Sind Kindeswohl und Erziehungsrecht der Eltern für die SPD heute belanglos?

Gertrud Martin, die Vorsitzende des Verbands Familienarbeit e.V., erklärt dazu:

„Die Abschaffung der Kita-Gebühren ist ein Schritt auf dem Weg, den Karl Marx, einer der Vordenker der SPD-Politik, schon im Kommunistischen Manifest vorgegeben hat.

Darin fordert er ‚die öffentliche und unentgeltliche Erziehung aller Kinder‘ und die ‚Vereinigung der Erziehung mit der materiellen Produktion‘. (Manifest der Kommunistischen Partei (1848) II, S. 481, Nr. 10)

Ihm ging es dabei vorrangig um die Überwindung des Kapitalismus. Dieses Ziel hat sich heute ins Gegenteil gewendet, indem gerade die Finanzlobby fordert, die Eltern uneingeschränkt dem Arbeitsmarkt zuzuführen mithilfe öffentlicher Betreuungsangebote, selbst für Kleinstkinder.

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Auch viele Eltern merken nicht, wie ihnen ihr grundgesetzlich festgeschriebenes Erstrecht, ihre Kinder nach eigenen Vorstellungen zu erziehen (GG 6.2), durch die einseitige massive Subventionierung der öffentlichen Kinderbetreuung abgekauft wird.

Den Eltern, die ihre Kinder selbst betreuen, wurden sogar die 150 € Betreuungsgeld entzogen. Diese familienfeindliche Politik wird inzwischen auch von anderen Parteien vertreten und als Familienförderung verkauft.

Das Kindeswohl der U-3-Kinder, die vorrangig Bindung brauchen, spielt dabei keine Rolle. Solange aber die elterliche Erziehungsarbeit, im Gegensatz zur gleichen Arbeit in einer Betreuungseinrichtung, nicht als lohnwerte Leistung anerkannt und wie die herkömmliche Erwerbsarbeit honoriert wird, wird sich die Aushöhlung der Familie fortsetzen und die Gleichberechtigung von Mann und Frau eine Illusion bleiben.“

Der Neurologe und Psychiater Dr. Johannes Resch, stellv. Vorsitzender im Verband, ergänzt diese Ausführungen folgendermaßen:

„Die SPD muss sich entscheiden, ob sie sich weiter an den 170 Jahre alten Vorstellungen von Karl Marx oder an ihrem heutigen Anspruch, für soziale Gerechtigkeit einzutreten, orientieren will. Marx konnte noch nicht wissen, wie wichtig die Bindung eines Kindes an seine Eltern für dessen spätere Bildungsfähigkeit und soziale Entwicklung ist. Er machte soziale Gerechtigkeit ausschließlich am Verhältnis von Erwerbsarbeit und Kapital fest.

Heute wissen wir dagegen, dass das Missverhältnis der Bewertung von Erwerbs- und häuslicher Erziehungsarbeit in unserer Sozialgesetzgebung eine vergleichbar große Rolle spielt. Die Armut von heute wird weitgehend durch die Missachtung der elterlichen Erziehungsarbeit verursacht (Armut Alleinerziehender, kinderreicher Familien, alter Mütter und Eltern mit geringem Verdienst).

Will sich die SPD an den heutigen Problemen ausrichten oder immer noch an einer im 19. Jahrhundert wurzelnden Erwerbsideologie festhalten?

Die ausschließliche Orientierung an der Erwerbsarbeit wie bei Karl Marx dient heute ohnehin in erster Linie der Profitmaximierung des Kapitals. Deshalb wird die gegenwärtige Krippenpolitik ganz offen mit den ‚Erfordernissen des Arbeitsmarktes‘ begründet. Das Kindeswohl war weder für Marx ein Thema noch ist es das für die heutige Lobby der Kapitalbesitzer.“

Quelle: http://familienarbeit-heute.de/?p=5074


3 Kommentare on “Sind Kindeswohl und Erziehungsrecht der Eltern für die SPD heute belanglos?”

  1. Th.Neumann sagt:

    Damit wäre es einfacher, die Kinder nach gerade aktuellem Mainstream zu erziehen und ihren Eltern zu entfremden. Nicht nur die Beeinflussung der elterlichen Erziehung wird angestrebt, es ist ja schon der versuch gemacht worden, die Kinder zu kleinen Denunzinanten über die elterliche Gesinnung zu machen – noch garnicht lange her.
    Und in Berlin hat sich eine Waldorfschule geweigert, ein Kind aufzunehmen, dessen Eltern etwas mit der Partei AFD zu tun hatten.
    Über die Kinder wird man versuchen, deren Eltern zu erziehen.
    Das hatten wir aber auch schon mal in der Vergangenheit. Staatswohl über Kindeswohl. Nur wird dieses diktatorische System heute unter anderem Markenbegriff verkauft.

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  2. Adolf Breitmeier sagt:

    Nach meiner Meinung zahlt sich eine liebevolle elterliche Betreuung in den Kinderjahren für das Leben aus. Was einen ,,Kindergarten“ ab drei ganz und gar nicht ausschließt, wenn sich beide ,,Betreungsgsmaßnahmen“ einander ergänzen und soziales Verhalten fördern. Für die elterliche Betreuung, die KEINEN öffentlich geförderten Platz beansprucht, sollte ein der öffentlichen Aufwendung entsprechendes Geld an die Eltern gezahlt werden – und keine ,,Straftmaßnahmen“ wie Geldentzug oder Vorenthaltung vorgenommen werden.

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  3. truckeropa66 sagt:

    Da man nur noch funktionierende Bürger benötigt und keine selbstdenkenden, ist es im Sinne jeglicher Linken Parteien, frühst möglich den vollen Einfluss über die zukünftigen Generationen zu haben.

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