Benediktinerinnen-Kloster im Bistum Münster solidarisiert sich mit „Maria 2.0“

Von Felizitas Küble

Die Begeisterung der bischöflichen Kirchenzeitung von Münster kennt keine Grenzen mehr, wenn sich gleich eine ganze Benediktinnerinnen-Abtei dazu entschließt, die radikal-feministische Aktion „Maria 2.0“ durch Wort und Gebet zu unterstützen.

Für das  – seit Jahrzehnten als progressiv bekannte   –  Bistumsblatt „Kirche und Leben“ (KuL) bietet diese Meldung einen willkommenen Anlaß für einen ausführlichen Artikel samt eingestreuten Interviews mit leitenden Ordensfrauen aus Dinklage: https://www.kirche-und-leben.de/artikel/benediktinerinnen-in-dinklage-beten-fuer-maria-20/

Auch sonst hat KuL sich seit Wochen für die Initiative Maria 2.0 stark gemacht und allein auf ihrer Internetseite über ein halbes Dutzend Artikel veröffentlicht.

BILD: Dieser Weg in Münster führt von der Überwasserkirche zum Dom St. Paulus; dort auf dem Domplatz befindet sich das bischöfliche Ordinariat

Anders hielt es die Redaktion freilich mit Maria 1.0 aus Augsburg, wozu es online nur einen einzigen Bericht gab.

Das Leitwort dieser lehramtstreuen Gruppe lautet: „Die Gottesmutter braucht kein Update“.Zudem heißt es dort: „Vor allem wollen wir SIE nicht instrumentalisieren, um eigene Interessen durchzusetzen.“

Zurück zu den Nonnen aus dem Kloster St. Scholastika in Dinklage, die sich mit dem „Update“ solidarisch erklärten und inhaltlich voll hinter „Maria 2.0“ stellen.

Dazu schreibt KuL: Schwester Ulrike Soegtrop, Verwaltungsleiterin der Abtei, berichtet im Gespräch mit „Kirche-und-Leben.de“, die Schwestern hätten nach einer Anhörung „einmütig“ diese Entscheidung getroffen.“

Was die Sache gewiß nicht besser macht.

Sogar für die Form des Protestes – nämlich den Boykott der Sonntagmesse – haben die Ordensfrauen „großes Verständnis“. Hinter der Aktion stecke, so die erwähnte Nonne Ulrike, ein „Schmerz der Ohnmacht“. KuL zitiert sie weiter: Frauen wollten sich einbringen, es werde ihnen aber verwehrt.“

Das Kloster befindet sich offenbar schon länger auf einem speziellen spirituellen Trip, denn die Kirchenzeitung schreibt sodann: 

„Die Fürbitten sprechen Gott als „unseren Vater und unsere Mutter“ an, sprechen von „Frauen und Männer gleichwertige Mitglieder der Kirche“ und betonen Offenheit für Menschen „gleich welcher sexueller Orientierung“. Nötig seien „neue Wege und einschneidende Veränderungen“.“

„Einschneidend“ wäre es für die katholische Kirche gewiß, wenn sie die Forderung von Maria 2.0, „sämtliche“ Ämter auch für Frauen zu öffnen, übernehmen würde – das heißt: Priesterinnen,  Bischöfinnen, Päpstinnen!

Die Aktion verlangt darüber hinaus sogar allgemein eine Ausrichtung der Sexualmoral der Kirche an der Lebenswirklichkeit der Menschen“ und damit de facto die Abschaffung des 6. und 9. Gebots.

Für ihre „Gebets-Aktion“ zur Unterstützung der feministischen Initiative beruft sich Schwester Ulrike im Gespräch mit KuL ausgerechnet auf ein Wort des Ordensgründers Benedikt. Dieser bedeutende Heilige sagte einst: „Wenn alle anderen Möglichkeiten nichts gebracht haben, dann gilt es das stärkste Mittel zu wählen – das Gebet.“

Dabei hatte der „Vater des Abendlandes“ bestimmt nicht an Aktionen wie „Maria 2.0“ gedacht, die nicht auf dem Heiligen Geist beruhen, sondern auf dem Zeitgeist.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

Fotos: Felizitas Küble (1), Dr. Bernd F. Pelz (2)


4 Kommentare on “Benediktinerinnen-Kloster im Bistum Münster solidarisiert sich mit „Maria 2.0“”

  1. Lothar sagt:

    „Dieser Weg in Münster führt von der Überwasserkirche…“

    Ich würde mal sagen, dieser Weg (den der Benediktinerinnen) führt eher zu einer Unterwasserkirche.

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  2. Christopherus sagt:

    Der Teufel wird Luftsprünge machen wegen dieser „Benediktinerinnen“, die sich dem Zeitgeist anbiedern und das Evangelium nach dem Geschmack der Menschen verändern wollen.

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  3. Holger Jahndel sagt:

    Buchkultur und Spiritualität der Franziskaner am Beispiel einer spätmittelalterlichen Klosterbibliothek in der Graftschaft Nassau

    ISBN 978-3-95652-271-0, Din A5, Paperback, 252 Seiten,
    14 Farb-Abb., 68 s/w-Abb., € 18,50

    Das Geheimnis einer verschollenen Klosterbibliothek

    Philosophie und Lebenswelten des Franziskanerordens im Übergang vom späten Mittelalter zur frühen Neuzeit

    Vielfach unbeachtet von der regionalgeschichtlichen Forschung werden in dem vorliegenden Buch erstmals die Hintergründe und geistigen Impulse, die Ende des 15. Jahrhunderts zur Entstehung des Siegener Franziskanerklosters in der Grafschaft Nassau geführt haben, erläutert. Die Erneuerungsbewegung „devotio moderna“ spielt dabei ebenso eine wichtige Rolle wie das Repräsentationsbedürfnis und das soziale Netzwerk des regierenden Landesherrn Graf Johann V. zu Nassau (1455-1516), das bis in die Niederlande, nach Hessen und Westfalen reichte.

    Im besonderen Vordergrund der reich bebilderten Untersuchung steht ein bislang unausgewertetes Bücherverzeichnis aus dem Jahr 1591. Nur wenige Originalquellen zur Geschichte des „Ordo Fratrum Minorum de Observantia“ (1486) in Siegen haben überdauern können. Das Dokument liefert daher wertvolle Erkenntnisse über die kirchengeschichtlichen, religiösen, naturphilosophischen, juristischen und moraltheologischen Studien der Ordensbrüder, die in ihrer Bibliothek über wertvolle Traktate, Predigttexte, Bibelkommentare und wissenschaftliche Schriften verfügten. Insofern gestattet das Buchinventar bislang unbekannte Einblicke hinter die Kulissen des Klosters und des vitalen geistigen Lebens zwischen mittelalterlicher Scholastik und frühneuzeitlichem Humanismus. Doch das Schicksal der Siegener Franziskanermönche ist ebenso ungewiss wie der Verbleib ihrer Buchbestände …

    Christuswege

    http://www.christuswege.net

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  4. dorrotee sagt:

    Wenn es nicht so traurig wäre.
    Ich fühlte mich gestern in der Stadtpfarre irgendwie unwohl. Der Pfarrer zeigt in der Woche des Protestes auch Verständnis für die Frauen von Maria 2.0.
    Auffällig viele Frauen waren gestern in der Messe. Meine Gedanken waren des öfteren, wer wohl von denen diese Aktion des Protestes letzte Woche mitgemacht hat.
    Dann kam eine uns bekannte syrische Frau, die sich immer während der Messe aufspielt, durch den Mittelgang und bracht weitere Unruhe in meine Seele.
    Obwohl die Messfeier feierlich gestaltet und die Predigt gut war, fand ich keinen richtigen Frieden im Herzen. Es war mehr oder weniger Pflichterfüllung.

    Die „Schwaden“ der Maria 2.0 schwebten noch im Kirchenraum.

    Das Magnifikat selbst beschreibt die Demut und Liebe Mariens: Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut….

    Das sollten sich die Benediktinerinnen aus Dinklage mal zur Vorlage für ihre Solidaritätsbekundungen und unterstützendes Gebete zu Herzen nehmen.
    So ein Gebet wie bei denen kann doch nur in die Irre führen.
    Quasi betet man für ein Überdenken der Sexualmoral innerhalb der Kirche. Also unverheiratetes Zusammenleben, Sex vor der Ehe, wiederverheiratete Geschiedene zur Kommunion, evtl. Erlaubnis von Gebrauch der künstl. Verhütungsmittel. Abschaffung des Zölibats. Oder was soll dieses Gebet beinhalten?

    Sehr ungehorsam, diese Schwestern. Aber äußerlich laufen sie im zugeschnürten Habit.
    Selbst der Hals ist verdeckt.

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