EKD: Kein Zölibat, aber bald Pfarrermangel

Von Felizitas Küble

Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ titelt heute (3.3.) auf ihrer Seite 1: „Protestanten gehen Pfarrer aus“. Darin wird berichtet, daß die evangelischen Landeskirchen in naher Zukunft nicht mehr alle Pfarrerstellen besetzen können, zumal immer mehr Pastoren aus den geburtenstarken Jahrgängen in den Ruhestand gehen.

Evangelische Kirche in Augsburg

Personalknappheit auch bei der EKD in Hessen und Nassau, denn schon im nächsten Jahrzehnt gibt es doppelt so viele Pensionierungen wie Neueinsteiger. 

Wie die Sonntags-FAZ weiter schreibt, zeigt sich dieser Trend in den meisten Landeskirchen, zumal die Zahl der Studenten mit dem Fach „evangelische theologie“ seit Jahren im Sinken begriffen sei.

Das Problem ist gar nicht so neu und die Berichterstattung der FAZ relativ spät. Ich habe im Jahre 2016 darüber geschrieben: https://charismatismus.wordpress.com/2016/12/14/warum-eine-abschaffung-des-zoelibats-den-priestermangel-nicht-loesen-wuerde/

Dazu kommt, daß die Arbeitsfülle eines katholischen Gemeindepriesters in der Regel die eines evangelischen Pastors übertrifft – immerhin verwaltet der katholische Priester mehr als viermal so viele Sakramente und hält normalerweise täglich eine heilige Messe, der evangelische Pfarrer am Sonntag einen Gottesdienst.

Das bedeutet, daß der katholische Priester nicht „nur“ durch den Zölibat mit höheren Anforderungen konfrontiert ist, sondern auch durch seinen weitaus breiteren Aufgabenbereich.

Wenn trotz alledem bei der evangelischen Kirche in Bälde Personalknappheit ins Haus steht, zeigt dies einmal mehr, daß die Abschaffung des Zölibats  – den es in der EKD nicht gibt – keineswegs den Priestermangel wesentlich beseitigen würde.

 


18 Kommentare on “EKD: Kein Zölibat, aber bald Pfarrermangel”

  1. Weanermadel sagt:

    Man sollte in diesem Zusammenhang auch noch einmal betonen, dass das Zölibat >> überhaupt nicht << ursächlich ist für Missbrauchs-Fälle!
    .
    Das Zölibat hat auch große Vorteile, die oft genug ganz unter den Tisch fallen.
    .
    Aus der "Heiligen Stadt" dazu eine Privat-Offenbarung, die kostenlos, anonym und sicher auch downloadbar ist:
    .
    https://www.wiwi.uni-siegen.de/merk/stilling/downloads/nachtod_theo_jst/zoelibat_nutzen.pdf

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  2. Holger Jahndel sagt:

    Es gibt auch noch glaubenstreue und bibeltreue schlichte und ehrliche Lutheraner wie Horst Koch mit seinem Internetauftritt. Daneben natürlich auch die Baptisten und Quäker, siehe auch die Pietisten und die in den pietistischen Kreisen um das Fräulein Katharina von Klettenberg und Friedrich Schiller gelesenen mystischen und hermetischen Schriften, etwa von Welling.
    Die Quäker verfügen mit ihren Meditationen und ihrem inneren Geistlicht ebenfalls immer noch über eine echte lebendige Spiritualität. Das ökumenische Gebet mit all diesen ist sehr zu empfehlen und sehr hilfreich und wünschenswert, gerade auch für Katholiken in der heutigen Zeit. Zur Heiligen Dreifaltigkeit bzw. göttlichen Trinität des heiligen dreifaltigen Gottes um den Beistand und Schutz und Hilfe und spirtuelle Führung und seelisch-geistige Heilung und gerade auch um den Heiligen Geist als Geist Gottes und den biblischen „Geist der Weisheit und Offenbarung“. Ebenfalls mit den orthodoxen und orientalischen Kirchen des Ostens bzw. Ostkirchen und slawischen Kirchen, siehe auch die alte byzantinische Messe der russisch-orthodoxen Kirche und die Meßfeiern und Liturgien der Kopten und der syrischen Kirche usw.

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  3. Lutheraner sagt:

    Ich wollte einmal mit Herzblut auch Pfarrer werden, aber wenn ich mir die letzten 30 Jahre die Verkommenheit vieler christlicher Kirchen, besonders EKD ansehe, die den christlichen Glauben für den gottlosen Zeitgeist opfert, da würde ich auf jeden Fall von so einem Berufszweig Abstand nehmen.
    Geködert mit staatlich finanzierten Beamtengehältern, wurden viele Theologen zu ideologischen Steigbügelhaltern des politischen Establishments und missbrauchen den Glauben für den Einzug der Gottlosigkeit und zerstören die christliche Wurzel.
    Glauben ist die Beziehung des Schöpfungskindes zu seinem Schöpfergott und nicht die Anmaßung, für den Zeitgeist Gott zu spielen. Zwischen Ewigkeit und dem kurzen Augenblick, wo wir als Gast auf Erden sind, gibt es doch einen Unterschied.
    Berühmtes Beispiel ist unsere ehemalige Oberpfäffin, für die die Glaubenslehre nicht Berufung ist, sondern ideologisch biegsames Terrain für ihre utopischen Träume, die an der Realität zerbrechen werden und auch im schlimmsten Falle Blutzoll fordern, christliche Aufklärung durch das neue Testament für friedliches Miteinander innerhalb der eigenen Grenzen für die Katz. Das Schlimme ist, dass unsere Amtsträger für ihre Machtgier den christlichen Glauben schänden und daran arbeiten, eine Neuauflage der Unterwerfung der Gläubigen unter das Establishments zu initiieren.

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  4. Cornelia Vogt sagt:

    In meiner Kindheit, 1960 GENAU, stand man sogar DRAUSSEN NOCH, BERSTEND VOLL WAR MEINE HEIMATKIRCHE ….
    Und der Pfarrer predigte lautstark und kraftvoll, ÜBERZEUGT VON DEM, WAS ER VERKÜNDETE, VON DER KANZEL NOCH.
    WUNDERSCHÖN fand ich das.

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  5. Stefan Kunz sagt:

    Das liegt nicht am Zölibat, sondern an der Glaubwürdigkeit der Institution Kirche. Ich kann an Gott glauben, aber die Organisation Kirche ist mir zuwider.

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    • Bernhard sagt:

      Die evangelische Kirche ist aber auch nicht glaubwürdiger als die katholische. Das kann also nicht der einzige Grund sein…

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      • Stefan Kunz sagt:

        Mein Kommentar bezog sich auf beide großen Christliche Kirchen. Logisch das Zölibat gilt nur in der einen, aber die anderen leiden auch an Nachfolgermangel.

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  6. Bernhard sagt:

    Wobei man fairerweise sagen muss, dass der Pfarrermangel in der evangelischen Kirche lange nicht so gravierend ist wie in der katholischen.

    Es können nicht „mehr alle Pfarrstellen besetzt werden“. In der katholischen Kirche hatte man diese Situation vor 30 oder gar 40 Jahren. Heutzutage ist es so, dass ein Pfarrer bis zu fünf Pfarreien hat.

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    • Holger Jahndel sagt:

      Ich bin der Meinung, dass man sich auch durchaus Priester und christliche Pfarrer aus dem Ausland nach Deutschland holen kann. Da haben nur dumpfe Ressentimente-geladene und mißgünstige Rechtsradikale was gegen. Das Christentum steht gegen jede Art von Rassendünkel und Rassenhochmut !

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      • Bernhard sagt:

        Was reden Sie da? Das wird doch schon sehr viel gemacht. Und ich kann mich nicht erinnern, dass irgendwelche rechtsradikale speziell hiergegen etwas gesagt hätten.

        Das kann aber auch nur eine Notlösung sein, die auf Dauer nicht trägt.

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      • truckeropa66 sagt:

        Sie sollten ihren Ausdruck „Rechtsradikale“, und wahrscheinlich auch „Nazi“ einmal grundlegend überdenken.
        Sie gehen nach wie vor von der Allgemeinen Schulbildung aus, demnach letztere Rechte waren. Mittlerweile sagt aber die Allgemeinbildung, dass diese Gruppierung Linke waren, und wahrscheinlich unter der Gruppe der Linken dort die rechte Position besetzten. Ebenso sind ihre „Rechtsradikalen“ wohl mehr als Linksradikale einzustufen.
        Die Bürgerliche Seite ist meist weniger auf Krawall gebürstet. Die Bürgerliche, wirkliche rechte Seite der Bevölkerung der meisten Staaten tickt meines Erachtens mehr auf der Basis: „wenn du als mein Nachbar hier leben magst, dich an Gesetze und so weiter hältst, deine Versorgung selbst organisierst, dann bist du willkommen.“

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      • Bernhard sagt:

        @truckeropa66
        Ich habe den Begriff von Holger Jahndel übernommen.

        Und Namensklauberei braucht man hier nicht betreiben. Es ist klar, wer gemeint ist: (deutsche) Menschen, die andere Menschen wegen ihrer Hautfarbe oder ihrer Abstammung ablehnen.

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    • ester769 sagt:

      das wahre Problem in beiden Konfessionen ist ein exorbitanter Gläubigenmangel, oder anders ausgedrückt, für die paar Frommen, die wir noch haben, haben wir durchaus genug Priester und die anderen genug Pastoren!
      Gerade das wird aber permanent ignoriert.

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      • Bernhard sagt:

        Da bin ich mir nicht so sicher.

        Meines Wissens lag der Anteil der Kirchgänger unter den Gläubigen in den sechziger Jahren bei circa 60%. Heutzutage dürften es um die 10% sein. Die Anzahl der Seminaristen müsste folglich ungefähr ein Sechstel der sechziger Jahre sein.
        Tatsächlich sind es aber viel weniger.

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      • ester769 sagt:

        @ Bernhard Sie vergessen, dass seit den 60ern die Anzahl der Gläubigen ebenfalls abgenommen hat. Und dann dürfen Sie auch diejenigen unter den Kirchgängern nicht vergessen, die nur auf eine andere Kirche warten und denen es im Grunde egal ist, wer da vorne steht und was der macht.

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      • Bernhard sagt:

        Dass die Anzahl der Gläubigen abgenommen hat, dem habe ich ja durch den Bezug auf die Kirchgänger Rechnung getragen. Oder wollen Sie sagen, dass früher die Leute, die in die Kirche gingen, tatsächlich gläubig waren, heute aber nicht? Glauben Sie, dass von denen, „die nur auf eine andere Kirche warten“, die meisten jeden Sonntag in die Kirche gehen?

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      • ester769 sagt:

        Ich will behaupten, dass die Mehrheit derer, die nach wie vor in die Kirche gehen, dies tun, weil sie es so gewöhnt sind, und das noch nie großartig anders gewesen ist.
        Diese Leute sterben langsam, aber sicher weg und für die paar, die noch übrig bleiben, für die haben wir durchaus genug Priester, sogar richtig üppig, wenn man die nicht in der Verwaltung und der Bespaßung derjenigen verheizen würde, die halt kommen, weil sie meinen, zu müssen.

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      • Bernhard sagt:

        Dass viele Leute in die Kirche gehen, „weil sie es so gewöhnt sind“, wird oft von Freikirchen kolportiert. Tatsächlich gibt es heutzutage aber gar keinen gesellschaftlichen Druck, und man muss sich oft aufraffen, auch gegen Widerstände, um am Sonntag in die Kirche zu gehen.

        Das ist ja eigentlich an dieser Stelle auch nicht das Thema, ich habe da nur meine Zweifel.

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