in Arm.

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  2. Holger Jahndel sagt:

    Portrait — Kaplan Weichlein
    Wie fühlt sich spiritueller Instinkt an?

    Wir sprechen mit einem katholischen Kaplan über das Mysterium der inneren Berufung, geistige Intimität und die Einsamkeit im Priesteramt.

    24. November 2018 — MYP N° 23 »Instinkt« — Text: Katharina Weiß, Fotos: Maximilian König

    http://www.myp-magazine.com/portrait/kaplan-weichlein-wie-fuehlt-sich-spiritueller-instinkt-an/

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    Der Sinn des Lebens ist die Suche nach der Wahrheit. Unser Leben hört mit dem Tod nicht auf. Unser Leben hat Konsequenzen – positive oder negative.

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  3. gerd sagt:

    Nun, das Feuer ist da und es brennt. Wie sehr der Herr gewünscht hat, dass es brennt, ist uns bekannt.

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  4. Joachim Walter sagt:

    Kein Priester muss der Apostasie eines Bischofs folgen, denn Glaube und Wahrheit ist mehr als Gehorsam.

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  5. Die Geschichte wird präzise wie in den 1970ern ausgehen: der Druck des diözesanen Apparates nach Gehorsam wird die überwiegende Mehrheit der Pfarrer zähneknirschend einknicken lassen. Was blüht in letzter Konsequenz den „Widerstand“ leistenden Priestern? Die Amtsenthebung und der direkte Abrutsch in die Sozialsysteme.

    Sehr salopp formuliert: Ausser Pfarrer „haben sie nichts gelernt“ und wer benötigt schon Theologen?
    Richtig, die Kirche.
    Würde diese die „Rebellen“ als Theologen beschäftigen?
    Sicher nicht.

    Wobei fairerweise zu berücksichtigen ist, dass „Widerstandsaufrufe“ an andere billig sind, wenn man selbst wirtschaftlich kommod abgesichert ist.

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    • gerd sagt:

      Es ist schon mal viel gewonnen, dass den Irrlehrern widersprochen wird. Das war in den 1970ern eher fruchtlos als heute, wo die katholische Kirche ein Trümmerhaufen ist.

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      • Durchaus richtig beobachtet, aber die Ortspfarrer sind dabei das schwächste Glied – davon war bei mir die Rede. Diese Priester würden, wenn sie Forderungen des PGR nicht erfüllen, alsbald in die Zange genommen: in der jeweiligen Pfarrei finden sich zuverlässig „empörte engagierte Laien“, die den Pfarrer beim BO anzeigen. Dieses sagt dann unverhohlen: der Ungehorsam „spaltet die Gemeinde“, ergo entweder Gehorsam gegenüber den Anordnungen des Vorgesetzten (also des Bischofs) oder Amtsenthebung. Und was soll der gute Mann dann machen? 40 oder gar 50 Jahre alt, nichts anderes gelernt?

        Man wird nicht davon ausgehen können, dass eine nennenswerte Zahl von Pfarrern bis an ihr Lebensende von Sozialleistungen leben will.

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      • Herta Hürkey sagt:

        Wenn man dann erlebt, daß ganz normale Priester Oekumene mit protestantischen lesbischen und schwulen Pfarrern feiern, dann bleibt man lieber gleich zu Hause, weil der Würgreiz lang anhält.—Wann begreifen mindestens 90% der Menschen, daß die Durchsetzung der Neuen Weltordnung Hand in Hand geht mit der Förderung (sowohl verbal als auch finanziell) von PERVERSIONEN (Sadomaso, Por-no, Homosex, Pädophilie, Jugend- und Kindersex, Sex mit Tieren, Gruppensex, Gender usw.)? Denn leidet jemand erstmal an PERVERSSUCHT, so ist er leichter zu gängeln (auch S. Freud war der Meinung), wenn man ihm ERFÜLLUNG anbietet in Form von Sex.

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    • Urs Lahmann sagt:

      Auf dieser Seite https://www.unifr.ch/bkv/awerk.htm können Sie sämtliche Werke der Kirchenväter lesen.

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    • Markus sagt:

      Das ist halt mein Problem bei der Sache, dass der Herr Kardinal seine Meinung kund tut, vielleicht manchen damit belastet, verletzt, selber aber dabei keinerlei persönliche Vor- oder Nachteile riskiert. Und der Satz: „Es kann nicht der Gewissensentscheidung….“ überlassen werden. Im Katechismus der katholischen Kirche verstehe ich als Laie das im Kapitel über das Gewissen anders. Der Diener Gottes Pater Franz Reinisch hat seinerzeit auch, gegen den Rat der Ordensoberen, nach seinem Gewissen gehandelt und die Konsequenzen getragen. Ich wünsche den Priestern des Bistums Münster, dass sie auf ihr Gewissen hören und dann mit ihrem Bischof zu einer für ihr Gewissen stimmigen Lösung finden, auch, wenn es sein soll, nicht in voller Übereinstimmung mit ihrem Bischof. Und dass der Herr Kardinal vielleicht eher im Stillen den betreffenden Personen Hilfestellung und guten Rat gibt, anstatt etwas in den öffentliche Raum zu werfen und dann können die Betroffenen sehen, wie sie damit fertig werden. Wobei ich natürlich nicht weiß, ob der Herr Kardinal das nicht auch tut.

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  6. Markus sagt:

    Ich frage mich, wie die Unterscheidung bei der Kommunionspendung in der Praxis gehen soll. Als noch jede Pfarrei ihren Pfarrer hatte und dieser auch so gut wie alle seine Pfarrkinder gekannt hat, war es für ihn ersichtlich, wer und in welchem Stand jemand zum Kommunionempfang gekommen ist und es dann gegebenenfalls eines vielleicht klärendes Gespräches bedurftes. Heute, wo nicht mehr an jedem Sonntag in der Pfarrkirche eine hl. Messe stattfindet und der Pfarrer mehrere Pfarreien betreuen muss und die Leute zu den Gottesdiensten in der Weltgeschichte herumfahren müssen, wie soll dann der Priester noch wissen, ob der, der vor ihm steht, zum Kommunionempfang überhaupt berechtigt ist? Er kann doch nicht jeden nach seiner Rechtgläubigkeit fragen; wie soll das denn gehen? Es muss doch dann der Gewissensentscheidung des jeweiligen Menschen überlassen werden. Ich bin mit dem Lebensweg von Kardinal Müller nicht vertraut; hat er ausreichende Erfahrungen im Seelsorgedienst der einfachen Priester gemacht oder sieht er es vorwiegend von der bischöflichen Warte aus?

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    • gerd sagt:

      Es geht hier nicht in erster Linie um die Praxis, sondern um die Gewissensbildung der Gläubigen. Wenn ein Bischof, der für die Lehre der Kirche einstehen soll, seinen Priestern explizit den Auftrag erteilt, niemandem die Kommunion zu verweigern, dann stellt er sich gegen diese Lehre und führt sein Amt ad absurdum.

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  7. Th.Neumann sagt:

    Vielen Dank an Kardinal Müller für das Statement. Danke für die Veröffentlichung auf diesem Forum.
    Mir ist das irgendwie unheimlich, erst werden tradionalistisch eingestellte Katholiken ausgegrenzt und dann wird auch gleich noch dem aktuellen theologischen Mainstream gehuldigt. Ausserdem – persönliche Meinung – ist mir der Gesinnungsumschwung der Münsteraner Bistumsleitung zu auffallend schnell und für mich zu wenig glaubhaft. Da komme ich nicht mehr mit. Irgendwas läuft hier neben dem Gleis. Da kommen jetzt Äusserungen zu Sachverhalten, die wie selbstverständlich sind und die angeblich schon lange nötig waren. Eigenartig ist nur, dass diese erst unter dem neuen Pontifkikat vorgerbracht werden, und dass man unter dem letzten Papst tunlichst geschwiegen hat – auch wenn diese Änderungen angeblich so nötig gewesen sind……dann hätte das Gewissen doch nicht schweigen dürfen….. ….
    Man hat den Eindruck, es hängen sich bestimmte Leitungspersonen an den neuen Kurs aus Rom, wäre es ein anderer Kurs, würden sich diese Personen vielleicht ganz anders äussern. Einseitiger Mainstream und einseitige Romhörigkeit sind vielleicht nicht immer gut, wenn beides zusammenkommt, finde ich das sonderbar. Wenn diese Änderungen so wichtig sind, warum hat man dann bisher dazu geschwiegen? Warum hat man dann unter Papst Benedikt nichts gesagt?
    Es ist mehr als erstaunlich – und schon wieder fast unheimlich, dass man nun den Priestern darüber die Entscheidungsfreiheit abnehmen will. Mit Druck von oben. Wie war das gleich mit dem „Klerikalismus“?

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    • @Th.Neumann:

      Es wird auch versucht, die Möglichkeit der Zelebrierung der alten lateinischen Messe als traditioneller „Heiliger Messe aller Zeiten“ wieder abzuschaffen. Da heißt es wachsam sein.
      Auch die alte byzantinische Messe der russisch-orthodoxen Kirche, welche auch von der römisch-katholischen Kirche offiziell als legitim und gültig anerkannt wurde, wurde lange verfolgt und unterdrückt und von den russisch-orthodoxen „Altgläubigen“ dennoch standhaft und taper bewahrt und am Leben erhalten, vor allem auch in ihren Gemeinden und Gemeinschaften und Klöstern in Sibirien in Russland und in Litauen im Baltikum usw.

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