So läuft eine charismatische Ehe-Therapie…

Von Felizitas Küble

Die evangelisch-charismatische Zeitschrift  „Charisma“ ist für schwarmgeistige Verhältnisse noch erstaunlich nüchtern. Extreme Verstiegenheiten werden im allgemeinen vermieden. Neben enthusiastischen Artikeln gibt es auch lebenspraktische Beiträge oder Reportagen aus Israel bzw. sonstigen Weltgegenden.

Trotzdem kommen die typisch charismatischen Merkmale immer wieder zum Vorschein – und sie sind umso bemerkenswerter, gerade weil das vierteljährlich erscheinende Magazin sich gerne etwas intellektuell und alltagsnah präsentiert.

So finden wir in der Ausgabe 3/2018 einen Bericht über einen charismatischen Ehe-Workshop. Es geht also um die Heilung und Verbesserung ehelicher Beziehungen  – das Seminar nennt sich LAM (Love after Marriage = Liebe nach der Heirat).

LAM geht auf die pfingstlerisch-amerikanische Bethel-Gemeinde zurück, die von Starprediger Bill Johnson und seiner Frau geleitet wird. Wir haben über die mehr als sonderbaren Praktiken in dieser Megagemeinde bereits zwei Artikel veröffentlicht: https://charismatismus.wordpress.com/?s=bill+johnson

Nun ist es natürlich ein ehrenwertes Anliegen, sich um die Therapie von Eheproblemen zu kümmern oder gesunde Ehen  noch gesünder hinzukriegen.

Keine seelische Intimsphäre in der Ehe?

Allerdings zeigt sich bereits hier wieder die typisch charismatische Neigung zu Verstiegenheiten:

Im Artikel „Tiefer verbunden“ (S. 25) wird dazu aufgefordert, „keine Geheimnisse voreinander zu haben“. Begründung von Pastor Martin Heidenreich: „Eine Beziehung ohne Offenheit ist keine echte.“  – Wenn also ein Ehepartner nicht komplett alles ausplaudert, ist die Beziehung „keine echte“?

Zudem wird darauf verwiesen: „Das Ehepaar im Paradies ist für mich ein Bild dafür, ohne Scham äußerlich und innerlich voreinander nackt zu sein. Das ist Gottes Muster für unsere Ehe.“

Hat der LAM-Seminarleiter schon einmal etwas vom Sündenfall gehört? Mit seiner „Logik“ könnten wir heute noch splitterfasernackt herumlaufen, Versuchungen diesbezüglich gab es schließlich im Garten Eden auch nicht. Also alles paletti?!

Durch den Sündenfall ist aber der Mensch moralisch und spirituell geschwächt, grundsätzlich anfällig für die Sünde, daher gibt es als eine Art Schutzwall für ihn sein angeborenes Schamgefühl  – nicht nur fürs Ankleiden, sondern auch für die seelische Intimsphäre.

Natürlich öffnen sich die Eheleute voreinander weitaus mehr als gegenüber Freunden, Verwandten oder Kollegen. Aber es ist schwärmerisch gedacht, dabei völlig auf jede „innere Scham“ zu verzichten und seine Persönlichkeit gleichsam komplett „auszuziehen“.

Weiter heißt es in einer Weise, die auch aus einer gruppendynamischen Sitzung oder Selbsterfahrungs-Stuhlrunde stammen könnte: „Zunächst gilt es, Blockaden aufzuspüren: Schuld, Festlegungen, Ängste sowie Ballast aus der Familienvergangenheit.“

Eheliche Sexualität: „In der Woche zwier….“ – ?

Wie könnte es anders sein bei soviel eingeforderter „Offenheit“ – es folgt diese Klarstellung: „Hohe Priorität hat das Thema Sexualität.“

Die Gruppenleitung vermittelt den Ehepaaren die rechte Lust: „Außerdem gibt es die Hausaufgabe, zweimal pro Woche sexuell aufeinander zuzugehen.“

Die evangelische Zeitschrift denkt hierbei wohl an den alten Luther-Spruch: „In der Woche zwier – schadet weder ihm noch ihr.

Nur ist diese hausbacken wirkende „Weisheit“ so klug nun auch wieder nicht, weil ein Paar mit Anfang 20 das wohl anders empfindet als eines, das auf die Fünfzig zugeht  – oder noch ältere Semester. Zudem hängt die Angelegenheit auch von der bisherigen Dauer der Ehe ab, von den Temperamenten und sonstigen Befindlichkeiten der Eheleute.

Einen solch fraglichen Ratschlag dann auch noch als „Hausaufgabe“ aufzugeben, wirkt womöglich alles andere als „therapeutisch“. Sex als Leistungsanforderung ist normalerweise kein Ehe-Heilrezept, sondern bewirkt eher das Gegenteil.

Warum Weniger MEHR bedeutet

Zudem besteht mit Luthers Spruch die Gefahr der Gewohnheit und Banalität, was zu sexuellem Überdruß und damit Unlust führen kann – einmal abgesehen davon, daß das Judentum schon wissen wird, warum es – wenngleich im Kontext kultischer Reinheitsregeln – gut zwei Wochen pro Monat eine eheliche Enthaltsamkeit vorsieht.

Dasselbe gilt übrigens (zudem bei einem fast identischen Zeitraum nach der Periode) für die Natürliche Empfängsregelung, wie sie gläubige Katholiken praktizieren. Diese Art der Familienplanung ist nicht nur komplett gesund und kostenlos, sondern dient auch einer bleibenden frischen Spannung in der Ehe und einer menschenwürdigen Sexualität mit gegenseitiger Rücksichtnahme und vernünftigen Verzichtsphasen, welche die Vorfreude steigern.

Also genau umgekehrt wird ein Schuh draus: Statt „in der Woche zwier“ hilft es der Ehe, zwei Wochen pro Monat enthaltsam zu sein!

Gläubige jüdische und katholische Ehepaare haben hier die Nase vorn!

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


20 Kommentare on “So läuft eine charismatische Ehe-Therapie…”

  1. Holger Jahndel sagt:

    Bulletin 25 – 2019
    Bulletin 25 – Leib, Leben, LiebenBulletin 25, 2019 – Leib, Leben, Lieben
    Leib, Leben, Lieben
    Bedeutung und Relevanz
    für Mann und Frau

    https://www.dijg.de/bulletin/leib-leben-lieben/

    „Bund Katholischer Ärzte“ (BKA) Deutschland

    http://www.kathpedia.com/index.php?title=Bund_Katholischer_%C3%84rzte

    https://hpd.de/artikel/bund-katholischer-aerzte-homosexualitaet-aerztlicher-behandlungsfall-15725

    Kardinal Woelki – Kämpfer für Sexualerziehung
    Johannes Bischöfe im Abseits, Homosexualität 3. Juni 2015 1 Minute

    Für den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki ist die Sexualaufklärung „eine wichtige schulische Aufgabe“. Diese müsse bereits in der Grundschule beginnen, sagte er im Interview des Bildungsportals Nordrhein-Westfalen … Die Kirche dürfe nicht diskriminieren und müsse auch für Lesben und Schwule offen sein, sagte der Kardinal: „Genau so steht es auch im Katechismus.“ [Quelle]

    https://kircheninterna.wordpress.com/2015/06/03/kardinal-woelki-kampfer-fur-sexualerziehung/

    Die Allianz zwischen Sexueller Revolution und Linkskatholizimus in Deutschland

    https://kircheninterna.wordpress.com/2015/06/09/die-allianz-zwischen-sexueller-revolution-und-linkskatholizimus-in-deutschland/

    http://mathias-von-gersdorff.blogspot.com/2015/06/linkskatholizismus-und-sexuelle.html

    https://kircheninterna.wordpress.com/

    Offensive junger Christen

    https://www.ojc.de/

    Deutsches Institut für Jugend und Gesellschaft

    Das Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft forscht und informiert über zukunftsfähige Lebensgrundlagen und nachhaltige Entwicklungsarbeit in den Bereichen Lebenskultur, Ehe und Familie, Identität, Sexualität, Homosexualität, Menschenrechte, Diakonat.

    Das Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft ist das Studienzentrum der ökumenischen Kommunität „Offensive Junger Christen – OJC e.V.“, im englischen Sprachraum als „The Reichenberg Fellowship“ bekannt.

    Die OJC ist eine ökumenische Kommunität in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Fachverband im Diakonischen Werk der EKD.

    Es forscht und informiert über zukunftsfähige Lebensgrundlagen und nachhaltige Entwicklungsarbeit in den Bereichen Lebenskultur, Ehe und Familie, Identität, Sexualität, Homosexualität, Menschenrechte, Diakonat.

    Das Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft wurde 1969 gegründet.

    https://www.dijg.de/ueber-uns/das-dijg/

    https://www.dijg.de/ Siehe auch die Websites und Bücher von Judith Reisman und James DeMeo aus den USA und Prof. Bernd Senf aus Berlin nach dem Psychologen Wilhelm Reich und die christliche Psychologin Christa Meves und die Wertkonservative Eva Hermann – siehe auch Klagemauer.TV aus der Schweiz und das Zeit-Fragen Magazin, siehe auch ältere Artikel im Archiv zu Psychologie allgemein und personaler Psychologie und Kinder und Erziehung usw.

    http://www.berndsenf.de siehe auch Orgon-Therapie und Biophotonen-Therapie und Viktor Schauberger und Biomagnetismus und Magnetfeldtherapie und „Lebensenergieforschung“ und TCM und die traditioneller indische Heilkunst Ayurveda und alternativer Medizin usw.

    http://www.zeit-fragen.ch siehe auch zu Didaktik und Pädagogik und Lernen und Lehren usw.

    Meine Texte zu Hildegard von Bingen

    In ihren Eingebungen aus dem Licht erfuhr die hellsichtige Kirchenfrau Hildegard von Bingen vor allem von der umfassenden Heilkraft der Pflanzen und Kräuter. Auch Inspirationen zahlreicher Mysterien rund um die Musik wurden ihr kundgetan. Die Gesetze von Liebe und Werten, die schöpferisch zwischen Himmel und Erde wirken, enthüllte die Benediktinerin auf der Basis ihres tiefen Gottesglaubens, der aus jeder ihrer bemerkenswerten Zeilen spricht.

    https://www.eva-herman.net/meine-texte-zu-hildegard-von-bingen/

    https://www.eva-herman.net/natur-seele/

    https://www.eva-herman.net/gesundheit/

    https://www.eva-herman.net/

    Pfarrer: „Der Heilige Geist ist sträflich vernachlässigt worden“

    Der 1. Vorsitzende der Geistlichen Gemeinde-Erneuerung (GGE), Henning Dobers. Foto: Privat

    Wetzlar (idea) – Der Heilige Geist ist in der evangelischen Kirche lange sträflich vernachlässigt worden. Diese Ansicht vertritt der Vorsitzende der Geistlichen Gemeinde-Erneuerung (GGE) innerhalb der Evangelischen Kirche, Pfarrer Henning Dobers (Hannoversch Münden), in einem Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Ihm zufolge hat die evangelische Kirche in den vergangenen 200 Jahren „eine sehr große Nähe zum Rationalismus und eine große Distanz zu allem entwickelt, was übernatürlich ist und sich unserer Kontrolle entzieht“. Heute gebe es aber eine viel größere Offenheit gegenüber dem Heiligen Geist als noch vor 20 Jahren. Die Geistliche Gemeinde-Erneuerung ermutige dazu, sich dem Heiligen Geist zu öffnen und die im Neuen Testament beschriebenen Geistesgaben zu praktizieren. Dabei gehe es nicht um dramatische Effekte. Die Gabenvielfalt des Heiligen Geistes könne auch auf ganz nüchterne Weise erfahren werden. Seine Frucht sei Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Keuschheit. Dabei gehe es vor allem um eine Veränderung des Charakters. So würden durch die Kraft Gottes Jähzornige milder und misstrauische Menschen offener. Veränderungen seien ein lebenslanger Prozess: „Auch ein Mann wie Apostel Petrus war nicht von jetzt auf gleich fromm. Er hatte schwerste charakterliche Rückfälle, ist aber immer wieder aufgestanden.“

    Mit der Zungenrede wurde manchmal „Schindluder“ betrieben

    Ferner äußerte sich Dobers zur Gnadengabe der Zungenrede. Damit sei manchmal Schindluder betrieben worden, weil sie „charakterlich unreif praktiziert“ worden sei. Wichtig sei, dass man bei ihrem Gebrauch den Verstand nicht ausschalte. Wenn in einer Gebetsgemeinschaft jemand anfange, in Sprachen zu beten, müsse immer dafür gesorgt sein, dass diese auch übersetzt werden. Ähnlich verhalte es sich mit der Gabe der Prophetie. Wenn jemand sage „Der Herr hat mir gesagt“, müsse das durch andere Christen geprüft werden. Gaben dürften nicht als Waffe eingesetzt werden – etwa mit dem Satz: „Du bist nicht geheilt worden, weil du nicht genug geglaubt hast.“ Solche Aussagen hätten eine schlimme Wirkung auf den Betroffenen.

    Charismatiker werden „immer als gewisse Bedrohung wahrgenommen“

    Nach Dobers Worten hat die GGE in der EKD viel erreicht. So sei die von der GGE wiederentdeckte Segnung von Kranken heute Bestandteil vieler Gottesdienstordnungen. Auch die von der GGE angeschobenen Glaubensgrundkurse gebe es heute fast flächendeckend. Zudem werde das Wort „Lobpreis“ heute nicht mehr verschämt in den Mund genommen. Allerdings würden Charismatiker „immer als gewisse Bedrohung wahrgenommen“. Sie seien offen dafür, „dass der Heilige Geist unsere Pläne über den Haufen wirft“. Dies wirke auf manche Leute wie Chaos. Die GGE repräsentiert die Anfang der 60er Jahre entstandene charismatische Bewegung in den evangelischen Landeskirchen. 1979 konstituierte sie sich unter der Leitung des Hamburger Pfarrers Wolfram Kopfermann als Verein. Etwa 10.000 Menschen in Deutschland zählen sich zu den Freunden der GGE.

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  2. Anonymous sagt:

    Ich kann an dieser angeblich so bösen und angeblich charismatischen Eheberatung nichts Falsches finden. Im Gegenteil. Sie entsprechen dem, was wir in über 25 Ehejahren selbst erleben. Ein paar Gedanken dazu:

    1. Nackt-Sein in der Ehe

    Der Sündenfall hat dazu geführt, dass wir uns unserer Nacktheit schämen. Das ist also negativ. Das „Nackt-Sein“ bezieht sich dabei NICHT nur auf den Körper, sondern auf unsere Seele. Eine erfüllte Ehe bietet den Schutzraum, sich mehr und mehr einander zu öffnen, sich zu zeigen, ohne Angst vor Zurückweisung.

    Als Christen aber sind wir von den Folgen des Sündenfalls – mit Ausnahme des biologischen Todes – befreit. Christus hing nackt für uns an diesem Kreuz und nahm unsere Scham auf sich. Wir dürfen also lernen, uns wieder einander zu öffnen, verletzlich und nackt voreinander zu sein. Gerade SO werden wir wiederhergestellt in das Ebenbild Gottes, als welches wir erschaffen und zu welchem wir durch Christus befreit wurden.

    2. Nackt-Sein außerhalb der Ehe

    Andere Menschen außer den christlichen Ehepartnern befinden sich nicht in diesem Schutzraum und wären überfordert, wenn wir überall nackt (seelisch wie körperlich) herumlaufen würden, zumal Sexualität NUR in die Ehe gehört. Wir sollen auch niemand Gelegenheit geben, zu sündigen, indem wir uns körperlich nackt präsentieren.

    Dies mal ganz abgesehen davon, dass es in Mitteleuropa auch witterungsbedingt die meiste Zeit nicht sehr sinnvoll wäre, nackt herum zu laufen.

    3. Kein Zwang

    Niemand darf dazu GEZWUNGEN werden, sich in der Ehe nackt (seelisch wie körperlich) zu präsentieren. Nachdem es sich hier um Seminare für Gläubige handelt, werden es schlicht nur Empfehlungen sein, deren Befolgen natürlich den Seminarteilnehmern selbst überlassen bleibt. Und jedes Ehepaar hat seine eigene Geschichte und sein eigenes Tempo.

    Für mich ist es jedenfalls ein erstrebenswertes Ziel, vor meiner Frau offen und ohne Geheimnisse zu sein. Sie darf das von mir sehen, was Gott auch sieht.

    Es geht auch nicht um „geplanten“ Sex 2 mal die Woche. Klar nimmt die Frequenz im Laufe der Zeit bei den meisten Ehepaaren ab. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass es grundsätzlich eine schlechte Idee ist, wegen Stress u.a. an der sexuellen ehelichen Begegnung zu „sparen“. Wobei ich es nicht verwerflich finde, gerade bei einem sehr vollen Terminkalender sich mindestens einmal die Woche einen gemeinsamen Termin dafür frei zu halten. Denn nur für Spontanität ist sonst oft kein Platz mehr. Aber wie gesagt, das mögen andere Ehepaare anders für sich beurteilen.

    Ich teile allerdings nicht die katholische Verherrlichung für Enthaltsamkeit in der Ehe (sonst schon), sondern glaube fest, dass sich Gott daran sehr freut. Natürlich immer FREIWILLIG und IN ÜBEREINSTIMMUNG beider Ehegatten ohne Zwang und Druck.

    Paulus jedenfalls fordert Ehepaare auf, sich auch sexuell nicht einander zu entziehen; es sei denn um zu beten. Denn die Ehepartner gehören nicht mehr sich selbst, sondern einander.

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    • Bernhard sagt:

      Die katholische Kirche verherrlicht nicht generell die Enthaltsamkeit in der Ehe. Es hat in der Vergangenheit Paare gegeben, die eine „Josefsehe“ führen wollten, d.h. auch in der Ehe auf sexuelle Begegnung verzichteten. Das wurde aber von der Kirchenleitung eher kritisch gesehen und nicht etwa empfohlen.

      Es ist vielmehr so, dass in der katholischen Kirche keine künstlichen Verhütungsmittel erlaubt sind und bei der natürlichen Empfängnisregelung zwangsläufig circa 14 Tage pro Monat ohne Sexualität sein müssen, wenn man kein Kind will. Von manchen Leuten wird das auch deswegen sehr befürwortet, weil es die erotische Spannung und das sexuelle Verlangen erhöhe. Das liest man aber mehr in den persönlichen Erfahrungsberichten und nicht in kirchlichen Verlautbarungen. Von einer generellen Verherrlichung der Enthaltsamkeit in der Ehe kann also keine Rede sein.

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      • Anonymous sagt:

        Na schön. Dann wird sie eben von manchen Katholiken verherrlicht.

        Um Verhütung müssen wir uns nicht mehr kümmern … 🙂 Wir haben allerdings nie die Pille benutzt. Ich fand das entwürdigend für die Frau in der Ehe, sich eine chemische Substanz fortwährend zuführen zu müssen, um „risikolos verfügbar“ zu sein. Vielmehr sollen beide genau wissen, was sie tun, wenn sie an fruchtbaren oder unfruchtbaren Tagen miteinander schlafen. Außerdem hielt ich die Pille schlicht für ungesund.

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  3. Bernhard sagt:

    Leute… Worüber man sich alles ereifern kann.

    Es dürfte klar sein, dass Sexualität in der Ehe grundsätzlich in Ordnung ist (und nicht nur „in den Beichtstuhl gehört“).

    Jedes Ehepaar ist anders. Für manche mag es sinnvoll sein, mindestens zweimal pro Woche Geschlechtsverkehr zu haben, für andere nicht. Und als „muss“ war das in diesem Seminar wohl auch nicht gemeint.

    Natürliche Empfängnisregelung ist von der katholischen Kirche geboten, und periodische Enthaltsamkeit kann auch die erotische Spannung erhöhen. Dass es unter diesem Aspekt aber immer hilfreich ist, ist auch nicht in Stein gemeißelt sein.

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    • Guten Tag,
      hier hat kein Kommentator geschrieben, Sexualität gehöre „in den Beichstuhl“, sondern vielmehr die „seelische Intimsphäre“.
      Was ja auch stimmt!
      Der Zusammenhang bezieht sich auf die Aufforderung im Seminar, keinerlei „Geheimnisse“ voreinander zu haben.
      Dass Sexualität in der Ehe grundsätzlich in Ordnung ist, schreiben Sie ganz richtig – aber aus katholischer Sicht ist sie sogar mehr als das, sie ist geheiligt durch das Sakrament der Ehe.
      Übrigens ist es der Ehevollzug (also die erste leibl. Vereinigung nach der Heirat), welche die absolute Unauflöslichkeit der Ehe b e g r ü n d e t (und dies nach kirchlicher Lehre seit zweitausend Jahren).
      Der Ehebund wird zwar am Trau-Altar geschlossen, aber eine gültige, jedoch nicht vollzogene Ehe kann vom Papst aufgelöst werden.
      Hingegen ist ab dem „Vollzug“ eine a b s o l u t e Unauflöslichkeit gegeben, das heißt: Eine gültige und vollzogene Ehe kann auch der Papst nicht mehr „scheiden“.
      Woraus sich ergibt, wie hoch die eheliche Vereinigung von der amtlichen katholischen Lehre eingeschätzt und wertgeschätzt wird.
      Keiner hat bestritten, daß „zweimal pro Woche“ für manche Eheleute sinnvoll sein mag – ich habe in dem Artikel aber klargemacht, daß dies aber keine ALLGEMEINE AUFFORDERUNG („Hausaufgaben…“) sein sollte.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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      • Anonymous sagt:

        Auch eine sog. „absolute Unauflöslichkeit“ verhindert keine „Annullierung“ durch die sacra rota.

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      • Guten Tag,
        eine Annullierung ist keine Ehescheidung, sondern eine Ungültigkeitserklärung – haargenau deshalb schrieb ich, eine gültige (!) und vollzogene (!) Ehe sei absolut unauflöslich, woran auch ein Papst nichts ändern könne. Genau das ist der katholische Standpunkt.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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  4. Heidi Rätz sagt:

    Ich finde es ganz schlimm, dass eine überkommene und nicht-biblische katholische Moral hier angelegt wird. Weder die Autorin noch Kommentatoren war bei einem LAM Workshop und haben den Segen erlebt, wenn der Heilige Geist Herzen heilt und Beziehungen wiederherstellt. Mein Mann und ich waren dabei und kennen allein 2 Ehen, die dadurch gerettet werden. Ich finde es schlimm, wenn hier Wertvolles lächerlich gemacht wird, in einer Zeit, wo die Gesellschaft jegliche Orientierung verliert. Anstatt froh zu sein, dass hier Ehen gerettet werden, wird gerichtet (was lt. meiner Bibel nur Gott tut!).
    Die Katholische Kirche hat genug Schuld auf sich geladen und hat nicht das Recht, andere zu verurteilen und schlecht zu machen und Sie als Autorin haben nicht das Recht etwas zu diffamieren, was sie nicht wirklich kennen.
    Der Teufel kann sich die Hände reiben, die Christen machen sich gegenseitig das Leben schwer anstatt sich in Einheit auf eine kaputt gehende Welt zuzuwenden und ihr den Weg zu Christus zu zeigen.

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    • Guten Tag,
      vielleicht übersehen Sie, daß über dieses Seminar ein öffentlicher BERICHT in einer charismatischen Zeitschrift erschienen ist, aus dem wir wörtlich zitieren – und wozu wir unsere Meinung schreiben, wenn Sie gnädig erlauben.
      Um einen Artikel über ein Seminar zu bewerten, müssen wir nicht selber dort gewesen sein – schon klar?
      Mir Ihrer speziellen „Logik“ könnte man den Journalistenberuf gleich ganz abschaffen. Es gehört dort zum Tagesgeschäft, zu öffentlichen (!) Beiträgen Stellung zu nehmen und ggf. zu widersprechen.
      Ich habe nichts „diffamiert, was ich nicht wirklich kenne“, sondern ich habe zu Aussagen Stellung genommen, die ich sehr wohl kenne, weil ich sie wörtlich zitiert habe und jener Artikel direkt vor mir liegt.
      Ihre Aufregung ist daher schlichtweg unbegründet.
      Dann beklagen Sie, Christen würden sich gegenseitig das Leben schwermachen (mit solcher Kritik), gleichzeitig aber attackieren Sie selber die katholische Kirche einen Abschnitt davor.
      Haben etwa die anderen Konfessionen keine „Schuld auf sich geladen“?
      Unsinnig ist auch Ihre Behauptung, bei uns würde eine „überkommene, nicht-biblische…Moral“ angelegt. Einmal abgesehen davon, daß das Gesetz Moses (wozu auch die eheliche Enthaltsamkeitsphase gehört) in der Bibel steht (AT), heißt es bei Paulus, die christlichen Eheleute sollen nicht sexuell triebhaft „wie die Heiden“, sondern ehrfürchtig miteinander umgehen:Das ist es, was Gott will: eure Heiligung – dass ihr die Unzucht meidet, dass jeder von euch lernt, mit seiner Frau in heiliger und achtungsvoller Weise zu verkehren, nicht in leidenschaftlicher Begierde wie die Heiden, die Gott nicht kennen“ (1 Thess 4,3 ff).
      Das bedeutet z.B., daß die Frau nicht per Pille ständig verfügbar zu sein hat. Rücksichtnahme sieht anders aus!
      Die zunehmende Pillenmüdigkeit kommt jedenfalls von den Frauen selbst und wird nicht von der kath. Kirche diktiert: https://charismatismus.wordpress.com/2019/05/29/oesterreich-skepsis-gegenueber-der-pille-steigt/
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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    • Dorrotee sagt:

      @Heidi:
      Sie kennen also 2 Ehen, die durch den LAM-Workshop gerettet worden sind. Da würde ich gerne Genaueres drüber wissen. Ich hätte viele Fragen dazu, besonders diese:
      Seit wann sagen diese Eheleute, dass ihre Ehe durch LAM gerettet worden sei? Gerne mal die Jahreszahl. Seit 2009 oder 2015? Sind das wirklich auf Dauer gerettete Ehen?
      Standen diese Ehen vor der Trennung ?
      Es gibt keinen Bereich im Leben, in dem soviel gelogen und betrogen wird wie in den Beziehungen zu und mit Menschen.

      Die Workshops müssen ja mit neuen Teilnehmern gefüllt werden, indem Eheleute öffentlich „Zeugnis ablegen“.

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    • Bernhard sagt:

      Was ist an der katholischen Moral „überkommen und nicht-biblisch“? Die evangelikale Sexualmoral ist auch nicht deutlich anders (außer dass künstliche Verhütung erlaubt ist).

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      • Guten Tag,
        Sie haben recht, die evangelikale Sexualethik ist der katholischen „Sexualmoral“ zum Verwechseln ähnlich.
        Wobei viele Evangelikale die Pille ablehnen (man lese nur mal die Zeitschrift IDEA – dort fanden und finden sich immer wieder kritische Artikel dazu).
        Auch evang. Theologen und Buchautoren äußern sich entsprechend der kath. Lehre – wie z.B. Pfarrer Dr. Werner Neuer.
        Die NER ist auch in vielen evangelikalen Kreisen gut angesehen.
        Ich weiß es durch meine Kontakte in diese Richtung seit über vierzig Jahren.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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    • Anonymous sagt:

      Liebe Heidi Rätz,

      Sie haben völlig Recht mit dem, was Sie hier schreiben. Frau Küble hat es sich leider zur Lebensaufgabe gemacht, dem Verkläger der Brüder zu dienen und alles, was sie für „charismatisch“ hält, in Bausch und Bogen zu verurteilen.

      Es gibt allerdings auch gute katholische Eheberatungen. Die haben aber dann nichts von dem an sich, was Frau Küble hier wiedergibt. Frau Küble ist allerdings meines Wissens selbst nicht verheiratet. jedenfalls lebt sie nach eigener Aussage schon lange Zeit zölibatär. Sie kann daher mit ihrem Leben nicht abdecken, was sie hier behauptet.

      Ich nehme aber an, dass auch diese Antwort zensiert wird.

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      • Guten Tag,
        das entspricht nun ganz und gar nicht Ihren vielen frommen Säuselworten von Nächsten- oder gar Feindesliebe, mir zu unterstellen, meine Lebensaufgabe sähe ich darin, dem Teufel („dem Verkläger der Brüder“) zu dienen.
        Ist Ihnen bekannt, was Christus in der Berpredigt über jene sagte, die ihren Bruder als „gottlos“ herabsetzen?
        Dem Satan dienen wäre noch schlimmer als „Gottlosigkeit“.
        Aber diese Dämonisierung von Kritikern kenne ich aus dem charismatischen Spektrum schon seit Jahrzehnten – das gehört dort quasi zur DNA.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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      • Anonymous sagt:

        Frau Küble,

        bitte verwechseln Sie Nächsten- und Feindesliebe nicht mit Nettigkeit, Zahnlosigkeit und heiapopeia. Nächsten- und Feindesliebe verträgt sich wunderbar mit Klarheit. Sie wissen schon noch, welche Worte Jesu für die Pharisäer gebrauchte, die er dennoch liebte? Oder Petrus und Paulus für gewisse Personen?

        Und ich habe genug von Ihnen gelesen; insbesondere Ihre Antworten auf Kritiken an Ihrer pauschalen Verurteilung der „Schwärmer“, um zu dem Ergebnis kommen zu müssen, dass Sie, was dieses Thema betrifft, dem Verkläger der Brüder dienen. Als „gottlos“ habe ich sie nicht bezeichnet. das ist eine andere Kategorie. Mit jeder Sünde dienen wir übrigens Satan. Das betrifft also auch Christen. Schon gewusst?

        Außerdem hat Jesus nicht vom Vorwurf der Gottlosigkeit gesprochen. Sondern davon:

        „Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf! der ist des Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr! der ist des höllischen Feuers schuldig.“ (Matth. 5, 22)

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      • Guten Tag,
        in vielen Übersetzungen heißt es bei Mt 5,22: „…wer aber sagt, Du gottloser Narr, soll der Hölle verfallen sein.“
        Hier ein Beispiel: https://www.domradio.de/radio/sendungen/evangelium/mt-520-26-aus-dem-evangelium-nach-matthaeus-0
        Um Ihre Dreistigkeit zu rechtfertigen, erwähnen Sie Jesu harte Worte für die Pharisäer, die NICHT an ihn glauben – und stellen mich damit mit diesem Vergleich in dieselbe (ungläubige!) Ecke.
        Ich ziehe mir diesen Schuh sowieso nicht an, aber er zeigt so eindrucksvoll die oft anzutreffende Arroganz und Dämonisierung Andersdenkender im charismatischen Lager, dem Sie angehören.
        Nirgendwo anders – nicht einmal bei Linksradikalen – habe ich das jemals so massiv seit Jahrzehnten erlebt.
        Was soll in diesem Kontext Ihre Bemerkung, mit jeder Sünde würden wir doch Satan dienen – samt der ironisch-dümmlichen Anfügung: „Schon gewußt?“
        Da wir alle sündigen, wären wir wohl dann alle „Verkläger unserer Brüder“?
        Nein, Sie hatten mir vielmehr unterstellt, der Dienst an Satan (dem Verkläger) würde ich als meine Lebensaufgabe (!) ansehen.
        DARUM geht es, sparen Sie sich Ihre Ausflüchte!
        Wogegen ich trotz aller deutlichen Sachkritik noch keinem Charismatiker jemals unterstellte, der Dienst an Satan sei seine Lebensaufgabe.
        Das enthusiastische Schwärmertum hat übrigens schon Paulus kritisiert – oder kennen Sie nicht seine beiden Briefe an die hierfür anfälligen Korinther?
        Ich bin nicht bereit, mich weiter mit Ihren absurden Kapriolen und Pseudo-Rechtfertigungen zu befassen.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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  5. Dorrotee sagt:

    Ich gebe der Autorin Fr. Küble meine Zustimmung.
    Also wenn alles ausgeplaudert wird, kann es zu schweren Beziehungsproblemen kommen, z.B wenn man eine zusätzliche gesundheitliche Untersuchung auf Anraten des Arztes wegen Krebs machen sollte, muss der Ehepartner nicht unbedingt damit behelligt werden. Es macht beide nervös, und man k a n n es zum Thema machen, wenn die Untersuchungen gelaufen sind. Man muss nicht die Pferde scheu machen. Das ist auch L I E B E , den anderen mal zu schonen.

    Und diese Empfehlung mit 2 x die Woche Sex zu haben, ist so lächerlich. Die Autorin beschreibt es ja genau, warum es nicht nach Plan gehen kann.
    Und die natürliche Empfängnisregelung, die gläubige Christen praktizieren sollten, hält das Feuer der Zuneigung zum Sex am Brennen. Dem kann ich aus eigener Erfahrung mit dieser Art Empfängnisregelung nur zustimmen.

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  6. gerd sagt:

    Die seelischen Intimsphäre gehört in den Beichtstuhl. Zweimal pro Woche Sex? Das könnte aus dem Ratgeber der Bravo stammen und von Dr. Sommer verfasst sein.

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