Der eigentliche Skandal: „Maria 2.0“ wird von kirchenamtlicher Seite begünstigt

Von Felizitas Küble

Heute beginnt der sogenannte „Kirchenstreik“ einer von Münster ausgehenden Initiative katholischer Frauen, die vom 11. bis 18. Mai 2019 keine Kirchenräume betreten, also folglich am Sonntag (12.5.) bewußt die hl. Messe „schwänzen“ und ihre selbstgestrickte Protestandacht mit weißen Kleidern und Tüchern im Freien feiern.

Die Aktion wird nicht nur vom KFD (Kath. Frauenbund Deutschlands) getragen, was bei derem reformkatholischen Kurs nicht weiter verwundert. Dasselbe gilt für etliche Kirchengemeinden bzw. Pfarrer, die sich durch Solidarität mit dieser Aktion jetzt wichtig machen und bei den Mainstream-Medien Liebkind sein wollen. Das geht teils soweit, daß sogar die Meßfeiern in der Zeit des Boykotts ausfallen, darunter auch die morgige Sonntagsmesse  – zum Schaden all jener Gläubigen, die noch kirchentreu denken.

Was aber noch weitaus bedenklicher ist, ja geradezu skandalös erscheint: Auch von vielen katholischen Bistümern wird „Maria 2.0“ offiziell gewürdigt!

Dazu zählen z.B. das bischöfliche Ordinariat Münster (durch das progressive Bistumsblatt „Kirche und Leben“) sowie die Diözesen Paderborn, Mainz und Rottenburg-Stuttgart, bei denen amtliche Sprecher bzw. Referenten sich zur Initiative „Maria 2.0“ wohlwollend bis reklameträchtig äußerten. Bischof Bode von Osnabrück hat die Aktion sogar öffentlich gutgeheißen.

Dabei vermengen die Aktivistinnen in ihrem Forderungskatalog geschickt völlig verschiedene Bereiche, um möglichst viele Frauen in ihrem Sinne zu beeinflussen.

So wird z.B. die „selbstverständliche Überstellung von Missbrauchstätern an weltliche Gerichte“ verlangt, wobei das kirchliche Gericht sich jedoch ebenfalls mit solch „gefallenen“ Geistlichen befassen muß, da sie nicht nur weltliches, sondern auch kirchliches Recht gebrochen haben.

Zugleich fordern die Organisatoren von „Maria 2.0“  – die zudem den Namen der Gottesmutter mißbrauchen – die Einführung der Priesterweihe für Frauen, die Abschaffung des Zölibats und sogar allgemein eine Ausrichtung der Sexualmoral der Kirche an der Lebenswirklichkeit der Menschen“ und damit de facto die Abschaffung des 6. und 9. Gebots.

Peter Winnemöller hat auf „Kath.net“ zu Recht darauf hingewiesen, daß es sich bei diesem Ansinnen genau genommen nicht um einen „Streik“ handelt (es geht dabei nicht um bessere Arbeitsbedingungen), sondern um eine Boykott-Aktion – aber letztlich nicht „nur“ gegen die Kirche, wie der Autor schreibt, sondern gegen die Gebote des Ewigen und damit auch gegen Christus selbst, der mit den 12 Aposteln keine Frauen in seine amtliche Nachfolge berufen hat – auch nicht seine Mutter oder Maria Magdalena.

Allein schon die Tatsache, daß seitens dieser Initiative sogar die Heilige Messe am Sonntag geschwänzt wird, müßte in der Kirche die Alarmglocken schrillen lassen. Wenn derartige Aktionen „von oben“ nicht nur keineswegs kritisiert, sondern gar freundlich kommentiert oder sogar unterstützt werden, dann ist doch das verhängnisvolle Signal, das bei der „Basis“ ankommt, ganz klar:

Die Sonntagspflicht mit Besuch der hl. Messe (die sich vom 3. Gebot Gottes ableitet) ist nicht mehr ernst zu nehmen, die kirchlichen Grundsätze, die einst ehern galten, sind eine zu vernachlässigende Angelegenheit – und das erst recht dann, wenn es dabei um die Durchsetzung von Forderungen geht, die dem kirchlichen Recht (Sonntagsgebot, Priesterweihe für Männer) ebenso widersprechen wie dem göttlichen Recht (3., 6. und 9. Gebot).

Solange Bischöfe hier nicht klar Farbe bekennen, verletzten sie ihre Amtspflichten und lassen zudem die Pfarrer vor Ort im Stich, die dann zusehen können, wie sie mit den Rebellengruppen in ihrer Gemeinde klarkommen – oder auch nicht.

 


8 Kommentare on “Der eigentliche Skandal: „Maria 2.0“ wird von kirchenamtlicher Seite begünstigt”

  1. Dominik sagt:

    Jetzt wird wieder mal richtig deutlich, wie sehr Bischöfe wie Johannes Dyba und Joachim Meisner fehlen. Heinz Josef Algermissen, der die Aktion vermutlich kritisiert hätte, ist im Ruhestand und unser neuer Bischof Michael Gerber schweigt diplomatisch.

    Bei unserem neuen Bischof weiß ich sowieso noch nicht, wie er so „tickt“. Wenn er etwas sagt, dann immer so diplomatisch, dass es weder heiß noch kalt ist. Wie er so „tickt“, wird man vermutlich erst daran erkennen können, wie und ob der Kongress „Freude am Glauben“ weiterhin stattfinden kann und ob er dafür die Gottesdienste hält.

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  2. Lutheraner sagt:

    Ich kann zu dem Thema wenig sagen, aber irgendwie scheint auch in der katholischen Kirche grünlinker Ungeist eingezogen zu sein. Nun auch Martin Luther hat nie ein Priesteramt angestrebt, er hat die katholischen Regeln akzeptiert, dies obwohl er sich zu einem anderen Lebensmodell Familie entschieden hat. Er hat um es vorsichtig zu formulieren die wissenschaftliche Laufbahn, die Erforschung des Christentums der geistlichen Laufbahn vorgezogen. Quasi auf seinen Anspruch Kirchenmann zu sein verzichtet und als Gelehrter den Glauben vermittelt. Wenn die Damen unbedingt ein hohes Kirchenamt wollen, dann könnten sie auch zur EKD wechseln, aber die ist noch grünlinker verseucht. Man muss sich entscheiden, will man eine geistliche katholische Laufbahn muss man sich auch konsequent an die Regeln halten oder konvertieren.

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  3. Holger Jahndel sagt:

    10 Mai 2019, 10:00 Hier wird der se­xu­el­le Miss­brauch in­strumentalisiert

    https://www.kath.net/news/67876

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  4. Holger Jahndel sagt:

    Gabriele Kuby, Soziologin, Gender Mainstraming und Gender-Ideologie und Postmoderne

    http://www.gabriele-kuby.de

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  5. Marienzweig sagt:

    Haben diese Frauen überhaupt eine Ahnung vom Wesen Marias?
    Gott hat sie zwar auserwählt, aber Maria hat in Demut und Freiheit ihr FIAT gesprochen, sie wurde zur Mutter Jesu, sie stand unter dem Kreuz und sah ihren Sohn sterben.
    Maria ist diesen Damen doch in allem so überlegen -charakterlich sowieso- wie man es sich kaum vorstellen kann.
    Wer sind sie denn überhaupt, dass sie eitel und sich selbst erhöhend Marias Namen verzwecken und für ihre Forderungen beanspruchen dürften?
    Das ist nicht nur arrogant und anmaßend, es ist auch völlig respektlos, unsensibel und lieblos unserer Gottesmutter gegenüber.
    Spüren das die Herren Bischöfe eigentlich nicht?

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  6. Nobody sagt:

    Nicht zu vergessen das Bistum Osnabrück. Bischof Bode wird beim NDR zitiert mit:„Ich finde die Aktion gut, um ein Zeichen zu setzen für mehr Beteiligung von Frauen in der katholischen Kirche.“
    https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/Bode-unterstuetzt-Streik-katholischer-Frauen,kirchenstreik102.html

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  7. Joachim Walter sagt:

    Es wird hohe Zeit, den Bischöfen den Geldhahn zuzudrehen und aus der Körperschaft des öffentlichen Rechtes auszutreten. Die Hl. Messen der Tradition finden statt. Alle sind eingeladen, der würdigen Feier des Hl. Messopfers zu Gott gewandt teil zu nehmen. In Trier zb. um 9:00 Uhr Hellenen-Haus, Kapelle Eingang durch die Windmühlenstraße in St. Irminen.

    Gefällt 1 Person


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