Seligsprechungsprozeß für Pfr. Hamel läuft

Wie Erzbischof Lebrun von Rouen bekannt gab, ist die diözesane Phase des Seligsprechungsprozesse von Pfarrer Jacques Hamel abgeschlossen.

Der französische Geistliche wurde am Morgen des 26. Juli 2016 von zwei bewaffneten Kämpfern des IS am Altar in der Kirche Saint Etienne in Rouvray (Normandie) ermordet, während er dort eine heilige Messe zelebrierte.

Papst Franziskus hatte die Erlaubnis erteilt, bereits wenige Monate nach seinem Tod einen Seligsprechungsprozess zu eröffnen.

Pfarrer Jacques war ein Mann des Friedens, aber „er wurde ermordet, als ob er ein Verbrecher wäre“, sagte Papst Franziskus am 14. September 2016. „Er gab sein Leben für uns, er gab sein Leben, weil er Jesus nicht verleugnen wollte.“

Nach einer entsprechenden Bekanntgabe am Karfreitag, den 13. April 2017 wurde die Diözesanphase des Seligsprechungsverfahrens am 20. Mai 2017 offiziell eröffnet und nun am vergangenen 9. März mit der abschließenden Sitzung im Erzbistum Rouen beendet.

Während dieser Phase fanden 66 Anhörungen statt, bei denen die fünf Augenzeugen des Mordes angehört wurden, 51 weitere Zeugen wurden geladen (darunter Familienangehörige von Pfarrer Hamel, Freunde, Gemeindemitglieder, Priester…) und 5 Zeugen von Amts wegen.

Die Hauptfragen betrafen den Mord, die Umstände des zu untersuchenden Martyriums, das Leben von Pfarrer Hamel und wie er die christlichen Tugenden lebte, sowie sein Ruf der Heiligkeit und die Gebetserhörungen, die seiner Fürsprache zugeschrieben werden.

Zwei Theologen untersuchten laut Aussage der Erzdiözese die in den Pfarrbriefen veröffentlichten Schriften von Pfarrer Hamel und die Texte seiner Predigten, insgesamt rund 650. Das vollständige Dossier, das jetzt an die Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsverfahren im Vatikan geschickt wird, umfasst 11.496 Seiten plus einige Anhänge.

Quelle: Fidesdienst


2 Kommentare on “Seligsprechungsprozeß für Pfr. Hamel läuft”

  1. neumann th. sagt:

    Sicher werden sich Stimmen erheben, welche der Kirche jetzt vorwerfen, diesen Fall zu „instrumentalisieren“ und damit Fremdenfeindlichkeit zu schüren.
    Dass unserer Gesellschaft durch diese Seligsprechung dieses schreckliche Verbrechen noch einmal beleuchtet wird. Ansonsten hätten wir es doch schon längst vergessen!
    Man hat den Eindruck, dass solche schrecklichen Geschehnisse nur schnell genug aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängt werden müssen.
    Die Opfer sollen anonym bleiben, möglichst keine Identifikation stattfinden, kein Mitgefühl.
    Nach dem ersten Schrecken: vergessen!
    Wenn man sogar den politischen Hintergrund und die Motivation der Täter herunterspielt, kann man dieses Verbrechen zu einem „gewöhnlichen“ Verbrechen machen und aus dem Gedächtnis streichen. Und dann kann man sich vormachen, wir leben in einer heilen Welt von Gutmenschen!

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  2. Bernhard sagt:

    Es würde mich freuen, wenn herauskäme, dass er wirklich heiligmäßig gelebt hat und selig gesprochen werden kann.

    Ich glaube, wenn man seine Mörder als „IS-Kämpfer“ bezeichnet, ist das zu viel der Ehre: Eher waren es zwei jugendliche Nichtsnutze in dem Dorf, die aus Langeweile oder Frust den Pfarrer ermordet haben. Ihre islamistische Rechtfertigung war wohl vielmehr ein Deckmäntelchen.
    Von ausgebildeten Kämpfern mit einem klaren Auftrag waren die weit entfernt…

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