„Krippe? – Nein, danke!“ – Mütter und Wissenschaftler gegen Fremdbetreuung

Von Johannes Moravitz

Immer mehr Mütter entscheiden sich gegen die Krippe. Forscher geben ihnen recht. Einem interessanten Bericht aus Deutschland zufolge entscheiden sich mehr und mehr Mütter gegen die Fremdbetreuung ihrer Kinder in sog. „Kitas“ (Kindertagesstätten – die „Krippe“ in Österreich). 

Als Gründe dafür geben diese Mütter ihr Verantwortungsgefühl und die größere Freiheit der Kinder an. Für diese sei es besser, von der eigenen Mutter in größerer Freiheit erzogen zu werden. Sie nennen sich „kitafrei“ und vernetzen sich über verschiedene Foren, wo sie Gleichgesinnte treffen und befreunden können.

Der neue Trend schlägt sich auch in der vermehrten Anfrage an Finanzexperten wieder. Durch die bewusste Entscheidung, zuhause zu bleiben und die Kinder selbst zu hüten, treten natürlich Fragen der Altersvorsorge auf, die geklärt werden müssen. Aber trotz der vermeintlichen finanziellen Nachteile stellen auch diese fest, dass es gerade bei jüngeren Frauen eine steigende Sehnsucht nach der traditionellen Mutterrolle gäbe.

Die Intuition dieser Frauen, dass Kinder – vor allem in den ersten Jahren – ihre eigenen Eltern und ganz besonders ihre eigene Mutter brauchen, deckt sich mit den Forschungsergebnissen vieler Experten, darunter des österreichischen Kinderforschers Michael Hüter, der von sich anbahnenden menschlichen Katastrophe spricht, weil die westliche Moderne Kinder zu sehr vernachlässige:

„Wenn wir so weitermachen wie in den letzten 15 Jahren, wird es den Menschen auch ohne Klimakatastrophe und Atomkrieg in 200 Jahren nicht mehr geben”, meint er und fordert: „Wir müssen dringend etwas ändern an der Art, wie wir zusammen leben und wie wir mit unseren Kindern umgehen.”

Die Weichen unseres Lebens werden in den ersten Jahren gestellt, besonders im Bereich der sozialen und emotionalen Entwicklung. Was sich vor allem ändern müsse, sei der Wert der Familie sowie die Betreuung von Kindern ab dem Kleinkindalter.

Denn: „In Europa hat inzwischen jedes zweite Kind eine chronische Krankheit. Das gab es in der gesamten Geschichte der Menschheit noch nicht. Bei größtmöglichem medizinischen Fortschritt waren unsere Kinder noch nie so auffallend krank wie heute”, so Hüter. Hauptgrund dafür sei: „Kinder können sich heute nicht mehr altersgemäß entwickeln, weil ihnen ein kindgerechtes Aufwachsen verwehrt wird.“

Zu viele Kinder werden zu früh fremdbetreut und so aus ihren Familienverhältnissen gerissen. Er appelliert daher an die Politik, weniger Geld in den Ausbau von Krippen zu stecken und stattdessen gezielt Familien zu fördern.

Wovon Konservative und Kirche immer gesprochen haben, scheint nun wissenschaftlich bestätigt zu sein: Für Kinder ist es gut und wichtig, so lange wie möglich zuhause betreut zu werden.

Der Autor hat uns die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung seines Artikels erteilt – seine Beiträge erscheinen u.a. hier: https://christdemokratie.at/


11 Kommentare on “„Krippe? – Nein, danke!“ – Mütter und Wissenschaftler gegen Fremdbetreuung”

  1. Marienzweig sagt:

    Ist die Beziehung zwischen Eltern und Kind problematisch, mag es besser sein, es in der Kita gut aufgehoben zu wissen.
    Ansonsten aber ist es für die seelische Bindung und auch für das sich entwickelnde Grundvertrauen des Kindes sicher optimaler, wenn es die ersten Jahre bei der Mutter bleiben darf.
    Kann man sich vorstellen, was in einem Kind vor sich gehen mag, wenn es jeden Morgen die Trennung von der Mutter erlebt, erleben muss?
    In der Kita arbeiten Angestellte, selbst wenn sie gut motiviert sind – es sind und bleiben Angestellte und oftmals wechselnd.
    Diese können -selbst bei bestem Willen – keine Mutter ersetzen.
    Würde man kleine Kinder fragen, wo sie lieber die Stunden verbringen würden – ich bin mir ziemlich sicher, sie würden sich für ihre Mütter entscheiden.
    Aber kleine Kinder werden ja nicht gefragt, sie haben sich zu fügen.

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  2. Bernhard sagt:

    Man sollte das Kind nicht mit dem Bade ausschütten und Ideologie nicht mit Ideologie beantworten. So sehr eine frühe Fremdbetreuung für die meisten Kinder nicht gut ist, so sehr hilft es nichts, sich aus Prinzip gegen den Kindergarten zu sperren.

    Zwar glaube ich, dass ein Kind erst dann in den Kindergarten soll, wenn es das psychisch verkraften kann. Wann das ist, kann individuell sehr unterschiedlich sein; als kleines Baby ist es aber definitiv zu früh.
    Allerdings muss ich auch konstatieren, dass die Kinder bzw. Menschen z.B. in Ostdeutschland und Frankreich (wo die Krippenerziehung seit Jahrzehnten Standard ist) auch nicht gestörter sind als hier. Deswegen habe ich auch leise Zweifel, ob die Auswirkungen tatsächlich so gravierend sind.
    Das Gerede von Klimakatastrophe und Atomkrieg ist m.E. völlig an den Haaren herbei gezogen und ohne jeglichen Beleg. (Um meinem Ruf als angeblich süffisantem Nörgler gerecht zu werden: Gemäß den „Konservativen“ gibt es sowieso keine Klimakatastrophe, warum bringt er das dann ausgerechnet hier aufs Tapet?)

    Was mir immer durch den Kopf geht: Gerade in der Blütezeit des Christentums (im Mittelalter und der frühen Neuzeit) hat gerade die damalige Elite (die Adligen) ihre Kinder meist nicht selbst erzogen, sondern sie an diverse Ammen und Gouvernanten abgegeben. Mir scheint, dass diese Befürwortung (und der leise Druck), seine Kinder möglichst lange bei sich zu behalten, erst in den 60-er Jahren in kirchlichen Kreisen aufkam…

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    • Herta Hürkey sagt:

      Bitte, verwechseln Sie nicht einen Kindergarten (NACH dem 3. Lebensj.) mit einer Kita. In Kitas (Ganztagesstätten) dürfen Kleinstkinder oft schon ab acht Wochen. Selbst wenn Mütter erst ab einem Jahr
      „abliefern“, ist das für ein Kleinkind VIEL ZU FRÜH!!! Besuchen Sie doch einfach mehrere solcher Kitas (was ich getan habe), um sich ein echtes Urteil bilden zu können.—Zusätzlich kriege ich seit Jah-
      ren mit, wenn die Kleinen nebenan HERZZERREISSEND weinen, wenn sie abgegeben werden! Sie VERSTEHEN NICHT, WARUM sie abgegeben werden. Da muß man selbst als Fremder weinen, weil man mitfühlt.—-Ammen waren ja echte Bezugspersonen, keine Massentierhalter (Entschuldigung: Massenkindhalter).—Ihnen persönlich haben wohl Geschwister gefehlt?

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      • Holger Jahndel sagt:

        @Bernhard:

        Es gibt auch so etwas wie eine familiäre und kulturelle und religiöse bzw. spirituelle seelische Verwurzelung, aus der man psychische Kraft und Energie und seelische Stabilität beziehen kann. Diese fehlt heute völlig, die Menschen sind in den postmodernen technokratischen westlichen Medien-Gesellschaften und EGO-Gesellschaften schlecht geerdet und massiv entwurzelt (auch aus der Natur und Erde) und erdentfremdet und psychosozial vereinsamt und atomisiert und medien-manipuliert.

        Siehe auch das Zeit-Fragen Magazin aus der Schweiz zu Erziehung und Kindergarten und Kindern und Kinderkrippen und Pädagogik und Schule und Psychologie und Didaktik usw.

        http://www.zeit-fragen.ch

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      • Bernhard sagt:

        „Kindertagesstätte“ bezeichnet eine Einrichtung für das Alter 0 – 6 Jahre (wobei an meinem Wohnort die meisten Kitas die Kinder erst ab 2 Jahren nehmen).

        Ich habe ja geschrieben, dass Kinder nicht zu früh abgegeben werden sollen; allerdings ist der Zeitpunkt individuell unterschiedlich und kann nicht an einer Zahl festgemacht werden.

        Ammen waren vielleicht Bezugspersonen – jedoch haben sie auch gern mal gewechselt. D.h., vielleicht nicht Ammen, aber Gouvernanten und andere Erzieher.

        Was haben meine Geschwister oder Nicht-Geschwister mit meinem vorigen Beitrag zu tun?

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  3. Stefan Kunz sagt:

    Hevorragender Gedanke!
    Nur muss dann gewährleistet sein, dass man mit einem Einkommen auch eine Familie ernähren kann.
    Das Ganze ist Linkes Gedankengut mit dem Zerreißen der Familienstrukturen, der Sinn darin ist der Unsinn, möglichst früh den Einfluss über die Kinder zu bekommen. So und nur so kann man den erträumten Sozialismus steuern.
    Aber es wird alles drangesetzt, um das zu verhindern. Vorhin in den Nachrichten, leider nur mit einem Ohr, da ich am Fahren war, gehört, dass das angebotene Bau-Kindergeld durch Aufschläge von Maklern, Banken usst. abkassiert wird, bevor es einer jungen Familie zugute kommt. Das sei doch wohl so angedacht durch die BaWü-Landesregierung, wäre die Aussage eines Sprechers der Immobilienbranche.

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  4. Marion sagt:

    Super!!!! Kann ich gern bestätigen, dass ein langes zuhause bleiben dem Kind nur gut tut. Und dass der Trend in diese Richtung geht, freut mich sehr. Ich wurde schon mal als „Glucke“ oder „arbeitsscheu“ betituliert, weil mein Sohn bis zum 4ten Lebensjahr bei mir zu Hause bleiben „durfte“… und ich ihn die folgenden Kindergartenjahre auch „schon“ vor dem Essen abholte. Heute ist er ein gesundes Bürschlein mit sehr guten Sozialkompetenzen (sogar von der Schule bestätigt), mit einem gesunden Selbstwertgefühl. Er ist fast nie krank (habe lange gestillt), hat gute Noten in der Schule und wir haben eine sehr gute Mutter-Kind-Bindung/Beziehung. Letzteres ist nicht unwichtig bei der Erziehung zum Glauben. Und dies sehe ich als das Wichtigste: den Kindern einen LEBENDIGEN Glauben vorzuleben und zu vermitteln.

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    • Bernhard sagt:

      Immer trifft das aber nicht zu.

      Ich bin auch erst mit 4 in den Kindergarten gekommen, und auch immer nur halbtags. Ich bin aber genau das Gegenteil von Ihrem Sohn.

      Ich habe schlechte Sozialkompetenzen (nie richtig gelernt, mit anderen Leuten umzugehen), kein Selbstwertgefühl, und als Kind war ich oft körperlich krank (bis mir die Mandeln rausoperiert wurden), psychisch bin ich bis heute nicht sehr gesund.
      Eine enge Mutter-Kind-Bindung hatte ich immer, mit anderen Worten: Ich bin ein unselbständiges, ängstliches, teilweise auch verwöhntes Muttersöhnchen. Und supergläubig war ich als Kind und Jugendlicher auch immer, ganz einfach deswegen, weil ich von meinen Eltern völlig abhängig war und ein Zerwürfnis mit ihnen psychisch nicht hätte verkraften können (der Glaube war für sie nun mal das wichtigste, eine Differenz in diesem Bereich wäre gravierend gewesen).

      Ich will hier nicht dagegen sprechen, sein Kind erst später und nur halbtags in die Kita zu schicken; ich wünsche das für meine Kinder auch (ob es umsetzbar ist, steht auf einem anderen Blatt). Nur warne ich vor einem einfachen Ursache-Wirkungs-Denken. Und es ist bei Kindern nicht immer alles so, wie es scheint. Wenn die Pubertät einmal überstanden ist und die Kinder zu gesunden und guten Erwachsenen geworden sind, dann kann man sich wohl beglückwünschen (aber lieber nicht vorher).

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