Regensburger Bischof zum Frauenpriestertum und den Aufgaben des Kirchenvolkes

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer stellt aus aktuellem Anlaß zum Thema Priesterweihe für Frauen fest:

„Es führt uns keinen Millimeter weiter, wenn wir uns die Geschichte der Kirche zurechtbasteln, um uns dann am Ende etwa ein Frauenpriestertum zu genehmigen.

Christus hat sehr bewusst mit Blick auf die innere Logik des priesterlichen Dienstes einen Kreis von Männern ausgewählt und ihnen die apostolischen Vollmachten übertragen.

Das war keine Rücksicht auf seine Zeit. Im Gegenteil. Er entschied im Gegensatz zu fast allen Kulturen seiner Zeit, die weibliches Priestertum in den unterschiedlichsten Formen kannten.

Die Kirche hat kein Recht, von dieser Vorgabe abzuweichen. Das gilt heute und das galt zu allen Zeiten. Die Diakonissen erfüllten eben keinen apostolischen Dienst. Sie trugen kein Weiheamt. Das ist umfangreich erforscht und belegt und Papst Franziskus bezog sich mehrfach auf diese Forschungsergebnisse. Im Übrigen haben Gemeinde- und Pastoralreferentinnen heute weit mehr Kompetenzen als die altkirchlichen Diakonissen.“

Außerdem erklärt der Oberhirte von Regensburg (siehe Foto) Folgendes zur Berufung der Laien und zum Begriff des Weltchristen:

„Die Weltchristen sind berufen, sich als Christen prägend und gestaltend einzubringen in die Politik, die Wissenschaft, die Wirtschaft, die Medienwelt oder die Kunst. Als getaufte und gefirmte Christen sind sie befähigt, diesen Dienst in eigener Verantwortung auszuüben.

Das sind die Elemente weltchristlicher Berufung und sie zu leben, schenkt den Christen und der Kirche Ausstrahlung und missionarische Kraft.

Es war das Zweite Vatikanische Konzil, das sowohl die Christen im Weiheamt als auch die Laien in ihrer jeweils spezifischen Berufung gestärkt hat. Als Ort der spezifischen Berufung der Laien wurde der ‚Weltdienst‘ formuliert. Deshalb spreche ich auch lieber von Weltchristen als von Laien. Der Begriff des Laien ist in unserem Sprachgebrauch negativ besetzt. Man denkt an Menschen mit geringer Kompetenz. Das führt auf eine völlig falsche Fährte.

Ich warne erneut vor einer Klerikalisierung der Laien und einer Laisierung der Kleriker.“

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.bistum-regensburg.de/news/es-geht-um-heiligkeit-bischof-rudolf-voderholzer-zur-lage-der-kirche-und-zur-berufung-der-weltchristen-6725/


21 Kommentare on “Regensburger Bischof zum Frauenpriestertum und den Aufgaben des Kirchenvolkes”

  1. Anonymous sagt:

    Wo genau steht im Neuen Testament etwas über „Ämter“? Von DIENEN und DIENSTEN liest man dort, aber nie von Ämtern- Und davon, dass der unter Ihnen, der der Größte sein will, der Diener aller sein soll. Und davon, dass Gott Menschen BERUFT, kann man einiges lesen, aber nie von einem „Amt“.

    Das könnte daran liegen, dass Gott kein Bürokrat ist, der Ämter zu verleihen hat, sondern ein König, der nach Dienern Ausschau hält. Ein „Amt“ ist immer mit Macht über Menschen verbunden, ein Dienst eigentlich nie. Und nachdem Gott niemals vorgesehen hatte, dass Menschen über andere Menschen Macht ausüben sollen, hat er solche Positionen auch nicht in Aussicht gestellt.

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  2. Holger Jahndel sagt:

    @Anonymous:

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    1. Jesus Christus hat keinen einzigen Mann zum Priester geweiht bzw. einen Klerus erschaffen. Die kath. Kirche hat das nach und nach so eingeführt und dann einfach Bibelstellen etc. dafür „passend“ gemacht. Was genau soll denn die „innere Logik des priesterlichen Dienstes“ sein, der Frauen davon ausschließt? Ein bestimmter Chromosonensatz?
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    Nun, Jesus Christus wurde bereits nach seiner Geburt von sterndeutenden „Magoi aus dem Osten“ als den sterndeutenden Magier-Priestern der monotheistischen persisch-medischen Religion der Zarathustrier bzw. Zoroastrier bzw. Parsen nach dem Propheten Zarathustra bzw. Zoroaster aufgesucht, die kamen um ihm als göttlichen Erlöser mit dem Titel „Menschensohn“ zu huldigen bzw. ihn anzubeten (Jesus Christus verwendete diesen Hoheitstitel auch selbst).
    Damit bestätigten sie die Erfüllung bzw. das Eintreffen der Prophezeitung des Propheten Daniel im Alten Testament der Bibel, der das Kommen des göttlichen Erlösers mit dem Hoheitstitel „Menschensohn“ prophezeit hatte (welchen auch die monotheistischen persisch-medischen Zarathustrier mit ihren sterndeutenden Magier-Priestern erwarteten), und welchen der König zum „Rab-Mag“ als Titel und Amt mit der Funktion des Höchsten der sterndeuten-den persisch-medischen monotheistischen Magier-Priester bzw. „Magoi“ der persisch-medischen monotheistischen Religion der Zarathustrier bzw. Zoroastrier ernannt hatte.
    Jesus Christus war also beides, sowohl der jüdische Messias einerseits als auch der persisch-medische erwartete und prophezeite und verheißene göttliche Erlöser mit dem spirituellen Hoheitstitel „Menschensohn“ andererseits. Laut den Thomas-Christen und Thomas-Kirchen Indiens nach dem Apostel Thomas machte der Apostel Thomas laut deren Überlieferung die „Magoi aus dem Osten“ bzw. Magier-Priester die Jesus Christus aufgesucht hatten um ihm zu huldigen zu christlichen Bischöfen, nachdem er sie getauft und damit auch offiziell zur Christen gemacht hatte. Jesus wurde also schon von Priestern als göttlicher Erlöser angebetet. Sie kannten die Prophezeiung des Propheten Daniel aus dem Alten Testament der Bibel noch.

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    2. Jesus war und ist Jude. Und er wirkte im Wesentlichen in Israel. Die Kultur Israels war jüdisch. Dot gab es kein Frauenpriestertum. Der Verweis auf außerjüdische Kulturen ist daher unsinnig. Dennoch hat Jesus Frauen enorm aufgewertet. Es gab in der Urkirche gesichert weibliche Diakone. Es spricht viel für eine Apostelin Junia:
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    1) Es gab im alten Testament eine Richterin als eine Art Priester-Königin bzw. Hierokratin.

    2) Es gab im Alten und Neuen Testament weibliche Prophetinnen.

    3) Maria wurde von Jesus Christus selbst am Kreuze nach damaligem jüdischen Recht mit den damaligen entsprechenden jüdischen Worten bzw. der damals dafür gebräuchlichen jüdischen Formel dem jüdischen Gesetz gemäß zur Adoptiv-Mutter des Apostels Johannes gemacht, und dieser damit zu ihrem Adoptiv-Sohn bzw. zu Jesu Christi Adoptiv-Bruder usw.

    4)

    https://de.wikipedia.org/wiki/Markus_(Evangelist)

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    Heiligenverehrung

    Im Vorwort einiger Vulgataausgaben wird er bezeichnet als „Markus der Evangelist, der in Israel ein priesterliches Amt ausübte, ein Levite von Herkunft“. Vermutlich geht das darauf zurück, dass Johannes Markus ein Vetter des Leviten Barnabas (Apg 4,36 EU) war. In Alexandria ist jahrhundertelang der Mantel des heiligen Markus aufbewahrt worden, mit dem jeder Bischof bei seinem Amtsantritt bekleidet wurde. Bereits aus dem vierten Jahrhundert wird von Wallfahrten zum Grab des heiligen Markus berichtet.

    Nach koptischer Tradition stellte Markus die Heilige Liturgie zusammen, eine der ältesten Liturgien der Kirche, von der die anderen drei orthodoxen Liturgien abstammen. Sie wurde auswendig gelernt und mündlich weitergegeben, bis sie 330 von Athanasius aufgezeichnet und dem ersten Bischof von Äthiopien übergeben wurde. Die Liturgie wurde von Cyril von Alexandria stark erweitert und ist seither als Liturgie des heiligen Cyrill bekannt. Ein Papyrus-Fragment aus dem vierten oder fünften Jahrhundert befindet sich in Straßburg. Mittelalterliche Kopien sind im Besitz des Vatikans, eine Fassung existiert auch in äthiopischer Sprache.
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    @Felizitas Küble:

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    Guten Tag,
    wenn die Urkirch nicht katholisch war – was war sie dann bittschön?
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    Sie war – so simpel betrachtet und vereinfachend formuliert – orthodox. Siehe dazu eben die Logos-Theologie nach Justin dem Märtyrer als Kirchenlehrer und Kirchenvater und dem Heiligen Irenaeus von Lyon, der diese von ihm übernahm und weiterentwickelte und auch noch den 1. Clemensbrief und den Hirtenbrief des Hermas zum Bibel-Kanon des Neuen Testamentes zählte. Und die gesamte Septuaginta-Bibel als Altes Testament ansah (siehe auch Ambrosius, der auch Philo(n) von Alexandrien und Origenes gründlich studierte usw.).
    Die orthodoxen und orientalischen Kirchen des Ostens bzw. Ostkirchen und slawischen Kirchen folgen meist Justin dem Märtyrer und dem Heiligen Irenaeus von Lyon als Kirchenlehrer und Theologen. Während die Katholiken bzw. die katholische Kirche meist dem Heiligen Augustinus und dem Heiligen Thomas von Aquin theologisch den Vorzug gab. Doch diese kamen eben erst später…! Am Anfang stand die Logos-Theologie neben der judenchristlichen Gesetzes-Theologie, siehe dazu auch Clemens von Alexandrien als Heiliger Clemens und seinen Schüler Origenes und dessen Schüler Gregor Thaumaturgus usw.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Iren%C3%A4us_von_Lyon

    Erwähnenswert wäre noch Ambrosius von Mailand für die Katholiken, noch vor Augustinus!

    https://de.wikipedia.org/wiki/Ambrosius_von_Mailand

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    Die kath. Kirche geht als einzige historisch und sakramental auf Christus und die apostolische Zeit zurück.

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    Dieser Anspruch als einzige apostolische Kirche in bischöflicher und apostolischer Sukzession und Tradition und Nachfolge der Apostel und Bischöfe direkt auf Christus und die apostolischer Zeit zurückzugehen wird von der syrischen Kirche Syriens und auch den Thomas-Christen der Thomas-Kirchen Indiens nach dem Apostel Thomas, von denen Teile in einer Kirchenunion mit der syrischen Kirche Syriens stehen, bestritten und angefochten usw.
    Denn beide sehen sich als gleichranging mit der römisch-katholischen Kirche nach den beiden Aposteln Petrus und Paulus an. Wie es auch die iro-keltische bzw. iro-schottische Johannes-Kirche nach dem Apostel Johannes als koptisch-pelagianisches Johannes-Christentum tat, welches von den Kopten aus Alexandria und der Überlieferung nach auch von Joseph von Arimathäa begründet wurde. Und dann später in der römisch-katholischen Kirche aufging bzw. in sie einging. Siehe auch die Tatsache, dass sich die syrische Kirche Syriens u.a. auch auf die urchristliche Gemeinde in Antiochia zurückführt bzw. von ihr ableitet, die zweitälteste christliche Gemeine des gesamten Christentums, nach der christlichen Ur-Gemeinde in Jerusalem. Auch diese Kirchen sind also echte apostolische Kirchen und gehen auf die apostolische Zeit und Jesus Christus und die Apostel und Bischöfe und ihre Tradition zurück.
    Sie führen sich zurück auf die Apostel Thomas und Thaddäus und Jakobus (siehe auch Jakobus-Liturgie als liturgischen Schatz) und auch auf Markos. Die koptische Kirche sieht den Apostel Markus als ihren ersten Papst an und führt sich auf ihn zurück. Ganze apostolisch.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Markus_(Evangelist)

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    Bischof von Alexandria
    Eusebius, Hieronymus und Epiphanius kennen darüber hinaus die Tradition, dass Markus der Gründer der Gemeinde in Alexandria gewesen sei – als Zeit seiner Ankunft werden die Vierziger- oder Fünfzigerjahre angegeben. Erst Quellen aus dem vierten Jahrhundert (Hieronymus, Eusebius von Caesarea, Markusakten) berichten vom Märtyrertod des Markus in Alexandria am 25. April des Jahres 68.[4] Die koptische Kirche sieht ihn als ihren ersten Papst.

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    https://de.wikipedia.org/wiki/Thomaschristen

    Thomaschristen

    Thomaschristen bezeichnet die indischen christlichen Kirchen, die ihre Geschichte auf eine Erstmission durch den Apostel Thomas zurückführen und heute insgesamt etwa sieben Millionen Mitglieder zählen. Dies sind hauptsächlich:

    die Malankara Syrisch-Orthodoxe Kirche als „Katholikat von Indien“ der Syrisch-Orthodoxen Kirche,

    Thomaschristen haben wie andere Religionsgemeinschaften in Indien eine eigene alte Tradition von Meditationspraktiken (Dhyanam).[1]

    https://de.wikipedia.org/wiki/Dhyana

    https://de.wikipedia.org/wiki/Syrisch-Orthodoxe_Kirche_von_Antiochien

    https://de.wikipedia.org/wiki/Patriarchat_von_Antiochien

    Patriarchat von Antiochien

    Das Patriarchat von Antiochien (auch Patriarchat von Antiochia) ist ein altkirchliches Patriarchat mit dem historischen Zentrum Antiochia am Orontes (Antiochien). Der Überlieferung zufolge wurde es vom Apostel Petrus gegründet. Dessen legitime Nachfolge beanspruchen, nach Spaltung des Patriarchats im Gefolge des Konzils von Chalcedon und nachfolgenden Trennungen, heute mindestens drei Kirchen. Ein jedes dieser Patriarchate betrachtet ihren eigenen Patriarchen als legitimen Nachfolger des Apostels Petrus auf der Kathedra von Antiochien. Aus historischen Gründen residiert keines dieser Kirchenoberhäupter noch in der Stadt Antiochien (heute Antakya in der Türkei).

    https://de.wikipedia.org/wiki/Malankara_Syrisch-Orthodoxe_Kirche

    https://de.wikipedia.org/wiki/Syrisch-Orthodoxe_Kirche_von_Antiochien

    Ursprünge bis zum 3. Jahrhundert
    Die Kirche von Antiochien ist nach der Urgemeinde in Jerusalem die älteste christliche Kirche überhaupt.

    Die Syrisch-Orthodoxe Kirche ging aus den christlichen Gemeinden der syrischen Bevölkerung hervor, die um die Zeitenwende Mesopotamien mit seinen angrenzenden Gebieten besiedelte und sich damit auf die Herrschaftsgebiete zweier miteinander verfeindeter Großreiche verteilte: Der eine Teil lebte im Römischen (dann Byzantinischen) Reich, der andere im Partherreich, das im 3. Jahrhundert vom persischen Sassanidenreich abgelöst wurde. Diese Aufteilung unter die verfeindeten Mächte hatte für die syrische Christenheit auch bald weitreichende Konsequenzen.

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  3. Adolf Breitmeier sagt:

    Nach dieser ,,Kopfwäsche“ muss ich gestehen, dass ich hier die evangelische Kirche gar nicht im Sinn oder Blickwinkel hatte. Zölibat ist selbstverständlich nicht widernatürlich, weil jeder sein Leben selbst gestalten soll, so wie er will. Ich meinte damit eigentlich, dass ich es nicht verstehe, und es auch ein bisschen dem Spruch: Wachset und mehret Euch entgegensteht, aber wie gesagt, das ist eines jeden eigene Entscheidung, die bei Beginn des Priesteramtes mit dem Gelöbnis mitunter im ,,jugendlichen“ ,,Überschwang“, oder auch echtem religiösem Empfinden gegeben wird – und sich später als problematisch herausstellt, herausstellen kann. Es stimmt, beim ,,Linksdrall“ bemerke ich die EKD allerdings.

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    • gerd sagt:

      „und es auch ein bisschen dem Spruch: Wachset und mehret Euch entgegensteht,“

      Zum Wachsen und Vermehren gehören immer noch zwei. Wenn einer fehlt, dann ist es nix mit der Vermehrung. Ich selber habe 50 Jahre zölibatär gelebt, allerdings war das kein persönlicher Entschluss, sondern, wenn Sie so wollen, von der Gesellschaft so vorgegeben. Jeder Beginn im Leben, das könnte eine Berufsentscheidung oder die Ehe sein, kann sich später als problematisch herausstellen. Die Entscheidung, dann nicht die Flinte ins berühmte Korn zu werfen, macht einen charaktervollen und selbstständigen Menschen aus. Und das wollen wir ja alle sein, wenn die Tassen noch im Schrank sind.

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  4. Anonymous sagt:

    Herr Jahndel,

    Sie schreiben:

    „Laut Neuem Testament ist ein Frauen-Priestertum nicht möglich …“

    Und wo genau kann man das dem Neuen Testament entnehmen?
    Wo kann man überhaupt ein kath. Weihepriestertum (mit und ohne Pflichtzölibat) dem Neuen Testament entnehmen?

    Antwort: Nirgends

    Gegenbeispiel: Es gab auch die Apostelin Junia im Neuen Testament.

    „Laut Neuem Testament sind aber Diakoninnen möglich, es wird eine Diakonin namens Phoebe erwähnt.“

    Wieso lehnt die kath. Kirche dann weibliche Diakone ab?

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    • Guten Tag,
      heute hat eine Pastoralassistentin – und auch bereits eine unstudierte Gemeinderferentin – deutlich mehr Kompetenzen, als damals eine Diakonin in der früheren Kirche. Schon damals war es kein sakramentales Amt, sondern ähnlich der gesegneten Jungfrau oder dem Witwenstand mit einer (nicht-sakramentalen!) Segensweihe verbunden.
      Es käme ja auch keiner auf die Idee, nur wegen der Tatsache, daß Witwen in den frühen Kirche besondere Gemeindeaufgaben erhielten (meist diakonische), heute eine Witwenschaft als Sakrament anzusehen.
      Es gibt also längst (nicht-sakramentale) Diakonatsaufgaben für die Frau, nur daß sich der Berufszweig anders nennt (Pastoralassistentin usw).
      Was Junia betrifft so gehörte sie nicht zum Zwölferkreis, das ist hier der springende Punkt. Christus hat seine ZWÖLF APOSTEL mit besonderen Vollmachten ausgestattet. Paulus wurde von den Zwölfen als Missionar-Apostel akzeptiert, Junia aber keineswegs amtlich hinzugefügt.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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      • Anonymous sagt:

        „Amtlich hinzugefügt“ – das scheint mir kein neutestamentlicher Begriff und vor allem keine neutestamentliche Sichtweise zu sein. Und falls doch: Der „amtliche“ Losentscheid zur Nachfolge von Judas Ischariot hat irgendwie nicht so richtig funktioniert … 🙂

        Dennoch war schon Paulus der 13. Apostel. Daher gibt es keinen Grund, warum es nicht weitere Apostel gibt.

        Paulus wurde von Jesus Christus zum Apostel BERUFEN, nicht von Menschen. Das ist ihm extrem wichtig:

        „Paulus, Apostel nicht von Menschen, auch nicht durch einen Menschen, sondern durch Jesus Christus und Gott, den Vater, der ihn auferweckt hat von den Toten, …“ Galater 1,1

        Ebenso: „Paulus, berufen zum Apostel Jesu Christi durch den Willen Gottes, …“ (1. Kor. 1,1)

        Paulus machte auch seine Berufung von keiner Zustimmung durch andere Apostel abhängig:

        „Als es aber Gott wohlgefiel, der mich von meiner Mutter Leib an ausgesondert und durch seine Gnade berufen hat, dass er seinen Sohn offenbarte in mir, damit ich ihn durchs Evangelium verkündigen sollte unter den Heiden, da besprach ich mich nicht erst mit Fleisch und Blut, ging auch nicht hinauf nach Jerusalem zu denen, die vor mir Apostel waren, sondern zog nach Arabien und kehrte wieder zurück nach Damaskus.“ (Gal. 1, 15-17)

        Den anderen Aposteln blieb nur 14 Jahre später (!) die Bestätigung des bereits ohne ihr Zutun feststehenden Fakts, dass Paulus tatsächlich von Gott berufen wurde, das Evangelium unter den Heiden zu verkünden. (vgl. Gal. 2, 7-9) Sie erkannten lediglich das, was Gott 14 Jahre vorher schon souverän ohne menschliches Zutun gemacht hatte: Paulus zum Apostel zu berufen.

        Wo bleibt jetzt Ihre „amtliche Hinzufügung“, Frau Küble?

        Und glauben Sie mir, wenn Paulus oder ein anderer Apostel die Junia als Apostelin bezeichnete, dann war sie das auch. Oder glauben Sie an die Schaffung von zwei Klassen von Aposteln? Dazu besteht kein Anlass.

        Das Problem ist schlicht: Die Urkirche war nicht katholisch.

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      • Guten Tag,
        wenn die Urkirch nicht katholisch war – was war sie dann bittschön? Protestantisch schon mal gar nicht.
        Nun hat aber Christus verkündet, die von IHM gegründete Kirche könne von den Pforten der Hölle nicht überwältigt werden.
        Also gibt es sie heute noch und dies bis zum Ende der Zeiten.
        Die kath. Kirche geht als einzige historisch und sakramental auf Christus und die apostolische Zeit zurück.
        Da beißt die evangelische Maus keinen Faden ab.
        Was Paulus betrifft, so kommt es – lächerlicher Einwand – doch nicht darauf an, ob das heutige Wort „amtlich“ im NT steht, sondern auf den Vorgang selbst. Die Sendung des hl. Paulus wurde von den „Säulen der Urkirche“ zu Jerusalem bestätigt – und das waren (wenn Sie schon so gerne von der Urkirche reden) die hl. Apostel Petrus und Jakobus.
        Von einer ähnlichen Bekräftigung eines konkreten Apostelamtes ist bei Junia nichts bekannt.
        Zudem bedeutet Apostel wörtlich „Sendbote“. Die Urkirche hat einen aus dem weltlichen Bereich bereits bekannten Ausdruck übernommen. Entscheidend ist der von Christus selbst gegründete Zwölferkreis, der an die 12 Stämme Israels zurückverweist. (Paulus kam erst viel später als Missionar-Apostel hinzu.)
        Aber alttestamentliche Bezüge sind ja nicht so ganz Ihr Ding, auch wegen der dortigen Betonung der „Gebote“….
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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      • gerd sagt:

        „Paulus wurde von Jesus Christus zum Apostel BERUFEN, nicht von Menschen.“

        Jeder Apostel wurde von Jesus berufen und wird es heute auch noch. Also, wo ist das Problem?

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      • Anonymous sagt:

        Liebe Frau Küble,

        Sie wiederholen nur die im Wesentlichen lediglich behauptete Sichtweise der römisch-kath. Kirche. Diese Diskussion ist in der Tat müssig.

        Abschließend fasse ich dazu meine Sichtweise zusammen:

        Die ecclesia Jesu Christi war immer einfach nur das: Seine ecclesia, sein Leib, seine Braut usw. Sie kennen ja die biblischen Bezeichnungen selbst. Von „katholisch“ steht da nichts und erst recht nicht von „römisch-katholisch“. Natürlich war die ecclesia immer schon inhaltlich „katholisch“. Das Wort „katholisch“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „auf das Ganze bezogen“, „dem Ganzen gemäß“. In der Bibel selbst kommt der Begriff „katholisch“ nicht vor. Erstmals benutzt ihn der Kirchenvater Ignatius von Antiochien (ca. 130-140): „Wo Jesus Christus ist, da ist die katholische Kirche“. Der Begriff „katholische Kirche“ wurde dann zum Sammelbegriff für alle rechtgläubigen Christen. Im Westen verstand man ihn auch räumlich: die ganze, über den Erdkreis verbreitete Kirche.

        Freilich sagt das nichts darüber aus, wie Kirche organisiert ist, sondern meint einfach alle an Christus Gläubigen. Insofern bin ich auch katholisch. Nur gehöre ich nicht zu diesem Gebilde, das erst nach der konstantinischen Wende entstand und sich „römisch-katholisch“ nennt und lediglich behauptet, sie sei als einzig wahre Kirche auf Christus und die Apostel zurück zu führen.

        Dies zur Klarstellung.

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      • Anonymous sagt:

        gerd,

        das Problem ist die behauptete „amtliche Hinzufügung“.

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      • Guten Tag,
        daß die „Säulen der Urkirche“ von Jerusalem, Petrus und Jakobus, Paulus als Völkerapostel – speziell zur Evangelisierung der Heidenvölker ausgesandt – ausdrücklich akzeptiert haben, ist eine biblische Tatsache und kein „Problem“. Sie haben Paulus damit ihrem Zwölfer-Kreis hinzugefügt und zwar offiziell und nicht heimlich – und somit „amtlich“ (da sie selber das Apostel-AMT von Christus erhielten).
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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  5. Holger Jahndel sagt:

    Zeit-Fragen > 2019 > Nr. 12, 21. Mai 2019 > «Luise von Baden – die vergessene Mutter des Roten Kreuzes» «Luise von Baden – die vergessene Mutter des Roten Kreuzes»Wenig beachtete Beiträge deutscher Kulturvon Moritz Nestor

    https://www.zeit-fragen.ch/de/ausgaben/2019/nr-12-21-mai-2019/luise-von-baden-die-vergessene-mutter-des-roten-kreuzes.html

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  6. Anonymous sagt:

    Herr Bischof Vorderholzer schreibt:

    „Christus hat sehr bewusst mit Blick auf die innere Logik des priesterlichen Dienstes einen Kreis von Männern ausgewählt und ihnen die apostolischen Vollmachten übertragen.

    Das war keine Rücksicht auf seine Zeit. Im Gegenteil. Er entschied im Gegensatz zu fast allen Kulturen seiner Zeit, die weibliches Priestertum in den unterschiedlichsten Formen kannten.“

    Beides ist mehr als zu bezweifeln:

    1. Jesus Christus hat keinen einzigen Mann zum Priester geweiht bzw. einen Klerus erschaffen. Die kath. Kirche hat das nach und nach so eingeführt und dann einfach Bibelstellen etc. dafür „passend“ gemacht. Was genau soll denn die „innere Logik des priesterlichen Dienstes“ sein, der Frauen davon ausschließt? Ein bestimmter Chromosonensatz?

    2. Jesus war und ist Jude. Und er wirkte im Wesentlichen in Israel. Die Kultur Israels war jüdisch. Dot gab es kein Frauenpriestertum. Der Verweis auf außerjüdische Kulturen ist daher unsinnig. Dennoch hat Jesus Frauen enorm aufgewertet. Es gab in der Urkirche gesichert weibliche Diakone. Es spricht viel für eine Apostelin Junia:

    „Ein Apostel zu sein ist etwas Großes. Aber berühmt unter den Aposteln – bedenke, welch großes Lob das ist. Wie groß muß die Weisheit dieser Frau gewesen sein, daß sie für den Titel Apostel würdig befunden wurde.“

    – Johannes Chrysostomos –

    https://de.wikipedia.org/wiki/Junia_(Apostel)#Junia_als_Apostelin

    Die Schrift sagt: „In Christus ist weder Frau noch Mann.“ Die Öffnung für Leitungsämter, die an Frauen vergeben werden, war definitiv gegeben. Das wurde dann später wieder zurückgefahren.

    P.S.: Ich glaube nicht, dass die kath. Kirche durch eine Beendigung des Pflichtzölibats und die Zulassung weiblicher Priester attraktiver werden würde oder neue Mitglieder gewinnen würde. Aber darum geht es mir auch gar nicht.

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    • gerd sagt:

      „Jesus Christus hat keinen einzigen Mann zum Priester geweiht bzw. einen Klerus erschaffen.“

      Diese Behauptung wird gerne ins Feld geführt. Aber sie hat genauso viel Aussagekraft, als würde man behaupten: „Jesus hat sich nie für den Klimawandel eingesetzt!“ Er hat allerdings den Jüngern kurz vor seiner Himmelfahrt den hl. Geist garantiert, „der euch alles lehren wird, was ich euch gesagt habe.“ Die Kirche betrachtet nun u.a. den Ausschluss der Frauen zur Priesteweihe als vom hl. Geist geoffenbarte Weisung. Es geht Gott nicht um eine wie immer geartete Attraktivität in seiner Kirche, sondern um die Wahrheit.

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      • Anonymous sagt:

        Ja, ich weiß schon. „Development Of Doctrine“ hat das Kardinal Newman genannt. Damit kann man freilich ALLES rechtfertigen, was einem so nach und nach in den Sinn kommt. Sekten machen das auch so. Mich überzeugt das NULL. Denn damit ist der Willkür Tür und Tor geöffnet.

        Außerdem: Wenn Sie die Bedeutung der Einführung eines Klerus einschl. Weihepriestertum und Pflichtzölibat mit dem Klimawandel vergleichen, dann scheint mir, dass Sie hier grob falsch gewichten.

        Mir geht es auch um die Wahrheit, mein Freund

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      • gerd sagt:

        „Mir geht es auch um die Wahrheit, mein Freund“

        Da sind wir schon zwei. Etwas zu rechtfertigen weil es einem gerade in den Sinn kommt, hat eine sehr kurze Halbwertzeit. Das wusste selbst Kardinal Newman. Für eine Glaubenswahrheit einstehen, dazu bedarf es Mut und Klarheit und die Bereitschaft schon mal alleine auf weiter Flur zu stehen.

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  7. gerd sagt:

    „würde der rk Kirche einen überaus großen positiven Schub geben.“

    Die r.k. Kirche besteht seid 2000 Jahren und hat sich nie im Stande gesehen, Frauen zur Priesterweihe zuzulassen. Viele Große Heilige in der Geschichte der Kirche waren Zeit ihres Lebens keine Priester. Als herausragendes Beispiel sei hier der hl. Franziskus genannt und Mutter Teresa aus Kalkutta.

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    • Holger Jahndel sagt:

      Laut Neuem Testament ist ein Frauen-Priestertum nicht möglich (es sei denn vielleicht mit der speziellen Ausnahme der Äbtissin eines Frauen-Klosters, siehe die Heilige Brigida von Kildare der iro-keltischen bzw. iro-schottischen koptisch-pelagianischen Johannes-Kirche), im alten Testament aber gab es in der Tat eine weibliche Richterin als Königin bzw. Hierokratin, und es gab im Alten und Neuen Testament Prophetinnen. Laut Neuem Testament sind aber Diakoninnen möglich, es wird eine Diakonin namens Phoebe erwähnt.

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  8. Adolf Breitmeier sagt:

    Ich sehe keinen Grund, warum die Hälfte der Christen, also die Christinnen, vom Priesteramt auszuschließen. Für mich ist es ein schön längst obsoletes mosaisches Gesetz. Das Priesteramt für Frauen in der katholischen Kirche (mit allen Rechten einer Frau, also auch Kinder zu bekommen und zu heiraten, was man ,,normalen“ Priestern auch nicht verwehren sollte, es ist für mich widernatürlich) würde der rk Kirche einen überaus großen positiven Schub geben. aber ich kann als Agnostiker nur von außen raten (urteilen will und kann ich nicht). Es wäre einen Versuch in Deutschland wert.

    Gefällt 1 Person

    • Guten Tag,
      als Agnostiker stehen Sie unserem „Christlichen Forum“ recht nahe, zudem sind Sie nicht der einzige Agnostiker, der hier interessiert mitliest und Kommentare schreibt.
      Allerdings ist Ihre Ansicht naiv, wonach die Einführung des Frauenpriestertums der kath. Kirche einen „überaus großen positiven Schub“ geben würde.
      Verraten Sie mir doch bitte, warum dies in der protstantischen Konfession nicht der Fall war – im Gegenteil, die Austrittszahlen sind bei den Evangelischen weitaus höher als bei uns Katholiken – und zugleich ist die Zahl der Kirchgänger bei uns deutlich höher (12% zu 3%).
      Damit behaupte ich nicht, der Niedergang der EKD sei durch die Einführung von Pastorinnen vor fünfzig Jahren (allein) verursacht, aber von einem „überaus großen positivn Schub“ kann beileibe nicht die Rede sein.
      Übrigens gibts in der EKD auch keinen Zölibat – wo bleibt denn hier der positive Effekt?
      Gerade Sie als christenfreundlicher, konservativer Agnostiker beklagen doch ständig den Linksdrall der EKD.
      Übrigens ist ein zölibatäres Leben durchaus nicht „widernatürlich“ – ich spreche hier immerhin aus Erfahrung und lebe selber so!
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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