Die Unionsfraktion fordert ein Denkmal für die Opfer des „DDR“-Kommunismus

Für Entfristung der Rehabilitierungsgesetze

Am heutigen Donnerstag würdigt die CDU/CSU-Bundestagsfraktion gemeinsam mit der SPD durch ihren Antrag „30 Jahre Friedliche Revolution“ die Helden der deutschen Einheit von 1989.  –  Dazu erklärt die stellv. Vorsitzende der Unionsfraktion, Gitta Connemann:

„Vor 30 Jahren brachten mutige Menschen die Mauer zum Einsturz. Ihre Sehnsucht nach Freiheit und Demokratie war stärker als die Angst. Die Bürger in der DDR trieb der Mut der Verzweifelten auf die Straße.

Wir als CDU/CSU-Bundestagsfraktion wollen diesen Mut würdigen, denn viele bezahlten dafür einen hohen persönlichen Preis. Eltern, die der SED ein Dorn im Auge waren, wurden ihre Kinder entrissen, in Heime gesteckt oder zwangsadoptiert. Menschen wurden bespitzelt und inhaftiert. Biographien wurden gebrochen. Die Schicksale wirken bis heute nach.

Das SED-Unrecht können wir nicht ungeschehen machen. Doch wir wollen Anerkennung und Gerechtigkeit für die Opfer – auch nach 30 Jahren. Viele Entscheidungen sind hierzu in den letzten Jahrzehnten getroffen worden. Die größte Not konnte abgefedert werden. Das war und ist eine Gemeinschaftsleistung der Menschen in Ost und West.

Doch wir wollen für die Opfer der DDR-Diktatur auch in Zukunft Gerechtigkeit. Deshalb machen wir uns für die Entfristung der Rehabilitierungsgesetze stark. Mit einem Härtefallfonds wollen wir für Gerechtigkeit im Einzelfall sorgen.

Wir wollen Kindern politisch verfolgter Eltern die Rehabilitierung ermöglichen. Zwangsadoptionen müssen soweit wie möglich aufgeklärt werden. Der Bundesbeauftragte für die Stasiunterlagen soll zu einem unabhängigen Ansprechpartner für die Opfer weiterentwickelt werden.

Wenn die Opfer verstummen, brauchen wir das Erinnern und Mahnen für die Zukunft. Wir setzen uns deshalb ein für ein Denkmal der Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft. Für die CDU/CSU-Bundestagsfraktion war und ist die Mahnung an das DDR-Unrecht zentral. Unrecht hat kein Verfallsdatum.“


13 Kommentare on “Die Unionsfraktion fordert ein Denkmal für die Opfer des „DDR“-Kommunismus”

  1. Intellektueller sagt:

    Und ich fordere ein Denkmal für die Opfer des US Amerikanischen Angriffskrieges gegen den Irak.
    Fakt ist doch, dass unter Saddam Hussein die Christen viel weniger gelitten und verfolgt wurden im Irak als derzeit im angeblich demokratischen Irak!
    Über 1 Millionen Christen mussten seit dem Irakkrieg 2003 fliehen. Die US Amerikaner haben sich dort im Irak einen Dreck um die Christen gekümmert!
    Das gleiche gilt für die serbisch orthodoxen Christen während des Jugoslawienkrieges, wo die NATO und allen voran die USA lieber die albanischen Islamisten unterstützten, anstatt die Christen dort zu unterstützen!
    Meines Erachtens müssen die NATO Militärs vor einem internationale Gerichtshof belangt werden.

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  2. Kleopatra sagt:

    Alles gut und schön, ich habe mich einmal vor längerer Zeit damit beschäftigt, Kinderhandel in der DDR und Akten vor 1979 sind nicht mehr auffindbar, und die Kontaktseite, wo diese Kinder nach ihren Angehörigen suchen, dürfte es schon länger nicht mehr geben. Da ist auch eine hohe Missbrauchsgefahr gegeben nach dem Motto „Schmeiß den Kuckuck aus dem Nest“ und selbst wenn damals der Missbrauch nicht vorhanden war, wie in einigen Kontaktforen auf Freundschaftssuche, wo Meinungswächter den Ton angeben, es wird wohl bei vielen unaufgeklärten Fällen bleiben. Wir haben fleißig Anträge auf Einsicht in Stasiunterlagen gestellt, doch wenn da nach der Wende MfS-Mitarbeiter gearbeitet haben und der ach so gepriesene Gauck, was viele nicht wussten, ein Zonenwandler war, manche schon wegen ihrer Neugier und Beständigkeit eingeschüchtert wurden, dann lässt das Interesse nach, bevor man sich erneut in Gefahr begibt. Es könnte nur gelingen, wenn eine ehrliche unabhängige Kommission nach dem Schicksal der Opfer forscht, wer schon einmal Exiztenzmäßig bedroht wurde, dürfte wohl kaum Bock drauf haben, weiter auf Spurensuche zu sein.

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  3. Paul sagt:

    Soso – das ist ja richtig aufregend. Bespitzelt, die lieben Kinder, Härtefallfond, Entfristung, Anerkennung. Apropos Anerkennung. Anerkannte ehemalige politische Häftlinge erhalten sogar 300 EUR im Monat.- Natürlich nur nach Bedürftigkeitsprüfung.– Ist das nicht tooooll. Wollen wir doch mal hoffen, dass die unbequemen ehemaligen politischen Häftlinge bald aussterben. Also liebe Parteien und Sozialisten. Aufklären heißt die Devise. Ein Trauerspiel oder einfach nur lustig.

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  4. 😉
    Brandenburgs CDU-Chef Ingo Senftleben, der nach der dortigen Wahl eine Koalition seiner Partei mit der Linkspartei offen läßt, unterstützt bestimmt auch das Denkmal. Ebenso wie Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU), der auch Koalitionen mit der Ex-SED für denkbar hält…

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  5. ester769 sagt:

    Christus Jesus hält von Denkmälern genau nichts, und meines Erachtens sollte sich die Politik um die Gegenwart kümmern, und versuchen aus der Vergangenheit was zu lernen.
    Es wäre also besser die CDU kümmere sich um das gegenwärtige Unrecht und würde das zu ihrem zentralen Anliegen machen, anstatt zu versuchen an die Agenda der 50er/60er „wir die guten, die da drüben die bösen und das merkt man daran, dass die da drüben keine Schokolade haben“ anknüpfen zu wollen.

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    • Frei nach Walter Ulbricht: „Keiner hat die Absicht, ein Denkmal zu bauen!“. Die Bundestagsfraktion spielte nur zur Vorsicht (vielleicht ist ja bald wieder Bundestagswahl…) mal kurz zur Beruhigung der Wählerschicht „60 plus“ einen Klassiker aus dem Kalten Krieg – die Realität wird von den Senftlebens und Günthers geprägt…

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    • Guten Tag,
      mir ist nicht bekannt, daß Christus sich gegen Denkmälern für die Opfer von Gewaltherrschaft geäußert hätte.
      Sie können solche Mahnmale natürlich für überflüssig halten, doch ohne Christus dabei zu vereinnahmen. Was soll das?!
      Sodann fehlte es „denen da drüben“ nicht nur an Schokolade, sondern an grundlegenden Freiheitsrechten.
      Wir haben uns in unseren KOMM-MIT-Schriften jahrzehntelang mit den Opfern (z.B. den politischen Gefangenen) solidarisiert und ausführlich über ihr Schicksal berichtet.
      Hierbei haben wir eng mit der IGFM und „Hilferufe von drüben“ von Gerhard Löwenthal (ZDF-Magazin) zusammengearbeitet.
      Die Folge war eine dicke Stasi-Akte über unseren KOMM-MIT-Verlag samt Bespitzelung durch einen Agenten etc. („operative Maßnahmen“ wurde das genannt).
      Die kritische Medien- und Öffentlichkeitsarbeit über die „DDR“ hat in nicht wenigen Fällen zur vorzeitigen Haftentlassung geführt.
      Als ob man den Einsatz für die Opfer des Kommunismus einerseits und das Beachten des heutigen Unrechts andererseits gegeneinander ausspielen müßte.
      Mit derselben „Logik“ hätte man schon in den 70er Jahren jede Auseinandersetzung mit der NS-Diktatur als überflüssig hinstellen können.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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      • ester769 sagt:

        also für mich hört sich Matthäus 23,29 ff da aber schon ganz anders an.

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      • Guten Tag,
        hier geht es nicht gegen Grabmäler als solche, sondern um Christi Kritik an Heuchelei bzw. daran, Propheten nur nach außen zu ehren.
        So wie es nicht gegen Grabschmuck spricht, wenn man sagt, Blumen zu Lebzeiten wären noch besser.
        Sollen wir jetzt auch keine Marien-Denkmäler, Heiligen-Statuen usw. aufstellen?
        Würden Sie dagegen auch Mt. 23,29 ff zitieren? Oder ist es dann plötzlich etwas anderes?
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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      • ester769 sagt:

        Frau Küble es tut mir leid, aber mich nervt diese ganze Heiligenverehrung genau aus dem Grund.
        Zu Lebzeiten macht man den Heiligen das Leben schwer – und das ist eine Konstante die sich durch sämtliche Heiligenviten zieht – und wenn sie dann tot sind, sorgt man dafür dass niemand auf die Idee kommt dahinter zu gucken, indem man sie mit Gold verziert auf einen Sockel stellt
        Christus setzt da übrigens noch einen drauf, indem er auffordert doch die Toten ihre Toten begraben zu lassen.
        Und ja bei jeder Beerdigung denke ich mir genau das, dass es gescheiter gewesen wäre den ganzen Aufwand dem Verstorbenen zu seinen Lebzeiten zugewendet zu haben.
        Ich schreibe was ich schreibe auch unter dem Hintergrund der Diskussionen in den Charismatismusbeiträgen.
        Ich sehe auch das was dort nicht rund läuft und es ist überhaupt nicht meins, aber mich nervt einfach diese Selbstgerechtigkeit der Kritik.
        Es ist an der Zeit sich als gläubiger Mensch einzugestehen, dass wir in einer postchristlichen Gesellschaft leben und das ist ja der große Witz, dass gerade christliche Politiker und Multiplikatoren, wie Sie einer sind, genau das nicht wahrzunehmen scheinen.

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    • gerd sagt:

      „aber mich nervt diese ganze Heiligenverehrung genau aus dem Grund.“

      @ester769
      Es ist schon merkwürdig, in welche Richtung Ihre Argumentation läuft.
      Frau Küble führt die Gedanken der Unionsfraktion über ein Denkmal (!) in ihrem Artikel aus. Dort steht nichts über Denkmale für Heilige oder gar über Heiligenverehrung.
      Ihr Verweis auf Matthäus 23,29 geht nun vollkommen in die Irre. Dabei kann gerade diese Schriftstelle den „Beweis“ bringen, dass sich Jesus sogar für Denkmäler ausspricht, aber es strikt ablehnt, diese für eigene heuchlerische Zwecke zu missbrauchen. Die Adressaten seiner Rede (Schriftgelehrte und Pharisäer) behaupteten nämlich, dass, wenn sie in den Tagen der Väter gelebt hätten, sie am Blut der Propheten unschuldig geblieben wären. Dabei erkennen sie nicht einmal den Sohn Gottes, der vor ihnen steht und große Zeichen und Wunder tut.
      Die Verehrung der Heiligen ist eine sinnvolle Beschäftigung für Katholiken, die genau nicht nervt, sondern helfen kann, in das Himmelreich zu gelangen. Frau Küble vorzuwerfen, sie würde nicht wahrnehmen, in einer postchristlichen Zeit zu leben, ist mehr als absurd. Bleiben Sie bei aller Resignation – wie sonst ist es zu erklären, dass Ihnen die Heiligenverehrung auf den Nerv geht – doch zumindest sachlich.

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  6. jensadolf sagt:

    Stimmt, die DDR war kaputt. Und die friedliche Revolution war doch für jeden ein willkommenes Geschenk. All die wunderbaren Barone und all das Gesindel ,was die Arbeiter in der DDR zum Teufel gejagt haben, bekamen ihr angestammtes Recht zurück, Menschen auszupressen und zu enteignen und schikanieren. Ja, tatsächlich sind die Menschen in der DDR auf die Straße gegangen, um dann mit einer Minirente Hartz IV Agenda 2010 jetzt im Alter betteln gehen zu dürfen. Ich habe das in Kleinmachnow erlebt, ein älteres Ehepaar durften dann ihr kleines Häuschen verlassen, 40 Jahre darin gelebt, das Haus instand gehalten und im Alter rausgeschmissen zu werden, ist tatsächlich ein Ruhmesblatt. Und die Enteignungen ganzer Betriebe, Arbeitslosigkeit, wie viele Menschen im Zuge der Wiedervereinigung sich das Leben genommen haben, gibt es keine Statistik drüber. Und wie viele Menschen im Armenhaus gelandet sind, ebenso wenig. Man kann also dem Westen nur gratulieren und eben auch ein Denkmal aufstellen, super gemacht.

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    • gerd sagt:

      So wie ich diesen Kommentar verstehe, hat die DDR alles richtig gemacht, als sie eine Mauer um ihren Staat gezogen haben, obwohl sie gar keine Mauer bauen wollten.

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