Unfaire Kampagnen gegen Lebensrechtler

Von Felizitas Küble

Zwischen die marxistische Tageszeitung JUNGE WELT  – einst Organ der SED-Jugendorganisation FDJ  – und die Linkspartei paßt wahrscheinlich kein Blatt, jedenfalls kein ideologisches.

So nimmt es nicht wunder, daß die Zeitung aus Berlin in ihrer Ausgabe vom 16. März einen Genossen von der Linkspartei an Land zieht und ihn nach der Lebensrechtler-Prozession in Münster befragt, wobei natürlich gleich alles „rechts“ oder gar „Nazi“ ist, was nicht auf der tiefroten Welle mitschwimmt.

So weiß Hannes Draeger aus Münster zu berichten, beim 1000-Kreuze-Gebetszug handle es sich um eine Aktion „radikaler“ Abtreibungsgegner. Die Veranstalter-Organisation EuroProLife sei ein „Sammelsurium aus ultrakonservativen und christlich-fundamentalistischen Gruppen“.

Soweit handelt es sich um das übliche Sprücheklopfen von links, aber dann geht der Mann von der Linkspartei in die Vollen und behauptet munter drauflos, „Nazischläger“ seien früher „gern gesehene Teilnehmer dieser Aufmärsche“ gewesen.

Erstens handelt es sich dabei um eine wilde Verleumdung, zumal sich an dieser Prozession noch nie „Nazischläger“ beteiligten, geschweige wären sie dort „gern gesehen“.

Zweitens handelt es sich nicht um einen „Aufmarsch“, sondern um einen komplett friedlichen Gebetszug, was man freilich von den Gegendemonstranten nicht behaupten kann, wobei sich an  den Randalen auch die Linkspartei beteiligte. Diesmal gab es sechs Polizei-Anzeigen gegen Vermummte bzw. Chaoten, die am 16. März gegen die Lebensrechtler agitierten und deren Mahnwache auf dem Domplatz lautstark störten.

In ähnlicher Weise agitierte die SPD-nahe „Frankfurter Rundschau“ am 7. März 2019 gegen die Mahnwachen „40 Tage für das Leben“, die vor abtreibungsfreundlichen Pro-Familia-Beratungsstellen stattfinden.

Natürlich werden auch hier die Lebensrechtler schon in der Überschrift als „radikal“ diskreditiert: https://www.fr.de/frankfurt/mahnwachen-frankfurt-musik-laerm-gegen-gebete-11830404.html

Wie in linken Kreisen üblich, ist sodann ironisch von „selbsternannten Lebensschützern“ die Rede, wogegen man den Ausdruck „selbsternannte Umweltschützer“ in der Mainstreampresse vergeblich sucht. Auch das angeblich hohe Alter der Teilnehmer wird negativ gegen sie ins Feld geführt, später ist gar von einer „Gebetsorgie“ die Rede.  
Der Publizist und Theologe Uwe C. Lay hat sich den Artikel noch genauer vorgeknöpft: http://pro-theol.blogspot.com/2019/03/kampf-dem-lebensschutz-eine-politisch.html

4 Kommentare on “Unfaire Kampagnen gegen Lebensrechtler”

  1. Rob F sagt:

    Es wirkt ein bisschen seltsam, wenn jemand „Unfaire Kampagnen gegen Lebensrechtler“ anprangert auf einer Seite, auf welcher derjenige selbst unfaire Kampagnen gegen Christen macht, die den Heiligen Geist mögen und dem Heiligen Geist alles erlauben.
    Ich finde, die Tradition, dass Katholiken andere Christen angreifen, sollte endgültig beendet werden. Wir haben ja gesehen, wohin es führt, als z. B. in Frankreich die Hugenotten verfolgt wurden.
    Und zur Frage, ob etwas biblisch ist: Es ist auch nicht biblisch zu begründen, dass die Braut Christi lieber mit der toten Schwiegermutter redet, statt mit dem lebenden Bräutigam.

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  2. Die Berichterstattung über den Gebetszug im Blättchen notorischer Mauerglorifizierer und DDR-Nostalgiker ist – wie nicht anders zu erwarten – „parteiisch“ ausgerichtet. Na, wer diesem Gedankengut nach den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts immer noch nachhängt, wird wohl nicht mehr zu helfen sein.

    Für weitaus gefährlicher halte ich hingegen die mediale Präsentation glaubenstreuer Christen u.a. in bundesdeutschen Fernsehserien – meist Krimis. Es fällt auf, dass diese vermehrt als seltsam weltfremd und verschroben, wenn nicht gar verhaltensauffällig, gezeichnet werden. Sei es in der Serie „Der Bulle von Tölz“, wo ein Küster – unentwegt mit weitaufgerissenen Augen Bibelzitate murmelnd – Personen, welche ihm nicht gottgemäß zu leben scheinen, mit dem ewigen Höllenfeuer droht, sei es in der ARD-Vorabend-Krimireihe „Die Rentnercops“, wo eine unschwer als gläubig erkennbare Frau als „recht seltsam“ bezeichnet wird. Interessanterweise wird dem Zuschauer auch die im Beitrag angesprochene Verknüpfung „Christliche Fundamentalisten = Nazis“ suggeriert. Ebenfalls bei den Rentnercops wurden – ohne jeden Anlaß – Personen, bei denen keinerlei erkennbarer christlicher (geschweige denn rechtsextremer) Hintergrund mitgeteilt wurde, von den Polizisten-Darstellern durchgängig mit dem Ausdruck „Bibel-Nazis“ bezeichnet. Zahllose weitere Beispiele wären den britischen Krimiserien „Inspector Barnaby“, „Agatha Raising“ oder „Father Brown“ zu entnehmen, hier treten oftmals Gottesdienstbesucher als (potentiell) gefährliche Fundamentalisten auf, die intolerant harmlose Agnostiker mit alttestamentarischem Vokabular niederbrüllen und sich wie veritable Geisteskranke aufführen. Gläubige werden auch als bigott und andere bevormundend gezeigt, wer seinen Glauben derart ernst nimmt, wird schnell (allgemein)gefährlich.

    So wird offenkundig beim Zuschauer schleichend der Boden bereitet, Menschen, welche in der Öffentlichkeit beten, entweder als nicht ganz ernst zu nehmend oder latent gefährlich einzustufen.

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    • Dominik sagt:

      Inwiefern Father Brown Propaganda gegen Christen machen soll, müssen Sie mir mal etwas näher erklären, gilt doch Father Brown, oder auch Pfarrer Braun mit Ottfried Fischer, gemeinhin als pro katholische Propaganda. Meines Wissens wurde bei Father Brown noch nie jemand aus christlichem Glauben zum Mörder. Oft leiden die Mörder unter Wahnvorstellungen und Halluzinationen. Oder sie werden von irrtümlichen, falschverstandenem Glauben fehlgeleitet. Nirgendwo wird – zumindest in diesen beiden Serien – der Glaube als hauptsächliches Mordmotiv dargestellt, oder Stimmung gegen Katholiken gemacht, eher im Gegenteil. Natürlich soll so eine Serie auch ein breites Publikum ansprechen und da bleibt es nicht aus, dass man auch mal Klischees bedient oder komplexe Themen wesentlich vereinfacht.

      https://www.welt.de/kultur/medien/article127363862/Pater-Brown-ist-katholisches-Propaganda-TV.html

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      • Der Kontext der Father Brown-Verfilmung ist überwiegend religiös entkernt und hat nur noch entfernt etwas mit der Originalfassung des zutiefst katholischen Autors G. K. Chestertons zu tun. Vielmehr werden meist vom sozio-kulturellen Mainstream vorgegebene politische Gegenwartsvorstellungen (dazu noch in relativ plumper Weise) einfach in die Vergangenheit der 50er Jahre projiziert. Ein Beispiel übrigens für „Glaube als Mordmotiv“: In der Father Brown-Folge Der Religionskrieg (original: The Eve of St John) bringt ein fanatischer (anglikanischer) Vikar seine eigene, zum Hexenkult übergetretenen Tochter um.

        Gerne können wir das Thema „Father Brown“ vertiefen, allerdings scheint mir das hier nicht die richtige Stelle zu sein. Es hätte mit dem Beitrag von Frau Küble nur mittelbar zu tun, daher möchte ich ihr nicht die Kommentarspalten überschwemmen, denn das Thema läßt sich nicht in 3 Sätze packen.

        Vorschlag: Wenn Sie sich auf kirchfahrter.wordpress.com anmelden und/oder mir Ihre Mailadresse übermitteln, können wir gerne das Thema weiter erörtern.

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