Die idyllische Kapelle „Maria Rast“ war Motiv für die Weihnachtsbriefmarke 2017

Von Hans-Michael Müller 

Viele Deutsche verbringen gerne ihren Urlaub in der herrlichen Gegend zwischen Zugspitze, Mittenwald und Wallgau. Auch der G7-Gipfel im Juni 2015 mit Präsident Obama fand dort statt.

Zwischen Karwendel, Zugspitze und Walchensee gibt es viele traumhafte Plätze, in denen Ferienstimmung und Abschalten vom Alltagsstress garantiert sind. Das hat auch die Deutsche Post entdeckt und ihre Weihnachtsbriefmarke 2017 mit einem sehr bekannten Motiv aus dieser Region gestaltet:

Es handelt sich um die von Krüner Bürgern in den 1990er Jahren erbauten Kapelle „Maria Rast“ auf dem Buckelwiesen-Höhenweg von Krün nach Mittenwald.

Dieses kleine Gotteshaus mit dem Altarbild des Holzschnitzers Herbert Haseidl aus Oberammergau und einer eher seltenen Darstellung der hochschwangeren Maria ist jetzt rund 20 Jahre alt, war aber sofort ein sehr beliebtes Wanderziel oberhalb des Tennsees.

BILD: Die schwangere Maria und Joseph mit Puttenengeln, darunter ein schwarzes (siehe links oben)

Die Post beschreibt das „Schmuckstück der Alpenwelt Karwendel“ jetzt sehr zutreffend so:

„Ein Platz, an dem Stress und Alltagssorgen in den Hintergrund rücken und der Abstand, Stille und Entspannung verspricht… Das gilt für alle Jahreszeiten, insbesondere zur Winter- und Weihnachtszeit aber sind die Stille und Erhabenheit der schneebedeckten Landschaft mit Händen zu greifen…

Scheinwerfer machen die Kapelle mit dem schmucken Türmchen auf der Hochebene im weihnachtlichen Dämmerlicht weithin sichtbar.“

Gründe für solche Kapellenbauten gibt es viele, schreibt die Post weiter, und „Maria Rast“ ist vielleicht „…einfach nur an einem besonders schönen Aussichtspunkt, etwa auf einer Bergkuppe, um dem Schöpfergott einer grandiosen Natur zu danken.“ –  Wohl wahr!

Unser Autor Hans-Michael Müller wohnt in Hanau; von ihm stammt auch das Foto mit dem barocken Altarbild


One Comment on “Die idyllische Kapelle „Maria Rast“ war Motiv für die Weihnachtsbriefmarke 2017”

  1. Th. Neumann sagt:

    Der Schnitzaltar vom Künstler H. Haseidl ist eine wunderbare Nachschöpfung und Einfühlung in die Kunst des Spätbarocks. Während noch die zwei Putten-Engel links in ihren Bewegungen und Ausführung eindeutig als neuzeitliche Werke zu erkennen sind (sie sind ein wenig dem modernen Zeitgeschmack der Oberammergauer Schnitzkunst verbunden), sind die zentralen Figuren von Maria und Josef sehr originalgetreu nachempfunden. Oder gar eine geniale eins zu eins Kopie einer alten Vorlage? Auch die farbliche Fassung in stumpfen, gebrochenen Farbtönen, zwischen denen sich die lüstrierte Fassung (das bedeutet: der Untergrund des Kleides ist eine aufgetragene Versilberung, darauf kommt eine transparente Farbschicht, hier rot) hervorhebt, passt genau in die Zeit des Spätbarocks bzw. beginnendes Rokoko. Die Kunst liegt auch hier im Einfühlungsvermögen des Künstlers: Hier wirkt nichts aufgesetzt oder unecht.
    Keine verkitschte Volksfrömmigkeit, Distanz zum allgemeinen kommerziellen Oberammergau-Stil. Wunderbare Nachschöpfung oder vielleicht auch äusserst exakte Kopie eines alten Altares.
    Hier wurde ein wirklich schönes und bleibendes Kunstwerk geschaffen!

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