ROG-Kritik: Wenigen Unternehmern gehören die meisten Medien in Indien

Nur eine kleine Gruppe von Unternehmen dominiert die Medienlandschaft Indiens. Diese wirkt zwar auf den ersten Blick vielfältig, doch trotz der enormen Anzahl an Printmedien und Rundfunksendern gefährdet eine hohe Konzentration die Pressevielfalt im Land.

Obwohl mehr als 118.000 Printtitel im Land registriert sind, vereinen auf vielen regionalen Zeitungsmärkten der verschiedenen Sprachen jeweils die zwei führenden Medien mehr als die Hälfte der Leseranteile auf sich.

Das sind einige Ergebnisse des Rechercheprojekts Media Ownership Monitor (MOM) Indien, das Reporter ohne Grenzen (ROG) zusammen mit dem indischen Projektpartner DataLEADS nach sechsmonatiger Recherche am Mittwoch (29.5.) in Delhi vorgestellt hat.

Die Ergebnisse sind ab sofort unter http://india.mom-rsf.org abrufbar.

Sie stellen eine Bestandsaufnahme der indischen Medienlandschaft dar und zeigen, wem die Massenmedien des Landes gehören und wer sie letztlich kontrolliert.

„Indien ist einer der größten Medienmärkte der Welt. Doch die Konzentration von Medienbesitz zeigt, dass eine Handvoll Personen Medien im Land besitzt und kontrolliert. Unsere Recherchen bringen Transparenz in die Besitzstrukturen und zeigen ihre Auswirkungen auf den Medienpluralismus im Land“, sagte Syed Nazakat, Gründer und CEO von DataLEADS.

„Die Ergebnisse des Media Ownership Monitor in Indien zeigen, dass eine Vielzahl an Medien nicht gleichbedeutend ist mit einer pluralistischen Medienlandschaft. Dank unserer Recherchen konnten wir eine Online-Datenbank erstellen, durch die alle Bürger sehen können, welche Gesichter hinter den wichtigsten Medien im Land stehen“, sagte ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske in Delhi.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://ogy.de/okv3


One Comment on “ROG-Kritik: Wenigen Unternehmern gehören die meisten Medien in Indien”

  1. Interessanterweise beschränkt sich dies beileibe nicht nur auf Indien. Ein Blick auf die konzertierte Medien-Matrix in Deutschland zeigt, dass auch hier wenige „Player“ den Ton angeben.

    So etwa die Bertelsmann Stiftung, die via Bertelsmann-Konzern mit der „RTL-Group“ (Europas größtem Betreiber von werbefinanziertem Privatfernsehen und -radio) bestehend aus der RTL-Senderfamilie sowie n-tv und VOX massiv Politik macht. Oder die „Funke Mediengruppe“ (Regionalzeitungen wie Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Hamburger Abendblatt, Berliner Morgenpost sowie „Gong“, Bild+Funk, Hörzu, „Bild der Frau“, TV-direkt, Die Aktuelle, Das Goldene Blatt und Echo der Frau) und „Hubert Burda Media“ (u.a. „Focus“, „Bunte“ Computermagazin „Chip“ etc.) – beide beteiligten sich übrigens an einer „Haltungskampagne“ zur Europawahl (https://web.de/magazine/politik/europawahl-deutsche-unternehmen-rufen-waehlen-steckt-daihnter-33642540), man habe schließlich eine „gesellschaftliche Verantwortung“ (https://www.horizont.net/marketing/nachrichten/haltungskampagne-made-in-germany-unternehmer-haben-durchaus-eine-gesellschaftliche-verantwortung-174014?crefresh=1).

    Das omnipräsente „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ gehört zur „Madsack Mediengruppe“, deren größte Kommanditistin die „Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft“, das Medienbeteiligungsunternehmen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) ist.

    Liken


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