Versinkt Medjugorje in einer Naturreligion?

Von Felizitas Küble

Die Medjugorje-Gebetsaktion aus Wien veröffentlicht online die Marienbotschaft aus dieser „Erscheinungsstätte“ vom 25. März 2019, die wir hier vollständig wiedergeben:

„Liebe Kinder! Dies ist eine Zeit der Gnade. Wie die Natur sich zum neuen Leben erneuert, seid auch ihr zur Umkehr aufgerufen. Entscheidet euch für Gott!

Meine lieben Kinder, ihr seid leer und habt keine Freude, weil ihr Gott nicht habt. Deshalb betet, bis das Gebet euch zum Leben wird.

Sucht Gott, der euch erschaffen hat, in der Natur, denn die Natur spricht und kämpft für das Leben und nicht für den Tod.

Kriege herrschen in Herzen und Völkern, weil ihr keinen Frieden habt, und ihr, meine lieben Kinder, den Bruder nicht in eurem Nächsten seht. Deshalb, kehrt zurück zu Gott und zum Gebet. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid.“

Was fällt uns an dieser angeblich himmlischen „Offenbarung“ auf?

  1. Es heißt dort: „Dies ist eine Zeit der Gnade.“ – Aber eine Gnadenzeit gibt es immer, in jedem Augenblick – und für jeden Menschen, denn Gott ruft alle zur Umkehr auf. Mit der „Natur“, die sich zum „neuen Leben erneuert“, hat dies allerdings kaum etwas zu tun, denn die Natur befindet sich in einem Kreislauf des Werdens und Vergehens, wogegen das christliche Leben sich immer mehr zu Gott erstreckt, was kein Kreislauf, sondern ein Aufbruch „nach oben“ ist, ein Streben dem Licht entgegen.
  2. Nach ca. 38 Jahren Erscheinungen – die Phänomene in Medjugorje begannen im Juni 1981  –  bestätigt die „Madonna“ also den „lieben Kindern“, dass sie „leer“ sind und keine Freude hätten, weil sie „Gott nicht haben“. Wozu dann die weit über vierzigtausend Botschaften, wenn die Empfänger derselben immer noch „leer“ und gott-fern sind?  
  3. Es fällt erneut auf – wobei dies für die meisten Medju-Kundgaben zutrifft  – dass von Christus keine Rede ist. Auch diesmal wird nur allgemein von „Gott“ gesprochen. Eine solche Botschaft könnte auch in anderen Religionen verbreitet werden, weil von einem speziell christlichen Inhalt nichts zu erkennen ist.
  4. Stattdessen heißt es auch noch ausdrücklich, Gott in der „Natur“ zu suchen, denn die Natur „kämpft für das Leben und nicht für den Tod“. Natürlich ist die Schöpfung ein Hinweis auf Gott, aber sie ist keineswegs paradiesisch, durch den Sündenfall des Menschen ist sie mitbetroffen – und in ihr gilt oftmals das Prinzip „Fressen und gefressen werden“. Eine mythische Verklärung der Natur ist weder christlich noch realistisch. Zudem ist das Erkennen Gottes durch die Schöpfung nur der erste Schritt zum Glauben, aber noch lange keine Bekehrung.
  5. Am Schluß erfolgt erneut der Aufruf, zu „Gott und zum Gebet zurückzukehren“ – kein Wort von Christus oder den Sakramenten der Kirche. Dieser allgemeine Appell könnte genauso an die Anhänger anderer Religionen ergehen, die sich als „gottgläubig“ verstehen und das Gebet kennen. Warum aber sollte die wahre Madonna ihren göttlichen Sohn unerwähnt lassen?

Unser 3. BILD zeigt den Titel des faktenstarken Buches „Der Medjugorje-Betrug“ (570 Seiten), das bei uns zum Sonderpreis von 15,80 € (statt 19,80 €) erhältlich ist: Tel. 0251-616768 – Mail: felizitas.kueble@web.de

 

 


7 Kommentare on “Versinkt Medjugorje in einer Naturreligion?”

  1. piomolaioni sagt:

    Es ist einfach nur lächerlich und zugleich empörend, wie die Gottesmutter missbraucht wird.

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  2. neumann th. sagt:

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die „Gospa“ auf Naturreligion umstellt. Sie geht eben nur mit der Zeit. Ein bisschen Mainstream, ein bisschen Öko, ein bisschen Esoterik.
    Dann muss sie sich nicht zu Themen wie „Islamisierung“ (scheint ihr ja kein Unbehagen zu machen), Missbrauch und Kirche (sie hätte ja schon vor Jahren davor warnen können und damit Unheil verhindern) und „Klimawandel“ (das überlässt sie der kleinen skandinawischen Visionärin Greta) äussern.
    Sie kann dann ganz allgemein vage und unbestimmt bleiben. Je vager und unbestimmter und schwammiger ihre Äusserungen sind, desto weniger sollen diese angreifbar sein….

    Beten und strenges Fasten, und die männlichen Seher haben aber nicht die Figur dazu.
    Also wenn man dreissig Jahre Erscheinungen hat und dabei immer zu zweimaligem strengem Fasten in der Woche aufgefordert wird und dies auch vom Rest der Erscheinungsgläubigen verlangt, wie kann man so dick werden wie Seher Ivan?
    Und so pausbäckig wie Jacov?

    Aber das ist halt ein Wunder, die Herrschaften dürfen trotz strengem Fasten über Jahre adipös werden – der Madonna von Medjugorje macht eben nichts Halb!

    Die Ansprache, welche die Erscheinung an die Seher richtet: Meine lieben Kinder…..
    ist bestimmt allgemein zu verstehen. Die Erscheinung richtet sich über die Kinder an den Rest der Erscheinungsgläubigen.

    Wenn unser Papst dem Spuk nicht bald ein Ende macht, werden die Botschaften immer wieder mal in die ein oder andere Richtung gehen. Es wurde ja schon vor ein paar Jahren von einem höheren Geistlichen angefordert, dass man den Sehern eine theologische Beratung beigeselle, damit bei der Verbreitung der Botschaften keine Missverständnisse entstehen.
    Soviel zum inhaltlichen Wert dieser Erscheinungen.

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  3. "GsJC" sagt:

    Nach ca. 38 Jahren Erscheinungen – die Phänomene in Medjugorje begannen im Juni 1981 – bestätigt die „Madonna“ also den „lieben Kindern“, dass sie „leer“ sind und keine Freude hätten, weil sie „Gott nicht haben“.

    Das wurde aber auch Zeit :-), dass den lieben Kleinen, obwohl sie seit Jahrzehnten brav dem Ruf gefolgt sind, dafür gelobt wurden, jetzt endlich erklärt und bestätigt wird, dass sie „leer“ sind und keine Freude im Herzen haben, weil sie „Gott“ nicht haben.

    Medjugorje, Garabandal, „MDM“, Armee der Reste, kleinster Zahn mit Rad, Manduria, Mario aus Brindisi usw. … ist alles so leer!

    MfG

    Gefällt 2 Personen

    • Th. Neumann sagt:

      Sag ich doch: Die Gospa macht nichts halb!
      Ein zusätzliches Wunder!

      Wahrscheinlich ist die Blondierung dieser einen Seherin auch übernatürlich.
      Nun, es war ja bekannt, dass sich Ivan noch in den neunziger Jahre nach der (all)täglichen Erscheinung üblicherweise eine Zigarette ansteckte und einen Kaffee vorsetzen liess. Nachdem es viel Kritik darüber gab und die Franziskaner die Flucht nach vorne antraten (es sei im Leben dieser Seher der Umgang mit der Erscheinung selbstverständlich im Alltag integriert, dass man das so gar nicht einfach trennen könne) und eine Erklärung abgaben.
      Alltägliche Erscheinungen mit Allerweltsgeschwätz führen zu einem adipösen Erscheinungsbild. Alle Achtung!
      Medjugorje hat immer etwas zu bieten!

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    • J.WalfischSchnucki sagt:

      Der Mensch ist doch ein ständig werdender.
      Als Katholik muss man jedoch die Natur mit Häresie geißeln , oder?
      Ich finde keine Erklärung für Natur – allein gibt es doch keine Probleme mehr, dort.
      Mal abgesehen von hungrigen SebelzahnTigern u.ä.
      Die Bäume helfen uns sogar! Ob wir ihnen helfen können ist fraglich, dank neuester Forschungen. Romantiker erlebten eine ganze Welt im Baum innerhalb der Gemeinschaft des Waldes. Schade, dass Katholiken keinen Beitrag zum Erhalt des Waldes leisten dürfen.
      In Medjugorje , d.h. Bosnien-Herzogowina gab es meist nur so junge Bäumchen. Leider weiss ich nichts – warum. Aus Biologie weiss jeder heute, das wir mit den Pflanzen in Symbiose leben. Es gibt da ständig etwas gegenseitiges. Leben.

      Was sind die ParadiesBäume für Bäume?

      Luzifer hat das Pflanzenreich herunter getrieben > auch wegen dem Sauerstoff! Welche Gier trieb ihn da? Spüren wir sie auch heute noch? Was wissen wir über Sauerstoff? Kann nicht alles umfassende Religion sein? – mitten im betrachten?

      Lauter Brücken. Mitleid und verstehen.

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