Unsere Sehnsucht nach der Sehnsucht

Ein junger Jude kommt zu einem Rabbi und sagt: „Ich möchte gerne Dein Jünger werden“. Da antwortete ihm der Rabbi: „Gut, das kannst Du, aber ich habe eine Bedingung. Du musst mir eine Frage beantworten: Liebst Du Gott?“ 

Da wurde der Schüler nachdenklich: „Lieben? Das kann ich eigentlich nicht behaupten!“

Der Rabbi sagte freundlich: „Also wenn Du Gott nicht liebst, hast Du vielleicht Sehnsucht danach, ihn zu lieben?“

Der Schüler überlegte eine Weile und erklärte dann: „Manchmal spüre ich die Sehnsucht danach, ihn zu lieben recht deutlich, aber meistens habe ich so viel um die Ohren, dass diese Sehnsucht im Alltag unter die Räder kommt!“

Da zögerte der Rabbi und meinte dann zu dem jungen Mann: „Wenn Du die Sehnsucht, Gott zu lieben, nicht so deutlich verspürst, hast Du dann Sehnsucht danach, diese Sehnsucht zu erhalten?“

Da hellte sich das Gesicht des Schülers auf: „Genau das habe ich. Ich sehne mich nach dieser Sehnsucht, Gott zu lieben!“

Der Rabbi entgegnete ihm nun: „Das genügt mir, denn Du bist auf dem rechten Weg!“


GOTT sei uns gnädig und segne uns!

Heutige liturgische Festlesung der kath. Kirche:
Psalm 67 (66),2-3.5.6.8.

Gott sei uns gnädig und segne uns.
ER lasse über uns sein Angesicht leuchten,
damit auf Erden sein Weg erkannt wird
und unter allen Völkern sein Heil.
 

Die Nationen sollen sich freuen und jubeln.
Denn du richtest den Erdkreis gerecht.
Du richtest die Völker nach Recht
und regierst die Nationen auf Erden.
 

Die Völker sollen dir danken, o Gott,
danken sollen dir die Völker alle.
Es segne uns Gott.
Alle Welt fürchte und ehre ihn.