Alt-neue Magie: Warum der Esoterik-Boom im Allgäu keine Überraschung ist

Von Felizitas Küble

Am 16. Mai 2019  – also gestern Abend  – hat der Bayerische Rundfunk (BR) eine Fernsehsendung über das zunehmende Esoterik-Angebot im Allgäu ausgestrahlt. „Schamanen, Kartenleger und Heiler“ seien so gefragt wie nie, heißt es dort. 

In der südlichen Region des Freistaats scheint dies eine Überraschung zu sein. Dazu erklärt die Film-Vorschau: „Der Allgäuer gilt als bodenständiger, heimatverwurzelter und kirchentreuer Mensch mit eigenem Zungenschlag.“

Trotzdem könne man in dieser Region bei näherem Hinschauen eine „Entwicklung“ entdecken, schreibt der BR: 

„Im Allgäu tummeln sich immer mehr Yogis, Schamanen und selbsterklärte Heiler, die gestresste Großstädter zu Drachen-und Druidenkursen, Wünschelrutengängen oder Seelenwanderungen einladen. Inzwischen gilt die Region als Spirituellen-Hochburg, und selbst die Tourismusbranche hat das Potential erkannt. Viele Allgäuer reiben sich verwundert die Augen und fragen sich: Warum gerade hier? Und: Wie passt das zum Selbstverständnis der Allgäuer?“

In der Sendung werden einige Beispiele vorgeführt – von Kartenlegern, Achtsamkeitstraining, buddhistischen Kursen und ähnlichem ist die Rede. 

Ein handfester Bauer – katholisch und nüchtern – erklärt sich den Boom mit wirtschaftlichen Interessen von Geschäftemachern. Aber dies durchleuchtet den Vorgang nur teilweise. Das Problem ist nämlich, daß dieses Angebot auf rege Nachfrage stößt, also bei vielen Allgäuern „ankommt“. Andernfalls würde der Esoterik-Kommerz ins Gras beißen.

Eine gewisse Berechtigung liegt in dem Hinweis, die oft ziemlich abgelegen wohnenden Dörfler und Bergbauern hätten schon anno dunnemal  – mangelns Ärzten in der Nähe – nach anderen „Lösungen“ gesucht und den nächsten „Heiler“ aufgesucht.

Ein befragter Gemeindepfarrer vermutet einen Zusammenhang mit der sinkenden Kirchenbindung. Auch dies ist richtig, bleibt aber eher an der Oberfläche.

Ausgerechnet von esoterischer Seite wird das scheinbare Rätsel am Schluß der Sendung gelöst, das für mich sogleich als maßgebliche Erklärung auf der Hand lag:

Der Boom ist gar nicht so neu, er hat nur das moderne Gewand des „Spirituellen“ angezogen. Was heute Esoterik heißt, war früher der Gesundbeter, Warzenentferner (mit astrologischem Hintergrund, Mondkonstellation etc) oder die „Brandlöscherin“ (mittels magischer Sprüche bzw. vermeintlicher „Gebete“) – kurz: der ländliche Aberglaube, wie er leibt und lebt.

Genau das ist der Grund und Urgrund, auf dem die Esoterik gedeihen kann – auch im ach so frommen Allgäu.

Das Problem ist uralt, die Versuchung immer wieder neu, sich nicht an Gott, sondern an Abgötter zu wenden – ganz nach der Devise: Hauptsache, es hilft – oder auch: Wer heilt, hat recht – punktum!

Schon früher hatten die Geistlichen – vor allem auf dem Land –  ihre liebe Mühe mit diesem magischen (Aber-)Glauben, der die „höheren Mächte“ für die eigenen Wünsche und Interessen vereinnahmen möchte.

Der christliche Grundsatz nach Jesu Worten „Dein Wille geschehe“ wird stillschweigend  – und vielleicht nicht immer voll bewußt – verdrängt durch die alt-neuheidnische Devise: Mein Wille geschehe!

Näheres dazu hier: https://charismatismus.wordpress.com/2018/07/16/mein-wille-geschehe-als-hintergrundmotiv-eines-magisch-charismatischen-glaubens/


21 Kommentare on “Alt-neue Magie: Warum der Esoterik-Boom im Allgäu keine Überraschung ist”

  1. Holger Jahndel sagt:

    Das Männliche und Weibliche Prinzip existieren auch in der Natur im Logos als „Weltseele“ und „Weltvernunft“ und universelles göttliches Weltgesetz und allgemeiner natürlicher göttlicher Schöpfungsordnung des Kosmos, dem Naturrecht (bzw. dieses ist davon abgeleitet). Der Logos wird in Ostasien im Taoismus bzw. Daoismus das Tao bzw. Dao genannt. Auch dort gibt es das männlich-aktive Prinzip Yang und das weiblich-passive bzw. empfangende und wurzelnde Prinzip Yin. In der Bibel und in der griechischen und hermetischen Philosophie der Hermetik als Natur- und Religionsphilosophie und in der jüdischen Merkabah- bzw. Thronwagen-Mystik (siehe auch die freien Online Texte und Aufsätze von Elias Erdmann dazu und Gershom Scholen, auch zur kabbalistischen Mystik der Kabbalah) gibt es die 4 bzw. 5 Elemente-Lehre von den Elementar-Prinzipien („Principiis“ im Orginal-Text der Bibel) bzw. Elementar-Kräften als den Elemente-Energien bzw. Elemente-Schwingungen in der Natur und auch in der Seele (griechisch „Psyche“) des Menschen (siehe dazu auch Elias Erdmanns Aufsatz und seine anderen freien Online Texte und Origenes und Hildegard von Bingen und Albertus Magnus und Paracelsus als Heilpraktiker mit seiner Temperamente-Lehre und Reuchlin und Pico de la Mirandola und Kardinal Nikolaus von Kues als Cusanus und Bonaventura und Philo(n) von Alexandrien und den Jesuiten Athanasius Kircher und den Seeligen und Märtyrer Raymundus Lullus bzw. Ramon Lull und so weiter).
    Auch dort gibt es etwa u.a. das männliche ausdehnende aktive feurige gebende warme Feuer-Prinzip und das weibliche zusammenziehende nass kalte passive empfangende Wasser-Prinzip. Als grundlegende fundamentale Prinzipien der Natur und der Seele (griechisch „Psyche“). Siehe auch „Naturrecht“ und Johannes Trithemius als Abt von Sponheim und den Byzantiner und Hermetiker Marcos Psellos und den hermetischen Arzt und Hygieniker und christlichen Hermetiker van Helmonte und den Theologen und Universalgelehrten und christlichen Mystiker und Hermetiker Jan Comenios als Begründer der Pansophie und Knorr von Rosenroth als christlichen Kabbalisten und Welling und als Pietistin Fräulein Katharina von Klettenberg und den Benediktiner Basilius Valentinus usw.
    Weiterhin gibt es noch das feucht warme bewegliche bewegende und vermittelnde Luft-Prinzip, welches zwischen dem Feuer und Wasser Prinzip mittelt und vermittelt und ausgleicht. Sozusagen als neutrales kommunikatives und intellektuelles Prinzip des Ausgleichs und der Kommunikation. Und es gibt das all diese Prinzipien umfassende und verbindende und manifestierende Erd-Prinzip der Manifestation und Realisierung und
    Materie und Erde und Realität und des Bewusstseins, welches kühl und trocken und fest ist.

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  2. Holger Jahndel sagt:

    Die „Magoi aus dem Osten“ im NT als sterndeutende zarathustrische bzw. zoroastrische monotheistische „Magier“-Priester (wohl aus dem Parther Reich oder Mesopotamien) erfüllten diese Prophezeiung des Propheten Daniel, welcher als großer Lehrer galt.
    Sie huldigten Jesus Christus mit den heiligen Symbolen ihrer Religion, in welcher die Sonne als höchstes Gottessymbol galt (während bei den Juden im Alten Testament eher der Saturn als dem Wochentag Samstag – weswegen dieser auch der jüdische Sabbat war – zugeordneter Tag der Woche als jüdischer Königsstern und Gottessmybol galt und auch für das strenge alte mosaische Gesetz des Alten Bundes nach Moses stand), in der Antike waren Weihrauch und Gold auch der Sonne als Sonnensymbole zugeordnet.
    Siehe auch die Erwähnung des Zodiaks bzw. Tierkreises im Alten Testament bzw. des „mazzaroth“ oder auch „mazaroth“ als Teil von Gottes Schöpfung die dieser beherrscht.

    Die Mysterien von Eleusis und das Urchristentum

    https://www.ewigeweisheit.de/blog/johan-von-kirschner/2016/08/08/die-mysterien-von-eleusis-und-das-urchristentum

    Die theologische Gedanke von „Mysterium paschale“ wurde von dem Maria Laacher Benediktiner Dr. Odo Casel wiederentdeckt und vom Zweiten Vatikanischen Konzil aufgegriffen und entfaltet

    http://www.kathpedia.com/index.php?title=Pascha-Mysterium

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  3. Dorrotee sagt:

    Ja ich merke auch aus der Gegend“ heidnische Bräuche“. meine Freundin wohnt direkt hinter der Grenze in Österreich. Als sie dorthingezogen ist, war sie normal katholisch. Schon nach kurzer Zeit merkte man diesen Einfluss. Mondhaareschneiden, Warzenbesprecherin u. v. m.
    Bis heute sind die Menschen dort richtig überzeugt von alldem. Jedoch sind sie nebenbei auch
    stark gläubig und halten an ihren Traditionen fest.

    Die Kirchen sind mehr besucht als hier in unserem Ländle. Bitt-Prozessionen werden monatlich abgehalten. Das ganze Dorf geht dann in traditionelller Festkleidung zur Prozession. Da wird es schon ehr zum Problem, wenn man nicht mitgeht.

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    • Jürg Rückert sagt:

      Diese „Entgeisterung“ unserer Welt liegt gar nicht so lange zurück. Meine Mutter (*1915) erzählte, wie sie als Kind bei bäuerlicher Verwandschaft in einem Dorf im Hegau weilte. Auf die Nacht wurde der Tisch abgeräumt. Plötzlich erschrak die Tante, da sie ein noch kleines Messer liegen sah. Das hätte übel ausgehen können! Wenn in der Nacht so ein Geistlein sich versehentlich geschnitten hätte, wären da nicht die Kühe im Stall verhext worden?
      Ein bisschen einsamer ist unsere Welt nun doch geworden …

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    • Holger Jahndel sagt:

      Zur Heiligen Hildegard von Bingen als Kirchenlehrerin wäre darauf hinzuweisen, dass ihr religionsphilosophisches und naturphilosophisches Weltbild ein religiöses ganzheitliches katholisches theologisches und mystisches Weltbild war. Es war dem Grundsatz der Philosophie als der Magd bzw. Dienerin der Theologie gemäß ein Weltbild gemäß der platonisch-hermetischen Bibelauslegung und Philosophie und der Theologie etwa nach dem Heiligen Albertus Magnus als Lehrer des Heiligen Thomas von Aquin und nach dem Kirchenvater Justin dem Märtyrer und nach Clemens von Alexandrien als dem Heiligen Klemens und seinem Schüler Origenes als Theologen. Sowohl Albertus Magnus als auch Origenes schrieben auch zur Medizin, so Albertus Magnus ein Buch über das Heilen mit Kristallen und Edelsteinen und Über Mineralien und Origenes ein Buch über die 4 bzw. 5 Elemente Lehre der antiken Philosophie, die auch allgemein bei den von mir hier genannten Theologen und Philosophen vorkommt, und von den späteren Ärzten und Heilpraktikern der Renaissance wie dem Heilpraktiker und Arzt Paracelsus und vorher schon dem Seeligen und Märtyrer Raymundus Lullus bzw. Ramon Lull und dem Humanisten Trithemius als Abt von Sponheim und dem Kardinal Nikolaus von Kues als Universalgelehrten Cusanus und dem Arzt Johan Baptista van Helmont und seinem Sohn und dem Jesuiten Athanasius Kircher als Medizinkundigen und Universalgelehrten wieder aufgegriffen wird. Da das katholische Weltbild ein ganzheitliches ist, und sich auch der Philosoph Platon und viele christliche Kirchenväter und Theologen der hermetischen Philosophie und der 4 bzw. 5 Elemente Lehre bedienten, bildet dies alles dem Analogie- und Sympathie-Denken der Hermetik gemäß eine Einheit und keinen Widerspruch. Auch in der Bibel kommt die 4 bzw. 5 Elemente-Lehre vor, siehe auch die Temperamente-Lehre nach Paracelsus als Arzt und Heilpraktiker und die pythagoräische bzw. pythagoreeische Zahlen-Mystik im Alten Testament der Bibel nach Pythagoras und seiner Philosophenschule der Pythagoräer bzw. Pythagoreer und die dortige kabbalistische Numerologie und Reuchlin. Ferner siehe die „Magoi“ aus dem Osten im Neuen Testament der Bibel und das vom Apostel Paulus im Neuen Testament der Bibel im Judas-Brief auszugsweise zitierte Buch Henoch bzw. äthiopische Henoch-Buch und die Henoch-Literatur. Noch bis ins 18. und 19. Jahrhundert gab es die nach und wie Paracelsus und van Helmont arbeitende Heilpraktikerschule der HYGIENIKER als ganzheitliche Naturärzte und Naturheilkundler. Mit kirchlicher Erlaubnis. Sie heilten mit Erlaubnis der Kirche. Erst wir heutigen verstehen seit der Neuzeit die ganzheitlichen Denkweisen nicht mehr. Hildegard von Bingen waren sie noch geläufig und geradezu selbstverständlich…!

      Zu Hildegard von Bingen und den Elementen

      Vier-Elementen-Lehre – Kathpedia

      http://www.kathpedia.com/index.php?title=Vier-Elementen-Lehre

      7. Sept. 2016 … Die Vier-Elementen-Lehre bedeutet, dass alles Sein aus den vier
      Grundelementen Feuer, Wasser, Luft und Erde besteht.
      Es handelt sich dabei aber nicht um die stofflich-materiellen Erscheinungsformen der uns bekannten Elemente im modernen naturwissenschaftlichen Sinn! Sondern auf der seelisch-psychischen Ebene um die diesen zugrundeliegenden entsprechenden Prinzipien bzw. Kräfte als seelisch-psychische Energien. (Beim Heiligen Thomas von Aquin ist die seelisch-psychische Ebene der Limbus. Der Apostel Paulus nennt ihn im Neuen Testament der Bibel auf dem Areopag in Athen mit zwei Zitaten der stoischen Philosophen Aratos und Kleanthes zum göttlichen Logos).
      Diese schwingen auch regelmäßig zu jeweils eigenen bestimmten Zeiten in der Natur. Diese Zeitqualitäten nennt man in Indien die Tattwas. Paracelsus beschrieb die psychischen Charakter-Typen der Menschen mit der seelisch-psychischen Temperamente-Lehre. Hermetische Medizin.
      Man findet die 4 bzw. 5 Elemente Lehre auch in der Bibel und bei den Kirchenvätern und Heiligen und in der Patristik und Scholastik. Leider geriet dies vielfach in Vergessenheit…!

      http://www.lightways.de/resources/9330349-Elias-Erdmann-Die-VierElementeLehre-und-ihre-Bedeutung-fur-das-Christentum.pdf

      Origenes: Vier Bücher von den Prinzipien

      Prof. Bernd Senf aus Berlin, VWL und psychosoziale Hintergründe, http://www.berndsenf.de siehe auch seine Online-Videos bei YouTube

      nach Wilhelm Reich und Viktor Schauberger und Nicola Tesla und James DeMeo

      Zur Verschwisterung des Christentums und seiner Theologie mit der griechischen Philosophie siehe etwa auch die Logos-Theologie und die Paulus-Briefe im Neuen Testament, wo der Apostel Paulus der griechischen Philosophie entsprechend die Einteilung bzw. Dreiteilung des Menschen in Körper und Seele (griechisch Psyche) und Geist vornimmt, und in der Septuaginta des Alten Testamentes der Bibel (speziell der Weisheitsliteratur) und beim jüdischen Philosophen und Theologen Philon von Alexandrien und beim Mystiker Dionysios Areopagita als Neuplatoniker.
      Vertreten auch durch Kirchenvater Origenes (184/185-253/254 n. Chr.), der auf den dreifachen Schriftsinn hinweist. Und durch Mystiker, Heilige und Erleuchtete wie Meister Eckhart von Hochheim. Auch durch Renaissance-Philosophen und Theologen wie den Priester Marsilio Ficino, der seine platonische theologische Auslegung der Paulus-Briefe und des Neuen Testamentes zwar begann, aber nicht mehr abschließen konnte. Ihre Vervollständigung steht noch aus, siehe dazu eventuell auch das Werk des Benediktiner-Theologen Odo Casels und der charismatisch begnadeten katholischen Mystikerin Gabriele Bitterlich als Begründerin des kath. Engelwerkes. Ihre Exorzismen und Engelsweihen sind sehr wichtig und aktuell.
      Lesenswert in diesem Zusammenhang auch Philippus Theophrastus Aureolus Bombast von Hohenheim (1493-1541) Schweizer Arzt, Mystiker, Philosoph, Laientheologe und die heute noch nach ihm benannten Heilpraktikerschulen. Bis ins 19. Jahrhundert gab es auch die „Hygieniker“!
      Als Gründer der koptischen Kirche gilt der Überlieferung nach Markus, der Verfasser des Markusevangeliums, welcher im 1. Jahrhundert AD in Ägypten lebte. Er war außerdem der erste Bischof von Alexandria. 68 AD starb er als Märtyrer. Die Koptische Kirche hat 10-15% der Gesamtbevölkerung als Gläubige in Ägypten. Bis zum 7. Jahrhundert stieg die Anzahl der Mitglieder der Koptischen Kirche permanent in Ägypten an. Danach wurde eine weitere Zunahme der Anhängerschaft durch die islamische Eroberung Ägyptens gebremst. Noch heute steht die Christenverfolgung in Ägypten an der Tagesordnung. Die Koptische Kirche verwendet seit dem 2. Jahrhundert neben dem Griechischen die koptische Sprache bei der Bibellesung, beim Gebet und bei der Predigt als Sakralsprache. In Folge der Auseinandersetzungen um das Konzil von Chalcedon 451 erfolgte eine Spaltung der nicht-chalcedonischen oder altorientalischen Kirchen (z.B. Syrer, Äthiopier, Kopten, Armenier) und der chalcedonischen Kirchen (Orthodoxe Kirchen, Katholische Kirchen) über die Frage der gott-menschlichen Natur Christi. Der Begriff Kopten stammt aus dem Griechischen und heißt „Ägypter“. Ursprünglich bezeichnete dieses Wort die Einwohner Alexandriens und ganz Ägyptens. Die koptische Sprache entstand aus dem Ägyptischen des 3. Jahrhunderts. Nicht nur die Sprache der Kopten weist auf die altägyptische Tradition hin, sondern auch in der Kunst und in den Inhalten der Glaubenslehre wird diese immer wieder erkennbar. Ägypten war das erste Land der Welt, welches vom Christentum missioniert wurde. Bereits in der 2. Hälfte des ersten Jahrhunderts AC verbreitete sich das Christentum in Ägypten. Es liegt daher auf der Hand, dass diese neue Religion Elemente der alten Religion, also der altägyptischen, übernommen hat bzw. übernehmen musste. Man denke auch dabei an die Christianisierung verschiedener europäischer Länder, zum Beispiel Irland.

      Elias Erdmann zur christlichen Mystik und Theologie und über den jüdischen Theologen und Philosophen Philon von Alexandrien und den christlichen Theologen und Philosophen Origenes und die 4 bzw. 5 Elemente-Lehre der griechischen Philosophie und über die hermetische Philosophie und die hermetisch-kabbalistischen theologische Auslegung des Judentums und des Christentums – siehe dazu auch den Seeligen und Märtyrer Justin der Märtyrer als Kirchenvater und den Heiligen Irenäus von Lyon und Clemens von Alexandrien als Heiliger Clemens und seinen Schüler Origenes und den Theologen und Mystiker Dionysios Areopagita als christlichen Neuplatoniker zur mystischen Theologie und Angeologie und siehe Laktanz bzw. Lactantius und die gesamte Patristik einschließlich Johannes „Scottus“ Eriugena und Roger Bacon und Johannes „Duns Scotus“ und den Heiligen und Kirchenlehrer Albertus Magnus als christlichen Hermetiker zur hermetischen Philosophie und die Heilige Hildegard von Bingen als Kirchenlehrerin (auch ebenfalls zur Mikrokosmos und Makrokosmos Lehre) und den Heiligen Bernhard von Clairveaux als Begründer des Zisterzienser-Ordens zur Hermetik und Kabbalah und den Begründer des Templer-Ordens Hugo De Payens und den Benediktiner und Mitbegründer der Zisterzienser Stephen Harding und Kardinal Nikolaus von Kues (mit Gelehrten-Namen Cusanus) zur Renaissance-Philosophie der Hermetik als Naturphilosophie und christlichen Kabbalah (siehe auch Merkabah-Mystik und Hekhaloth-Literatur und Henoch-Literatur und Thronwagen-Mystik, der Apostel Paulus zitierte im Neuen Testament der Bibel im Judas-Brief auszugsweise aus dem äthiopischen Henoch-Buch und die Kirchenväter wie Epiphanias bzw. Ephiphanius und Origenes schätzten noch das für die Angelogie bedeutsame Jubiläen-Buch sehr – siehe auch kabbalistische Numerologie und pythagoräische Zahlen-Mystik und Zahlen-Symbolik, auch im Alten Testament) und siehe Trithemius als Abt von Sponheim und den Priester und Platoniker Marsilio Ficino und den Mönch und Kabablisten Pico de la Mirandola und den Kabbalisten Reuchlin und Knorr von Rosenroth und siehe Paracelsus als Heilpraktiker und den hermetischen Arzt van Helmonte und siehe den Jesuiten Athanasius Kircher und die Mystiker Angelus Silesius und Tauler und siehe Jan Comenius und siehe den Benediktiner-Mönch Odo Casel und siehe die katholische Charismtikerin und Mystikerin Gabriele Bitterlich und das von ihr begründete Engel(s)werk.

      Vier-Elementen-Lehre – Kathpedia

      http://www.kathpedia.com/index.php?title=Vier-Elementen-Lehre

      24.05.2017 – Die Vier-Elementen-Lehre bedeutet, dass alles Sein aus den vier Grundelementen Feuer, Wasser, Luft und Erde besteht. Sie findet sich vor allem in der griechischen Philosophie einige Jahrhunderte vor Christi Geburt, aber auch im biblischen Weltbild des Alten (vgl. Weish 7,17 EU; Weish 19,18 EU) und …

      „Die 4-Elemente-Lehre und ihre Bedeutung für das Christentum“ von Elias Erdmann

      https://drive.google.com/file/d/0Bz1LB1CsAagEMGI5YjdiZDQtNzEzZi00NmYwLTkxYTUtZGZmZGVmNzdlYmE2/view?layout=list&ddrp=1&cindex=7&pid=0Bz1LB1CsAagEMGFlMjdhMDktZTM1YS00OTkzLThiN2ItOTUxYjQ0YmZlMWZh&sort=name#

      „Der jüdische Theologe Philon von Alexandria“ von Elias Erdmann

      http://www.lightways.de/resources/9386054-Elias-Erdmann-Der-judische-Theologe-Philon-von-Alexandria.pdf

      Elias-Erdmann-Die-Vier-Elemente-Lehre-und-ihre-Bedeutung-fur-das-Christentum

      https://de.scribd.com/doc/9330349/Elias-Erdmann-Die-Vier-Elemente-Lehre-und-ihre-Bedeutung-fur-das-Christentum

      http://www.borutta.de/elias/elias.erdmann.-.blicke.in.eine.andere.wirklichkeit.pdf

      https://de.scribd.com/document/9386245/Elias-Erdmann-Die-esoterischen-Grundlagen-des-Christentums

      https://de.scribd.com/doc/9386296/Elias-Erdmann-Was-ist-Esoterik

      http://www.google.com/profiles/EliasErdmann

      http://sokraton.de/

      Ich empfehle das Buch von Jan Assmann “Moses der Ägypter” und auch Philon von Alexandrien und die Septuaginta im Alten Testament der Bibel und Justin den Märtyrer und den Heiligen Irenäus von Lyon (der auch den 1. Clemensbrief und den Hirtenbrief des Hermas noch zum Neuen Testament der Bibel bzw. dem biblischen Kanon rechnete) und Clemens von Alexandrien als Heiligen Klemens und seinen Schüler Origenes und Dionysios Areopagita zur Verschwisterung des Christentums mit der griechischen Philosophie und der jüdisch-hellenistischen Weisheitsliteratur u.a. aus Alexandrien. Die Kopten Ägyptens und des Sudans bzw. Nubiens und Äthiopiens und Eritreas und Somalias sehen sich heute noch als die Nachfahren der alten Ägypter und deren wahre Nachkommen und kulturelle Erben, siehe dazu auch den breiteren und den engeren Bibel-Kanon der Kopten bzw. koptischen Christen und Kirchen etwa mit dem für die Angeologie bzw. Engelslehre bedeutsamen Jubiläen-Buch. Die orthodoxen und orientalischen Kirchen des Ostens folgen theologisch eher dem heiligen Irenäus von Lyon als Heiligen und Kirchenlehrer – während die katholische Kirche eher dem heiligen Augustinus den Vorzug gab und theologisch folgte, später dann auch dem Heiligen Thomas von Aquin und Nikolaus von Oresme als Theologen und Kirchenlehrer und christlichen Neuplatoniker und Scholastiker und dem Heiligen Albertus Magnus und der Heiligen Hildegard von Bingen als Kirchenlehrern und Heiligen der katholischen Kirche. Immerhin war auch der Heilige Augustinus als Kirchenlehrer philosophisch hoch gebildet und kannte schon das Unterbewusstsein, obwohl er als ehemaliger Manichäer durch seine Religion vorgeprägt war in seinem Denken und manichäisch-dualistisch dachte und einen Gegensatz bzw. eine Zweiteilung von Körper und Geist annahm und die Existent des Limbus, den auch der Heilige Thomas von Auquin und Dante Alighieri bestätigten und für real hielten, bezweifelte und ablehnte.
      Siehe dazu auch das Zitat des Apostels Paulus auf dem Areopag in Athen zum göttlichen Logos im Neuen Testament der Bibel, wozu er die beiden stoischen Philosophen Aratos und Kleanthes als Stoiker der Stoa zitierte.

      DIE APOSTELGESCHICHTE DES LUKAS (APG 7,54-60)
      Die Rede des Stephanus

      22 Und Mose wurde in aller Weisheit der Ägypter gelehrt und war mächtig in Worten und Werken.

      https://www.die-bibel.de/bibeltext/Apg%207,54-60/

      Es ist natürlich wahrscheinlich, dass auch Moses als angenommener Sohn der Tochter des Pharao in die ägyptischen Mysterien-Kulte eingeweiht wurde. Und zudem heiß es bei den Juden, dass Abraham auch die Ägypter im ur-kabbalistischen Buch Raziel lesen ließ, als er mit seinen Söhnen nach Ägypten kam. U.a. deswegen kannten die Ägypter auch die Seraphim als im Alten Testament der Bibel echsenartig beschriebene feurige Engelswesen, “brennende Schlangen” übersetzt. Siehe dazu auch die kupferne bzw. eherne Schlange des Moses in der Wüste als ein Symbol des Heils, mit welcher im Neuen Testament der Bibel auch Jesus Christus als am Kreuz erhöht verglichen wird.

      https://h0rusfalke.wordpress.com/

      Die Vier-Elemente-Lehre und die Bedeutung für das Christentum

      PDF]
      Die Vier-Elemente-Lehre und die Bedeutung für das Christentum

      http://www.lightways.de/…/9330349-Elias-Erdmann-Die-VierElementeLehre-und-ihre-Bedeutungfur-das-Christentum.pdf

      Eng verwand mit der Temperamente-Lehre war auch die … Christentum), die aus
      der Antike stammen und die sich immer wieder auf diese Vier-Elemente-.
      Temperamentenlehre – Wikipedia

      https://de.wikipedia.org/wiki/Temperamentenlehre

      Die Temperamentenlehre ist ein von der antiken Humoralpathologie abgeleitetes
      Persönlichkeitsmodell, das Menschen nach ihrer Grund-Wesensart …

      Vier Temperamente – AnthroWiki

      anthrowiki.at/Vier_Temperamente

      Vier-Elemente-Lehre – Wikipedia

      https://de.wikipedia.org/wiki/Vier-Elemente-Lehre

      Nach der Vier-Elemente-Lehre besteht alles Sein in bestimmten Mischungsverhältnissen aus den vier Grundelementen bzw. „Essenzen“ oder „Wurzelkräften“ Feuer, Wasser, Luft und Erde als Prinzipien des „Glühend Verzehrenden, Flüssigen, Gasförmigen und Festen“. In der chinesischen Kultur gibt es ein ähnliches …
      ‎Griechische Philosophen · ‎Empedokles · ‎Alchemie · ‎Robert Boyle und das …

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  4. Vitellia sagt:

    Hallo, Frau Küble,
    ich wollte Ihnen zum anderen Beitrag schreiben. Sie hatten mir geantwortet.
    Beim Absenden meines Kommentars hieß es, er könne nicht weitergeleitet werden.

    Lustig, Sie schreiben, die Bischöfe in Köln seien nicht die katholische Kirche.
    Aber der Papst und der ganze Vatikan ist die katholische Kirche.
    Ich glaube, Ihnen wäre am liebsten, sie würden alle die AfD so toll finden? :-))

    Da geht ganz anderes ab, mehr Streitereien und Parteiaustritte als in jeder anderen Partei.
    Selbst Petry an der Spitze und ihr Herr Pretzell sind gleich nach der Wahl ausgetreten. Natürlich gab es schon vorher Streit mit ihr.
    Eine Franziska Schreiber, vier Jahre damals bei der AfD, ist ausgetreten und hat ein Buch geschrieben! Einige Zeitungen berichteten, auch Ausschnitte aus dem Buch zitiert.
    Gleich nach ihrem Austritt gab es Hass-Kommentare auf Facebook, teilte Schreiber mit.
    Natürlich nicht von der Partei, aber von AfD-Wählern.
    Tolle Leute – solche Wähler finden Sie in keiner anderen Partei, wenn ein Politiker austritt.
    Auch der Fraktionsvorsitzende der AfD in Bayern, Markus Plenk, ist neulich ausgetreten mit entspr. Mitteilung!
    Ebenso ein Herr Swoboda mit Begründung und Aussagen über die AfD.
    Vor einiger Zeit ist André Poggenburg ausgetreten.
    So niveaulos würde sich kein anderer Politiker von seiner Partei verabschieden. Auf Facebook nannte Poggenburg die AfD ein „Rattenloch“ .

    Außerdem war die AfD, nicht lange im Amt, schon vor der Justiz und musste über
    400 000 Euro Strafe bezahlen!
    Kein kleines Delikt bei dieser hohen Geldstrafe.
    Ich hoffe, Sie wissen, worum es ging und haben alles gelesen.
    Null Vorbild für die Bürger, die ihre Steuern bezahlen müssen, auch für solche Politiker.
    Anstatt fürs Volk etwas zu tun. Was interessieren die AfD arme Leute?
    Wir haben Kinderarmut, Hartz4 sollte erhöht werden, die Preise sind auch gestiegen.
    Wir haben Altersarmut. Viele Rentner/innen, die von ihrer Rente nicht leben können.
    Darüber hört man von der AfD nichts. Sich für den Mindestlohn einsetzen? Die AfD nicht.

    Sie sind mehr mit sich selber beschäftigt, Streitereien in der Partei und die Anwälte im Kopf, die Justiz und das Bangen, wie das Urteil ausfällt.
    Meuthen teilte mit, dass er das Urteil der Strafe von über 400.000 Euro nicht akzeptiere und dagegen klagen werde. Schon wieder den Anwalt im Kopf und die Justiz.
    Na dann ist er – mit großem Interesse seiner Partei – ja wieder beschäftigt. Ob er Recht bekommt, wird man sehen.

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  5. Anonymous sagt:

    Liebe Frau Küble,

    mit Ausnahme der einseitigen Auslegung von „Dein Wille geschehe“ stimme ich Ihnen, was das Allgäu betrifft, ausdrücklich zu. Ergänzend möchte ich anführen, dass die Gesundbeter ja alle tief im katholischen Milieu verwurzelt waren und ihr Tun nicht selten mit der Anrufung Mariens und der Formel „Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ verknüpften. Kurz und gut: Die galten in der Regel als gut katholisch und wurden weder von lokalen Priestern noch Bischöfen in irgend einer Weise an ihrem Tun gehindert. Man berief sich halt hier auf den Volksglauben und die Volksfrömmigkeit und beides ließ man lieber unangetastet, um die Katholiken nicht zu verstören.

    Ähnliche Strukturen finden Sie in Südamerika, wo Voodoozauber, indianische Riten, Marienverehrung und Katholizismus mühelos Hand in Hand gehen.

    Für mich liegt ein wichtiger Grund dafür darin, dass sich der katholische Glaube als kraftlos erwies. Etwas, was Paulus tief verstört hätte. Jesus lehrte die Jünger noch Kranke zu heilen, Dämonen auszutreiben und Tote aufzuerwecken. Die junge Kirche war auch für Außenstehende eine übernatürliche Kirche. Das ging jedoch bald zurück. Und der Grund dafür scheint mir auf der Hand zu liegen.

    Jesus sagt; „Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung! Wer gläubig geworden und getauft worden ist, wird gerettet werden; wer aber ungläubig ist, wird verdammt werden. Diese Zeichen aber werden denen folgen, die glauben: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; werden Schlangen aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden; Schwachen werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden. Der Herr wurde nun, nachdem er mit ihnen geredet hatte, in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes. Jene aber zogen aus und predigten überall, während der Herr mitwirkte und das Wort durch die darauf folgenden Zeichen bestätigte.“ (Markus 16, 15-20)

    Offensichtlich kann er das, was heutzutage in vielen Kirchen; auch in der katholischen Kirche“ als „Wortverkündigung“ geschieht, nicht mehr bestätigen. Oder es fehlt an übernatürlichem neutestamentlichem Glauben, wobei beides zusammen hängt.

    Und nachdem die Kirche das nicht mehr bereit stellt, suchen die Menschen woanders und fallen auf die Handreichungen des Bösen in der Not herein.

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    • Guten Tag,
      Gesundbeterei, „Sympathie“, Volksaberglauben gibt es genauso in ländlichen evangelischen Gebieten – nur auf andere Art (z.B. natürlich ohne Marienanrufungen etc). Lesen Sie hierzu mal das „Okkulte ABC“ oder „Okkultismus und Seelsorge“ des Missionars Kurt Koch (evangelischer Autor), ich kenne beide Bücher seit ca. vierzig Jahren. Auch in anderen evangelikalen Werken – etwa aus der Gemeinschaftsbewegung – wurde über die weite Verbreitung magischer Praktiken in evang. Gebieten geklagt. Auch dort geht Kirchlichkeit und Aberglaube „Hand in Hand“.
      Natürlich gibt es das auch – wiederum anders getönt – in charismatischen Kreisen, z.B. wenn die Heilige Schrift als Orakel vereinnahmt wird (Bibelstechen).
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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      • Holger Jahndel sagt:

        @Felizitas Küble:

        Offene Geheimnisse – hermetische Texte und verborgenes Wissen in der mittelalterlichen Rezeption von Augustinus bis Albertus Magnus
        Weitere Titel
        Open secrets – the medieval reception of hermetic writings and occult sciences from Augustine to Albert the Great [englisch]
        Heiduk, Matthias
        1

        https://freidok.uni-freiburg.de/data/8466

        Die Studie untersucht erstmals umfassend und systematisch die Rezeption hermetischer Traditionen in der lateinischen Literatur von der Spätantike bis zum Ausgang des 13. Jahrhunderts. Sie nimmt dabei sämtliche Schriften des betreffenden Zeitraums in den Blick, in denen die mythische Urheberschaft der hybriden Gestalt des Hermes Trismegistos in Anspruch genommen wird. Ziel der Untersuchung ist, die spezifischen historischen Kontexte der Aneignung aufzudecken und so dem mittelalterlichen Diskurs um die Hermetica ein eigenständiges Profil zu verleihen. Zentrale Fragen berühren die Rahmenbedingungen für Übersetzung und Verbreitung der handschriftlichen Überlieferung, den Umgang mit dem antik-paganen Mythos Hermes Trismegistos im christlichen Umfeld des Mittelalters, die sozialen Milieus und intellektuellen Befindlichkeiten der Rezipienten und die Ausprägungen und Umformungen des Hermes-Mythos im Wandel der Rezeptionsmotive. Wichtige Ergebnisse der Untersuchung lassen sich in folgenden Thesen zusammenfassen: Mit dem Ausklang der Antike erfolgte kein radikaler Abbruch der Traditionsbildung um Hermes in der abendländisch-lateinischen Literatur, die handschriftliche Überlieferung und die Auslegung der Kirchenväter sorgten für Kontinuitäten. Ab dem 12. Jahrhundert machten sich neue Impulse in der Rezeption bemerkbar. Zum einen verlieh der Rückgriff auf die Autorität des Hermes im Wettstreit der Schulen wachsendes Prestige in den gelehrten Auseinandersetzungen, zum anderen eröffneten die Übersetzungen neuer Texte aus dem Griechischen und Arabischen eine Vielzahl neuer hermetischer Traditionen, die im Kontext der Aneignung neuen Wissens und neuer Wissenschaftsstandards gesehen wurden. Bis zum Ende des 13. Jahrhunderts war der Transfer von Hermetica naturkundlichen, alchemischen, astrologischen und magischen Inhalts weitgehend abgeschlossen und die folgenden Jahrhunderte bauten in ihrer Auseinandersetzung auf diesem mittelalterlichen Bestand auf. Ein spezifisches Milieu von Rezipienten in Geheimgesellschaften oder hermetischen Zirkeln lässt sich für das Mittelalter nicht feststellen, war doch die Beschäftigung mit den Hermetica mit keinen sanktionsbehafteten Tabus verbunden. Gleichwohl erweist sich die Aneignung der Autorität des Hermes als vielfältig und originell mit zustimmenden wie ablehnenden Konnotationen. Das verbreitete Diktum, wonach die Hermes-Rezeption ein epochenspezifisches Phänomen der Renaissance sei und mittelalterliche Spuren allenfalls als marginales Vorspiel betrachtet werden können, wird durch die Studie auf breiter Basis widerlegt.

        Der Text dieser nun auf dem Freiburger Dokumentenserver veröffentlichten Studie entspricht, von wenigen Korrekturen abgesehen, der im Spätsommer 2007 an der Freiburger Philosophischen Fakultät als Dissertation eingereichten Fassung. Seit 2007 erschloss der Autor weiteres Quellenmaterial und eine Vielzahl neuer Forschungsliteratur zur mittelalterlichen Rezeption hermetischer Traditionen, die ihn zu einer grundlegenden Überarbeitung weiter Teile der Untersuchung veranlassten. Eine stark erweiterte, aktualisierte, korrigierte und neu strukturierte Version ist zur Veröffentlichung als Printmedium vorgesehen und erscheint voraussichtlich Ende 2012 auf dem Buchmarkt.

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      • Anonymous sagt:

        Sie haben wieder Ihrer Neigung zum „Die Anderen sind auch mindestens genauso schlimm“ nachgegeben. Nur hilft das halt nichts. Ganz abgesehen davon bin ich ja nicht bei der katholischen Kirche stehen geblieben, da ich schrieb:

        „Offensichtlich kann er das, was heutzutage IN VIELEN KIRCHEN; auch in der katholischen Kirche“ als „Wortverkündigung“ geschieht, nicht mehr bestätigen.

        Ja, auch die evangelische Variante ist überwiegend kraftlos.

        Mein springender Punkt aber war der:

        Wo der Glaube nicht übernatürlich erlebt wird, versuchen Menschen die Sehnsucht danach anderweitig zu stillen.

        Das ist EIN wichtiger Grund für derart magische Praktiken, aber sicher nicht der Einzige.

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      • Guten Tag,
        zuerst haben Sie Ihrer starken Neigung nachgegeben, ganz konkret wieder einmal Seitenhiebe an die katholische Kirche zu verteilen – sonst hätte ich gar keinen Grund gehabt, darauf hinzuweisen, daß Aberglaube kein spezifisch katholisches Phänomen ist. Bei dem Satz, in welchem Sie die „vielen Kirchen“ erwähnten, geht es schon nicht mehr um das Thema Aberglaube.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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      • Anonymous sagt:

        Frau Küble,

        ich habe keinen Seitenhieb geführt. Das unterstellen Sie mir grundlos. Vielmehr darf ich Sie daran erinnern, dass SIE selbst das Thema „abergläubige Praktiken unter Katholiken im Allgäu“ gesetzt haben. DARAUF habe ich geantwortet. Ich habe dann lediglich noch angeführt, dass das Allgäu kein Einzelfall ist und auf die Praktiken in Südamerika hingewiesen. Aber scheinbar war das ein Sakrileg in Ihren Augen.

        Zufällig hatte ich heute Abend ein Gespräch mit Katholiken über Maria, die mir fast alle unisono bestätigten, dass sie in ihrer katholischen Sozialisation sehr viel „fehlgeleitete Marienfrömmigkeit“ erlebt haben und erst als Erwachsene vom Unterschied zwischen „veneratio“ und „adoratio“ gehört haben, was ihnen aber nicht vorgelebt worden war. Mir wurde auch bestätigt, dass schlichtere Gemüter unter Katholiken mit derartigen theologischen Begriffen und Unterschieden nichts anfangen können. Der Grund für besondere Marienfrömmigkeit, so haben es mir diese sehr lieben katholischen Frauen bestätigt, liege darin, dass Maria nahbarer erscheine als Christus oder Gott, der Vater. Es liegt hier also ein psychologisches Problem vor, wenn man Jesus und unseren wunderbaren Vater im Himmel nicht als nah am Herzen glauben und erleben kann und zur Stillung dieser Sehnsucht auf Maria ausweicht.

        Auch hier geht es wieder um das Stillen einer legitimen Sehnsucht aus falschen Quellen. Und darum ging es mir und nicht um Seitenhiebe.

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      • Guten Tag,
        gerade weil ich selber das Problem „Aberglaube im katholischen Allgäu“ thematisierte, benötige ich hier nicht Ihren Nachhilfeunterricht – dies umso mehr, als hier im CHRISTLICHEN FORUM die Problematik von Erscheinungsfixiertheit, irreführenden Formen des Marienkults und Aberglaubens-Phänomenen in insgesamt über tausend Artikel breit behandelt wird. Reicht das?
        Katholische Selbstkritik hinsichtlich Fehlformen des Glaubens ist das eine, aber das hindert mich doch nicht daran, Ihnen zu widersprechen, wenn Sie so tun, als ob der Aberglaube an sich etwas typisch Katholisches sei. Wie Sie in x-protestantischen Büchern nachlesen können (Kurt Koch war nur ein Beispiel), plagt man sich dort in evangelischen Gefilden mit denselben Irrwegen herum, nur daß diese dort natürlich anders getönt sind.
        Was synkretistische Praktiken in Südamerika betrifft, so habe ich dies längst in epischer Ausführlichkeit selber thematisiert – und zwar in der Zeitschrift „Theologisches“, bezogen auf den Voodoo-Kult und hier im CF nachgedruckt: https://charismatismus.wordpress.com/2012/03/04/voodoo-spiritismus-magische-kulte-ritual-aus-der-finsternis/
        Das ist doch gar nicht der Punkt, in welchem ich Ihnen widersprach. Lächerlich, wenn Sie schreiben, scheinbar sei dies ein „Sakrileg“ in meinen Augen. Dann hätte ich das Sakrileg ja selber begangen, nur viel ausführlicher als Sie mit ihren paar Sätzlein.
        Schlichteren katholischen Gemütern mag die Unterscheidung der lateinischen (!) Begriffe nicht geläufig sein, der Sachverhalt aber sehr wohl: Daß Gott angebetet wird (und damit auch Christus und der Hl. Geist), die Heiligen und Maria aber lediglich verehrt, Maria in hervorgehobener Weise, aber gleichwohl nur verehrt, ist den Katholiken allgemein geläufig. Es wird auch in den Gesangsbüchern immer wieder deutlich, zB. in den kirchlichen Litaneien (bei Christus heißt es „Erbarme Dich unser“, bei Maria hingegen: Bitte für uns!).
        Als eine Gruppe im 19. Jahrhundert die katholische „Markierung“ überschritten hat, also einen überzogenen Marienkult begann, nämlich die Mariaviten in Polen, wurden sie allesamt exkommuniziert. Alles klar?
        Übrigens gibt es die Mariaviten dort als größere Sekten heute noch, sie haben inzwischen Priesterinnen und Bischöfinnen….tja….
        Das Thema ist hiermit beendet, ich habe keine Zeit für ständiges weiteres Im-Kreise-Drehen mit Ihnen.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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  6. Jürg Rückert sagt:

    Der Kult der Kirche ist so entkultet worden, dass er viele Menschen nicht mehr sättigt.
    Wo der Glaube zur Tür hinaus geht, kommt der Aberglaube durch die Fenster.
    Wo Gott von den Altären vertrieben, da nehmen Dämonen Platz.
    Das sind alte Sätze.

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  7. Bernhard sagt:

    Aberglaube hat es aber überall gegeben. Dass in früheren Zeiten im Allgäu abergläubische Praktiken weiter verbreitet waren als in anderen Regionen, wäre erst noch zu beweisen.

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    • Guten Tag,
      richtig – aber daß der Eso-Boom im Allgäu wesentlich stärker als im Rest der Republik sein soll, wäre auch erst zu beweisen. Die Sendung hat dies allenfalls nahegelegt, Einzelbeispiele sind keine Beweise. Dennoch waren auch früher ländliche Gebiete – vor allem in Bergesnähe – für den traditionellen Aberglauben anfälliger als städtische.
      Hierzu sagt ein Heimatforscher: „Tatsache ist, dass es im Allgäu ein seltsames Nebeneinander von christlichen und heidnischen Bräuchen gibt.“
      https://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Im-Allgaeu-lodern-auch-heute-wieder-die-Funkenfeuer-id44242191.html
      Von „heidnischen Bräuchen“ wird heute auf esoterische Praktiken umgesattelt – dasselbe in grün.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

      Gefällt 1 Person

    • Holger Jahndel sagt:

      Erdmagnetfeld auch für Menschen wahrnehmbar
      Der Geophysiker Joseph Kirschvink und der Neurowissenschaftler Shin Shimojo konnten das 30 Jahre alte Rätsel um den Magnetsinn lösen – die Fähigkeit des Menschen, das Erdmagnetfeld wahrzunehmen und es zur Orientierung zu nutzen. Da viele Tiere über diesen Sinn verfügen – etwa Hunde, die sich beim Koten entlang der Nord-Süd-Achse ausrichten, oder Zugvögel und Meeresschildkröten, die sich auf ihren Routen vom Magnetsinn leiten lassen –, lag die Vermutung nahe, der Mensch könnte ebenfalls über einen Magnetsinn verfügen.
      0 Kommentare
      » Global News

      https://www.nexus-magazin.de/artikel/lesen/erdmagnetfeld-auch-fuer-menschen-wahrnehmbar?context=blog

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      • Holger Jahndel sagt:

        “Ich werde nicht die modische Dummheit begehen, alles, was ich nicht erklären kann, als Schwindel abzutun.”


        C. G. JUNG, PSYCHIATER U. BEGRÜNDER DER ANALYTISCHEN PSYCHOLOGIE

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