Warum Akupunktur nichts für Christen ist

Auch Schein-Akupunktur kann Schmerzen lindern

Der Begriff Akupunktur (A.) ist von den lateinischen Worten acus (die Nadel) und punctio (das Stechen) abgeleitet…Erstmals im 2. Jh. v. Chr. erwähnt, schaffte die A. erst Ende des 17. Jh. den Durchbruch in Europa, weil diese Therapieform bis dahin von Medizinern vehement abgelehnt wurde.

Wirken die meisten verabreichten Arzneimittel vom Inneren des Körpers aus, soll die A. energetisch von außen Funktionskreisläufe beeinflussen. Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), zu der auch die A. zählt, geht davon aus, dass im menschlichen Körper eine Lebensenergie fließt, deren Störung zu Krankheiten führe.

Die im Chinesischen als Qi bezeichnete Energie (auch Atem oder Kraft) ist zentraler Begriff der Weltanschauung des Daoismus und Konfuzianismus, die gemeinsam mit dem Buddhismus zu den „drei Lehren“ Chinas gehören. Grundlage dieser philosophischen Lehren ist die auch als „Glück“ bezeichnete vollkommene Harmonie zwischen Mensch und Natur.

Der Mensch sei erst dann gesund, wenn sich die ihm innewohnende Energie (Qi) im Gleichgewicht befände. Hierzu werden zwei einander entgegengesetzt wirkende und dennoch aufeinander bezogene energetische Kräfte angeführt: Yin (hell, hart, heiß, männlich, aktiv, Bewegung) und Yang (dunkel, weich, kalt, weiblich, passiv, Ruhe).

Dahinter steht die Vorstellung von übersinnlichen Energiebahnen, sog. Meridianen. Das daoistische, konfuzionistische und buddhistische Denken ist Grundlage der TCM.

Nach einer in Deutschland 2002 – 2007 durchgeführten GERAC-Studie soll durch A. eine Linderung bei Kniearthrose-, Kopf- und Rückenschmerzen festgestellt worden sein, wie auch eine Reduzierung der Tage mit Spannungskopfschmerzen um die Hälfte. Anzumerken sei, dass die Studie von der Initiative „Deutsche Akupunktur“ in Auftrag gegeben wurde. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen seit 2007 in speziellen Fällen Akupunkturbehandlung im Rahmen einer Schmerztherapie. 

Bis heute tappen Forscher im Dunkeln, wenn es um die Klärung der Fragen geht, warum und vor allem wie A. gegen Schmerzen wirkt. Selbst bei einer Schein-Akupunktur (Stechen an Zufalls- punkten) haben Studien Ergebnisse erzielt, die sich von der A. nach chinesischem Muster kaum unterscheiden. Das lässt den Schluss zu: Es hilft auch Schein-Akupunktur, man muss nur fest daran glauben. 

Quelle und vollständiger Text von Thomas Schneider hier: https://agwelt.de/2019-03/akupunktur/


15 Kommentare on “Warum Akupunktur nichts für Christen ist”

  1. sonaj sagt:

    Die Aussage im Titel wird leider nicht wirklich aufgegriffen, was ich sehr schade finde. Ich selber habe nie wirklich geglaubt, dass Akupunktur etwas bewirken kann und so habe ich mich mit meinem Orthopäde in Stuttgart auseinander gesetzt und das ganze Verfahren besprochen. Skeptisch war ich immernoch, dennoch wollte ich es aufgrund meiner Migräne ausprobieren und tatsächlich wurde es um einiges besser. Das hat mir gezeigt, dass man nicht wirklich daran glauben muss, damit es klappt; ich denke eher, dass jeder Körper auf sowas anders reagiert.. Beispielsweise haben mir Tabletten nur in den seltensten Fällen geholfen

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  2. Naja, ich weiss nicht.
    Ötzi (die Jahrtausende alte Leiche) soll auch Tätowierungen an den heute bekannten Akupunkturstellen haben.
    Wem es hilft…

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  3. Offene Geheimnisse – hermetische Texte und verborgenes Wissen in der mittelalterlichen Rezeption von Augustinus bis Albertus Magnus

    Die Studie untersucht erstmals umfassend und systematisch die Rezeption hermetischer Traditionen in der lateinischen Literatur von der Spätantike bis zum Ausgang des 13. Jahrhunderts. Sie nimmt dabei sämtliche Schriften des betreffenden Zeitraums in den Blick, in denen die mythische Urheberschaft der hybriden Gestalt des Hermes Trismegistos in Anspruch genommen wird. Ziel der Untersuchung ist, die spezifischen historischen Kontexte der Aneignung aufzudecken und so dem mittelalterlichen Diskurs um die Hermetica ein eigenständiges Profil zu verleihen. Zentrale Fragen berühren die Rahmenbedingungen für Übersetzung und Verbreitung der handschriftlichen Überlieferung, den Umgang mit dem antik-paganen Mythos Hermes Trismegistos im christlichen Umfeld des Mittelalters, die sozialen Milieus und intellektuellen Befindlichkeiten der Rezipienten und die Ausprägungen und Umformungen des Hermes-Mythos im Wandel der Rezeptionsmotive. Wichtige Ergebnisse der Untersuchung lassen sich in folgenden Thesen zusammenfassen: Mit dem Ausklang der Antike erfolgte kein radikaler Abbruch der Traditionsbildung um Hermes in der abendländisch-lateinischen Literatur, die handschriftliche Überlieferung und die Auslegung der Kirchenväter sorgten für Kontinuitäten. Ab dem 12. Jahrhundert machten sich neue Impulse in der Rezeption bemerkbar. Zum einen verlieh der Rückgriff auf die Autorität des Hermes im Wettstreit der Schulen wachsendes Prestige in den gelehrten Auseinandersetzungen, zum anderen eröffneten die Übersetzungen neuer Texte aus dem Griechischen und Arabischen eine Vielzahl neuer hermetischer Traditionen, die im Kontext der Aneignung neuen Wissens und neuer Wissenschaftsstandards gesehen wurden. Bis zum Ende des 13. Jahrhunderts war der Transfer von Hermetica naturkundlichen, alchemischen, astrologischen und magischen Inhalts weitgehend abgeschlossen und die folgenden Jahrhunderte bauten in ihrer Auseinandersetzung auf diesem mittelalterlichen Bestand auf. Ein spezifisches Milieu von Rezipienten in Geheimgesellschaften oder hermetischen Zirkeln lässt sich für das Mittelalter nicht feststellen, war doch die Beschäftigung mit den Hermetica mit keinen sanktionsbehafteten Tabus verbunden. Gleichwohl erweist sich die Aneignung der Autorität des Hermes als vielfältig und originell mit zustimmenden wie ablehnenden Konnotationen. Das verbreitete Diktum, wonach die Hermes-Rezeption ein epochenspezifisches Phänomen der Renaissance sei und mittelalterliche Spuren allenfalls als marginales Vorspiel betrachtet werden können, wird durch die Studie auf breiter Basis widerlegt.

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  4. gerd sagt:

    Wegen akuter Rückenschmerzen hatte meine Hausärztin mir eine Akupunktur verschrieben. Geholfen hat es nix, katholisch bin ich allerdings noch immer.

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  5. Bernhard sagt:

    In China sind schon Operationen am offenen Herzen durchgeführt worden ohne chemische Schmerzmittel, nur mit Akupunktur zur Schmerzlinderung. Ganz so wirkungslos kann sie also nicht sein.

    Jeder kann es einmal selbst ausprobieren: Wenn er starke Kopfschmerzen hat und auf gewisse Punkte am Kopf (aber auch am Handballen) drückt, werden die Schmerzen geringer. Solche Punkte existieren also.

    Dass das Qi eine übersinnliche Energie ist, ist die Interpretation des Verfassers. Man könnte es auch anders auffassen.
    Dasselbe gilt für die Meridiane: die westliche Medizin kennt Blut-und Nervenbahnen, die chinesische Medizin Kind Meridiane. Es ist eine andere Art, auf den Menschen zu schauen, ich würde aber nicht sagen, dass eine von beiden von vornherein „falsch“ ist.

    Für Christen inakzeptabel ist etwas, wenn andere Götter angerufen werden oder der Patient eingeladen wird, sich auf dunkle Mächte einzulassen. Das ist bei der chinesischen Medizin aber nicht so, zumindest nicht zwangsläufig.

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    • Das Thema hätte in der Tat eine kompetentere Erörterung verdient, denn, was Akupunktur nun konkret mit dem chr. Glauben zu tun hat, bleibt hier offen. Es drängt sich noch der Eindruck auf, dies hätte mit dem (unterstellten) Placebo-Effekt zu tun, was natürlich Unfug ist. Auch die Jahrtausende alte TCM quasi wegzuwischen, wird inhaltlich dem Thema nicht gerecht.
      Zu vertiefen wäre, inwiefern die Qi-Thematik schleichend den Arglosen in nicht-christliche Vorstellungen führen kann (ähnlich Qi Gong), dies unterbleibt aber leider. Insoweit leider ein untauglicher Versuch, Christentum mit TCM/Akupunktur in Beziehung zu setzen.
      Schade.

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    • Anonymous sagt:

      CHINA Schreckliche Schmerzen

      Die Anästhesie durch Akupunktur, auch von westlichen Fachärzten als Glanzstück der chinesischen Wundermedizin gefeiert, war politischer Schwindel, für die Patienten eine Tortur.

      http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14334827.html

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    • Urs Lahmann sagt:

      @Bernhard: Auch in der Bibel kommt die Lebenskraft bzw. der Lebensatem bzw. die Vitalität vor. Sie ist allerdings durchaus vom Heiligen Geist als göttlicher Person zu unterscheiden.
      Und auch in der Bibel kommt u.a. im Neuen Testament ein Zitat zum Logos bzw. Tao/Dao als „Weltseele“ und „Weltvernunft“ vor, der Apostel Paulus zitiert auf dem Areopag in Athen im Neuen Testament der Bibel den stoischen Dichter und Philosophen Kleanthes aus seinem damals bekannten Werk als Stoiker der Philosophenschule zum göttlichen Logos als „Weltseele“ und „Weltvernunft“. Der christliche neuplatonische und hermetische Mystiker und Philosoph Dionysios Areopagita knüpfte später u.a. an dieses Zitat an.
      Der Apostel Paulus zitierte also auf dem Areopag in Athen die beiden stoischen Dichter und Philosophen Aratos (zum höchsten Gott) und Kleanthes (zum göttlichen Logos, bei ihm als „Weltseele“ und „Weltvernunft“). Siehe auch Elias Erdmanns freie Online Texte im Netz und seinen Aufsatz zu Philo(n) von Alexandrien als jüdischen Theologen und Mystiker und hermetischen Philosophen und zur 4 bzw. 5 Elemente-Lehre, welche ebenfalls in der Bibel vorkommt. Als eben diese Elementarprinzipien als seelisch-psychische Wirkkräfte usw.

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  6. Adolf Breitmeier sagt:

    Wenn die Akupunktur hilft (und mir hat sie geholfen), dann ist es egal, ob echt oder Placeboeffekt,Hauptsache, es hilft.

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  7. Heinz Geissler sagt:

    Kann leider ihr Mail nicht öffnen woran liegt das??

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  8. eneumann2017 sagt:

    Und weshalb ist es jetzt Nichts für Christen?

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    • @Eneumann2017:

      Gute Frage – ich halte Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) und auch Ayurveda für vollkommen legitim und erlaubt, denn sie entsprechen den Gesetzen des Tao/Dao bzw. Logos (der auch in der Bibel vorkommt) bzw. „Brahman“ als Weltseele und Weltvernunft und astralisch-mentalische seelisch-psychische Ebene und universellen Weltgesetz und allge-meine natürliche göttliche Schöpfungsordnung des Kosmos und Makrokosmos usw..

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