Sexuelle Übergriffe in der Odenwaldschule: Weitaus mehr Opfer als gedacht

Von Felizitas Küble

Bislang ging man hinsichtlich des sexuellen Missbrauchs an der „reformpädagogischen“ Odenwaldschule (die nicht mehr existiert) von 132 Opfern aus. Allerdings hatten Betroffenen-Initiativen wie das „NetzwerkB“ von Norbert Denef schon vor vielen Jahren erklärt, die Zahl der  Geschädigten sei in Wirklichkeit weitaus höher.

Inzwischen hat sich durch zwei wissenschaftliche Studien herausgestellt, daß es sich tatsächlich um mehrere hundert Opfer handelt.

Klar ist, daß die sexuellen Übergriffe in dieser  –  im Geiste der 68er geführten –  Vorzeige-Schule keine Einzelfälle waren, sondern Bestandteil eines systematischen Netzwerkes mit einer Unterfütterung durch eine „progressive“ Ideologie infolge der Sexwelle der endsechziger und siebziger Jahre.

Dies verband sich mit vermeintlich „reformpädagogischen“ Konzepten und einer Lehrerschaft aus dem rotgrünen Milieu.

Ein Haupttäter war der evangelische Theologe Gerold Becker (1936 – 2010), der von 1972 bis 1985 die Odenwaldschule leitete. Rektor Becker, der bis zu seinem Tode mit dem  – ebenfalls in der EKD hoch angesehenen –  Hartmut von Hentig in Berlin zusammenlebte, räumte 2010 erstmals sexuelle Handlungen an Schülern ein. Der pädosexuelle Becker selber gehörte 1998 zur Kammer der EKD (Evang. Kirche in Deutschland) für Bildung und Erziehung.

Becker schuf mit seinem Amtsantritt Anfang der 70er Jahre die „Basis für ein System des sexuellen Missbrauchs“, heißt es in der FAZ. Er wurde Schulleiter, obwohl ihm die pädagogische Ausbildung fehlte – offenbar genügte die passende linke Gesinnung.

Zurück zu den beiden aktuellen wissenschaftlichen Studien über die Odenwaldschule, über welche die „Frankfurter Allgemeine“ vom 22. Februar 2019 auf S. 4 berichtet.

Demnach geht der Vorsitzende des Betroffenenvereins „Glasbrechen“ – einst selbst Opfer sexueller Gewalt an der Odenwaldschule  – von weit über 500 missbrauchten Schülern aus. Adrian Koerfer war sieben Jahre dort, allein in dieser Zeit seien 200 Mitschüler missbraucht worden. Er bezeichnet die Odenwaldschule als „Verbrechernetzwerk“.

In dem erwähnten FAZ-Artikel heißt es wörtlich: „Niemand wurde wegen der Verbrechen an der Odenwaldschule rechtlich belangt.“ – Grund sei die Verjährung der sexuellen Gewalttaten.

Besonders verstörend ist folgender Hintergrund:

Laut der Studien haben betroffene Jugendliche bei der Schulleitung, bei Lehrern und Eltern vergeblich versucht, auf den systematischen sexuellen Missbrauch aufmerksam zu machen: „Die Lehrer beschützten sich gegenseitig, die Eltern schenkten ihren Kindern keinen Glauben.“

Deshalb konnte das pädosexuelle Netzwerk an der Odenwaldschule drei Jahrzehnte lang bis Ende der 90er Jahre völlig ungehindert funktionieren.


13 Kommentare on “Sexuelle Übergriffe in der Odenwaldschule: Weitaus mehr Opfer als gedacht”

  1. Holger Jahndel sagt:

    Australische Autoren analysen Ermittlungen und Studien aus drei Kontinenten
    Studie: Zölibat begünstigt sexuellen Missbrauch

    Zwei australische Wissenschaftler, die beide früher als Priester wirkten, haben eine Studie über sexuellen Missbrauch in der Kirche veröffentlicht. Als Ursache nennen sie darin unter anderem zwei Faktoren.

    https://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/studie-zolibat-begunstigt-sexuellen-missbrauch

    https://www.katholisch.de/

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    • Guten Tag,
      Sie haben schon über hundert Mal versucht, diesen Link „loszuwerden“, auch unter Artikeln, die mit dem Zölibat nicht einmal entfernt etwas zu tun haben.
      Hören Sie bitte mit dieser unsinnigen Spamerei auf, ich habe Sie dazu schon mehrfach aufgefordert.
      Ich habe anderes zu tun, als ständig völlig sinnfreie Kommentare und Links zu löschen!
      Übrigens hatte ich Ihnen bereits vor x-Tagen konkret auf diesen Kommentar geantwortet!
      Nochmal, damit Sie es jetzt endlich begreifen:
      Es ist wissenschaftlich erwiesen, daß kein Zusammenhang zwischen Zölibat und Missbrauch besteht, und zwar nicht durch eine einzige Studie aus dem fernen Australien (wo gerade der äußerst zweifelhafte Pell-Prozeß lief), sondern aus Deutschland und x-weiteren Staaten und führenden Experten, Forensikern etc:
      https://charismatismus.wordpress.com/2018/10/09/fuehrende-experten-widerlegen-einen-zusammenhang-von-zoelibat-und-missbrauch/
      Übrigens hat die linke, ganz und gar nicht katholische Odenwaldschule, in welcher es hunderte von Mißbrauchsopfern gibt, mit dem Zölibat rein gar nichts zu tun.
      Verstanden?
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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      • Holger Jahndel sagt:

        @Felizitas Küble:

        https://www.katholisch.de/startseite

        Es gibt noch mehr Studien in dieser Hinsicht. Erstaunlich ist allerdings, wie absolut dünnhäutig sie auf diese reagieren. Es war auch nur deswegen notwendig derartige Links und Artikel so oft zu setzen und immer wieder einzusenden, weil hier durchaus auch mißliebiges zensiert oder massiv gekürzt und unvollständig wiedergegeben wird. Das ist zwar nicht gerade neu für kirchliche Medien, behindert aber eben die freie Diskussion und den Meinungsaustausch. So wurden etwa immer wieder meine Link Hinweise zum Exorzismus und katholischen Exorzisten und Exorzismus in der katholischen Kirche nicht veröffentlicht.
        Oder auch zum traditionellen echt christlichen Yoga der Thomas-Kirchen Indiens, welche in einer Kirchenunion mit der syrischen Kirche stehen – und auch andere Hinweise.

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      • Guten Tag,
        Sie haben bislang nie – und auch diesmal nicht – auf die Argumente und Fakten reagiert, die ich in der Zeitschrift „Theologisches“ und im CF zum Zölibat/Missbrauchs-Thema veröffentlichte (siehe mein erneuter Link vorhin).
        Sie wiederholen nur stur und in über hundert immergleichen Postings Ihren Link, der aber nur eine einzige Studie umfaßt – mein Artikel dagegen eine ganze Reihe, zudem Forensiker, Psychiater, Historiker usw.
        Das ist Ihnen keine Zeile wert, stattdessen werfen Sie mir auch noch vor, „absolut dünnhäutig“ auf Ihre Spam-erei zu reagieren. Zudem auch inhaltlich lächerlich: als ob eine einzige Studie mich vom Sockel hauen würde, noch dazu aus Australien (kirchenfeindliches, unfaires Pell-Urteil!), wobei ich in meinem Artikel weitaus mehr Studien und Expertisen berücksichtigt hatte – auch von Nichtkatholiken.
        Zudem ist es ausgesprochen dreist, hier von „Zensur“ zu sprechen, nachdem ich genau dieses Ihr Anti-Zölibats-Posting samit Link mehrfach freigeschaltet habe, aber nicht bereit bin, es über hundertmal zu veröffentlichen, wie Sie es gerne hätten bzw. versuchten, noch dazu unter Artikeln, die mit dem Zölibat nicht das entfernteste zu tun haben.
        Das gilt auch hier für das Thema Odenwaldschule – null Beziehung zum Zölibat!
        Und daß ich Ihre ständigen, angeblich „christlichen“ Yoga-Werbe-Artikel – ob von Thomas-Christen oder sonstwem – nicht veröffentliche, ist mein gutes Recht, ja meine Pflicht, zumal ich keine Zeit habe, Ihnen jedesmal eine Entgegnung darauf zu servieren und ich hier nicht – nur auf Ihren Wunsch hin – zum Yoga-Werbecenter mutiere.
        Ich darf Sie darauf hinweisen, daß ich von Ihnen bereits mehrere tausend (!) Leserkommentare veröffentlicht habe, darunter vieles, was meinen Ansichten entgegensteht – ich verbitte mir angesichts dessen, daß kein anderer User hier Tag für Tag so drauflos-posten kann wie Sie, den Vorwurf „Zensur“.
        Ich habe soeben in meinem Statistik-Administrations-Bereich nachgeschaut: Von den letzten 1000 veröffentlichten Kommentaren stammen 463 von „Holger Jahndel“, also fast die Hälfte, die zahllosen Kommentare unter Ihren anderen Nicknamen aber nicht mitgerechnet. Aber das reicht noch nicht? Sie würden gerne 2/3 oder mehr beanspruchen? Möglichst die Alleinherrschaft unter den Leserkommentaren antreten?
        Sie nehmen sodann bittschön zur Kenntnis, daß es sich hier nicht um I h r Forum handelt, sondern um meines.
        Wenn Sie gerne zehntausend oder noch mehr Kommentare loswerden wollen, dann machen Sie eine eigene Webseite auf, wo Sie sich ganz ungehindert entfalten können.
        Wenn Sie noch ein einziges Mal ausgerechnet Sie den angesichts der Sachlage unverschämten Vorwurf „Zensur“ gegen mich erheben – ich habe Sie hierzu bereits schon einmal gewarnt – dann werde ich keinen einzigen Kommentar mehr von Ihnen freischalten.
        Ich lasse mich für meine Großzügigkeit und die Zeit, die ich Tag für Tag gerade wegen Ihrer ausufernden Kommentar-Spammerei (meist noch dazu unter unpassende Themen gesetzt und fast immer haargenau dieselben Texte und Links) investiere, nicht auch noch verbal vors Schienbein treten.
        Schließlich muß ich als verantwortliche Betreiberin jede Zeile lesen und jeden Link eines Kommentars überprüfen, da ich auch für Links rechtlich hafte! Von mir ist die volle Anschrift bekannt, sie steht im Impressum mit allen Daten, von Ihnen hingegen nichts Datenverbindliches, abgesehen davon, daß Sie zusätzlich unter mehreren Nicknamen posten – und ob Sie wirklich „Holger Jahndel“ heißen, kann auch keiner nachprüfen.
        Also nochmal: Ich hafte für jeden Leserkommentar sowohl redaktionell wie presserechtlich wie strafrechtlich – und für j e d e n Link, den ich freischalte.
        Ich habe die Verantwortung – und Sie das Vergnügen (und zum Dank werden Sie auch noch frech).
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

        Gefällt 1 Person

  2. Bernhard sagt:

    Das wundert mich leider nicht, dass es noch mehr Opfer gibt, denn wenn ein Pädophiler nicht selbstreflektiert enthaltsam leben will, dann macht er immer weiter und missbraucht so viele Kinder, wie er bekommen kann.

    Überhaupt verstehe ich das Konzept dieser linken „Reformpädagogik“ nicht. Einerseits legen Linke meist großen Wert auf Privatsphäre, auf eine freie Entfaltung der Persönlichkeit und auf ein respektvolles Miteinander von gleich zu gleich.
    Dazu passt es nach meinem Verständnis irgendwie nicht, dass die Schüler mit den Lehrern zusammen leben und quasi 24 Stunden am Tag unter ihrer Beobachtung stehen.

    Es muss in diesem Zusammenhang auch angemerkt werden, dass keineswegs alle Lehrer der Odenwaldschule übergriffig waren. In erster Linie war es natürlich der Leiter Gerold Becker, und bei einigen anderen Lehrern gibt es auch den Verdacht. Viele andere Lehrer haben sich in dieser Hinsicht aber nie etwas zu Schulden kommen lassen

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  3. […] Sexuelle Übergriffe in der Odenwaldschule: Weitaus mehr Opfer als gedacht Tweet […]

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  4. Macht ein Baum, der im Wald umfällt, auch dann ein Geräusch, wenn ihn niemand hört?
    Um diese alte philosophische Frage noch mutwillig auszuweiten: Wenn niemand oder doch zumindest kaum einer (mehr) Kenntnis davon hat – ist der Baum überhaupt umgefallen?

    Anders als die von „interessierter Seite“ permanent „am Köcheln“ gehaltenen Nachrichten über Kindesmißbrauch in der katholischen Kirche herrscht u.a. bezüglich der Odenwaldschule mediales Stillschweigen – von Sportvereinen gar nicht zu reden.

    Fiel dort kein Baum um oder will nur niemand dabei gewesen sein?

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    • Bernhard sagt:

      Der unterschied zu Sportvereinen oder linken Gruppierungen ist eben, dass die katholische Kirche eine sehr rigide Sexualmoral verkündet. Deswegen kann ich es bis zu einem gewissen Grad verstehen, wenn die Leute umso aufgebrachter auf sexuellen Missbrauch von Klerikern reagieren.

      Außerdem würde ich nicht behaupten, dass das Thema Odenwaldschule in den Medien totgeschwiegen wird. Es wird sehr wohl davon berichtet.

      Zu guter letzt: ob der Baum tatsächlich umgefallen ist, halte ich für eine modernistische, oder wenn Sie so wollen: postmoderne Fragestellung. Er ist tatsächlich umgefallen und hat auch eine Druckwelle ausgelöst, die von einem Messgerät oder einem Menschen als Schall hätte wahrgenommen werden können. Aber das nur am Rande.

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      • Ich denke, weder die Intensität noch die zeitliche Länge der medialen Vermittlung ist bei beiden Sachverhalten auch nur annähernd ähnlich. Auch kommt es dabei weniger auf „die Leute“ an, sondern auf die innere Einstellung der Journalisten, welche nach eigenen anonymen Selbsteinschätzungen ihrer politischen Einstellung deutlich links der Bevölkerung stehen. Und der Baum-Metapher sind Sie mit „Messgerät“ und „Schall“ ausgewichen.
        Aber das nur am Rande. 😉

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      • Anonymous sagt:

        Wer die Sexualmoral der katholischen Kirche als „rigide“ bezeichnet, hat sich nicht im entferntesten mit ihr beschäftigt.

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      • Bernhard sagt:

        @Anonymous
        Haben Sie sich mit ihr beschäftigt? Wissen Sie z.B., was genau Sie mit Ihrer Frau im Ehebett tun dürfen und was nicht?

        Im Grundsatz ist die katholische Lehre leibfreundlich, zumindest nach eigenem Bekunden. Die „kleinen Einschränkungen“ haben es aber in sich. Denn sie bewirken, dass man ständig auf der Hut sein muss, um nicht im Überschwang (den Sexualität eben mit sich bringt) zu sündigen.

        Wenn Sie sich bisher zu 100% an die katholische Sexualmoral gehalten haben, beglückwünsche ich Sie. Allerdings dürfte es kaum einen Katholiken geben, der das schafft (ich spreche hier nicht von den offensichtlichen schweren Sünden wie Ehebruch oder Homosexualität, sondern von ALLEN Weisungen).

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  5. Holger Jahndel sagt:

    Kinseys pädophile und pansexuelle Daten – ein Einblick

    Judith A. Reismann

    Der folgende Aufsatz ist ein längerer Abschnitt aus dem Forschungsbericht von Judith Reisman „Crafting Bi/Homosexual Youth“, in dem sie sich mit verschiedenen Aspekten der Sexualisierung des Lebens von Jugendlichen befasst. Unter anderem setzt sie sich mit dem Problem der Päderastie und der Pädophilie auseinander. Reismans Forschungen über Alfred Kinsey (1894-1956) sind als Bücher erschienen: Kinsey, Sex and Fraud – The Indoctrination of a People (1990), Kinsey Crimes and Consequences (1998, 2000). Der etwa dreißig Seiten lange Originalbericht, dem der folgende Abschnitt entnommen ist, kann auf der Website von Dr. Judith Reisman eingesehen werden: http://www.drjudithreisman.org.

    https://www.dijg.de/paedophilie-kindesmissbrauch/reisman-paedophil-pansexuell-kinsey/

    https://www.dijg.de

    Eva Herman – Die offizielle Webseite – Politik, Medien, Familienpolitik

    https://www.eva-herman.net/

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