Landesrabbiner Navon im Dom zu Münster: Das Vaterunser verbindet Juden und Christen

Von Felizitas Küble

Es ist das wichtigste Gebet der Christenheit und angesichts von weltweit zwei Milliarden Getauften das bedeutsamste Gebet der Weltgeschichte: Das Vaterunser.

Dabei wurden die jüdischen Wurzeln dieses Gebets von kirchlicher Seite lange zu wenig beachtet.

Jesus Christus war (und ist) der Sohn der jüdischen Jungfrau-Mutter Miriam (Maria) und ER war – wie er eindeutig erklärte – „nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel“.

Erst nach seiner Auferstehung weitete ER seine Mission auf alle Völker aus und sandte seine Apostel in alle Welt: „Gehet hin und lehret alle Völker!“

BILD: Landesrabbiner Navon und Dompfarrer Köppen im Altarraum der Bischofskathedrale in Münster

Dieser universale Auftrag ändert aber nichts daran, dass unser Erlöser mit Leib und Seele seinem jüdischen Volke angehörte.

Von daher erstaunt es nicht, dass auch das Vaterunser ganz vom Geist und Glaubensleben der Israeliten geprägt ist, erwachsen aus den Geboten des Ewigen und den Gebeten der Synagoge.

Das Vaterunser enthält keine einzige Bitte, für die es nicht zugleich Entsprechungen in der hebräischen Liturgie, den Psalmen, Prophetenworten und der mündlichen Überlieferung gäbe.

Über die jüdischen Wurzeln des Vaterunsers haben wir im CHRISTLICHEN FORUM bereits im Jahr 2016 informiert: https://charismatismus.wordpress.com/2016/11/09/die-juedischen-wurzeln-des-vaterunser-gebets/

Am Mittwoch, den 3. April 2019, sprach der jüdische Gelehrte Dr. Moshe Navon – 1954 geboren in Sibirien – im Paulus-Dom von Münster, um dort eine Abendandacht zu halten und das Vaterunser aus jüdischer Sicht zu erläutern, vor allem die Anrufung: „Geheiligt werde Dein Name!“

Dr. Navon (siehe Fotos) ist Landesrabbiner der Liberalen jüdischen Gemeinde in Hamburg. Er arbeitete in vielen internationalen Bildungsprojekten und dozierte an Universitäten in Israel, Russland und den GUS-Staaten.

Der hohe Gast wurde von Dompfarrer Hans-Bernd Köppen um 19,30 Uhr begrüßt und damit dieser geistliche Themenabend über das Vaterunser eröffnet (siehe 3. Foto).

Der katholische Geistliche erläuterte dabei, wie sehr gerade dieses Gebet bei tieferer Betrachtung viele Gemeinsamkeiten von Juden und Christen aufzeigt – dies gilt zumal für die Heiligung des Namens Gottes, die bereits im dritten Gebot Gottes erwähnt wird: „Du sollst den Namen Gottes nicht missbrauchen!“ – Positiv formuliert bedeutet dies: „Du sollst den Namen Gottes heilig halten.“ 

Der jüdische Gelehrte verdeutlichte sodann, dass diese Heiligung nicht nur in Worten   – etwa durch Gebete und Hymnen  –  geschehen, sondern auch durch Taten vollzogen werden soll. Unser ganzes Glaubensleben im Alltag diene der Ehre Gottes, der Heiligung seines Namens, denn Gottes Name JAHWE ist zugleich Ausdruck seines Wesens: Ich bin der ICH BIN. Der Ewige ist der Schöpfer des Alls und zugleich unser „Vater im Himmel“.

Die Vorstellung mancher Christen, die Anrede „Vater“ sei den damaligen Juden zur Zeit Jesu ganz fremd gewesen, es handle sich dabei um eine völlige Neuheit, trifft durchaus nicht zu. Schließlich ist unser Erlöser nicht isoliert zu sehen, sondern im Kontext seines jüdisches Volkes und Landes. Die Anrufung des himmlischen „Vaters“ findet sich sowohl im Alten Testament (Hebräische Bibel) wie auch im Gebetsleben der Synagoge.

Freilich hat Christus dieser Anrede durch das aramäische Wort „Abba“ (Väterchen, Papa) einen besonders vertrauten Klang verliehen und hierbei das Vatersein des Schöpfers stärker (als bei Juden damals üblich) ins Zentrum gerückt, indem er das Paternoster (Vaterunser) damit eingeleitet hat.

Dompfarrer Köppen und der Landesrabbiner sprachen abwechselnd nacheinander  – wie in einem Dialog  – Betrachtungen und Gebete, die zum Vaterunser passen: entsprechende Psalmen über die Heiligung des göttlichen Namens, Abschnitte aus der Tora (Fünf Büchern Moses), den Propheten und der jüdischen Gebetstradition, besonders der Amida (zentrales Gebet der Synagoge)

BILD: Spruch am Eingang der Synagoge in Münster: „Mein Haus ist ein Bethaus für alle Völker!“

Mehrfach sang der Rabbi zwischen diesen Betrachtungen hebräische Hymnen und Lobpreisungen Gottes.

Zudem wurden Worte Christi aus dem Neuen Testament vorgelesen, so zitierte Dr. Navon etwa folgende Aussage: „Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.“ (Mt 11,30).

Der katholisch-jüdische Abend im Dom, der mit dem priesterlichen Segen Köppens beendet wurde, hat einmal mehr das reiche Fundament theologischer und spiritueller Gemeinsamkeiten zwischen Christen und Juden verdeutlicht, ohne dass die allgemein bekannten Unterschiede geleugnet worden wären.

Erfreulich war zudem, dass die Besucher der Andacht eine Broschüre mitnehmen konnten, die sich eingehend mit Inhalt und Ablauf des geistlichen Themenabends befaßt. Schade aber, dass darin das Buch nicht erwähnt wird, das Dr. Navon gemeinsam mit dem kath. Theologen Prof. Dr. Thomas  Söding schrieb:  „Gemeinsam zu  Gott beten  –  Eine jüdisch-christliche Auslegung des Vaterunsers.“

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

 


Die längste Salzgrotte der Welt ist in Israel

Da ließ der HERR Schwefel und Feuer regnen von dem HERRN vom Himmel herab auf Sodom und Gomorrha […] und seine Frau [Lots] sah hinter sich und ward zur Salzsäule“ (Genesis 19:24-25)

Neben der biblischen Geschichte über Lots Frau, welche zu einer Salzsäule erstarrte, ist Israels Tote-Meer-Region nun für ein weiteres Salzphänomen bekannt:  Die Malham-Grotte, die weltweit längste Salzgrotte (siehe Foto).

Über 13 Jahre lang galt die iranische Salzgrotte auf Qeshm als die längste der Welt. Doch die Messungen einer internationalen Expedition kartographierten die Grotte am Toten Meer, die sich im Berg Sodom befindet, und vermassen die Grotte neu. Das Ergebnis ist beeindruckend.

Die Grotte ist ganze zehn Kilometer lang und somit die erste bekannte Grotte, die eine Länge im zweistelligen Bereich aufweisen kann. Sie befindet sich 170 Meter unter dem Meeresspiegel und wird aufgrund des Wüstenklimas in der Negev-Wüste erhalten. 

Bereits 1980 war die Grotte von einer Expeditionsgruppe des Höhlenforschungszentrums der Hebräischen Universität entdeckt worden. Doch erst heute ist es mit Hilfe von neuster Technik einer neuen Expeditionsgruppe gelungen, den tatsächlichen Umfang der Grotte zu erfassen. 

Die internationale Forschungsgruppe wird von dem Höhlenforschungszentrum der Hebräischen Universität, dem „Israel Cave Explorers Club“ und dem bulgarischem „Sofia Speleo Club“ geleitet. Die Expeditionsgruppe setzt sich aus 80 Höhlenforschern aus insgesamt neun Ländern zusammen. Momentan werden die gesammelten Daten analysiert, um die Ergebnisse in einer elektronischen Karte der Öffentlichkeit zu präsentieren.  

Quelle: Hebräische Universität Jerusalem  – Foto: Ruslan Paul / Hebrew University Jerusalem


Weniger Wohnungseinbrüche, aber zunehmende Gewalt gegenüber der Polizei

Der Dreiklang aus mehr Personal bei der Polizei, besserer technischer Ausstattung sowie Gesetzesanpassungen und -verschärfungen findet seinen Niederschlag in der Zahl der gesunkenen Straftaten laut neuester Polizeilicher Kriminalstatistik. So wurden 2018 5,55 Millionen Straftaten von der Polizei registriert, ein Rückgang um 3,6 Prozent. Vor allem im Bereich der Wohnungseinbruchskriminalität ist ein signifikanter Rückgang zu verzeichnen.  

Erschreckend ist die gestiegene Zahl der Widerstandshandlungen gegen Vollstreckungsbeamte. Sie stieg um fast 40 Prozent auf 34.168 Fälle.

Polizeigewerkschafts-Chef Rainer Wendt erklärt dazu:

„Die besorgniserregende Zahl ist zum einen auf die veränderte Gesetzeslage zurückzuführen, nach der solche Straftaten jetzt präziser erfasst werden.

Hinzu kommt leider auch eine gesunkene Hemmschwelle, die sich in steigenden Aggressionen und Gewalthandlungen gegenüber Einsatzkräften bemerkbar macht.

Solcher Gewalt müssen Bürgerinnen und Bürger und politische Entscheidungsträger mit null Toleranz entgegentreten. Überdies setzen wir auch auf technische Unterstützung. Der Einsatz von Bodycams in immer mehr Bundesländern zeigt, dort, wo sie eingeschaltet sind, können sie deeskalierend wirken. “

Quelle und vollständiger Text hier:  https://www.dpolg.de/aktuelles/news/steigende-zahl-von-gewalt-gegen-polizeikraefte-erschreckend/


Nigeria: Immer mehr Entführungen und Morde an Priestern und Ordensleuten

Im afrikanischen Nigeria, das seit vielen Jahren von der radikal-islamischen Rebellengruppe Boko Haram terrorisiert wird, wächst weiterhin die Gefährdung von Christen – besonders von Geistlichen:

„Wir erfahren mit großer Bestürzung von einer Zunahme der Entführungen und in einigen Fällen von Morden an Priestern und Ordensleuten in unserem Land“, heißt es in einer Erklärung, die nach der ersten Vollversammlung der Medienbeauftragten der nigerianischen Diözesen und Orden veröffentlicht wurde, die vom 25. bis 29. März in Makurdi im Bundesstaat Benue stattfand.

Am Tag der Eröffnung am 25. März war ein weiterer nigerianischer Priester, John Bako Shekwolo in seinem Haus in Ankuwai, im Bundesstaat Kaduna ermordet worden. Nur eine Woche zuvor, am 20. März, wurde die Leiche von Clement R. Ugwu, Pfarrer der Kirche von San Marco, in Obinofia Ndiuno im Bundesstaat Enugu gefunden, der am 13. März entführt worden war.

Angesichts der Verbrechenswelle, die das Leben der Kirche bedroht, appellieren die Medienbeauftragten an die nigerianische Bischofskonferenz, mit der Bitte „nach den Ursachen der Entführungen und Morden an Priestern und Ordensleuten zu suchen“.

Quelle: Fidesdienst