Weihnachten erinnert uns daran: Kinder sind ein Grund zur Freude!

Von Dennis Riehle

Vor einigen Wochen besuchte ich einen Vortrag. Neben mir saß eine junge Frau. Sie hatte ihr Baby mitgebracht. Kaum anders zu erwarten, meldete es sich im Laufe der Veranstaltung lautstark zu Wort. „Können Sie Ihren Bengel nicht zuhause lassen, wenn Sie zu solch einem Abend kommen?“, empörte sich vor mir eine ältere Dame. „So etwas sollte man verbieten!“, legte sie nach.

Die Mutter neben mir sank immer weiter in ihren Sitz zusammen. Ihr Kopf war rot geworden voll der Scham – und ich schlug ihr vor, dass wir einige Minuten vor die Tür gehen sollten, bis sich ihr Kind wieder beruhigt hatte. Sie stimmte zu – und wir drängten uns durch die Sitzreihen hindurch.

Mittlerweile hatte der Referent seinen Vortrag bereits unterbrochen, da immer mehr Zuhörer sich beschwerten. „Passen Sie doch auf!“, „Können Sie nicht daheim bleiben mit Ihrer Göre?“ – die Reaktionen auf die junge Mutter waren drastisch. 

Vor dem Vortragssaal angekommen, holte ich der völlig aufgelösten Frau zunächst ein Glas Wasser. „Wissen Sie, ich bin alleinerziehend. Soll ich denn deswegen nur noch in meinen eigenen vier Wänden bleiben, aus Angst darum, dass mein Kleinster quengelt?“, blickte mich die Mutter etwas verzweifelt an. „Was haben die Menschen nur gegen Kinder? Ich bin mit meinem Baby so oft angeeckt, dass ich den Glauben daran verloren habe, wonach mein Nachwuchs in unserer Gesellschaft noch willkommen ist“.

Harte Worte waren das. Doch was sollte ich entgegenhalten? Tatsächlich erinnerte auch ich mich daran, wie erst kürzlich im Bus, im Gottesdienst oder beim Arzt das Entsetzen um sich griff, als Kinder mit ihrem völlig normalen Geschrei die Aufmerksamkeit der Umgebung auf sich zogen.

Wie steht es also wirklich um die Liebe zu unseren Kindern?

Schon eine Schwangerschaft kann zur Ausgrenzung führen. Das haben bereits Maria und Josef erfahren müssen, als sie auf der Suche nach einer Herberge überall abgelehnt wurden. Ich mutmaße, dass es auch mit der anstehenden Niederkunft eines Babys zu tun hatte, weshalb sich die Hausbesitzer von Bethlehem weigerten, für die junge Familie zumindest eine kleine Ecke an Unterkunft zur Verfügung zu stellen.

Kinder – sie gelten als süß, niedlich und willkommen, solange sie keine Umstände bereiten. Das sagte ich auch der jungen Frau, die noch immer ihr Baby in den Armen trug, das mittlerweile an der Flasche mit Milch ruhig geworden war.

„Aber blicken Sie nur auf die Weihnachtsgeschichte: Sie macht uns klar, dass das Kleinsein zum Leben dazugehört. Der große Retter, der auf die Welt niederkommt, er beginnt ganz winzig, in Windeln, schreiend und in einer Krippe liegend“, fügte ich an.

Christoph von Schmid dichtet in seinem berühmten Kirchenlied „Ihr Kinderlein, kommet“ darüber, was wir von unseren Kleinsten zu halten haben: „… und seht, was in dieser hochheiligen Nacht der Vater im Himmel für Freude uns macht“.  – Er erinnert uns daran: Kinder sind eine Freude!

Im 21. Jahrhundert sehnen wir uns nach Perfektion. Da passen keine störenden Geräusche in den Alltag. Wie wir mit unseren Kindern umgehen, so gehen wir mit uns selbst um. Nichts von Nachsicht, von Sanftmut, schon gar keine Freude. Wie trist wird unser Dasein, wenn wir den kindlichen Schrei aus unserem Leben verbannen – und damit vergessen, wo wir herkommen, wer uns geschaffen und uns mit Liebe erzogen hat.

Zu Weihnachten freue ich mich nicht nur mit der jungen Mutter, die ihr Baby nach unserem Gespräch ganz selbstbewusst mit nach Hause nahm. Ich freue mich an dem lautstarken Jubel der Engel-Chöre, die einstimmen in den Gesang, um zu huldigen und anzubeten.

Wie dankbar können wir über jedes Kind sein, das unseren Alltag mit einem lauten Aufschrei unterbricht und uns wieder ins Bewusstsein ruft, dass wir leben! Wenn wir verstummen, dann ist das kein gutes Zeichen. Die Vitalität eines kleinen Babys, sie macht uns Mut für unsere eigene Wegstrecke: Lebendigkeit ist das Motto des Christfestes – wir dürfen sie spüren, aber wir sollten sie auch er-tragen, gerade bei Anderen, besonders bei Kindern.

Weihnachten ist für mich das Fest unseres Lebens. Nach Stille und Besinnung auf den, der da kommt, dürfen auch wir die Ruhe unterbrechen und uns klarmachen: Nur der, der sich regt, hat Anteil am Hier und Jetzt.

Das verdeutlichen uns Kinder immer wieder neu. Ich sorge mich um die nahezu feindselige Stimmung gegen unsere Kleinsten, die für manch Einen keinen Platz in unserer Gesellschaft finden sollen. So wird nicht nur für die Mutter aus dem Vortragsraum der Alltag zum Spießroutenlauf.

Nehmen wir uns ein Beispiel daran, wozu uns Christoph von Schmid aufruft: „O beugt wie die Hirten anbetend die Knie, erhebet die Hände und danket wie sie…“ (Strophe 4).

Mit jedem Kind wird auch unser Alltag heller und geräuschvoller. Singen wir zu Weihnachten laut und kräftig, freuen wir uns über diese herrliche Botschaft von neuem Leben, von einer neuen Lebensgeschichte, die beginnt. Teilen wir die Glückseligkeit von Eltern, die dankbar sind über ihren Nachwuchs. Und lassen wir sie teilhaben am Dasein unser aller.

Die Freundlichkeit gegenüber Kindern wird sich auszahlen. Für unsere eigene Stimmung, für unsere eigene Zufriedenheit, für unsere Zukunft.

„Maria und Joseph betrachten es froh“ (Strophe 3), dieses Baby „auf Heu und auf Stroh“. Tun wir es ihnen gleich – und lassen wir unserer Warmherzigkeit freien Lauf.

„Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude“! (Johann Ludwig K. Allendorf, EG 66.1)

Ich wünsche allen Lesern friedvolle und gesegnete Weihnachtstage!

Webpräsenz: http://www.Dennis-Riehle.de


2018 wurden weltweit 80 Journalisten getötet

Im zu Ende gehenden Jahr sind weltweit mindestens 80 Journalisten, Bürgerreporter und andere Medienmitarbeiter in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden, 15 mehr als im Vorjahr.

Mehr als die Hälfte von ihnen kam in nur fünf Ländern ums Leben: in Afghanistan, Syrien, Mexiko, Jemen und Indien.

Ähnlich sieht es bei den 348 weltweit inhaftierten Medienschaffenden aus. Mehr als die Hälfte von ihnen sitzt in nur fünf Ländern im Gefängnis: im kommunistischen China und den islamischen Staaten Ägypten, Türkei, Iran und Saudi-Arabien.

Das geht aus der Jahresbilanz der Pressefreiheit 2018 hervor, die Reporter ohne Grenzen (ROG) am Dienstag veröffentlicht hat. Stichtag der weltweiten Zählung war der 1. Dezember 2018.

„Die Zahlen der ROG-Jahresbilanz zeigen, dass nach wie vor bewaffnete Konflikte die größte Gefahr für Journalisten weltweit sind. Dass aber zugleich so viele Journalisten außerhalb von Kriegsregionen ermordet werden, ist ein erschreckendes Zeichen“, sagte ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske.

„Viel zu oft können Täter und Auftraggeber damit rechnen, dass selbst Morde für sie folgenlos bleiben. Die Staatengemeinschaft muss endlich wirksame Mittel finden, Straflosigkeit überall auf der Welt zu beenden.“

GEFÄHRLICHSTE LÄNDER: AFGHANISTAN, SYRIEN, MEXIKO, JEMEN und INDIEN

Die Länder mit den meisten getöteten Journalisten, Bürgerjournalisten und Medienmitarbeitern waren 2018 AFGHANISTAN (15 Medienschaffende getötet), SYRIEN (11), MEXIKO (9), JEMEN (8) und INDIEN (6). Auch in den USA starben in diesem Jahr sechs Journalisten, vier von ihnen wurden beim Anschlag auf die Lokalzeitung Capital Gazette an 28. Juni gezielt getötet.

44 Medienschaffende starben in Gebieten mit bewaffneten Konflikten, 36 außerhalb solcher Gebiete.

Wie schon im Vorjahr war MEXIKO das Land ohne bewaffneten Konflikt, in dem die meisten Journalisten ermordet wurden. Über Korruption und Drogenkriminalität zu berichten, ist dort weiterhin lebensgefährlich. Der Schutz, der bedrohten Journalisten gewährt wird, ist oft unzureichend und inneffektiv.

49 der getöteten 80 Medienschaffenden wurden wegen ihrer journalistischen Tätigkeit gezielt ermordet. Die übrigen 31 kamen im Einsatz ums Leben. Unter den Getöteten waren 63 professionelle Journalisten, 13 Bürgerjournalisten sowie vier Tontechniker und Fahrer. Drei der Getöteten waren Frauen.

In den vergangenen zehn Jahren wurden weltweit 702 professionelle Journalisten getötet. Die Zahl getöteter Bürgerjournalisten hat sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt, von 7 auf 13. Bürgerjournalisten spielen gerade in Ländern mit autoritären Regimen und Kriegsländern eine immer wichtigere Rolle in der Berichterstattung, denn dort sind viele Regionen für professionelle Journalisten kaum zugänglich. Diese Regionen sind zugleich diejenigen, in denen unabhängige Berichterstatter besonders gefährdet sind.

Auch die Zahl der inhaftierten Bürgerjournalisten stieg 2018 sprunghaft an: um 40 Prozent von 107 auf 150.

Nachdem sie bereits gegen traditionelle Medien hart durchgegriffen haben, überarbeiten Länder wie CHINA, ÄGYPTEN, IRAN und SAUDI-ARABIEN jetzt ihre Unterdrückungsstrategien. Neue Internetgesetze etwa erleichtern es ihnen, gegen Online-Journalisten und Nutzer von sozialen Netzwerken vorzugehen.

Insgesamt saßen am 1. Dezember 2018 weltweit 348 Medienschaffende wegen ihrer Arbeit in Haft – mehr als die Hälfte von ihnen in nur fünf Ländern: in CHINA (60), ÄGYPTEN (38), der TÜRKEI (33), IRAN (28) und SAUDI-ARABIEN (28).

Mehr zur Jahresbilanz der Pressefreiheit: www.reporter-ohne-grenzen.de/jahresbilanz/2018 

Quelle (Text/1. Grafik): https://www.reporter-ohne-grenzen.de/pressemitteilungen/meldung/weltweit-80-medienschaffende-getoetet/


Unser neues Plakat zum DREIKÖNIGs-Fest

POSTER aus dem KOMM-MIT-Verlag in Münster:

Dieses PLAKAT kann beim KOMM-MIT-Verlag bestellt werden. Es ist im großen Din-A-2-Format erschienen (60 x 40 cm) und kostet 3 € inkl. Versandkosten (Betrag bitte vorweg in Briefmarken beilegen), vier Stück kosten nur 6 € inkl. Porto (gegen Rechnung). – Per Tel. 0251-616768 oder Mail: felizitas.kueble@web.de

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Der HERR ist unsere Gerechtigkeit!

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Jer 23,5-8:

Seht, es kommen Tage – Spruch des HERRN -, da werde ich für David einen gerechten Spross erwecken. ER wird als König herrschen und weise handeln, für Recht und Gerechtigkeit wird ER sorgen im Land.
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In seinen Tagen wird Juda gerettet werden, Israel kann in Sicherheit wohnen. Man wird ihm den Namen geben: Der HERR ist unsere Gerechtigkeit.
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Darum seht, es werden Tage kommen – Spruch des HERRN -, da sagt man nicht mehr: So wahr der HERR lebt, der die Söhne Israels aus Ägypten heraufgeführt hat!,
sondern: So wahr der HERR lebt, der das Geschlecht des Hauses Israel aus dem Nordland und aus allen Ländern, in die er sie verstoßen hatte, heraufgeführt und zurückgebracht hat.
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Dann werden sie wieder in ihrem Heimatland wohnen.

Indien: Attacken auf Christen im Advent

Nach den jüngsten Übergriffen auf Katholiken in Assam im Nordosten Indiens wächst unter den Christen die Besorgnis vor weiteren Anschlägen.

In der Nacht des 15. Dezember drangen einige Vandalen in die katholische St. Thomas im Dorf Chapatoli in der Diözese Dibrugarh ein und verwüsteten die Kirche.

Die Polizei konnte zwei Verdächtige festnehmen. Kommunalpolitiker bekundeten ihre Solidarität mit der christlichen Glaubensgemeinschaft und versprachen Unterstützung bei der Behebung des Schadens.

Bischof Joseph Aind von Dibrugarh forderte gründliche Ermittlungen: „Einige Gruppen versuchen, Hass und Zwietracht in der Gesellschaft zu säen“, erklärte er.

„Der Vandalismus und Übergriffe auf Christen und kirchliches Eigentum nehmen in der Weihnachtszeit ständig zu“, sagte Abraham Mathai, Präsident des Vereins „Indian Christian Voice“.

Unterdessen bittet die Organisation „Waster India“ in einer Petition an den Obersten Gerichtshof um einen Beschluss, der die Regierungen aller indischen Bundesstaaten auffordert, angemessene Sicherheitsmaßnahmen für die bevorstehenden Weihnachtsfeiern vorzusehen.

Quelle: Fidesdienst