Norman Mailer und der Fall Jack Abott

Von Felizitas Küble

Es ist hinlänglich bekannt, daß linksengagierte Schriftsteller manchmal mehr Mitgefühl mit den Tätern als mit den Opfern empfinden; sie kritisieren massiv das „unmenschliche“ Gefängnissystem und die „allzu harten“ Haftbedingungen, wobei sie durchaus nicht immer ganz unrecht haben, aber eine falsche Akzentsetzung betreiben, so daß sich insgesamt mehr Anteilnahme mit Straftätern als mit deren Opfern breitmacht.

Ein prominentes Beispiel dafür ist der US-amerikanische Autor und Regisseur Norman Mailer, der in linken Kreisen jahrzehntelang wie eine Ikone verehrt wurde und zahlreiche hochrangige Literaturpreise einheimste.

Dabei zeigt gerade sein Beispiel, wie buchstäblich tödlich die Folgen sein können, wenn Schriftsteller ein verschrobenes „Gerechtigkeits-gefühl“ zugunsten von Verbrechern artikulieren und die Öffentlichkeit damit verwirren.

So setzte sich Norman Mailer massiv für den kriminellen Häftling Jack Henry Abott ein und half ihm bei der Veröffentlichung des autobiographischen Buches „In the Belly of the Beast“. Es handelte sich um Briefe von Abott an Mailer aus dem Knast. Das Buch, in dem die Haftbedingungen in den USA attackiert wurden, schaffte es in die Beststellerlisten und wurde von zeitgeistorientierten Literaturkritikern über die USA hinaus gelobt und gewürdigt.

Der politische Aktivist Mailer erreichte unter dem Beifall linker Kreise und Schriftstellerkollegen 1981 sogar die vorzeitige Freilassung von Abott – trotz erheblicher Bedenken der Gefängnisleitung.

Sechs Wochen später erstach Abott wegen eines nichtigen Streits einen 22-jährigen Restaurant-Mitarbeiter in New York, der eine verzweifelte Ehefrau hinterließ. Der Täter wurde erneut verurteilt und wegen Totschlags inhaftiert, wobei er die Witwe des Ermordeten im Gerichtssaal auch noch beleidigte und keinerlei Gewissensbisse zeigte. 2002 erhängte der Psychopath sich im Gefängnis.

Was lernen wir daraus?

Daß der Keller Richard Adan nicht ermordet worden wäre, wenn der „prominent“ gewordene Häftling Abott seine Gefängnisstrafe weiter abgesessen hätte. 

Doch das fehlgeleitete „Mitgefühl“ linker Autoren führte zu seiner Begnadigung – und schon sechs Wochen später zu der Bluttat an einem unschuldigen jungen Ehemann. 

Genaueres über solche und andere kaltblütige Kriminelle finden wir in dem aufschlußreichen, forensisch-wissenschaftlichen Buch von Dr. Robert D. Hare: „Gewissenlos – die Psychopathen unter uns“ (207 S.) aus dem Fachbuch-Verlag Springer, das 2005 erschienen ist. – Näheres hier: https://www.amazon.de/Gewissenlos-Die-Psychopathen-unter-uns/dp/3211252878


7 Kommentare on “Norman Mailer und der Fall Jack Abott”

  1. Christophorus sagt:

    Anonymus, Ihre Antwort bestärkt mich darin, daß Sie provozieren wollten. Deswegen machen Sie auch auf anonym!

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  2. Bernhard sagt:

    Ich könnte zu dem Thema vieles schreiben, aber es fehlt mir die Zeit. Deswegen nur so viel:

    Ich kenne den Fall Jack Abott nicht. Generell möchte ich aber anmerken, dass für ein bestimmtes vergehen eine bestimmte Strafe vorgesehen ist. Ist sie ab gesessen, ist der Straftäter ein freier Mann und kann wieder Straftaten begehen. Vielleicht wäre Jack Abott nie mehr aus dem Gefängnis heraus gekommen, aber generell gilt: viele Straftäter kommen – auch ohne die Intervention linker Schriftsteller – wieder aus der Haft. Das ist ein generelles Problem und kann nicht nur dem (angeblichen oder tatsächlichen) Täterschutz von linker Seite angelastet werden.

    Psychopathie ist tatsächlich die angeborene Unfähigkeit, Mitgefühl zu empfinden. Manche Psychopathen landen im Gefängnis, deutlich mehr findet man wohl in der Führungsspitze großer Konzerne (weil sie eben ungehemmt ihre Ellenbogen einsetzen können). Die Frage ist, wie geht man mit solchen Menschen um? Sie pauschal einsperren, kann man nicht. Eine Gefahr für die anderen Menschen bleiben Sie aber Zeit ihres Lebens…

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  3. Anonymous sagt:

    Norman Mailer war NICHT verantwortlich für den Totschlag, nicht Mord, an Richard Adan durch Jack Abott. Es war Abotts Entscheidung, das zu tun.

    Vielleicht sollte man auch das nicht verschweigen:

    „Im Rückblick bereute Norman Mailer seine Unterstützung für Abbott. In einem Interview in The Buffalo News sagte Mailer 1992, dies sei „eine weitere Episode in meinem Leben gewesen, an der ich nichts finden kann, worüber man sich freuen oder worauf man stolz sein könnte.“

    https://de.wikipedia.org/wiki/Jack_Henry_Abbott#Mord_und_erneute_Inhaftierung

    Es ist schon interessant, so etwas von einer Katholikin zu lesen. Sie glauben doch an einen begnadigenden Gott, der an unserer Stelle gekreuzigt wurde? Oder nicht? Wir alle sind des Todes und wir wurden begnadigt, bevor wir überhaupt existiert haben. Wenn wir das begreifen und diese Gnade annehmen, dann ist uns vergeben. Punkt. Aus. Amen. Case closed. Und wenn wir danach wieder sündigen, ist es dann Gottes Schuld? Hätte er uns doch nicht begnadigt! Er hätte doch wissen müssen, was wir zukünftig tun werden?

    Überhaupt: Gott erschuf den Menschen und er wusste genau, was diese Menschen im Laufe der Geschichte einander antun würden. Ja, dass sie sogar seinen eingeborenen Sohn brutal ermorden würden. Ist dagegen Norman Mailer nicht komplett harmlos? Er wusste wenigstens nicht, dass Abott rückfällig werden würde. Und dennoch bereute er. Ist das nicht genug?

    Was hat Gott sich dabei gedacht? Wenn wir aber – zu Recht übrigens – Gott, der weiß, was geschehen wird. NICHT dafür verantwortlich machen, dass Menschen sündigen, warum sollten wir das dann bei Norman Mailer tun, der die Zukunft nicht kennt? Dies ganz abgesehen davon, dass – wie Sie schreiben – die vorzeitige Freilassung von Abott trotz erheblicher Bedenken der Gefängnisleitung erfolgte. Denn Mailer mag ein politischer Aktivist sein, aber er kann keine vorzeitige Entlassung ENTSCHEIDEN. Das tun Andere, die dazu bestellt sind. Und DIESE Personen durften nicht nur auf Mailer hören, sondern MUSSTEN sich mit Bedenken der Gefängnisleitung auseinandersetzen. .

    Zurück zu Norman Mailer und seiner Kritik am Gefängnissystem und den Haftbedingungen in den USA. Diese Kritik ist doch grundsätzlich berechtigt. Vielleicht wird man nicht mit jedem Aspekt der Kritik übereinstimmen. Das ändert aber nichts daran, dass die USA da ein großes Problem haben. Von der Todesstrafe wollen wir noch nicht mal dabei sprechen. Doch, vielleicht insoweit, als sich die katholische Nonne Sr. Helen Prejean CSJ, vorbildhaft seit Jahrzehnten gegen die Todesstrafe engagiert. Aber vielleicht gehört die auch zu den „linken Aktivisten mit fehlgeleitetem Mitgefühl“?

    Sie wollten mit Ihrem Beitrag nur wieder hervorheben, wie fehlgeleitet das ohnehin von Ihnen bezweifelte, weil in Anführungszeichen gesetzte Mitgefühl linker Autoren sei. Nun, Mitgefühl kann man den Vertretern der rechten, wahren Gesinnung wenigsten selten vorwerfen. Wer hier in Ihrem Blog Herrn Salvini in höchsten Tönen preisen darf, der stolz darauf ist, Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken zu lassen und ihnen Hilfe auf italienischem Boden zu verwehren und der versucht. Lebensretter zu kriminalisieren, der wird sich nun wirklich kein fehlgeleitetes Mitgefühl vorwerfen lassen müssen. Denn wo nichts ist, kann es auch nicht fehlgeleitet sein.

    Mit dem Evangelium hat das freilich nichts zu tun.

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    • Guten Tag,
      was soll denn bittschön dieser Unfug? Als ob ich behauptet hätte, Mailer sei verantwortlich für den Totschlag – natürlich ist es Abott – und genauso ist es auch im Artikel zu lesen. Aber ohne den Einsatz von Mailer und literarischer Companie für eine vorzeitige Begnadigung dieses kriminellen Psychopathen (so nennt ihn übrigens das wissenschaftliche Buch über Psychopathie ausdrücklich, das ich erwähnte) wäre der Kellner nicht umgebracht worden. Darum geht es!
      Mailer räumt genau dieses Problem in seinem späteren Bekenntnis doch selber ein – na also, Sie zitieren es auch noch!
      Typisch aber wieder Ihre Mißdeutung, so daß ich wieder nichts Besseres zu tun habe, als offensichliche Fehlinterpretationen klarzustellen – echt zermürbend und geistig unfruchtbar (wie so oft, wenn man Ihre Pseudo-Besserwissereien zurückweist).
      Sodann verzeiht Gott dem Sünder nur bei echter Reue und Umkehr, dem unbußfertigen keineswegs, sonst kämen alle in den Himmel.
      Abott aber hat seine Untaten nie bereut, weder jene, die zum ersten Knastaufenthalt führten, noch das Totschlagen des Kellners. Er hat sogar dessen Witwe im Gerichtssaal noch beleidigt. Das steht doch im Artikel!
      Dann kommen Sie mit dem Todesstrafen-Thema, ohne zur Kenntnis zu nehmen, daß es mit diesem Bericht nicht die Bohne zu tun hat.
      Herr Abott war überhaupt nie zum Tode verurteilt – und keiner hat dergleichen gewünscht oder gefordert.
      Unterlassen Sie bitte Ihre unrichtig Polemik über Salvini, der „stolz“ auf das Ertrinkenlassen von Flüchtlingen im Mittelmeer sei. In Wirklichkeit sind jene mitschuldig an solchen Tragödien, die Afrikaner (es gibt in Nordafrika weder Krieg noch Bürgerkrieg) leichtfertig animieren, illegal nach Europa überzuschiffen.
      Weitere überflüssige Debatten führe ich dazu nicht mit Ihnen!
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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      • Anonymous sagt:

        Ich habe nur die Sinnlosigkeit Ihres unglaublich aktuellen Beitrags aufgezeigt. Ihre Reaktion bestätigt mich darin.

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      • Holger Jahndel sagt:

        Der Punkt ist eben bei der ganzen Sache und Problematik, dass gerade viele wohlmeinende Christen viel zu naiv und weltfremd sind und werden – und positive eigene Bestrebungen und Eigenschaften auch leicht in anderen sehen und auf diese projizieren oder diese gar einfach so als selbstverständlich vorraussetzen, dies ist eben fehlgeleiteter Idealismus (diese Naivität und fehlgeleiteten Idealismus gab es auch vielfach im Nationalsozialismus und Faschismus, zumal die Rassentheorien damals noch als wissenschaftlich galten und in der Tat eine gewisse Tendenz zur den Totalitarismus erleichternden Obrigkeitsgläubigkeit und Untertanen-Mentalität leider vorhanden war, was dann auch im Kommunismus das Mitläufertum doch sehr erleichterte und begünstigte – Beispiele dafür gibt es zur Genüge und in Masse, auch über Naivität in der 68er und Ökologie- bzw. Umwelt-Bewegung, eben gerade diese Unerfahrenheit und Weltfremdheit hat dann auch durch Mangel an logischem Denken und Vernunft und Ratio bzw. Rationalität die antiautoritäre Erziehung und Gender Ideologie und die irrationale dekonstruktivistische Philosophie der Postmoderne begünstigt, gegen so etwas hilft nur kühle philosophische Logik und Vernunft und Ratio und eine gesunde Bodenständigkeit und auch Lebens-erfahrung, all dies geht heute vielfach den erdentfremdeten und seelisch-psychisch teilweise total entwurzelten und schlecht geerdeten Menschen der Postmoderne ab. Siehe auch die NLP-Tricks und Medien-Manipulation durch Neurolinguistisches Programmieren und Dekonstruktivismus und die postmodernen Mainstream-Medien und die gesamte Political Correctness (PI) mit ihren Halbwahrheiten und Verdrehungen und ihren Entstellungen und ihrem Zurechtdrehen.
        Ich empfehle den Weblog des Theologen und Philosophen und Journalisten David Berger zur Thematik und seine Philosophia Perennis und das Schiller Institut zu Friedrich Schiller und Kardinal Nikolaus von Kues als Renaissance-Humanist und christlicher Hermetiker mit seiner Philosophie des PanENtheismus und den Orientalisten Hans-Peter Raddatz mit seinem Buch „Von Gott zu Allah?“ u.a. auch über die Logos-Theologie nach Justin dem Märtyrer als Kirchenlehrer und Kirchenvater und dem Heiligen Irenaeus von Lyon usw.

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